FAZER LOGINAvaEss gab einen Unterschied zwischen einer Illusion und der Realität – eine Linie, die so dünn war, dass sie für viele Augen unsichtbar blieb. Eine Linie, die ich nicht zu überschreiten wagte.Die Realität war grausam. Die Realität war, dass ich die uneheliche Tochter war; die Tochter, die meine Mutter nicht wollte, ein Fleck, den sie nicht wegschrubben konnte.Die Realität war, dass ich nichts war.Aber das Schicksal hatte eine grausam makabre Art, Witze zu reißen.In einem Moment war ich noch in einer schäbigen Wohnung eingesperrt, wo mir nichts als der kalte Boden Gesellschaft leistete, und in der nächsten Minute wurde ich in eine Welt gestoßen, von der ich nie zu träumen gewagt hätte – in ein Leben, das sich eher wie eine Illusion anfühlte.Ich konnte mich noch genau an den Tag erinnern, als Mutter wie gewohnt strahlend zur Tür hereinkam. Doch etwas sagte mir, dass es nicht an einem ihrer gewöhnlichen ONS oder am Alkohol lag; es war anders.Ich sollte recht behalten. Sie überbra
AvaWut brannte durch ihre Adern, als sie sie anstarrte. Ihre kleinen Augen bohrten sich in Rachael, gefüllt mit Schmerz, Schock und etwas, das sie nicht entschlüsseln konnte. Nicht, dass es sie gekümmert hätte.„Entschuldige dich! Sofort!“, bellte sie.„Mama …“„Untersteh dich, ‚Mama‘ zu mir zu sagen! Entschuldige dich, Jasmine.“Marco starrte sie an, Unglaube zeichnete sich auf seinem Gesicht ab, genau wie auf dem der anderen. Er schluckte und fragte sich, was genau sie gehört hatte.Wenn sie alles mitangehört hatte, was er gesagt hatte, würde er auch nicht verschont bleiben.„Rachael“, rief er, während er versuchte, ihre Wut zu besänftigen. Er sah das kleine Kind, das zusammengerollt auf dem Boden lag und zitterte, während Tränen über seine Wangen strömten. Schuldgefühle regten sich bei diesem Anblick in seinem Bauch.Vielleicht war er zu weit gegangen.„Rachael, sie ist doch nur ein Kind. Kinder sagen Dinge, die sie nicht so meinen. Du musst nicht wütend sein.“ Er ergriff ihre Hän
Ava„Wir könnten sie einfach einsperren und dem Alpha sagen, dass sie sich nicht gut fühlte.“„Der Alpha wird ein unbedeutendes Schwein wie sie nicht einmal bemerken.“ Die dunklen Augen wanderten zu mir, und ihre Lippen verzogen sich zu ihrem gewohnten, verlockend-gemeinen Lächeln. „Hoppla, ich wollte nicht unhöflich sein, Schwesterherz.“„Du warst nicht unhöflich, du hast nur die Wahrheit gesagt.“ Mutter funkelt mich finster an und redete dann weiter auf Vater ein, der nur widerwillig antwortete. Ich senkte den Kopf, meine Augen brannten von ungeweinten Tränen, während sie weitermachten und mir Worte an den Kopf warfen, die mein Herz nur noch mehr zerrissen.„Glaubst du etwa, ich will diesen Haufen Schande mitnehmen?“, herrschte Vater sie an. „Ich kann sie nicht hierlassen, es ist die Paarungszeremonie. Der Alpha hat noch keine Braut gefunden, und jede einzelne Wölfin muss anwesend sein – außerdem gehöre ich zu den Kriegern des Alpha-Klans.“„Vater“, zog Selene das Wort in die Länge,
AvaDer Geruch von Rosen, verrottenden Blättern und feuchtem Sand stieg mir scharf und unbarmherzig in die Nase, meine Füße schlugen auf den Boden und ignorierten den Schmerz der Dornen.Ich konnte nicht anhalten!! Ich kann es nicht, sie waren ganz nah.Ich rannte, meine Beine schmerzten, lahm und schwach vom monatelangen Angekettetsein wie ein Tier, von monatelanger Folter. Ich sauste durch das Laub, rannte zwischen hohen Bäumen hindurch, was mir vorkam, als würde ich im Kreis laufen. Das Blätterdach war dicht und schirmte die Mondstrahlen ab.Mein Herz schlug hart gegen meinen Brustkorb, die Angst umhüllte mich wie eine dicke Decke.„Findet sie!! Sie kann noch nicht weit gekommen sein.“ Die Männer brüllten, und mein Herz setzte einen Schlag aus. Ich eilte zum nächsten Baum und kauerte mich an den Stamm, die Augen geschlossen, den Atem anhaltend, während ich still betete.Ich konnte nicht dorthin zurück, ich kann es nicht.„Sie ist nicht hier.“„Sie muss zur Straße gerannt sein. Beei
Ava Die Flure erstreckten sich in ein endloses Labyrinth, erleuchtet von den Sonnenstrahlen, die sich durch das Fenster drängten. Meine Stiefel klackten laut auf den Fliesen, während meine Hand hinter ihr lag und ich aus dem Anwesen in Richtung Garten spazierte.Ich straffte die Schultern und verbarg den Aufruhr, den ich fühlte, so gut es ging – ich konnte Hazel nicht noch mehr verängstigen. Ich konnte sie nicht wegstoßen.Mein Herz zog sich schmerzhaft zusammen bei der Erinnerung an ihren kalten Blick, die Art, wie sie sich während des Abendessens von mir entfernte. Es war Tage her, wir hatten das überstanden, aber ein Teil von mir schmerzte noch immer – ein Teil, der fürchtete, dass ich sie langsam verlor. Wir brannten zu sehr darauf, das Unrecht wiedergutzumachen und unsere Liebe zu retten, dass wir uns voneinander entfernten, einander verletzten und im Schmerz ergingen.Der Knoten in meiner Brust zog sich so eng zusammen, dass ich kaum atmen konnte.Ich bog um die Ecke und ein wa
## KAPITEL 34### SCARLETTMeine Augen öffneten sich langsam und mein Blick durchdrang den ruhigen, mondbeschienenen Raum. Ich wandte meine Aufmerksamkeit dem Sessel zu, in der vollen Erwartung, ihn leer vorzufinden; gewöhnlich war es seine Angewohnheit zu gehen, nachdem ich eingeschlafen war. Aber da saß er, zusammengesunken auf dem Sitz mit geschlossenen Augen, den Kopf in einem unbequemen, schiefen Winkel geneigt. Er würde mit einem steifen Nacken aufwachen.Ich starrte seine dunkle Silhouette gefühlt stundenlang an, bevor ich schließlich die schweren Decken zur Seite schob. Als ich meine Beine über die Bettkante schwang, drückten meine nackten Füße gegen die kalten Dielen, was einen scharfen Schauer durch meinen Körper jagte.Ich schlich leise zum Kleiderschrank, holte eine leichte Tagesdecke heraus und ging zu der Stelle, an der er schlief. Behutsam legte ich den Stoff über seine Schultern und hielt ihn für einen flüchtigen Moment an seinem Nacken fest. Mein Blick zeichnete seine







