LOGINSie wurde geschickt, um ihn zu verführen. Sie sollte sich niemals verlieben. Marina Nightmare bricht ihre Gefährtenbindung und infiltriert feindliches Gebiet mit nur einer Mission: sich Alpha Sylvain Redhorn zu nähern und herauszufinden, ob er hinter der Seuche steckt, die Welpen in allen Territorien tötet. Der Plan ist einfach. Bis er es nicht mehr ist. Unter dem Blutmond wird Marina zu Sylvains erwählter Gefährtin. Sie schenkt ihm Zwillingstöchter. Gegen jeden Überlebensinstinkt verliebt sie sich unsterblich in den Wolf, den sie zerstören sollte. Als ihr Verrat ans Licht kommt, sperrt Sylvain sie über einer Schlucht ein, seine bernsteinfarbenen Augen brennen vor Herzschmerz und Zorn. "Du warst mein Mond. Jetzt bist du nichts." Doch Marinas Täuschung ist nur ein Teil eines weitaus tödlicheren Spiels. Während der wahre Feind aus dem Schatten aufsteigt, um alle Rudel abzuschlachten, müssen einstige Geliebte zu widerwilligen Verbündeten werden. Das Einzige, was die totale Vernichtung aufhalten kann, ist der Karmesinpakt. Eine uralte Magie, die absolutes Vertrauen zwischen jenen verlangt, die sich nicht mehr in die Augen sehen können. Verrat kostet mehr als Blut. Er kostet alles. Eine düstere paranormale Romanze, in der Liebe nicht genug ist, Vertrauen zerbricht und Erlösung das ultimative Opfer verlangt.
View MoreKapitel 5Die Grenze zwischen Silvermoon und neutralem Gebiet wurde durch uralte Steinmenhire markiert.Marina stand vor ihnen in der Dunkelheit vor Sonnenaufgang, ein Reisebeutel über der Schulter, das Herz hämmernd gegen ihre Rippen. Hinter ihr lag alles Vertraute: die Birkenwälder ihrer Kindheit, das Rudel, das sie nie ganz akzeptiert hatte, und der Bau, der ihr einsamer Zufluchtsort gewesen war. Vor ihr lag das Unbekannte, und möglicherweise ihr Tod.„Hast du alles, was du brauchst?“ Älteste Moonseer erschien zwischen den Steinen wie ein Geist, ihr weißes Fell schimmerte in der Dunkelheit.Marina berührte den Beutel und ging in Gedanken seinen Inhalt durch. Getrocknetes Fleisch und Reisebrot, ein Wasserschlauch, ein Kleiderwechsel geeignet für die Blutmondjagd, Kräuter für einfache Heilung und ein kleines Messer. Nichts, das sie als Spionin kennzeichnen würde. Nichts, das nicht jeder ungebundenen Frau gehören könnte, die bei der heiligen Zeremonie einen Gefährten sucht.„Alles auß
Kapitel 4Die Trainingsgelände von Shadowpaw lagen in ständigem Zwielicht gehüllt, selbst am Mittag.Uralte Kiefern blockierten das meiste Sonnenlicht und schufen eine Landschaft aus Schatten und Halbdunkel, die dem Rudel perfekt entsprach. Shadowpaw-Wölfe trainierten hier, um sich unbemerkt zu bewegen, lautlos zu töten, eins mit der Dunkelheit selbst zu werden. Sie waren die Späher und Attentäter der Werwolfclans, gefürchtet, respektiert und von den anderen Rudeln nie ganz vertraut.Ragnar Strikefast stand im Zentrum des Kampfrings, seine Brust hob und senkte sich, seine Knöchel bluteten. Um ihn herum lagen drei Trainingspartner, stöhnend und diverse Verletzungen umklammernd. Er hatte stundenlang trainiert und seine Wut an jedem ausgelassen, der töricht genug war, in den Ring mit ihm zu steigen.Es half nicht.„Genug.“ Alpha Obsidian Nightprowls Stimme durchschnitt die Lichtung wie eine Klinge.Die versammelten Wölfe verstummten sofort. Obsidian tauchte aus den Schatten auf, buchstäb
Kapitel 3Die Projektion von Cians blutverschmiertem Gesicht hing wie ein Fluch in der Luft.„Marina…“ Seine Stimme brach durch die Schattenmagie, schwach, aber unverkennbar echt. Seine Augen, dasselbe stürmische Grau wie ihre Mutter, suchten den leeren Raum ab, als könnte er ihre Anwesenheit spüren.Marinas Knie gaben beinahe nach. Die Schattenmagie in ihrem Inneren wallte gewaltsam auf und drohte in einem Sturm aus Dunkelheit hervorzubrechen. Sie biss die Zähne zusammen, bis ihr Kiefer schmerzte, und zwang sie zurück. Schwäche zu zeigen würde hier alles nur schlimmer machen.„Löst das Bild auf“, sagte sie, ihre Stimme gefährlich leise.Älteste Moonseer winkte abweisend ab. Cians Gestalt löste sich in schwarzen Rauch auf. Die Kammer war still, bis auf das leise Knistern der Fackeln und das ferne Husten der seuchengeplagten Wölfe draußen.„Du hast keine Wahl“, sagte Moonseer nüchtern. „Dein Bruder ist seit gestern Morgen in unserer Obhut. Versicherung, könnte man es nennen. Ragnar hat
Kapitel 2Das Silvermoon-Territorium verrottete von innen heraus.Marina ging zwei Tage nach dem Ritual die äußeren Pfade des zentralen Baus entlang, ihr Körper schmerzte noch immer von der Bindungstrennung. Jeder Schritt sandte frischen Schmerz durch ihre wunden Handgelenke und die frische Narbe an ihrer Schulter, wo das Bindungsmal weggebrannt worden war. Zwischen ihren Schenkeln blieb ein dumpfer, gespenstischer Schmerz zurück, eine höhnische Erinnerung an die Jahre, in denen sie sich für einen Alpha geöffnet hatte, der sie nie gewollt hatte.Die Seuche hatte sich in ihrer Abwesenheit verschlimmert. Schwarze Adern der Verderbnis krochen durch die einst makellosen Bäche. Bäume, die seit Jahrhunderten gestanden hatten, hingen nun schlaff herab, ihre Blätter rollten sich zu Asche zusammen. Wölfe bewegten sich wie Gespenster durch das Territorium, husteten Blut und schattengetränkte Galle. Die Luft selbst schmeckte metallisch.Ihr war es nicht erlaubt, sich den Heilungszeremonien zu nä











