Se connecterKAPITEL ZWEI: Gejagt durch die Straßen der Stadt
Islas POV „Bleiben Sie stehen.“ Die Stimme schneidet durch die Menschenmenge wie eine Klinge durch die Luft. Ich gehe weiter. Meine Schritte bleiben schnell. Meine Schultern bleiben angespannt. Mein Atem weigert sich, ruhiger zu werden. Die Menschen bewegen sich um mich herum, als wäre nichts falsch. Autos fahren vorbei. Hupen ertönen. Stimmen vermischen sich. Die Stadt lebt weiter. Ich bleibe nicht stehen. „Isla Bennett.“ Mein Name trifft mich wie ein Schlag entlang der Wirbelsäule. Ich drehe den Kopf leicht. Nicht ganz. Nur genug, um es zu bestätigen. Schwarze SUVs stehen an der Kreuzung hinter mir. Die Türen öffnen sich. Zwei Männer steigen aus. Einer zeigt direkt auf mich. Meine Brust zieht sich zusammen. Ich drehe mich wieder nach vorne und gehe schneller. Meine Schritte werden schärfer. Schneller. Ich betrete einen schmalen Durchgang zwischen Gebäuden. Das Licht verschwindet rasch. Der Lärm der Stadt verblasst. Die Schritte hinter mir hallen lauter wider. Ein Schritt. Noch ein Schritt. Immer noch hinter mir. Näher. Ich biege abrupt um eine weitere Ecke. Eine kleine Gasse öffnet sich vor mir. Eng. Kein Mensch in Sicht. Mein Atem verändert sich. Schneller. Kürzer. Für einen halben Moment bleibe ich stehen. Stille schlägt gegen meine Ohren. Dann dringen Schritte in die Gasse ein. Ich bewege mich wieder. Schnell. Meine Hand streift eine raue Wand. Kalter Stein. Meine Haut reagiert sofort. „Bleiben Sie stehen. Weglaufen hat keinen Sinn.“ Eine Männerstimme. Jetzt ganz nah. Ich drehe mich nicht um. Mein Handy bleibt ausgeschaltet in meiner Tasche. Kein Signal. Keine Hilfe. Ich erreiche das Ende der Gasse. Eine Wand. Kein Ausgang. Mein Körper erstarrt für einen Augenblick. Die Schritte hinter mir stoppen. Stille füllt alles aus. Langsame Atemzüge hinter mir. Ich drehe mich um. Zwei Männer stehen dort. Dunkle Kleidung. Keine Abzeichen. Keine sichtbaren Waffen. Einer macht einen Schritt nach vorne. „Kommen Sie mit uns.“ Ich weiche zurück, bis meine Wirbelsäule die Wand berührt. Kälte breitet sich in mir aus. Mein Verstand sucht fieberhaft nach einem Ausweg. Nichts. Keine Möglichkeit. Einer hebt die Hand. „Machen Sie keinen Lärm.“ Meine Augen wandern an ihnen vorbei. Der Ausgang der Gasse liegt weit hinter ihnen. Zu weit entfernt. Der zweite Mann neigt leicht den Kopf. „Der Boss will, dass Sie in Sicherheit sind. Niemand wird Ihnen etwas tun.“ Sicherheit. Das Wort fühlt sich falsch an. Der erste Mann kommt näher. „Jetzt.“ Meine Finger bewegen sich langsam in Richtung meiner Tasche. Er bemerkt es sofort. „Nicht danach greifen.“ Ich halte inne. Meine Finger erstarren. Ein Geräusch dringt vom Eingang der Gasse herüber. Motorengeräusche. Beide Männer drehen leicht den Kopf. Dieser Moment verändert alles. Ich stoße mich mit voller Kraft gegen die Schulter des ersten Mannes. Er taumelt einen halben Schritt zurück. Ich renne. Der zweite reagiert sofort. Seine Hand schließt sich um meinen Arm. Der Stoff meines Kleides verfängt sich. Nicht meine Haut. Ich drehe mich. Ich reiße mich los. Mein Kleid reißt seitlich ein Stück auf. Ich halte nicht an. Ich renne an ihnen vorbei. Hinter mir explodieren Schritte. „Schnappt sie!“ Ich erreiche wieder die Straße. Der Lärm kehrt augenblicklich zurück. Autos. Menschen. Lichter. Ich mische mich in die Bewegung der Menge. Mein Atem gerät außer Kontrolle. Ich laufe weiter. Hinter mir erreichen sie erneut die Straße. Sie suchen. Sie spähen. Ich senke den Kopf und gehe mitten in eine Gruppe von Menschen. Während eines Schrittes biege ich in eine andere Straße ab. Mein Lauf beginnt erneut. Kein Halt. Keine Pause. Meine Brust brennt inzwischen. Meine Beine werden schwer. Ich erreiche eine weitere Straße. Lichter. Geschäfte. Lärm. Ich halte kurz an einer Wand. Meine Hand drückt dagegen. Kalter Beton. Unregelmäßige Atemzüge. Ich sehe mich um. Keine Männer sichtbar. Noch nicht. Ich setze mich wieder in Bewegung. Aus dem Rennen wird kontrolliertes Gehen. Mein Kopf wiederholt nur einen Gedanken. Nicht sicher. Ich überquere hastig eine weitere Straße. Eine Reihe von Taxis erscheint. Ich ignoriere sie. Zu offen. Zu sichtbar. Ich gehe weiter. Spiegelungen in Schaufenstern zeigen Bewegungen hinter mir. Nichts Klares. Aber ich spüre es. Ich betrete eine weitere Straße. Ruhiger. Weniger Menschen. Meine Schritte werden etwas langsamer. Das Handy bleibt ausgeschaltet. Ich halte erneut an einer Ecke an. Mein Atem beruhigt sich ein wenig. Dann höre ich wieder Schritte hinter mir. Langsam. Kontrolliert. Ich drehe den Kopf leicht. Ein Mann steht weit hinter mir. Er beobachtet mich. Sofort blicke ich wieder nach vorne. Meine Schritte werden schneller. Ich betrete erneut eine belebte Straße. Die Menschenmenge verbirgt mich für einen Moment. Ich gehe in ihr auf. Doch die Blicke fühlen sich immer noch nah an. Immer nah. Stunden scheinen sich zusammenzuziehen. Straße um Straße. Keine Richtung. Kein Plan. Meine Beine werden schwächer. Ich erreiche einen kleinen Busbahnhof. Für einen Moment setze ich mich auf eine Bank. Meine Hände zittern. Mein Atem ist schwer. In einer Glasscheibe auf der anderen Straßenseite sehe ich mein Spiegelbild. Verwuschte Haare. Leicht zerrissenes Kleid. Weit geöffnete Augen. Ich schaue weg. Ich stehe wieder auf. Ich kann nicht bleiben. Ich gehe weiter. Ein schwarzes Auto fährt langsam hinter mir vorbei. Für einen halben Moment erstarre ich. Es hält nicht an. Es fährt weiter. Ich atme einmal tief aus. Dann gehe ich weiter. Ein neues Geräusch erklingt hinter mir. Ein anderer Rhythmus. Langsamer. Kontrollierter. Näher als zuvor. Ich werde langsamer. Ich drehe mich nicht um. Die Schritte werden ebenfalls langsamer. Ich erreiche eine Fußgängerbrücke. Ich steige die Treppe hinauf. Auf halber Höhe bleibe ich stehen. Der Verkehr unter mir rast vorbei. Zu viele Autos. Zu viele Menschen. Nirgendwo ein sicherer Ort. Die Schritte erreichen die Brücke hinter mir. Langsam drehe ich mich um. Ein Mann steht oben auf der Brücke. Er versperrt den Ausgang. Dieselbe dunkle Kleidung. Dieselbe kontrollierte Haltung. Ein weiterer erscheint unten an der Treppe. Beide Seiten sind abgeschnitten. Ich bleibe stehen. Der Wind schlägt gegen das Geländer. Mein Atem beruhigt sich für einen einzigen Moment. Dann zieht sich meine Brust erneut zusammen. Der Mann oben spricht. „Der Boss hat gesagt, dass Ihnen nichts geschehen soll. Kommen Sie einfach mit.“ Mein Blick wandert zwischen beiden Ausgängen hin und her. Keine Fluchtmöglichkeit. Der Verkehr unter mir wirkt weit entfernt. Meine Hand umklammert das Geländer. Dann spüre ich plötzlich eine Vibration in meiner Tasche. Mein Handy ist ausgeschaltet. Langsam greife ich hinein. Nicht mein Handy. Ein zweites Gerät. Klein. Schwarz. Der Bildschirm leuchtet von selbst auf. Eine einzige Nachricht erscheint. Wir haben Sie schon vor der Hochzeit gewarnt. Mein Atem stockt. Ich blicke auf. Beide Männer kommen näher. Mein Griff um das Geländer wird fester. Ich mache einen Schritt rückwärts. Direkt auf den Rand der Brücke zu.KAPITEL FÜNF: Flucht durch die BrückeIslas POV„Verliert sie nicht aus den Augen.“Die Stimme hallt unter der Brücke wider.Ich klettere die Metallleiter hinunter.Meine Hände zittern.Meine Handflächen brennen von dem Metall des Kriechganges.Jede Sprosse fühlt sich instabil an.Unter mir wartet der Betonboden.Schwaches Licht breitet sich über den Bereich der Stützpfeiler aus.Staub bewegt sich in der Luft bei jedem Fahrzeug, das über die Brücke fährt.Ich setze einen Fuß nach unten.Dann den anderen.Mein Körper erreicht den Boden.Sofort trete ich von der Leiter weg.Keine Pause.Keine Ruhe.Ich drehe mich schnell um und bewege mich in den Schatten zwischen zwei Betonpfeilern.Über mir hallen Schritte wider.Die Männer suchen noch immer.Mein Atem bleibt unregelmäßig.Meine Brust hebt und senkt sich hastig.Ich lehne meinen Rücken gegen kalten Beton.Die Stille hält eine Sekunde an.Dann kehren die Stimmen zurück.„Sie ist nach unten gegangen.“„Kontrolliert den Umkreis.“„Lasst
KAPITEL VIER: Von drei Seiten unter der Brücke eingekreistIslas POV„Steigen Sie herunter.“Die Stimme dringt erneut von unter der Brücke nach oben.Ich stehe am Rand der Wartungsplattform.Der Wind drückt hart gegen meinen Körper.Das Metall unter meinen Füßen zittert leicht.Der Verkehrslärm bleibt fern, aber unaufhörlich.Über mir beobachtet mich ein Mann vom Rand der Brücke aus.Unter mir steht ein anderer neben einem schwarzen Fahrzeug.Von beiden Seiten rückt die Kontrolle näher.Ich atme einmal ein.Dann noch einmal.Meine Finger umklammern das kalte Rohr fester.Es gibt keine sichere Richtung.Der Mann unter mir spricht erneut.„Beenden Sie das jetzt. Steigen Sie herunter.“Seine Stimme bleibt ruhig.Nicht wütend.Nicht laut.Kontrolliert.Ich blicke nach unten.Ein schwarzes Fahrzeug wartet unter der Brücke.Die Tür steht offen.Das Innere liegt im Dunkeln.Keine Identität erkennbar.Über mir spricht der Mann auf der Brücke zum ersten Mal, seit die Sirene verstummt ist.„Bri
KAPITEL DREI: Gefangen auf der Brücke ohne AuswegIslas POV„Kommen Sie nicht näher.“Ich stehe auf der Brücke.Der Wind schlägt hart gegen mein Gesicht.Tief unter mir bewegen sich die Autos.Der Lärm wirkt weit entfernt.Wie aus einer anderen Welt.Mein Rücken bleibt nahe am Geländer.Zwei Männer blockieren beide Ausgänge.Oben an der Treppe.Unten an der Treppe.Kein freier Weg.Meine Hand umklammert das kalte Metall.Das kleine schwarze Gerät in meiner Tasche fühlt sich warm an.Wir haben Sie schon vor der Hochzeit gewarnt.Meine Kehle zieht sich zusammen.Der Mann oben macht einen Schritt nach vorne.„Der Boss hat gesagt, dass Ihnen nichts passiert“, wiederholt er.„Kommen Sie herunter.“Seine Stimme bleibt ruhig.Kontrolliert.Als wäre ich längst Teil seines Plans.Ich verlagere leicht mein Gewicht.Nicht nach vorne.Nicht nach hinten.Zur Seite.Mein Blick wandert über das Geländer.Zu hoch.Zu gefährlich.Der Sturz führt direkt in den Verkehr.Keine sichere Landung.Der Mann u
KAPITEL ZWEI: Gejagt durch die Straßen der StadtIslas POV„Bleiben Sie stehen.“Die Stimme schneidet durch die Menschenmenge wie eine Klinge durch die Luft.Ich gehe weiter.Meine Schritte bleiben schnell.Meine Schultern bleiben angespannt.Mein Atem weigert sich, ruhiger zu werden.Die Menschen bewegen sich um mich herum, als wäre nichts falsch.Autos fahren vorbei.Hupen ertönen.Stimmen vermischen sich.Die Stadt lebt weiter.Ich bleibe nicht stehen.„Isla Bennett.“Mein Name trifft mich wie ein Schlag entlang der Wirbelsäule.Ich drehe den Kopf leicht.Nicht ganz.Nur genug, um es zu bestätigen.Schwarze SUVs stehen an der Kreuzung hinter mir.Die Türen öffnen sich.Zwei Männer steigen aus.Einer zeigt direkt auf mich.Meine Brust zieht sich zusammen.Ich drehe mich wieder nach vorne und gehe schneller.Meine Schritte werden schärfer.Schneller.Ich betrete einen schmalen Durchgang zwischen Gebäuden.Das Licht verschwindet rasch.Der Lärm der Stadt verblasst.Die Schritte hinter
„Sag Ja.“Ich höre die Worte und spüre nichts Sicheres darin.Die Halle erstreckt sich weit vor mir.Weiße Stühle auf beiden Seiten.Weiße Blumen auf jeder Oberfläche.Leise Musik erfüllt den Raum, aber sie fühlt sich weit entfernt von meinem Körper an.Jedes Gesicht blickt mich an.Ich fühle mich von allen Seiten beobachtet.Mein Bräutigam steht vorne.Aufrechte Haltung.Gerader Rücken.Ruhiges Gesicht.Die Hände gefaltet, als würde nichts in ihm beben.Ich umklammere meinen Brautstrauß fester.Meine Finger drücken sich in die Stiele, bis sich Schmerz in meiner Handfläche aufbaut.Einige Blütenblätter knicken um und fallen zu Boden.Ich richte sie nicht wieder her.Mein Handy vibriert.Langsam senke ich den Blick.Der Bildschirm leuchtet auf.Flieh oder werde die Nächste sein, die stirbt.Mein Atem stockt.Meine Brust zieht sich schmerzhaft zusammen.Mein Körper weigert sich, sich zu bewegen.Der Priester richtet sein Buch vor mir.„Braut. Ihre Antwort.“Die Worte wirken weit entfern







