FAZER LOGINSeans SichtMeine Hände zitterten, als ich nach dem Telefon auf dem hölzernen Nachttisch griff. Ich holte tief und zittrig Luft, drehte das Gerät um, nahm den Anruf entgegen und presste es fest an mein Ohr.„Hallo, Mama?“, sagte ich und zwang meine Stimme dazu, so ruhig und normal wie nur möglich zu klingen.„Sean! Oh, mein Schatz“, erklang die Stimme meiner Mutter aus dem Hörer – sie bebte vor einer überwältigenden Welle von Gefühlen; es klang, als stünde sie kurz vor den Tränen. „Warum bist du bei meinem ersten Anruf nicht rangegangen? Philip hat mir zwar erzählt, dass du deine Stimme verloren und dein Handy kaputtgemacht hast, aber ich habe mir solche Sorgen gemacht, dass ich die ganze Nacht kein Auge zugetan habe. Geht es dir wirklich gut?“„Mir geht es gut, Mama, versprochen“, antwortete ich. Ich blinzelte die brennenden Tränen in meinen Augen zurück und zwang mich zu einem beruhigenden Lächeln. „Es war nur eine wirklich schwere Grippe, und mein Hals hat völlig schlappgemacht. Ic
Seans SichtDas Erste, was ich wahrnahm, war ein gleißendes, unerbittliches weißes Licht, das mir tief in die Augen stach.Ich stieß ein leises Stöhnen aus; ein schwerer, bleierner Schmerz zog durch jeden einzelnen Muskel meines Körpers. Mein Kopf dröhnte, als würde jemand mit einem Hammer auf meinen Schädel einschlagen, und ein dumpfer, hartnäckiger Schmerz pulsierte in der Nähe meiner linken Schläfe. Ich versuchte, meinen Arm zu heben, doch er fühlte sich an, als wöge er eine Tonne.Leise, ineinander übergehende Stimmen drangen aus der Ferne an mein Ohr – ein besorgtes Gemurmel in der sterilen Stille des Raums.… Es sind schon vier Tage vergangen; ich habe doch gesagt, dass er heute aufwachen würde …… Schau mal, seine Finger bewegen sich …Ich kniff die Augen gegen das grelle Licht zusammen, holte langsam und schmerzhaft Luft und zwang meine Lider erneut auf. Die verschwommenen Umrisse über mir wurden allmählich klar und scharf.Um mein Krankenhausbett herum standen Philip, Edith u
Andrews SichtDer durchdringende, rhythmische Klingelton von Seans Handy hallte wie ein schriller Alarm durch den sterilen Krankenhausflur. „Mom.“ Das Wort leuchtete uns vom Display entgegen – ein Hohn angesichts der zerbrechlichen Stille, in der wir uns befanden.Für einen erschreckenden Moment rührte sich niemand von uns. Die Last dessen, was geschehen könnte, sollte ihr schwaches Herz bei der Wahrheit versagen, hing schwer in der Luft.„Geh ran, bevor die Lage völlig außer Kontrolle gerät“, wies ich sie in einem rauen, angespannten Flüsterton an und trat einen Schritt vor. „Edith, geh sofort ran. Bleib ruhig. Versuch, es einfach zu halten – mach bloß nichts kaputt.“Edith schluckte schwer. Ihre Hände zitterten heftig, als sie nach dem Handy auf dem Metalltisch griff. Sie wischte über das Display, hielt es sich ans Ohr und zwang sich zu einem quälend ruhigen Tonfall.„Hallo? Mrs. Victoria?“, brachte Edith hervor. Ihre Augen waren vor Schreck weit aufgerissen, ihre Hände bebten unkon
Andrews SichtDas leise Summen auf dem Krankenhausflur wirkte erdrückend. Ich stand vor dem hohen Glasfenster von Seans Krankenzimmer und beobachtete durch die Jalousien hindurch, wie sich sein Brustkorb in einem quälend langsamen, stetigen Rhythmus hob und senkte. Oh, mein Sean – es tut mir so leid, dass ich dir das angetan habe.Seine Haut war noch immer viel zu blass; der weiße Verband hob sich scharf von seinem dunklen Haar ab. Marcus stand ein paar Schritte entfernt – still und wachsam –, um gemeinsam mit mir mitten in der Nacht Wache zu halten.Mit zitternden Fingern holte ich mein Handy aus der Tasche.Es gab nur eine weitere Person, die noch vor Tagesanbruch erfahren musste, was geschehen war. Ich wählte die Nummer und hielt das Gerät an mein Ohr; meine Hände bebten.Es klingelte zweimal, dann meldete sich eine atemlose, zitternde Stimme: „Hallo? Wer ist da? Bitte!“„Hey Edith – ich bin’s“, sagte ich, wobei meine Stimme durch den Hörer klang wie trockenes Eis.Am anderen Ende
Andrews SichtDas sterile, weiße Licht in der Notaufnahme der Privatklinik brannte in meinen Augen, doch ich konnte den Blick nicht von den geschlossenen Doppeltüren des Schockraums abwenden. Jede Sekunde verstrich wie eine Ewigkeit.Als der leitende Arzt schließlich durch die Schwingtüren trat – sein Gesicht ernst und erschöpft –, stürmte ich auf ihn zu, noch bevor er einen einzigen Schritt machen konnte.„Doktor! Wie geht es ihm? Ist er wach? Bitte, sagen Sie mir etwas Gutes!“, drängte ich mit brüchiger Stimme. An meinen Händen klebten noch immer die Spuren von Seans Blut – ein Geruch, an den sich meine Nase bereits gewöhnt hatte.Der Arzt rückte sein Klemmbrett zurecht und sah mich mit einer Mischung aus professioneller Distanz und stiller Missbilligung an.„Mr. Sterling, wir konnten ihn stabilisieren. Er hat durch den Aufprall auf den Marmorboden eine schwere Gehirnerschütterung erlitten, aber das ist nicht das Hauptproblem.“Ein eisiger Knoten bildete sich in meinem Magen. „Was m
Andrews SichtDas ferne Heulen von Sirenen durchschnitt endlich die schwere, erdrückende Stille des Penthouses, doch der Klang wirkte, als käme er aus unendlicher Ferne.Meine Arme umschlangen fest Seans schlaffen, regungslosen Körper; seinen Kopf hielt ich an meine Brust gedrückt.Ein dunkler Strom aus Blut sickerte von seiner Schläfe herab und befleckte die Vorderseite meines Hemdes – warm und klebrig auf meiner Haut.Ich blickte auf, meine Sicht durch Tränen getrübt, die noch nicht über meine Wangen liefen, und starrte hinüber zu Marcus. Er hielt noch immer sein Telefon in der Hand, nachdem er den Notruf abgesetzt hatte.Das Gift, das die ganze Nacht in meinem Geist gebrodelt hatte, kochte nun plötzlich über.„Du … ist es deshalb passiert, Marcus? Was habe ich dir jemals getan?“, fuhr ich ihn an, meine Stimme bebend vor einer explosiven Mischung aus Trauer und blinder Wut.„Hast du ihm deshalb bei seinem Fluchtversuch geholfen? Schläfst du mit ihm? Ich will nicht glauben, dass das
Seans SichtIch ging sofort duschen. Der Gedanke an Adams überkam mich wieder. Ich wünschte, er wäre bei mir unter der Dusche, aber dann holte mich die Realität ein.Ich kam nackt aus dem Zimmer und suchte nach einer Möglichkeit, mich zu waschen.„Oh je, womit soll ich mich denn jetzt waschen?“„Se
Seans SichtEdith stand am Eingang des Flurs. Die Papiere, die sie in der Hand hielt, waren ihr aus der Hand gefallen. Ihre Augen waren weit aufgerissen vor Schock und Ungläubigkeit.Die Papiere lagen verstreut auf dem Boden.Ich stand wie erstarrt da, mein Mund war voller Speichel wie der einer Hyä
Seans SichtEs klopfte an der Tür.„Wer ist da?“, fragte ich fast weinend.„Oh, da ist jemand.“ Die Person ging.Ich setzte mich auf die Toilette und dachte darüber nach, wie es weitergehen würde.Plötzlich vibrierte mein Handy. Es war eine Nachricht von John, Biancas Ex-Freund. Mein Herz machte ein
Seans SichtVerdammt! Mein Motor reagierte nicht.„Ach komm, nicht jetzt! Um diese Uhrzeit kann ich das nicht mit dir machen, Kumpel. Es ist Viertel nach zehn, ich muss früh nach Hause. Bitte tu das jetzt nicht!“Ich versuchte den Motor immer wieder zu starten, unzählige Male, aber mein Auto war he







