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Kapitel 5

Author: Peachy
Ich stolperte in Dantes Brust. Seine Arme schlossen sich sofort um mich.

„Ups“, sagte ich und sah zu ihm auf. Unsere Gesichter waren so nah, dass ich seinen Atem spürte.

„Du bist betrunken“, sagte er, seine Stimme tief und rau.

„Nein“, sagte ich. Meine Hand glitt zu seiner Brust. Ich fühlte, wie sein Herz hämmerte. „Ich bin hellwach.“

Im Mondlicht waren seine Augen so tief wie der Ozean.

Ich sah den Hunger darin. Und noch etwas anderes. Etwas, das er zu unterdrücken versuchte.

Ich stellte mich auf die Zehenspitzen. Und ich küsste ihn.

Dante erstarrte für einen Moment. Dann verlor er völlig die Kontrolle.

Seine Hand vergrub sich in meinem Haar. Er zog mich hart an sich.

Der Kuss war eine Überfall. Seine Zunge drang in meinen Mund, besitzergreifend und fordernd, und beanspruchte, was ihm gehörte.

Mein Rücken prallte gegen die Wand. Sein Körper lag eng an meinem. Ich spürte, wie heiß er war, wie hart er war.

„Isabella…“, keuchte er an meinen Lippen, seine Stimme schwer und verführerisch.

Meine Beine wurden weich. Ich konnte kaum stehen.

Dieser Kuss. Dieser alles verschlingende Kuss. Er bewies es.

Seine Gleichgültigkeit war nur gespielt. Eine schöne, zerbrechliche Lüge.

In der nächsten Woche störte Leo uns nicht.

Dante und ich verfielen in eine seltsame Routine.

Es fühlte sich … normal an. So, als gehörte es einfach so.

Dante, der gefürchtete Don der Stadt, machte mir jeden Morgen Frühstück.

Er erinnerte sich an alles, was ich mochte.

Spiegeleier. Zimt im Kaffee. Toast genau richtig goldbraun.

Abends sahen wir Filme auf dem Sofa.

Sein Arm lag ganz selbstverständlich um mich.

Manchmal küsste er meine Stirn.

Diese sanfte Berührung ließ mein Herz schneller schlagen.

Wir küssten uns nicht wieder auf den Mund.

Aber die Luft zwischen uns war elektrisch.

Manchmal vergaß ich fast, dass das alles nur ein verdammtes Spiel war.

Eine Falle, gestellt von dem Mann, den ich dummerweise meinen Freund nannte.

Bis zum Freitagabend. Das Telefon klingelte.

„Leo“, sagte Dante und warf mir einen Blick zu, bevor er ranging.

„Private Yachtparty morgen. Für Scarlett“, sagte Leos Stimme aus dem Lautsprecher. „Kommt ihr?“

„Wir sind da“, antwortete Dante sofort.

Er legte auf. Ich sah ihn an. „Warum hast du Ja gesagt?“

„Du bist meine Verlobte, Darling“, sagte er und nahm meine Hand. „Ich will, dass es jeder weiß.“

Und was war mit Leo?

Wollte er mich und Dante wieder zusammen sehen?

Ich nickte. Ein Teil von mir war aufgeregt. Ich wollte sehen, wie Leo sich windete.

Am nächsten Tag glitt die Yacht langsam über den Long Island Sound.

Das Deck war wie ein Märchen. Überall rosa und weiße Blumen.

Scarlett trug ein weißes Kleid. Sie sah aus wie eine Braut.

„Isabella!“, rief sie mit süßlicher Stimme. „Du siehst toll aus. Ein Leben mit Amnesie muss ja einfach sein, oder?“

„Ist es“, lächelte ich schwach. „Es ist schön, seine Probleme zu vergessen.“

Leo kam herüber. Er wirkte… frei.

Seine Haare waren länger. Er war unrasiert. Seine Augen hatten eine Wildheit, die ich nie zuvor sah.

„Bella, hi“, sagte er und stellte sich beinahe zur Schau. „Mir geht’s großartig. Niemand steht mir im Nacken. Ich kann endlich tun, was ich will.“

„Das ist wunderbar für dich“, sagte ich, meine Stimme gefährlich ruhig. Jedes Wort war wie eine kleine Glasscherbe in meiner Kehle.

Er dachte, ich hielt ihn zurück?

„Ja“, fuhr er fort. „Freiheit ist etwas Großartiges. Nicht an die Gefühle anderer denken zu müssen. Nicht gebunden zu sein.“

Jedes Wort zielte auf mich.

Ich kämpfte darum, die Fassung zu bewahren. Dass meine Augen sich nicht röteten.

„Jeder sollte das Leben leben, das er will.“

Leo erwartete offenbar nicht, dass ich so ruhig blieb.

Er runzelte die Stirn. „Du bist nicht… wütend?“

„Warum sollte ich das sein?“, fragte ich. „Ich habe mein Leben. Du hast deins. Wir haben beide bekommen, was wir wollten.“

„Genau“, sagte Scarlett und hakte sich bei Leo unter. „Leo ist jetzt glücklich. Glücklicher als zuvor.“

„Das sehe ich“, sagte ich und lächelte Dante an. „Wir sind auch glücklich. Nicht wahr, Darling?“

Dante nickte. Seine Hand lag auf meiner Taille. Die Geste war selbstverständlich. Intim.

Leos Miene verfinsterte sich zusehends.

Ein Champagnerkorken knallte.

Leo griff nach einem Mikrofon und stellte sich in die Mitte des Decks.

„Meine Freunde!“, rief er. „Heute ist ein besonderer Tag!“

Alle wurden still.

„Ich habe etwas Wichtiges zu verkünden.“ Leo sah Scarlett an. Dann schoss sein Blick direkt zu mir. „Scarlett und ich haben uns verlobt!“

Der Applaus war ohrenbetäubend. Aber eine seltsame, angespannte Stimmung lag in der Luft.

Ich spürte, wie alle mich ansahen. Sie warteten auf meine Reaktion.

Besonders Leo.

Er provozierte mich.

Ich ballte die Fäuste.

Der Schmerz in meinem Herzen verwandelte sich in reine Wut.

Wenn er mich so sehr loswerden wollte, wenn er so verzweifelt war, sein neues Mädchen zur Schau zu stellen…

Gut. Ich gab ihm, was er wollte.

Außerdem war es ein gewaltiges Upgrade, die Verlobte eines Dons zu sein. Eine Königin, kein Spielzeug für irgendeinen Jungen am Rand.

Ich durchbrach die Stille.

Ich begann als Erste zu klatschen und lächelte Leo an. „Herzlichen Glückwunsch euch beiden.“

Er wollte seine Freiheit. Jetzt hatte er sie.

Und ich hoffte, er lebte lange genug, um jede einzelne Sekunde davon zu bereuen.

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