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Kapitel 5

Author: Zeaauthor
last update Petsa ng paglalathala: 2026-07-05 22:43:56

Die Gäste drängten mit erwartungsvollen Gesichtern in den Saal, und in der ersten Reihe saßen die wichtigsten Investoren mit kritischen, fordernden Blicken. Adrian stand in einem perfekten schwarzen Anzug am Bühnenrand. Auf seinem Gesicht lag ein dünnes Lächeln, doch in seinem Inneren tobte ein Sturm aus verzweifelter Unruhe.

An seiner Seite schmiegte sich Cassandra in ihrem prunkvollen Kleid an ihn und flüsterte selbstbewusst:

„Beruhig dich, Adrian. Heute Abend wird jeder Rosemary vergessen haben. Wenn sie meine Entwürfe sehen, wird jeder verstehen, wer wirklich an deine Seite gehört.“

Adrian nickte kurz, doch sein Herzschlag beschleunigte sich nur noch mehr. Die grausame Warnung eines der Investoren wollte ihm nicht aus dem Kopf gehen:

„Wenn die Qualität nicht an Rosemarys Werke heranreicht, ist unsere Zusammenarbeit beendet.“

Die Scheinwerfer auf der Bühne leuchteten gleichzeitig auf.

Die energische Stimme des Moderators hallte durch den Saal.

„Meine Damen und Herren, wir danken für Ihre Geduld! Hier ist der Auftakt zur lang erwarteten neuen Kollektion von Adrian Corp! Bühne frei für das erste Modell!“

Dramatische Musik setzte ein.

Der Vorhang öffnete sich langsam.

Das erste Model, gekleidet in ein Kleid aus Cassandras Entwurf, schritt mit selbstsicherem Gang über den Laufsteg.

In diesem Moment...

Veränderte sich die Atmosphäre im Raum schlagartig.

Das Kleid war...

Es war einfach entsetzlich.

Der teure Satinstoff, der eigentlich elegant fließen sollte, wirkte starr und leblos, und die Farbkombination aus einem beißenden Violett und einem giftigen Grün stach in den Augen. Die Goldstickerei an der Taille war grob und wirkte so erzwungen und billig, dass sie jeden Anschein von Qualität zerstörte.

Ein Raunen ging durch die Zuschauermenge.

„Was ist das denn?“

„Was für ein schreckliches Design.“

„Das sollte doch Luxusstoff sein, warum sieht das so billig aus?“

Kalter Schweiß trat auf Adrians Stirn.

Er warf einen Blick auf Cassandra, die neben ihm stand.

Ihr selbstbewusstes Lächeln begann zu zucken, und man sah ihr an, wie sehr sie darum kämpfte, den Schein zu wahren.

Das zweite Model erschien in einem Abendkleid.

Doch das Ergebnis war noch katastrophaler.

Der Schnitt des Kleides zerstörte die Silhouette des Models völlig, und die überladene Kombination aus schwarzer Spitze und blutroten Pailletten wirkte nicht elegant, sondern schlicht geschmacklos.

Das Geflüster verwandelte sich bald in ein unüberhörbares Murren, das den gesamten Saal beherrschte. Dann durchschnitt der wütende Ausruf eines Mannes die Stille:

„Adrian! Ist das dein ‚großartiges Werk‘?“

Der Investor William erhob sich von seinem Platz. Sein Gesicht war vor Wut rot angelaufen.

Adrian eilte sofort auf ihn zu.

„Sir William, das ist doch erst der Anfang—“

„Anfang?“, unterbrach ihn die Investorin Clara kalt. „Sieh dir dieses Kleid an! Das Material ist ruiniert, die Nähte sind ein Desaster! Glaubst du, wir sind blind?“

Cassandra trat hastig vor und versuchte, ruhig zu bleiben:

„Das ist ein modernes Konzept. Die mutige Farbwahl ist eine neue Herausforderung, die es so noch nie gab.“

„Hör auf, so einen Unsinn zu reden!“

William brüllte zurück.

„Das ist nicht ‚mutig‘, das ist eine Katastrophe! Glaubst du, wir werfen Milliarden für Stoffe aus, nur damit du uns so vor den Kopf stößt?!“

Kamera-Blitze erfüllten den gesamten Saal und hielten Adrians blasses, verzweifeltes Gesicht fest.

Die Gäste machten sich nicht einmal mehr die Mühe, ihr Spottlachen zu unterdrücken.

„Adrian“, Claras Stimme schnitt durch die Luft wie ein Messer. „Du hast uns eine Kollektion versprochen, die Rosemarys Werken ebenbürtig ist. Doch was wir sehen, ist peinliche Stümperei. Glaubst du ernsthaft, wir Investoren würden unser Geld in solchen... ‚Müll‘ stecken?“

Adrian hob verzweifelt die Hände.

„Ich bitte euch... gebt mir nur noch eine Chance—“

„Es gibt keine Chancen mehr!“

William sprach es mit Nachdruck aus.

„Ich ziehe alle Investitionen ab. Ab heute Nacht ist unsere Partnerschaft beendet!“

Auch die anderen Investoren erhoben sich nacheinander.

„Wir ziehen unser Kapital ebenfalls zurück.“

„Adrian Corp ist nicht länger vertrauenswürdig.“

„Dieser Misserfolg beschmutzt unseren eigenen Ruf.“

Im Saal brach Chaos aus.

Die Investoren, bebend vor Zorn, verließen den Saal, ohne sich darum zu scheren, dass die Präsentation noch lief.

„Wartet! Bitte! Wir können darüber reden!“

Adrian rannte los, um sie einzuholen. Er war totenbleich.

„Ich schwöre, ich werde alles neu machen! Es ist noch—“

William drehte sich um.

In seinen Augen lag nur noch tiefer Abscheu.

„Der einzige Mensch, der dieses Projekt hätte retten können, war Rosemary. Aber es warst genau du, der sie hinausgeworfen hat. Jetzt wirst du die Konsequenzen tragen.“

Diese Worte trafen Adrian wie ein Hammerschlag.

Er erstarrte mitten im Ballsaal, umgeben von den verachtenden Blicken der Anwesenden.

Cassandra packte ihn panisch am Arm.

„Adrian, hör nicht auf sie. Sie sind einfach zu konservativ. Sie verstehen nichts von Kunst—“

„Halt den Mund, Cassandra!“

Adrian stieß ihre Hand gewaltsam weg.

Seine Stimme explodierte wie ein Donnerschlag.

Cassandra zitterte am ganzen Körper, ihr Gesicht wurde vollkommen weiß.

„Wer hat gesagt, dass du besser als Rosemary bist! Du hast versprochen, dass ich ihren Namen vergessen werde! Sieh dir an, was du getan hast! Du hast alles zerstört! Du hast mich vor allen Leuten so bloßgestellt!“

Cassandras Lippen bebten.

Doch keine Widerrede kam über ihre Lippen.

Ihr Selbstvertrauen war in diesem Moment spurlos zerbrochen.

Der Moderator versuchte hastig, die Veranstaltung zu beenden.

Die Musik brach holprig ab.

Doch alles war zu spät.

Das Fest, das eine Nacht des Triumphs hätte werden sollen, hatte sich in eine öffentliche Tragödie verwandelt.

Adrian stand mutterseelenallein inmitten des Ballsaals.

Sein ganzer Körper zitterte.

Sein Imperium hatte begonnen zu zerbröckeln.

Nicht nur sein Geschäft.

Auch sein Stolz.

Sein Ruf.

Und inmitten der Ruinen, die er selbst erschaffen hatte, flüsterte er mit heiserer Stimme einen Namen, den er viel zu lange in den Tiefen seines Inneren vergraben hatte:

„Rosemary... würdest du... noch einmal zurückkommen und diese Firma mit mir wieder aufbauen?“

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