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Kapitel 2

Author: Washing Wheat
“Steigst du ein oder willst du da einfach stehen bleiben?“

Ich schreckte aus meinen Gedanken auf.

Der Blutfleck auf meiner Hose war riesig, und ich wollte nicht das Auto eines Fremden verschmutzen, also öffnete ich seine Beifahrertür.

Kelvin warf mir einen Blick zu.

„Warte.“

Er reichte mir eine schwarze Plastiktüte.

Verwirrt nahm ich sie entgegen.

„Du wusstest doch, dass deine Periode kommt, und hast trotzdem keine Binde mitgenommen. Zoey, du bist achtundzwanzig. Kannst du dich nicht wenigstens um dich selbst kümmern?“

„Du bist den ganzen Tag mit Blut auf deiner Hose in der Schule herumgelaufen. Die Schüler haben mich immer wieder gefragt, ob du eine schwere Krankheit hättest. Das war peinlich.“

Peinlich?

Der metallische Geruch von Blut schien mich erneut mit voller Wucht zu treffen.

Ich hatte daran gedacht, Binden mitzunehmen.

Aber Kelvins Notiz hatte mich davon abgehalten.

Ich hatte geglaubt, er hätte endlich gelernt, an mich zu denken.

Doch es stellte sich heraus, dass seine Fürsorge jemand anderem galt.

Ich öffnete die Tüte.

Darin lag eine rosafarbene Packung Binden, die mit Staub bedeckt war. Offensichtlich irgendeine beliebige Marke aus einem kleinen Laden um die Ecke.

„Wenn du wirklich keine hattest, hättest du dir einfach eine leihen können. Stattdessen hast du dich in der Schule versteckt und wolltest nicht herauskommen. Ich habe eine Stunde gewartet. Geh die Binde wechseln und steig wieder ein. Mach mir bloß die Sitze nicht schmutzig.“

Er redete weiter.

Ich beobachtete, wie sich seine Lippen bewegten, und fühlte mich einfach nur erschöpft.

Ich schloss die Tüte und sagte leise: „Ich kann diese Marke nicht benutzen.“

Genauer gesagt konnte ich die meisten Marken nicht benutzen.

Sie enthielten alle fluoreszierende Aufheller, und ich war stark allergisch dagegen. Schon die bloße Berührung an einem normalen Tag ließ meine Haut rot werden und sich entzünden.

Und während meiner Periode? An der empfindlichsten Stelle meines Körpers?

Nein.

Es gab nur eine einzige Marke, die ich benutzen konnte.

Nur diese eine.

Eigentlich hatte ich Kelvin davon erzählt, als wir gerade erst zusammengekommen waren.

„Kelvin, ich bin allergisch gegen fluoreszierende Aufheller. Das ist die einzige Bindenmarke, die ich benutzen kann. Wenn du sie irgendwann im Angebot siehst, kannst du mir helfen, einen Vorrat anzulegen?“

Ohne den Blick von seinem Spiel abzuwenden, schnaubte er.

„Du bist echt anspruchsvoll.“

Mein Finger hielt über meinem Handy inne.

„Vergiss es. Ich kaufe sie selbst. Es ist wohl doch etwas umständlich, und du kennst dich mit solchen Dingen sowieso nicht wirklich aus …“

So hatte er schon immer mit mir gesprochen.

Manchmal trafen mich seine Worte völlig unerwartet. Sie verletzten mich und ließen mich darüber nachdenken, was ich eigentlich falsch gemacht hatte.

Aber abgesehen davon hatte er mich ziemlich gut behandelt.

Nachdem wir zusammengezogen waren, übernahm er den Großteil der Hausarbeit. Außerdem kochte er hervorragend und schaffte es irgendwie, dass ich fünf Kilo zunahm.

Er hielt mich nie davon ab, Dinge zu kaufen, die mir gefielen. Selbst wenn ich seltsame Dekorationen mit nach Hause brachte, die überhaupt nicht zu seiner Einrichtung passten, schüttelte er nur mit einem hilflosen Lächeln den Kopf.

„Kindisch.“

Mit der Zeit redete ich mir ein, dass er eben einfach so war: rücksichtslos gegenüber den Gewohnheiten anderer Menschen und manchmal scharfzüngig.

Außerdem war ich diejenige gewesen, die Kelvin zuerst umworben hatte.

Also nutzte ich jeden seltenen liebevollen Moment, um den Schmerz zu lindern.

Drei Jahre lang hielt ich es aus.

Bis heute.

Ich konnte nicht mehr.

„Warum kannst du sie nicht benutzen?“

Diese Frage hatte er mir schon siebzehnmal gestellt.

Sechzehnmal hatte ich sie beantwortet.

Dieses Mal tat ich es nicht.

Ich warf die Binden in den Müll.

„Ich habe gesagt, dass ich sie nicht benutzen kann. Da du dir ja so große Sorgen um deine kostbaren Sitze machst, nehme ich mir eben selbst ein Auto.“

Seine Stirn legte sich noch stärker in Falten.

Dann stieg er aus, öffnete die Beifahrertür und schob mich hinein.

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