LOGINDas Morgenlicht, das durch die Vorhangspalten drang, weckte Eleanor aus ihrem tiefen Schlaf.Sie blinzelte und wandte den Kopf zur Seite des Bettes neben sich, die durch ein großes Seitenkissen getrennt war.Leer.Archie war nicht mehr da. Nur die leichten Falten auf dem Bettlaken zeugten davon, dass er schon viel früher aufgestanden war.Da sie nicht wusste, wo Archie sich aufhielt, beschloss Eleanor, rasch aus dem Bett zu steigen und ins Badezimmer zu gehen, um sich frisch zu machen.Wenig später.Eleanor war mit dem Duschen fertig.Sie trat in den begehbaren Kleiderschrank. Ihre Hand streckte sich bereits aus, um nach ihrem alten Hemd zu greifen, das in der äußersten Ecke hing.Doch Eleanors Bewegung stockte abrupt, als ihr die Erinnerung an Archies Gesichtsausdruck von gestern Abend durch den Kopf ging.Anstatt den Mann erneut dazu zu bringen, ihr einen missbilligenden, einschüchternden Blick zuzuwerfen, wandte Eleanor ihre Hand schließlich ab.Sie wählte eines der neuen Business-
Die Atmosphäre in dem riesigen Speisesaal war von Stille erfüllt.Das einzige Geräusch war das leise Klappern von Besteck auf Porzellantellern.Eleanor kaute langsam auf ihrer Nahrung, doch ihre Augen wanderten immer wieder zu dem Mann hinüber, der ihr direkt gegenüberlass.Archie schnitt den Braten auf seinem Teller mit präzisen, gleichmäßigen Bewegungen, nahm zwei Bissen zu sich und legte Messer und Gabel schließlich wieder an den Rand des Tellers.Er lehnte sich in der Stuhllehne zurück, griff nach einem Glas Wasser und nahm einen kleinen Schluck.Das war alles. Sein Teller sah noch immer nahezu unangetastet aus.Eleanors Stirn legte sich in leichte Falten.Die Neugier, die schon am Mittag in ihr aufgetaucht war, regte sich erneut in ihrem Verstand.Das Essen, das von den Bediensteten des Hauses serviert wurde, war köstlich – warum also hörte Archie jedes Mal nach nur zwei Bissen auf zu essen?Eleanor legte ihren Löffel für einen Moment ab und fasste sich schließlich ein Herz, um d
Die Stille im Exekutiv-Fahrstuhl war so dicht, dass man sie beinahe greifen konnte; nur das leise Summen der Kabine war zu hören, die hinab in die Tiefgarage glitt.Eleanor stand wie erstarrt in der hinteren Ecke. Sie presste ihre Arbeitstasche fest an sich, als könnte der Gegenstand ihr als Schutzschild gegen die einschüchternde Aura dienen, die von Archies Rücken ausging.Archie stand aufrecht vor ihr und blickte starr auf die Fahrstuhltür, ohne sich auch nur ein einziges Mal umzudrehen.Als sich die Tür auf der Sonderparkfläche des Vorstands öffnete, trat Archie als Erster heraus.Seine Schritte waren so lang und zügig, dass Eleanor hinter ihm fast im Laufschritt unterwegs sein musste, um nicht den Anschluss zu verlieren.Eine luxuriöse schwarze Limousine wartete bereits mit leise schnurrendem Motor.Archies privater Chauffeur eilte herbei und öffnete die hintere Tür, sobald er seinen Chef herannahen sah. Er war angewiesen worden, dort zu warten, anstatt vor der Haupthalle zu stehe
Eleanor rang den Wischmopp zum x-ten Mal aus.Der Plastikeimer vor ihr war bereits mit trübem Seifenwasser gefüllt. Ihr Rücken und beide Arme schmerzten unglaublich nach all den Stunden, die sie damit verbracht hatte, den Toilettenboden zu schrubben und jeden Winkel der Planungsabteilung zu fegen.Sie warf einen Blick aus dem großen Glasfenster. Der Stadthimmel hatte sich bereits in tiefste Dunkelheit gehüllt, aus der nur noch das Funkeln der Lichter der Wolkenkratzer hervorstach.Im Bürobereich der Planungsabteilung herrschte vollkommene Stille. Alle Mitarbeiter, einschließlich Abigail, waren bereits seit fünf Uhr nachmittags im Feierabend.Nur Eleanor war zurückgeblieben, allein unter dem gedämpften Licht des Flurs, das man absichtlich brennen gelassen hatte.Eleanor seufzte tief und versuchte, die Müdigkeit zu vertreiben, die ihren Körper immer mehr zusetzte.Sie bewegte den Mopp erneut, entschlossen, die letzte Reihe des Korridorbodens fertigzustellen, um endlich nach Hause gehen
Eleanor würgte schließlich übereilt ihren letzten Bissen herunter.Nachdem sie die Essensboxen und die restlichen Verpackungen wieder ordentlich in die Papiertüte gepackt hatte, stieß sie einen langen Atemzug aus.„Ich kehre dann wieder in meine Abteilung zurück, Mr. Richter“, verabschiedete sie sich zuerst.Als Eleanor ein kurzes Nicken von Archie wahrnahm, atmete sie erleichtert auf und verließ unverzüglich sein Büro.Ein Gefühl der Erleichterung breitete sich augenblicklich in Eleanors Brust aus, als sie aus Archies Raum trat, nachdem sie sich dort die ganze Zeit über wie eingeschüchtert gefühlt hatte.Sie ging sofort zum Fahrstuhl und fuhr hinunter in den fünften Stock, wo sich ihre Abteilung befand. Dort angekommen, schritt Eleanor den Korridor entlang zu ihrem Schreibtisch in der Planungsabteilung, um die restliche Arbeit fortzusetzen.Doch kaum war sie um die Ecke nahe der Raumtrennung gebogen, stockte ihr Schritt abrupt, als sie sah, wer ihr den Weg versperrte.Abigail stand b
Eleanor presste ihre Handflächen über dem Schoß zusammen.Sie drückte die Knie fest aneinander und saß mit starr aufgerichtetem Oberkörper da.Sich im geräumigen, von dunklen Tönen dominierten Büro des Generaldirektors aufzuhalten, versetzte sie in extreme Anspannung.An Bewegung war gar nicht zu denken – selbst das ganz normale Atmen fiel Eleanor in dieser Atmosphäre unglaublich schwer.Ihre Augen wandten sich verlegen dem imposanten Schreibtisch in der Ecke des Raumes zu.Dort saß Archie bereits gelassen auf seinem Chefsessel. Seine Finger bewegten sich in gleichmäßigem Rhythmus, um ein wichtiges Dokument nach dem anderen umzuschlagen, als würde ihn Eleanors Anwesenheit auf dem Sofa im Raum nicht im Geringsten stören.Da sie spürte, wie die Luft um sie herum immer drückender wurde, nahm Eleanor schließlich all ihren Mut zusammen, um das Wort zu ergreifen. „Mr. Richter.“Archie antwortete nicht. Er wandte seinen Blick nicht einmal von den Papieren vor sich ab.Eleanor schluckte schwe







