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VERONICA

Auteur: STEAMY WRIITE
last update Date de publication: 2026-08-20 18:37:45

Ich bestelle unsere Drinks, und schon nach dem ersten Schluck wird mir klar, dass ich dringend ins Bad muss. „Kannst du auf meinen Drink und die Jungs aufpassen? Sorge dafür, dass sie brav bleiben, während ich austreten bin.“

„Du weißt schon, dass du einfach ‚Frauentoilette‘ sagen kannst, oder?“, lacht sie.

„Das klingt aber so spießig“, giggele ich, woraufhin sie in lautstarkes Gelächter ausbricht.

Ich halte Ausschau nach den WCs und steuere darauf zu. Ein letzter Blick zurück versichert mir, dass sich alle anständig benehmen. Dann trete ich in den Damenwaschraum und erledige mein Geschäft.

Anschließend wasche ich mir die Hände, blicke in den Spiegel und entfeuchte ein leises Seufzen. Ich sehe verdammt müde aus. Ich muss wohl schleunigst meinen Biorhythmus umstellen und tagsüber schlafen, wenn ich auf Tour nicht wie ein feierwütiger Zombie aussehen will.

Ich mustere meine Augen im Spiegelbild, als mich plötzlich ein eiskalter Schauer überläuft. Ich weiß augenblicklich, dass jemand hinter mir steht. Im Spiegel ist außer mir niemand zu sehen – doch meine Instinkte trügen mich nicht.

„Dir ist schon klar, dass das hier die Frauentoilette ist, oder?“, frage ich, ohne mich umzudrehen. Mein Blick bleibt fest auf den Spiegel gerichtet, während sich ein fester Körper von hinten an meinen Rücken schmiegt.

„Du solltest dich beim Besitzer beschweren; die Spiegel hier sind extrem vampirunfreundlich.“, lässt Rushs raue Stimme eine Welle von Gänsehaut über meinen Nacken jagen.

Ich wirble herum. Sein Gesicht ist meinem gefährlich nahe, seine Augen bohren sich unerbittlich in meine. „Was hast du hier zu suchen?“, versuche ich streng zu klingen.

Er neigt den Kopf noch etwas weiter herab. Ich weiche ein Stück zurück, doch die Arbeitsplatte des Waschbeckens stoppt mich abrupt. Er nutzt die Gelegenheit und rückt nur noch näher. „Ich wollte lediglich sichergehen, dass dir nichts zustößt.“ Ich weiß genau, dass das nur eine faule Ausrede ist.

„Ich bin ein großes Mädchen; du musst dir nicht deinen Kopf um mich zerbrechen.“, klingt meine Stimme unwillkürlich etwas brüchig.

„Du wirst von nun an für uns arbeiten, stehst uns rund um die Uhr zur Verfügung. Da muss ich einfach sichergehen, dass dir nichts passiert.“ So wie er das sagt, klingt es fast so, als wäre ich eine seiner Groupies, die er nach Belieben antanzen lassen kann, sobald er mit den Fingern schnippt.

Ich stemme meine Hände gegen seine Brust. Sie fühlst sich an wie massiver Marmor. Ich versuche ihn wegzuschieben, doch er rührt sich keinen Millimeter. „Mach Platz!“, fordere ich ihn auf.

„Habe ich dich etwa verärgert, Blümchen?“ Er rückt noch ein Stück näher. Wenn er atmen würde, stünde außer Frage, dass ich seinen Atem warm auf meinen Lippen spüren könnte.

„Geh weg.“ Doch mein Körper straft meine Worte Lügen.

„Hast du schon mal einen Vampir geküsst?“, fragt er leise.

„Nein, habe ich nicht. Die Vampire, die ich bisher kennengelernt habe, haben sich ausnahmslos als Vollidioten entpuppt.“ Ich ziehe spöttisch eine Augenbraue hoch, um ihm klarzumachen, dass ich ihn genau in diese Kategorie einordne.

„Aber du fühlst dich zu mir hingezogen“, behauptet er mit vollendeter Selbstverständlichkeit.

Ich öffne den Mund, um ihm zu widersprechen, doch er legt mir sanft die Finger auf die Lippen und bringt mich zum Schweigen. Seine Fingerspitzen verharren auf meinem Mund, während sein Blick jeder seiner Bewegungen folgt. „Ich kann deinen Herzschlag hören. Er rasend schnell.“, seine Augen wandern wieder hoch zu meinen. „Wenn ich dich jetzt küssen würde … würde deine Gabe mich dann fortschleudern?“, fragt er so samtweich, dass mir beinahe die Knie wegsacken. „Du erlaubst mir schließlich, dich zu berühren. Du hast zugelassen, dass ich deine Wange küsse.“

Ich habe noch nie einen Vampir geküsst; ich habe keine Ahnung, ob es ihn meterweit wegpusten würde, wenn er es versuchen sollte.

„Ich glaube nicht, dass du dieses Risiko eingehen solltest. Außerdem vermische ich Geschäftliches nicht mit Vergnügen.“ Seine Augen dunkeln augenblicklich nach, als das Wort Vergnügen meine Lippen verlässt. Ich bin fasziniert von diesem Anblick. Mein Blick bleibt starr an seinen nun vollkommen schwarzen Pupillen haften. „Werden deine Augen eigentlich immer schwarz, wenn du Blut trinkst? Und wenn du geil wirst?“, frage ich unverblümt.

„Ich schätze schon.“ Ich hebe meine Hand zu seinem Gesicht und streiche ihm vorsichtig über die Haut um seine Augen. Er lässt es schweigend geschehen und fixiert mich einfach weiter.

Meine Hand gleitet weiter hinab über seine Brust, genau dorthin, wo sein Herz sitzen müsste. Ich spüre absolut nichts. Kein Schlagen, keinen Puls. Gar nichts. „Kein Herzschlag … und trotzdem kannst du fühlen. Erinnerst du dich eigentlich noch daran, wie es war, ein Mensch zu sein?“

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