Mag-log inAria hatte nie gewollt, im Zentrum der Mondlicht-Zeremonie zu stehen, umgeben von Wölfen, die sie verachteten. Doch eine einzige Berührung des Mondsteins veränderte alles. Das Gefährtenband rastete mit Alpha Kael ein – dem stärksten Wolf des Westlichen Rudels. Sein Atem stockte. Ihr Puls raste. Doch Kael sah in ihr nur das Omega-Mädchen ohne Wolf. Und mit einer Stimme, scharf genug, um Knochen zu durchschneiden, wies er sie zurück. Öffentlich. Brutal. Vollkommen. Aria brach zusammen, erstickt von einem Schmerz, der nicht nur aus gebrochenem Herzen bestand – es war die Zurückweisung, die durch Seele und Blut schnitt. Und dann … war er da. Cain. Der jüngere Alpha-Zwilling. Ruhiger, doch weitaus gefährlicher. Er kniete sich neben sie, berührte ihre zitternde Wange und spürte, wie das Band zwischen ihnen Funken schlug – ein seltenes, sofortiges zweites Band. „Wenn er dich nicht will“, flüsterte er, „dann beanspruche ich dich.“ Eine Zurückweisung. Ein Anspruch. Zwei Brüder. Wenn Kael sie brach … dann beanspruchte Cain sie.
view moreAls Alpha Kaels Stimme erklang, reich an Autorität. „Lasst das Fest beginnen“, und der Hof erwachte zum Leben. Die Trommeln schlugen lauter, Gelächter stieg auf, und die Tänzer bewegten sich mit neuer Energie unter dem leuchtenden Sichelmond. Niemand blieb von der freudigen Feier ausgeschlossen. Alle schienen den mysteriösen Mörder und die Tatsache vergessen zu haben, dass sie an einem solchen Tag angegriffen werden könnten. Inmitten der Feier wanderte Kaels Blick – er bewegte sich langsam über die Menge und blieb an einer Magd hängen. Genau wie jede andere Magd trug sie ein Tablett mit Getränken und bediente jeden, dem sie begegnete. Doch im Gegensatz zu den anderen war sie nicht entspannt. Ihre Finger zuckten unruhig am Tablett, ihr Griff zog sich zusammen und löste sich wieder, als versuche sie, sich zu stabilisieren. Ihre Schritte waren vorsichtig, fast zögerlich, und obwohl ihr Kopf gesenkt war, lag Spannung in ihrer ganzen Haltung. Wie jemand, der zu etwas gezwungen wurde
Die erwartete Nacht des Sichelmondfestes – die Saison des Erntedanks – war in voller Pracht eingetroffen. Das offene Feld für die Veranstaltung war lebendig und erfüllt von der Vorfreude auf das, was die Nacht zu bieten hatte. Sanfte goldene Lichter von hängenden Laternen erleuchteten jeden Winkel, ihr Schein vermischte sich wunderschön mit dem silbernen Licht des Sichelmondes über ihnen. Musik erfüllte die Luft – sanftes Trommelschlagen, Flöten und das Summen von Stimmen, die sich in der Feier überlagerten. Tänzerinnen und Tänzer standen in der Mitte und tanzten freudig im Rhythmus der Musik. Rudelmitglieder versammelten sich in Gruppen, lachten, unterhielten sich und teilten Getränke. Kinder rannten aufgeregt umher, während die Ältesten in würdigen Kreisen saßen und den Festlichkeiten zusahen. Krieger standen an jeder Ecke postiert, wachsam und aufmerksam. Und über allem spannte sich ein schwacher Schimmer über den Himmel wie eine unsichtbare Kuppel. Die Schutzbarriere, die
Kaels Kopf drehte sich scharf zu ihm, sein Gesicht hatte sich verdunkelt. „Was. Hast. Du. Gerade. Gesagt?“ donnerte er und warf Beta Thorne einen mörderischen Blick zu.„Ich habe einfach nur die Tatsache und die Wahrheit gesagt. Luna Aria kann niemals dir gehören. Sie gehört nicht dir.“ Beta Thorne antwortete ebenfalls, erfüllt von einer unerwarteten Zuversicht und einem unnachgiebigen Blick. Sein Kinn war leicht angehoben.„Wie kannst du es wagen?“ brüllte Kael, und im nächsten Moment streckten sich seine Krallen aus, lang und scharf.Im Handumdrehen hatten sie sich um Beta Thornes Hals gelegt und saugten ihm das Leben aus – die lange Kralle bohrte sich durch seine Haut, Blut befleckte ganz Kaels Hand und tropfte in Tropfen auf den Boden.Beta Thorne keuchte nach Luft, seine Hand versuchte, sich aus dem Griff zu befreien, seine Augen wurden weiß und er hörte allmählich auf zu kämpfen.Seine Hände fielen schlaff an die Seiten, als er endlich den Geist aufgab. Erst in diesem Moment lie
Cain stand in der Türöffnung, sein Blick ruhte auf Aria, die nervös lächelte. Er starrte sie noch ein paar Sekunden an, während seine Neugier langsam nachließ.Etwas an ihr fühlte sich anders an. Sie war nervös, und die Dinge wirkten unbeholfen, als wäre vor seiner Ankunft etwas vorgegangen. Als hätte seine Anwesenheit ihre Aufmerksamkeit von etwas sehr Wichtigem abgelenkt.Er ließ ein leises Seufzen entweichen.Aria blinzelte überrascht. „Cain? Du bist schon zurück?“Er nickte einmal, die Augen immer noch auf sie gerichtet. „Ich habe dich vermisst.“Ihre Wangen erwärmten sich sofort.Mariella und Lynn tauschten Blicke aus und hielten ihre Aufregung kaum zurück.Die Unbeholfenheit, die sich vor einigen Minuten durch seine Ankunft aufgebaut hatte, verflog langsam.„Ich habe dich auch vermisst“, murmelte Aria leise.Cains Lippen formten sich schwach zu einem kleinen Lächeln. „Ich bin gekommen, um dich abz
Aria erwachte vom sanften Duft von Kiefern und frischer Bettwäsche.Ihre Wimpern bewegten sich leicht, bevor ihre Augen sich langsam und schwach öffneten und eine unbekannte Decke enthüllten. Der dumpfe Schmerz in ihrer Brust pochte wie eine vergessene Wunde, die nie richtig verheilt war.Sie holte
Aria rieb nervös ihre Handflächen aneinander, während Kael auf sie zukam. Sie blinzelte ständig und schaute überall hin, nur nicht in sein Gesicht.„Sieh mich an.“ Seine Stimme war fest, aber sanft. Sie hob endlich den Blick und ihre Knie gaben noch stärker nach. Sie schluckte trocken, während eine
Der Nebel um Aria wurde dichter, je tiefer sie in den Wald vordrang. Sie hielt die Hände über den Kopf und versuchte, etwas zu erkennen, doch der Dunst wurde nur noch undurchdringlicher und der Wind schwerer.„Ist da jemand?“, rief sie laut und drängte weiter vorwärts, während der Wind zunahm und i
Der Mond warf einen silbernen Schein über die Krankenstation des Rudels und erleuchtete den gesamten Raum sanft, als Cain die bewusstlose Aria vorsichtig auf das Bett legte. Ihre Augen flatterten kurz auf, doch ihre Sicht war verschwommen. Dennoch erkannte sie die Gestalt, die vor ihr stand.Alpha











