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Kapitel5

Penulis: Jennifer
Die Krankenschwester wollte gerade etwas sagen, als Leon, der zufällig vorbeikam, lächelnd einwarf: „Es war eine schwangere Frau aus einem Krankenzimmer im oberen Stockwerk. Sie wurde aus dem vorherigen Krankenhaus rausgeworfen.“

„Lucas, hör nicht auf das, was sie erzählen. Sie hören im Alltag zu viele Gerüchte und bringen da leicht etwas durcheinander.“

Leons Worten schenkte Lucas natürlich Glauben.

Außerdem hatten er und Mia all die Jahre verhütet – es wäre ohnehin schwer für sie gewesen, schwanger zu werden.

Mit beiläufigem Ton fragte er: „Wie geht es Mia? Ich habe gehört, sie sei auch ins Krankenhaus gekommen.“

Leon wandte schuldbewusst den Blick ab.

„Sie? Ach, nichts Besonderes, nur ein paar Schürfwunden.“

„Wahrscheinlich hat sie gehört, dass du wegen Jana hier bist, und hat absichtlich so getan, als sei sie verletzt, aus Eifersucht.“

Während er sprach, warf Leon Lucas heimlich einen Blick zu.

Der andere schöpfte keinen Verdacht, runzelte nur leicht die Stirn, schnaubte verächtlich und drehte sich zum Gehen um.

Leon atmete erleichtert auf.

Nachdem Lucas gegangen war, warnte er die beiden Krankenschwestern neben sich streng: „Über die Angelegenheiten der Patientin aus diesem Zimmer darf niemand ein Wort verlieren.“

Es war Lucas’ große Mühe gewesen, mit Jana endlich wieder zueinanderzufinden – Leon wollte auf keinen Fall, dass etwas dazwischenkam.

Auch wenn er genau wusste, dass Lucas Mia nicht mochte, konnte er nicht garantieren, dass Lucas nicht vielleicht Gefallen an Mias Kind finden oder aus Mitleid oder Schuldgefühlen Nachsicht zeigen würde.

Egal, was geschah: Solange er da war, würde er niemals zulassen, dass Mias Intrigen Erfolg hatten.

Zwei Tage später wurde Mia aus dem Krankenhaus entlassen und kaufte als Erstes ein Grab für ihr Kind.

Dieses Kind war von Anfang an nicht willkommen gewesen, daher hatte sie weder kleine Kleidungsstücke noch Spielzeug vorbereitet.

Mia ging eigens in ein Einkaufszentrum und kaufte – auf Empfehlung der Verkäuferin – alles, was ihr passend erschien.

Am Ende konnte selbst die Verkäuferin nicht anders, als sie zu überreden: „Gnädige Frau, Kinder wachsen sehr schnell. So viel zu kaufen ist wirklich nicht nötig, das wäre Verschwendung.“

Mia wurde die Kehle eng.

Sie schüttelte den Kopf.

Ihr Kind würde nicht mehr groß werden.

Auch wenn sie sich innerlich darauf vorbereitet hatte – als sie mit eigenen Augen sah, wie das Kind in der Erde beigesetzt und die letzte Schaufel Erde darüber geschoben wurde, konnte Mia ihre Tränen nicht zurückhalten.

Sie liefen ihr lautlos über die Wangen.

Dieses Kind hätte vielleicht ein sehr liebenswertes Baby werden können – so lebhaft und schlau wie sie selbst in ihrer Kindheit.

Oder so ruhig und klug wie Lucas als Junge.

Oder einfach sanft und brav, ganz nach seinem eigenen Wesen.

Vielleicht hätte es gern gesungen, vielleicht gern getanzt.

Oder es wäre – wie sein Vater Lucas – ein Genie der Geschäftswelt geworden.

Die Zukunft eines Kindes ist immer voller unendlicher Möglichkeiten.

Sie hatte sich unzählige Reaktionen ausgemalt, die Lucas zeigen könnte, wenn er von der Existenz dieses Kindes erführe.

Doch sie hatte nie daran gedacht, dass dem Kind das Recht, überhaupt geboren zu werden, genommen würde, noch bevor Lucas davon wusste.

Sie und dieses Kind hatten eine Verbindung – aber keine gemeinsame Zukunft.

Das Kind hatte sie aus vollem Herzen als Mutter gewählt, doch sie war machtlos und konnte nicht einmal sein Leben retten.

„Entschuldigen Sie, wie soll der Name auf dem Grabstein lauten?“, fragte ein Mitarbeiter leise neben ihr.

Da erinnerte sich Mia erst daran, dass das Kind nicht einmal einen Namen gehabt hatte.

Sie dachte kurz nach und sagte bitter: „Sissi Schmidt.“

Für immer ihr Kind.

Egal, wen das Kind sich im nächsten Leben als Eltern aussuchen würde – sie hoffte, dass es dann die Chance hätte, wirklich zu leben.

„Klingelingel…“

Plötzlich klingelte ihr Handy.

Mia zog es aus der Tasche und sah, dass Lucas’ Mutter anrief – ihre Schwiegermutter Eva Günther.

„Mia, ich habe gehört, dass du seit drei Tagen nicht nach Hause gekommen bist. Tja, dein Mut wird ja immer größer.“

„Erklär mir mal, was das zu bedeuten hat!“

Kaum hatte Mia den Anruf angenommen, stellte Eva sie bereits spöttisch zur Rede.

Dieses Mal erklärte Mia nicht hastig ihre Situation wie früher.

Ihre Stimme blieb ruhig: „Es bedeutet nichts.“

Eva war einen Moment lang sprachlos, dann klang sie unzufrieden: „Mia, was soll dieser Ton?“

Wie immer würde Eva ihr die Schuld geben, ganz egal, was sie sagte.

Sie suchte ständig nach Fehlern bei ihr.

Eva mochte sie nicht und stiftete häufig Zwietracht zwischen ihr und Lucas.

Schon kurz nach der Hochzeit hatte Lucas Mia abgelehnt und war oft bis tief in die Nacht nicht nach Hause gekommen.

Doch ausgerechnet Eva zwang sie immer wieder, Lucas anzurufen oder aktiv nach ihm zu suchen.
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