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Blut auf der Schwelle

Penulis: Musa Mualim
last update Tanggal publikasi: 2026-06-17 22:37:56

**Kapitel 4: Blut auf der Schwelle**

Thornes Atem ging schwer, während Elara mühsam versuchte, das Fläschchen mit dem Gegenmittel zu öffnen. Ihre Hände zitterten stark vor Adrenalin. Die Holzwände der Hütte fühlten sich zu schwach an, um die Nacht draußen zu halten. Es klang, als käme das Geheul immer näher, als zöge sich eine Schlinge immer fester um sie. Elara injizierte Thorne das Serum in den Arm und wartete. Ganz langsam sah sie, wie die Farbe in sein Gesicht zurückkehrte.

„Das war verdammt knapp“, sagte er leise, während er sich langsam aufsetzte. „Ich möchte mich bei der Person bedanken, die mir geholfen hat. Diejenige, die mich aus dieser Situation gerettet hat, verdient einen riesigen Dank von mir – also danke.“

„Bedank dich noch nicht. Die Leute, von denen wir reden, sind hier.“

Elara blickte durch einen Spalt in den Fensterläden. Sie sah Gestalten, die sich draußen bewegten. Es waren Wölfe und Menschen. Darius’ Rudel rückte näher. Elaras Herz raste. Sie war noch teilweise verwandelt, ihre Nägel waren scharf und ihre Sinne extrem geschärft. Darius’ Rudel kreiste sie ein.

Thorne nahm seine Armbrust auf. „Wir können entweder kämpfen oder weglaufen. Die Entscheidung liegt bei dir – wir kämpfen oder wir fliehen. Du musst entscheiden, was wir tun.“

„Kämpfen“, sagte die Frau, und die Antwort überraschte sie selbst. Die Bestie in ihr stimmte dem zu und war begierig auf den Kampf.

Sie blockierten die Türen und bauten Fallen mit Silberdraht aus Thornes Waffensammlung auf. Der erste Angriff erfolgte schnell. Ein Wolf brach durch ein Fenster, die Kiefer schnappten wild um sich. Thorne schoss den Wolf noch in der Luft ab, und der Körper schlug mit einem dumpfen Schlag auf dem Boden auf. Thornes Fallen waren bereit.

Weitere Angreifer kamen und hämmerten gegen die Tür. Elara ließ sich völlig von der Kraft der Bestie leiten und griff die Angreifer mit einem Zorn an, von dem sie nicht wusste, dass sie ihn besaß. Blut spritzte überall hin, und die Luft war erfüllt von wütendem Gebrüll. Elara kämpfte unerbittlich und wurde durch die neue Macht immer stärker.

Darius höchstpersönlich trat zuletzt ein, ein Lächeln auf den Lippen. „Das ist eine beachtliche Erbin. Das Problem ist nur: Du hast keine Ahnung, was du tust.“

Der Mann verwandelte sich in einen schwarzen Wolf und sprang Elara an. Es folgte ein wilder Kampf, ein Knäuel aus Fell und Zähnen. Thorne unterstützte sie, indem er von der Seite Bolzen abfeuerte. Doch der riesige schwarze Wolf war extrem stark.

Elara nutzte zwar geschickt, was Miriam sie gelehrt hatte, aber Darius war überlegen. Er schaffte es, sie zu Boden zu drücken, und seine Zähne berührten kaum ihre Kehle. Elara steckte in der Klemme.

Dann geschah etwas Unerwartetes. Maya stürmte mit einer Schrotflinte in den Raum. „Lass sie in Ruhe!“, schrie sie.

Sie feuerte, und die Schrotkugeln trafen Darius an der Flanke. Er stieß einen Jaulschrei aus und begann sich zurückzuziehen. Die Kugeln hatten ihm schwer zugesetzt.

„Wie hast du...?“, fragte Elara völlig verdattert. Sie verwandelte sich zurück und sah Maya erstaunt an.

„Ich bin dir gefolgt. Intuition einer Freundin.“

Ohne ihren Alpha geriet das Rudel ins Wanken und floh in die Nacht. Darius’ böses Knurren beim Abschied ließ keinen Zweifel daran, dass sie zurückkehren würden.

Als die Hütte wieder sicher war, versorgten sie ihre Wunden. Maya war völlig durch den Wind. „Werwölfe sind also echt. Das ist beängstigend. Aber irgendwie auch faszinierend.“

Elara erzählte ihnen alles. Sie waren ihr sehr dankbar. Ein sanftes Lächeln trat auf Thornes Gesicht, das normalerweise so ernst wirkte.

Der Morgen dämmerte. Es war Zeit, aufzuräumen. Sie verbrannten die Leichen, um die Spuren zu beseitigen. Elaras Hände zitterten heftig bei dem Gedanken an das, was geschehen war. „Ist das jetzt mein Leben?“, fragte sie sich.

Thorne nickte. „Du hast Leute an deiner Seite. Leute, denen du am Herzen liegst, und das ist wichtig.“

Später bei Miriam sprachen sie über das Geschehene. „Darius wird nicht aufhören“, sagte Miriam. „Du musst Leute finden, die Darius’ Gegner unterstützen – Leute, die auf deiner Seite gegen ihn stehen.“

Miriam schlug vor, mit den Wölfen im Rudel zu sprechen, die mit der aktuellen Führung unzufrieden waren. Elara stimmte zu, war aber zutiefst verängstigt.

In jener Nacht war Elara allein. Sie träumte von ihren Eltern; im Traum spazierten sie glücklich unter dem Mondlicht – vor dem Fluch, der sie schließlich tötete. Als Elara erwachte, fand sie eine Notiz unter ihrer Tür: „Triff mich bei den Ruinen. Komm allein. Ein Freund.“

Neugierig betrat sie den Wald. Im Nebel erreichte sie die Ruinen, in deren Steine Wolfsmotive gemeißelt waren.

Jax wartete dort. Er war Darius’ Beta, ein Mann voller Narben. „Ich bin nicht hier, um zu kämpfen. Darius ist stinksauer auf dich. Er will, dass du tot bist oder dass man dich gefügig macht.“

Elara spannte sich an. „Warum erzählst du mir das?“

„Ich brauche Hilfe bei etwas Persönlichem. Er hat meine Schwester getötet, weil sie sich ihm widersetzt hat. Ich will, dass er für das bezahlt, was er ihr angetan hat. Ich brauche deine Hilfe, um ihn zu stürzen und für Gerechtigkeit zu sorgen.“

Sie planten ihre Allianz, doch plötzlich hörten sie ein seltsames Rascheln. Ein Hinterhalt. Wölfe tauchten aus dem Schatten auf. Jax kämpfte an ihrer Seite, doch sie waren in der Überzahl. Sie konnten entkommen, aber die Feinde schnappten sich Jax.

Zuhause wartete Thorne besorgt. Als Elara zurückkam, erzählte sie ihm alles. Sie brauchte ihn jetzt. Ihre Umarmung wurde zu einem leidenschaftlichen Kuss.

Dann klingelte das Telefon. Es war Miriam, ihre Stimme klang dringlich: „Darius hat Jax. Sie werden ihn bei Sonnenaufgang hinrichten. Danach ist er hinter dir her.“

Als die Sonne aufging, forderte ein Heulen aus dem Wald sie heraus.

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