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Kapitel 3

Author: Peachy
Ich schlief überraschend gut für jemanden, der gerade angeschossen wurde.

Am nächsten Morgen spielte ich wieder die verlobte Amnesie-Patientin des Dons.

„Heute Abend gibt es eine Wohltätigkeitsgala“, sagte Dante beim Frühstück. „Kommst du mit mir?“

Ich stellte meine Kaffeetasse ab. „Sollte ich das? In meinem Zustand?“

„Du bist meine Verlobte.“ Seine Stimme blieb ruhig, aber seine Augen hatten eine tiefe Bedeutung, die ich nicht lesen konnte. „Die Leute erwarten, dich zu sehen.“

Ich hatte so ein Gefühl.

Leo war dort.

Vielleicht bereute er es, wenn er mich mit Dante sah.

„Okay“, nickte ich. „Was soll ich anziehen?“

„Darum kümmerte ich mich schon.“

Das Kleid war aus tiefblauer Seide. Der Stoff glitt von meinen Schultern und ließ meine Schlüsselbeine und die Linie meines Halses frei.

Dante legte mir eine Diamantkette an. Seine Fingerspitzen streiften meinen Nacken.

„Perfekt“, flüsterte er mir ins Ohr.

Im Spiegel trafen sich unsere Blicke. Seine Augen waren tief, besitzergreifend und voller roher, kaum gebändigter Sehnsucht.

„Du siehst auch gut aus“, sagte ich und drehte mich zu ihm um.

Der schwarze Smoking ließ ihn wie einen gefährlichen Prinzen wirken.

Wir standen dicht beieinander. Sein Parfüm vermischte sich mit seinem eigenen Geruch. Mir wurde schwindelig.

„Wir sollten gehen“, sagte er, seine Stimme etwas rau.

Der Ballsaal des Hotels war ein Meer aus Gold und Kristall.

New Yorks Oberschicht mischte sich untereinander. Schmuck funkelte im Licht.

Ich sah Leo sofort.

Er war auf der Tanzfläche. Er hielt Scarlett im Arm.

Sie trug ein blutrotes Kleid. Sie sah aus wie eine gefährliche Rose.

Ihre Körper pressten sich aneinander. Leos Hand lag tief an ihrer Taille, sein Daumen strich gefährlich nah an der Rundung ihres Körpers entlang.

„Meine Damen und Herren!“ Leo hob sein Champagnerglas. Seine Stimme hallte durch den Saal. „Ich möchte Ihnen meine ganz besondere Begleitung vorstellen, Scarlett Moretti!“

Der Raum brach in Applaus aus.

Ich spürte Dantes Hand an meinem unteren Rücken.

Er wirkte… angespannt.

„Mir geht es gut“, zwang ich mich zu einem Lächeln.

Als Leos Blick unseren traf, sah ich die Herausforderung darin.

Wir fanden einen Tisch.

Dante zog meinen Stuhl zurück. Ein perfekter Gentleman.

Ein Kellner brachte eine Meeresfrüchteplatte.

Dante nahm eine Garnele. Er schälte sie geschickt, träufelte Zitronensaft darüber und legte sie auf meinen Teller.

„Danke“, sagte ich leise.

Er schälte die nächste. Er war so konzentriert, als wäre es ein Ritual.

„Dante, du bist so lieb zu deiner Verlobten.“

Leos Stimme kam von hinten. Sie klang spöttisch.

Er und Scarlett traten zu uns.

„Leo“, sagte Dante ruhig und sah auf. „Amüsierst du dich?“

„Natürlich.“ Leos Arm zog Scarlett enger an sich. „Scarlett macht eine Menge Spaß. Nicht so… anstrengend.“

Ich legte meine Gabel ab. Ich sah Leo an. „Was soll das heißen?“

„Nichts.“ Leo zuckte mit den Schultern. „Manche Frauen sind einfach zu … anhänglich.“

Dantes Finger tippten auf den Tisch. Ich spürte die Wut in dieser kleinen Bewegung.

Ich stand auf. Ich hakte mich bei Dante unter. „Ich finde, mein Verlobter und ich kommen sehr gut klar. Er ist sehr aufmerksam. Nicht wahr, Liebling?“

Ich betonte „Verlobter“ und „Liebling“.

Dante sah mich an. In seinen Augen lag kurz Überraschung, dann Wärme. „Natürlich, Baby.“

Leos Gesicht verdunkelte sich.

„Wow, wie süß!“ Scarlett lachte scharf. „Ihr solltet uns zeigen, wie verliebt ihr seid!“

Die Gäste um uns herum begannen zu jubeln.

„Ja! Zeigt uns, wie echte Liebe aussieht!“

„Leo und Scarlett, ihr auch!“

Leos Blick sprang zwischen mir und Dante hin und her. Sein Kiefer war angespannt.

„Gut“, sagte Scarlett und sah mich herausfordernd an. „Leo, küss mich. Lass alle sehen, wie sehr wir uns lieben.“

Leo zögerte einen Moment. Dann zog er Scarlett an sich.

Ihr Kuss war stürmisch.

Leos Hand vergrub sich in ihrem roten Haar. Ihre Lippen pressten sich aufeinander.

Scarletts Bein lag fast um seine Taille. Ihre Hand glitt über seine Brust.

Es dauerte eine ganze Minute.

Der Familienfotograf machte Bilder. Die Blitze waren grell.

„Verbreite diese Fotos überall“, sagte Leo atemlos zum Fotografen.

Scarlett küsste seinen Hals. Über seine Schulter hinweg warf sie mir einen Blick zu.

Ihre Augen sagten: Siehst du? Er gehört mir.

Der Raum applaudierte. Die Gäste jubelten.

Doch als alles vorbei war, suchte Leo meinen Blick. Für einen Moment sah ich es.

Schuldgefühle.

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