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Kapitel 103 Nichts ist zu viel

Author: Pure Moon
last update publish date: 2026-10-26 12:33:35

Sophias Sicht

Ich wusste, dass sich etwas verändert hatte, als Damien ein Mittagessen mit dem Vorstand absagte, um mich zu einer routinemäßigen Kontrolluntersuchung zu begleiten, obwohl ich ihm gesagt hatte, dass ich das problemlos allein erledigen konnte.

Die Arztpraxis war ruhig und in hellen Farben gehalten. Damien saß neben mir auf einem Stuhl, als wäre dieser Termin das wichtigste Treffen seines gesamten Kalenders. Er unterbrach die Untersuchung nicht. Er versuchte auch nicht, die Kontroll
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    Damiens POVIch hatte lange genug gewartet.Die Stellungnahmen hatten nicht ausgereicht. Auch die veröffentlichten Dokumente hatten nichts geändert. Isabellas Version der Ereignisse verbreitete sich noch immer in zu vielen Köpfen, und Sophia war diejenige, die den Preis dafür zahlte. Jedes Mal, wenn ich sah, wie sie nach einer neuen Welle von Berichten verstummte, wurde mir dieselbe Erkenntnis schmerzhafter bewusst. Wenn sich die Geschichte ändern sollte, musste ich mich selbst ins Zentrum stellen. Nicht durch Anwälte. Nicht durch sorgfältig formulierte Erklärungen. Sondern direkt.Ich organisierte den Auftritt selbst.Eine kurze Pressekonferenz. Kein Podium mit mehreren Teilnehmern. Keine ausgedehnte Fragerunde, die den Medien noch mehr Stoff liefern würde. Eine klare Stellungnahme, offiziell und vor laufenden Kameras. Austin hielt das für riskant. Die PR-Abteilung wollte mehr Zeit, um alles auszuarbeiten. Ich sagte beiden dasselbe: Sophia würde nicht länger allein unter einer Lüge l

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    Sophias POVDie zweite Welle traf mich härter als die erste.Isabella wartete nicht darauf, dass das Gerichtsverfahren die Arbeit erledigte. Sie ging an die Öffentlichkeit. Nicht mit einer sorgfältig formulierten Erklärung über ihren Anwalt, sondern mit ihrer eigenen, emotional aufgeladenen Version der Ereignisse, die sie jedem Medium anbot, das bereit war, ihr zuzuhören. Ihrer Darstellung zufolge waren Damien und sie noch verheiratet gewesen, als ich ins Spiel kam. Ihre Beziehung sei nie wirklich zu Ende gegangen. Sie sei schwierig, privat und ungeklärt gewesen. Und ich hätte mich sehenden Auges zwischen sie gedrängt.In einem der Interviews weinte sie.Nicht laut. Gerade so sehr, dass die Kamera das Glitzern in ihren Augen einfangen konnte, während sie davon erzählte, wie schockiert sie gewesen sei, als sie von der Schwangerschaft erfahren hatte. Sie benutzte mehr als einmal das Wort Ehefrau. Sie sprach von unserer Ehe. Sie sagte, sie habe versucht, etwas Echtes wieder aufzubauen, a

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    Sophias SichtDie erste Nachricht traf ein, noch bevor ich richtig wach war.Dann kam eine weitere. Und danach eine ganze Reihe, die so schnell hintereinander eintraf, dass der Bildschirm auf meinem Nachttisch ununterbrochen aufleuchtete. Ich griff nach meinem Handy, mit derselben unterschwelligen Angst, die ich seit Wochen mit mir herumtrug, und entdeckte meinen eigenen Namen in den Schlagzeilen.Frau beschuldigt, sich gezielt in die Beziehung der Blackwoods eingemischt zu haben.Schwangerschaft steht im Mittelpunkt einer neuen Klage.Isabellas Klageschrift wirft ihr vorsätzliche Einmischung vor.Ich richtete mich zu schnell auf. Der Raum begann sich zu drehen. Damien war neben mir bereits wach und las über meine Schulter mit, bevor ich das Handy wegdrehen konnte.„Was ist passiert?“Ohne zu antworten, reichte ich ihm das Telefon.Der Artikel war so formuliert, dass er sorgfältig recherchiert wirkte und trotzdem maximalen Schaden anrichtete. Isabella hatte Klage eingereicht. Darin be

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    Isabellas SichtIch hatte nicht vorgehabt, die beiden zu sehen.Ich war in den privaten Mitgliederclub in der Nähe des Flusses gekommen, um spät am Abend etwas zu trinken und mich mit einem Geschäftskontakt aus dem Vorstand zu treffen. Doch noch bevor ich ankam, hatte er abgesagt. Eigentlich hätte ich wieder gehen sollen. Stattdessen nahm ich oben in der Lounge Platz, von wo aus man den Hauptbereich überblicken konnte, und bestellte mir allein etwas zu trinken. Eine alte Gewohnheit. Ich saß lieber erhöht. Von dort aus ließ sich alles besser beobachten.Genau in diesem Moment kamen sie herein.Damiens Hand lag tief auf Sophias Rücken, als sie den Raum durchquerten. Es war nicht diese einstudierte, öffentliche Berührung, die er vor Kameras einsetzte. Sie wirkte viel selbstverständlicher. Als ein Kellner ihnen zu nahe kam, schmiegte sie sich unbewusst ein wenig an ihn. Diese Vertrautheit zwischen ihnen fiel mir zuerst auf. Dann setzte sich das übrige Bild Stück für Stück zusammen.Die vo

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    Damiens SichtAustin bemerkte es, noch bevor irgendjemand sonst auf der Führungsetage etwas davon mitbekam.Ich kam gerade aus einer morgendlichen Besprechung. In der einen Hand hielt ich einen Proteinriegel, in der anderen mein Handy, auf dem ich nachsah, wann Sophias nächster Arzttermin war. Da schloss Austin zu mir auf.„Du hast den Verstand verloren“, murmelte er.Ich sah nicht auf. „Werde genauer.“„Der Damien, den ich kenne, würde lieber drei Stunden lang Änderungen an den Vorstandsbeschlüssen durchgehen, als sich mit einem Snack wie ein persönlicher Assistent erwischen zu lassen. Und jetzt kümmerst du dich um ihre Mahlzeiten und gehst früher, um sie zu Arztterminen zu begleiten. Die Leute fangen an, es zu bemerken.“„Dann sollen sie es eben bemerken.“Austin lachte kurz auf. „Das ist auch neu. Früher hättest du den Klatsch unterbunden, bevor er überhaupt die Aufzüge erreicht hätte.“Er hatte nicht unrecht. Jahrelang hatte ich persönliche Aufmerksamkeit als Belastung betrachtet.

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    Sophias SichtIch wusste, dass sich etwas verändert hatte, als Damien ein Mittagessen mit dem Vorstand absagte, um mich zu einer routinemäßigen Kontrolluntersuchung zu begleiten, obwohl ich ihm gesagt hatte, dass ich das problemlos allein erledigen konnte.Die Arztpraxis war ruhig und in hellen Farben gehalten. Damien saß neben mir auf einem Stuhl, als wäre dieser Termin das wichtigste Treffen seines gesamten Kalenders. Er unterbrach die Untersuchung nicht. Er versuchte auch nicht, die Kontrolle zu übernehmen. Er hörte einfach zu, stellte eine gezielte Frage zu meiner Übelkeit und bedankte sich am Ende bei der Ärztin mit derselben Ernsthaftigkeit, die er sonst bei Vertragsverhandlungen an den Tag legte.Als wir die Praxis verließen, wartete das Auto bereits am Straßenrand auf uns.„Du hättest nicht mitkommen müssen“, sagte ich, während ich auf den Sitz glitt.„Ich weiß.“„Das meine ich ernst. Ich war früher schon allein bei solchen Terminen.“„Das weiß ich auch.“ Er schloss die Tür, g

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