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Kapitel 3 – Der erste Riss im Schicksal

ผู้เขียน: Azilla
last update วันที่เผยแพร่: 2026-06-08 20:47:25

Der Korridor außerhalb des Ballsaals war still.

Kein Lachen mehr.

Kein Glas.

Keine Musik.

Nur der leise Nachhall von Macht, die sich noch nicht entschieden hatte, in welche Richtung sie fallen sollte.

Selene stand einen Moment reglos da.

Ihre Hand lag an der kalten Steinwand.

Nicht aus Schwäche.

Sondern aus Orientierung.

---

Das hier war der Moment, den sie im ersten Leben nie hinterfragt hatte.

Damian war damals in diesem Augenblick an ihr vorbeigegangen.

Er hatte sie nicht einmal bemerkt.

Und genau das war der Anfang von allem gewesen.

---

Selene schloss die Augen.

„Diesmal nicht“, flüsterte sie.

---

Dann bewegte sie sich.

Nicht zurück in den Saal.

Sondern tiefer in das Gebäude.

---

Denn sie erinnerte sich.

An etwas Kleines.

Etwas Unscheinbares.

Etwas, das im ersten Leben nie wichtig erschien.

---

Ein Vertrag.

Ein Handelsabkommen zwischen dem Blackthorne-Clan und dem Ironfang-Clan.

Eine Entscheidung, die Damian damals mühelos gewonnen hatte.

Weil jemand dafür gesorgt hatte, dass der Ironfang-Anführer „zufällig“ seine Loyalität änderte.

---

Und dieser Jemand war sie gewesen.

Damals.

---

Diesmal nicht.

---

---

Im Verhandlungssaal

Der Raum war halb gefüllt.

Ein runder Tisch aus dunklem Holz. Runen an den Wänden. Wachende Krieger.

Und in der Mitte:

Der Anführer des Ironfang-Clans.

Brann Veylor.

Ein Mann, der Entscheidungen nicht traf – er schlug sie wie Waffen.

---

Damian stand bereits dort.

Perfekt positioniert.

Perfekt vorbereitet.

Perfekt sicher.

---

„Wir haben ein Angebot vorgelegt“, sagte Damian ruhig. „Euer Clan erhält territoriale Zugeständnisse im Norden. Im Gegenzug unterstützt ihr Blackthorne im kommenden Rat.“

Brann lehnte sich zurück.

„Und warum sollte ich dir vertrauen, Blackthorne?“

---

Damian lächelte leicht.

Ein kontrolliertes Lächeln.

„Weil ich immer gewinne.“

---

Ein paar der Anwesenden lachten leise.

Nicht aus Humor.

Aus Gewohnheit.

---

Damian gewann immer.

Das war keine Aussage.

Das war ein Gesetz.

---

Die Tür öffnete sich.

---

Selene trat ein.

---

Der Raum veränderte sich sofort.

Nicht sichtbar.

Nicht hörbar.

Aber spürbar.

Wie ein Druckabfall in der Luft.

---

Damian sah sie sofort.

Natürlich.

Sein Blick verhärtete sich minimal.

„Du schon wieder.“

---

Selene ignorierte ihn.

Komplett.

Sie ging direkt zum Tisch.

Und stellte sich zwischen Damian und Brann.

---

„Das Angebot ist unvollständig“, sagte sie ruhig.

---

Stille.

---

Damian runzelte die Stirn.

„Das ist keine Verhandlung für dich.“

---

Selene sah Brann direkt an.

„Wenn Blackthorne gewinnt, verliert Ironfang langfristig Zugriff auf die südlichen Grenzminen.“

Ein leichtes Zucken im Raum.

---

Damian drehte den Kopf zu ihr.

„Das ist irrelevant.“

---

Selene antwortete nicht sofort.

Dann:

„Für dich.“

---

Brann lachte kurz auf.

„Interessant.“

---

Damian spürte es.

Nicht die Worte.

Sondern die Reaktion.

---

Brann hörte ihr zu.

Nicht ihm.

---

Das war neu.

Das war falsch.

---

Selene legte eine kleine Schriftrolle auf den Tisch.

„Euer aktueller Vertrag ignoriert drei zukünftige Handelsverschiebungen. In zwei Jahren verliert ihr 40 % eures Einflusses im Norden.“

---

Stille.

---

Damian trat einen Schritt näher.

„Woher hast du diese Informationen?“

---

Selene sah ihn an.

Kurz.

Kalt.

„Ich kann rechnen.“

---

Eine Lüge.

Aber eine perfekte.

---

Brann nahm die Schriftrolle.

Er las.

Langsam.

---

Damian beobachtete ihn.

Zum ersten Mal in dieser Sitzung war er nicht der stärkste Einfluss im Raum.

---

Brann hob den Blick.

„Das ist korrekt.“

---

Ein Raunen ging durch die Berater.

---

Damian erstarrte minimal.

Nur einen Moment.

Aber genug.

---

Selene trat zurück.

„Ihr habt zwei Optionen“, sagte sie ruhig. „Oder ihr handelt jetzt neu. Oder ihr verliert später alles ohne Gegenleistung.“

---

Branns Blick wurde schärfer.

„Und warum sollte ich dir glauben?“

---

Selene antwortete sofort.

„Weil ich dich gerade vor einem Fehler bewahrt habe, den Damian dir nicht einmal gezeigt hätte.“

---

Damian sah sie an.

Jetzt wirklich.

---

Nicht als Frau.

Nicht als Unbekannte.

Sondern als Problem.

---

Brann lehnte sich zurück.

Dann nickte er langsam.

„Ich höre mir dein Gegenangebot an.“

---

Stille.

---

Etwas war gerade passiert.

Und niemand im Raum konnte es benennen.

---

Aber Damian konnte es fühlen.

---

Der Vertrag war nicht mehr sicher.

---

Die Zukunft hatte sich bewegt.

---

---

Später im Korridor

Damian trat aus dem Saal.

Seine Schritte waren ruhig.

Kontrolliert.

Aber schneller als zuvor.

---

Er blieb stehen.

„Findet heraus, was sie weiß.“

Seine Stimme war leise.

Aber absolut.

---

Sein Berater nickte.

„Sofort, Mylord.“

---

Damian blickte in die Dunkelheit des Flurs.

Und zum ersten Mal seit langer Zeit war da etwas, das er nicht mochte.

---

Unklarheit.

---

„Selene Ravenwood…“, murmelte er.

---

Und dann – leiser:

„Du gehörst nicht in meine Berechnung.“

---

---

Cliffhanger:

In einem anderen Teil des Gebäudes schloss Selene eine Tür hinter sich.

Sie atmete langsam aus.

„Er hat es bemerkt“, sagte sie leise.

Pause.

Dann ein kaltes Lächeln.

„Gut.“

„Dann fangen wir wirklich an zu spielen.“

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