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Kapitel 6

Author: Zeaauthor
last update publish date: 2026-07-05 22:44:23

„Adrian! Sie müssen sich das sofort ansehen!“

Markus’ bedrückte Stimme hallte durch das Büro, noch bevor er die Tür aufstieß, ohne anzuklopfen. In seinen Händen hielt er einen Stapel Dokumente, und sein Gesicht spiegelte tiefe Anspannung wider.

Adrian, der gerade an seinem Kaffee nippte, hob den Kopf. Tiefe Falten bildeten sich auf seiner Stirn.

„Was ist es diesmal? Ersparen Sie es mir, meinen Kopf noch mehr zu belasten!“

Markus knallte den Stapel Unterlagen auf den Schreibtisch.

„Dies ist der Verlustbericht nach der Präsentation vor zwei Tagen. Glaubten Sie wirklich, ich würde schweigen, während alle das Unternehmen verlassen?“

Adrian warf nur einen flüchtigen Blick auf die Dokumente und stellte seine Kaffeetasse ab.

„Ich weiß, dass die Investoren wütend sind. Ich kann es ihnen erklären.“

„Erklären?“, lachte Markus bitter. „Wie wollen Sie erklären, dass durch die gescheiterte Kollektion fünfzig Milliarden Rupiah einfach in Rauch aufgegangen sind? Oder können Sie erklären, warum alle Investoren gleichzeitig ihr Kapital abgezogen haben? Sie fordern sogar die Rückzahlung ihrer Investitionssummen!“

Adrian sprang wütend auf. Seine Stimme überschlug sich.

„Rückzahlung?! Wie soll das gehen? Das ganze Geld ist für die Beschaffung der luxuriösen Stoffe und die Promotion draufgegangen! Glauben Sie etwa, ich bin ein Dieb?“

Markus wich nicht zurück und sah ihm direkt in die Augen.

„Vielleicht kein Dieb. Aber ein Narr. In dem Punkt, dass Sie sich entschieden haben, Cassandra mehr zu vertrauen als der einzigen Person, die dieses Unternehmen retten konnte.“

Dieser Name hallte erneut durch den Raum.

Rosemary.

Adrian stieß scharf die Luft aus und ballte die Fäuste.

„Nehmen Sie Rosemarys Namen nie wieder in den Mund!“

Markus trat einen Schritt näher. Seine Stimme war eiskalt.

„Ich werde Sie jetzt mit der Realität konfrontieren, Adrian. Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass jede erfolgreiche Kollektion, die dieses Unternehmen je hervorgebracht hat, aus Rosemarys Händen stammte. Die Investoren haben an ihr Design geglaubt. Jetzt ist sie weg, und die Firma bricht zusammen. Das ist die Realität.“

Adrian schlug mit der Faust auf den Schreibtisch.

„Es reicht! Ich brauche sie nicht. Ich stelle einfach einen anderen Designer ein und—“

„Einen ‚anderen‘ Designer, sagen Sie?“

Markus unterbrach ihn sofort.

„Wenn das so einfach ist, warum wollten die Investoren dann nur Werke von Rosemary? Warum haben sie Cassandra auf der Stelle abgelehnt? Sind Sie wirklich so blind... oder haben Sie einfach nur Angst, die Wahrheit zu akzeptieren?“

Adrian schwieg.

Er biss die Zähne zusammen.

In seinen Augen wirbelten Wut und Verzweiflung.

„Sie hasst mich, Markus. Rosemary wird niemals zurückkommen. Das wissen Sie genau.“

Markus atmete tief durch und sagte ruhig:

„Vielleicht ist das so. Aber wenn sie nicht zurückkehrt, dann ist das das Ende von Adrian Corp. Die Investoren drohen sogar mit einer Klage. Das Unternehmen hat nicht die finanziellen Reserven, um das durchzustehen.“

Plötzlich wurde es im Raum totenstill.

Nur das Ticken der Wanduhr war deutlich zu hören, als wäre es ein Countdown bis zum endgültigen Ruin.

Schließlich stieß Adrian einen heftig zitternden Atem aus und blickte aus dem großen Fenster seines Büros hinauf zum bleigrauen Himmel.

„Verdammt... warum ist alles so weit gekommen?“

Markus antwortete nicht.

Er starrte seinen Vorgesetzten nur mit einem eiskalten Blick an, als wollte er ohne Worte sagen:

„Das alles ist das Ergebnis Ihrer eigenen Entscheidungen.“

Adrian tigerte durch das Büro.

Kalter Schweiß rann ihm über die Schläfen.

Die Bilder der gescheiterten Präsentation verfolgten ihn wie ein Fluch – die wütenden Investoren, die Gäste, die sich über ihn lustig machten, und die grotesken Entwürfe von Cassandra.

„...Es kann nicht sein, dass wegen einer einzigen Frau alles zusammenbricht“, murmelte Adrian leise.

Markus überhörte diese Worte nicht.

„Genau das ist die Realität. Sie können Rosemary hassen, so viel Sie wollen. Aber dieses Geschäft war auf ihrem Talent aufgebaut. Ohne sie... sind wir wertlos.“

Adrian hob den Kopf.

Seine Stimme bebte, und die unterdrückten Emotionen brachen aus ihm heraus.

„Glauben Sie etwa, das ist einfach für mich? Denken Sie an die ganzen Demütigungen, die sie mir angetan hat! Diese Frau hat mich vor aller Welt lächerlicher aussehen lassen, als ich es mir jemals hätte vorstellen können!“

Markus schüttelte langsam den Kopf.

„Adrian, es war nicht Rosemary, die Sie lächerlich gemacht hat.“

Er machte eine kurze Pause, dann fügte er hinzu:

„Es war Ihre eigene Arroganz. Sie haben sich entschieden, Ihren Stolz zu schützen, anstatt das zu retten, was Sie aufgebaut haben. Und jetzt... stehen Sie am Abgrund und verlieren alles.“

Adrian verschlug es die Sprache.

Sein Gesicht wurde bleich.

Markus’ Worte trafen ihn so tief und scharf, dass er es nicht einmal leugnen konnte.

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