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KAPITEL 47 : DIE BEOBACHTUNG 1

Penulis: Déesse
last update Tanggal publikasi: 2026-03-12 17:14:23

Celia

Das Frühstückszimmer ist ein langes Rechteck, das in kaltes, gedämpftes Licht getaucht ist. Die Wände sind aus nacktem Stein, die Decke gewölbt. Ein Tisch aus massiver Eiche, der zwanzig Personen Platz bieten könnte, vereint nur zwei, an den gegenüberliegenden Enden. Eine Inszenierung. Eine Demonstration von Distanz.

Kassian ist bereits da.

Er steht an einem hohen Fenster, den Blick in den englischen Landschaftsgarten verloren, der sich so weit das Auge reicht erstreckt. Seine Silhouette
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  • Scharf heiß    KAPITEL 85 : DIE EVIDENZ 2

    Kassian LéonIch verlangsame. Gerade genug, um sie frustriert aufstöhnen zu lassen, um sie unter mir bewegen zu lassen, mehr suchend, besser suchend.— Nein, sage ich. Warte auf mich.— Ich kann nicht...— Doch. Warte auf mich. Wir gehen zusammen.Ich lege meine Stirn an ihre. Meine Augen in ihren. Mein Atem mit ihrem vermischt. Ich bewege mich, langsam, tief, perfekt. Ich spüre die Spannung in ihr steigen, spüre sie in mir steigen, beide klettern sie, nähern sich dem Rand.— Jetzt, sage ich. Jetzt.Die Explosion ist simultan. Sie schreit meinen Namen, ein erstickter, gebrochener Schrei. Ich stöhne ihren, die Stimme rau, stranguliert. Unsere Körper spannen sich an, winden sich, entleeren sich ineinander. Und ich schließe die Augen nicht. Ich will keine Sekunde dieses Gesichts verlieren, dieses Augenblicks, dieser Perfektion.---Lange danach

  • Scharf heiß    KAPITEL 84 : DIE EVIDENZ 1

    Kassian LéonDie Morgendämmerung ist eine Klinge aus grauem Licht, die die Dunkelheit durchtrennt, zwischen den Vorhängen hindurchschlüpft und sich an ihrer nackten Schulter bricht. Ich sehe sie an. Ich tue nichts anderes. Seit wie langer Zeit? Eine Stunde? Zwei? Der Schlaf ist mich geflohen wie ein Feigling und hat mich allein gelassen mit dem Geräusch ihrer Atemzüge, dem Gewicht ihres Kopfes auf meiner Brust, der Wärme ihrer Haut an meiner.Sie schläft. Tief. Ihre Lippen sind leicht geöffnet, ihre Wimpern bilden zwei perfekte Halbmonde auf ihren Wangen, ihr Haar ist ein dunkles Durcheinander auf dem weißen Kissen. Sie ist schön. Von einer Schönheit, die schmerzt, die die Kehle zuschnürt, die hinter den Augen brennt.Alles.Das Wort hallt noch in meinem Kopf nach. Ich habe es gesagt. Ich habe es herausgelassen. Ich hatte es nicht geplant, nicht kalkuliert, nicht kontrollier

  • Scharf heiß    KAPITEL 83 : DER SCHATTEN 2

    Kassian LéonIn meinem weißen Hemd, dem, das ein Vermögen kostet, dem, das für meine Schultern geschnitten ist. An ihr fällt es, schlottert es, gibt eine Schulter frei. Ihr Haar ist zu einem unordentlichen Knoten hochgesteckt. Sie hält eine Kaffeetasse. Sie lächelt in die Linse.Darunter eine Nachricht: Du hattest recht. Der Garten ist wunderschön. Ich warte auf dich.Ich verschlucke mich fast an meinem Wasser.— Alles in Ordnung, Herr Kassian?— Vollkommen.Ich stecke das Telefon weg. Ich beende das Mittagessen. Ich denke nur an sie.---Siebzehn Uhr. Letzte Besprechung.Ich halte durch. Ich halte durch, weil ich dafür gemacht bin, weil ich mich dafür aufgebaut habe, weil nichts und niemand mich jemals von meinem Weg abbringen konnte. Ich halte durch, aber es ist eine Anstrengung.Jede Minute ist eine Stunde. Jede Stunde ist ein Tag.

  • Scharf heiß    KAPITEL 82 : DER SCHATTEN

    Kassian LéonIch schlafe in dieser Nacht nicht.Nicht wirklich. Ich bleibe wach in dem großen Bett, höre auf ihren Atem, sehe zu, wie das Dunkel langsam gegen die Morgendämmerung verblasst. Sie schläft, friedlich, ihr Haar auf dem Kissen verstreut wie eine Signatur. Eine Hand liegt auf meinem leeren Platz, als ob sie selbst im Schlaf die Wärme suchte, die ich mitgenommen habe.Ich sollte ruhig sein.Bin ich nicht.Es ist schlimmer als alles vorher. Schlimmer als das Warten, schlimmer als die Ungewissheit. Jetzt, wo ich weiß, wo ich gekostet habe, wo ich meinen Namen in ihrem Mund gehört habe, in dem Moment, als sie sich hingab, bin ich hungriger denn je.Ein Wolfshunger. Ein Bestienhunger.---Sechs Uhr dreißig. Ich bin in meiner Ankleide, wähle einen grauen Anthrazit-Anzug, eine nachtblaue Krawatte. Die Bewegungen mechanisch, präzise. Ich könnte es

  • Scharf heiß    KAPITEL 81 : DIE HINGABE 2

    LéonDas Abendessen verläuft in dieser seltsamen Intimität. Ich beantworte ihre Fragen, ich benenne die Gewürze, ich erkläre, warum Risotto Geduld erfordert, warum man zu Fisch nie Käse serviert. Sie hört zu, ernst, als ob jede Information kostbar wäre. Sie probiert, sie genießt, sie schließt die Augen, wenn ein Geschmack sie überrascht.Ich spreche nicht über meine Arbeit. Sie fragt nicht. Wir schweben, zeitenthoben, in dieser Küche, die nie benutzt wurde, erleuchtet von Kerzen aus jungfräulichem Wachs.Als sie ihren Teller leert, legt sie die Gabel bedächtig beiseite.— Es war perfekt, sagt sie.— Tiramisu ist im Kühlschrank.Sie schüttelt den Kopf, ihre Augen in meinen.— Ich habe keinen Hunger mehr. Nicht darauf.Der Atem der Kerze flackert zwischen uns.— Was willst du?Meine Stimme i

  • Scharf heiß    KAPITEL 80 : DIE HINGABE 1

    LéonIhre Finger um mein Handgelenk. Dieser winzige Druck, kaum bewusst. Sie schläft noch, aber ein Teil von ihr wacht, hat mich kommen gespürt, hat mich erkannt.Ich ziehe meine Hand nicht weg.Die Zeit dehnt sich, steht still. Die Lichtstreifen auf dem Bett verändern sich unmerklich, gleiten vom Kissen auf ihre nackten Schultern. Die Nacht bricht herein, das Zimmer versinkt im Blau der Abenddämmerung. Ich bewege mich nicht. Ich mache kein Licht. Atmen genügt. Sie ansehen genügt.Ihre Lider flattern. Ein langer Wimpernschlag. Ihre Augen öffnen sich, zuerst verloren, dann finden sie meine. Sie zuckt nicht zusammen. Zieht ihre Hand nicht weg. Ihre Lippen öffnen sich zu einem erwachenden, verschlafenen, hingegebenen Lächeln.— Du bist zurück, haucht sie. Es ist eine Selbstverständlichkeit. Eine frohe Feststellung.— Ich bin zurück.Meine Stimme

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    ElaraDas Herrenhaus verschluckt den sterbenden Tag. Seine hohen Mauern aus hellem Stein, die Reihen unermesslicher, dunkler Fenster, die geometrisch geschnittenen französischen Gärten – alles atmet Ordnung, Erhabenheit und eine absolute Stille. Es ist weniger ein Wohnsitz als ein Territorium. Mein

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  • Scharf heiß    Kapitel 27 – Die Überreste Meiner Selbst

    ElaraDer Schlaf war ein bodenloser Schacht gewesen, ein bleiernes Nichts, in dem mein erschöpfter Geist versunken war. Ich erwache in meinen eigenen Laken, in dem weitläufigen, stillen Raum der Penthouse-Suite. Das Morgenlicht, gedämpft durch die elektrischen Jalousien, streichelt den Marmorboden.

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