LOGINAls die ganz normale Managerin Veronica bei der legendären Vampir-Rockband Beaten Hart einsteigt, glaubt sie, schlicht den nächsten Karriereschritt zu machen. Was sie nicht ahnt: Sie steht an der Schwelle zu einer düsteren Welt voller Blut und Verlangen. Inmitten der Band begegnet sie dem kühlen, geheimnisvollen Leadsänger Caspian, dem ungezähmten Frontmann Rush, dem leidenschaftlichen, geradlinigen Schlagzeuger Zeke und dem feinfühligen Bassisten Slate. Erst als Veronica eine rätselhafte Gabe an sich entdeckt – eine Macht, die das Blut der Vampire tiefgreifend zu verändern vermag –, begreift sie, dass dies weit mehr ist als ein gewöhnlicher Job: Es ist ein schicksalhafter Pakt, der ihr ganzes Leben für immer umwerfen könnte … „Willst du mich?“, flüstere ich ihm ins Ohr. Ich weiß selbst nicht, warum ich Frage stelle – seine Antwort steht ihm längst ins Gesicht geschrieben, aber ich muss es aus seinem Mund hören. „Ja, ich will dich lecken“, raunt er mit atemloser Stimme.
View More„Veronica, du wirst echt für Beaten Hart arbeiten? Das ist ja wohl der absoluter Wahnsinn!“, schreit Abigail, meine beste Freundin, gegen die dröhnende Musik an.
Ihre Worte hallen in meinen Ohren nach, doch ich kann den Blick einfach nicht von den Männern abwenden, mit denen ich in den kommenden Monaten so eng zusammenarbeiten werde. Und was ich da sehe, gefällt mir verdammt gut – die Typen da oben auf der Bühne sind unverschämt gutaussehend.
„Du weißt genau, dass ich die Kohle dringend brauche, mir bleibt also gar nichts anderes übrig!“, schreie ich zurück. Und das entspricht leider der vollen Wahrheit: Ich brauche diesen Job verzweifelt. Ich habe wirklich keine Lust, Babysitter für eine Meute Rockstars zu spielen, aber hier bin ich nun und tue genau das, was ich eigentlich hasse. Nächsten Monat ist meine Miete fällig und meine Kassen sind komplett leer. Wenn ich nicht rasch eine Lösung finde, fliege ich achtkantig aus der Wohnung.
„Ach komm schon, Veronica! Das Einzige, was ich sehe, ist, dass du sie genauso anschmachtest wie alle anderen hier auch.“ Sie gestikuliert wild in Richtung der kreischenden Frauen im Club. Abigail hat langes, rotes Lockenhaar, das ihr in weichen Wellen über die Schultern fällt und ihre meeresblauen Augen sowie ihren leicht getönten Teint perfekt in Szene setzt. Sie ist meine beste Freundin seit Schultagen.
Sie ist das genaue Gegenteil von mir – wie Tag und Nacht. Ich habe langes, glattes, dunkelbraunes Haar, grüne Augen und eher blasse Haut.
Ich lasse meinen Blick durch die prall gefüllte Halle schweifen und beobachte die Mädels, die jubeln und kreischen, während die Band die Bühne rockt. Weiter links zieht plötzlich eine junge Frau ihren BH aus und pfeffert ihn mitten auf die Bühne. Fassungslos schlage ich die Hände über dem Kopf zusammen. Mein Gott, ich fasse es nicht, dass ich mir diesen Irrsinn von nun an dauernd ansehen muss. „Ja, gut, ich gebe es ja zu: Die Typen da oben sind mörderisch gutaussehend …“
„Mit einem kapitalen M-Ö-R-D-E-R-I-S-C-H!“, fällt sie mir ins Wort und zwinkert mir zu.
„Aber …“, werfe ich ihr einen neckischen Blick zu, „nein, ich werde definitiv nicht mit ihnen flirten oder im Bett landen. Ich muss professionell bleiben. Außerdem bezweifle ich stark, dass solche Männer sich für eine Frau wie mich interessieren.“ Ich blicke an mir herab auf meine schlichte schwarze Hose und die unauffällige Bluse – auf einmal kommt mir mein Aufzug reichlich bieder vor. Ich wollte schlicht so seriös wie möglich wirken, wenn man mich der Band vorstellt.
„Veronica, hör endlich auf, dich selbst so schlechtzumachen! Du bist wunderschön. Ich wünschte, du könntest dich mit meinen Augen sehen. Mädels würden für deine Augen töten, ich wünschte, meine sähen so aus.“
„Ja, klar … Ich weiß, dass ich fantastische Augen habe – scheint ja gerade der neueste Schrei bei Kerlen zu sein“, witzele ich, ohne es wirklich ernst zu meinen.
Ugh, mein Kopf steht völlig neben sich. Beaten Hart spielen eine Mischung aus Rock und Pop. Ich persönlich bin ja eher der Typ, der Powerballaden wie eine persönliche Hymne schmettert – aber gegen einen eingängigen Refrain habe auch ich nichts einzuwenden. „Sollen wir mal nach hinten gehen?“, deute ich auf die Doppeltür, die in den Backstage-Bereich führt.
„Oh ja, bitte, lass uns gehen!“, macht Abigail einen kleinen Freudensprung.
Ich greife nach ihrer Rechten, ziehe sie hinter mir her und bahne uns einen Weg durch die Menschenmenge. Als wir die Tür erreichen, steht mir bereits der Schweiß auf der Stirn. Ich wische mir kurz über die Stirn, ehe ich in meiner Tasche nach unseren Backstage-Pässen fische.
Als wir den Flur entlanggehen, steuern wir direkt auf einen riesigen Security-Mann zu, der aussieht, als könnte er mich mühelos in zwei Hälften brechen. Ich trete an ihn heran, versuche mir die Nervosität mit einem zaghaften Lächeln nicht anmerken zu lassen, und halte ihm die Pässe hin. Sein Blick mustert die Ausweise kritisch, bevor er uns mit einer knappen Handbewegung durchwinkt.
Kaum sind wir um die Ecke gebogen, wirft Abigail einen schnellen Blick zurück. „Heilige Scheiße! Ich hätte mir fast in die Hose gemacht, der Kerl ist ja lebensgefährlich!“
„Genau deshalb haben sie ihn ja engagiert. Man müsste schon lebensmüde sein, sich mit dem anzulegen“, antworte ich und atme endlich die Luft aus, die ich unbewusst angehalten hatte.
Wir gehen weiter, bis wir vor einer Art Metalldetektor und zwei weiteren Sicherheitsleuten stehen, die zum Glück deutlich friedlicher aussehen. Wir zeigen erneut unsere Pässe vor und treten nacheinander durch den Scanner. Ein rotes Licht mustert mich von Kopf bis Fuß, bevor das Signal auf grün springt.
Ich warte kurz auf Abigail. Sobald sie durch ist, folgen wir dem Gang weiter durch eine braune Doppeltür. Ein Raum kommt in Sicht, an dessen Tür ein Schild mit der Aufschrift „Beaten Hart“ prangt – vermutlich die Garderobe der Band. Ich schaue nach links und entdecke weiter hinten noch mehr Türen. Ich trete an eine heran, drücke sie einen Spalt weit auf und luge hinein. Als mein Blick auf gemütliche Sofas und einen reich gedeckten Tisch voller Essen und Getränke fällt, atme ich erleichtert auf; das muss der Meet-&-Greet-Raum sein.
„Abigail, lass uns hier reingehen, hier ist noch niemand.“ Ich stoße die Tür ganz auf, marschiere zum Tisch, greife nach einer Wasserflasche, drehe den Verschluss ab und trinke gierig, als hätte ich tagelang keinen Tropfen gesehen.
„Veronica, ich verlasse diesen Raum nicht eher, bis ich mich an all dem Zeug hier sattgegessen habe!“ Abigail schnappt sich ein Gebäckstück und stöhnt auf, als wäre es das Leckerste, was sie je gekostet hat. „Oh Gott, ist das köstlich! Veronica, das musst du probieren!“, redet sie mit vollem Mund.
Ich schaue das Buffet an und mein Magen stimmt sofort mit einem lauten Knurren zu. Ich schnappe mir einen Cupcake und beiße hinein. Ein leises Stöhnen entfährt mir – das schmeckt absolut fantastisch, so etwas habe ich noch nie gegessen. „Oh mein Gott, das ist um Längen besser als ein Dreier, ich schwöre es! Kein Sex der Welt kann da mithalten!“, platzt es laut aus mir heraus.
„Hast du denn schon mal einen mit mir gehabt? Süße, du wurdest einfach noch nie von einem richtigen Schwanz gefickt.“ Mein gesamter Körper erstarrt, als eine tiefe Stimme die Stille durchbricht. „Ich würde dich zu gerne mal von meinem kosten lassen, um diesen Irrtum aus der Welt zu schaffen, Babygirl.“ Ich wirble herum – und bumm: Die gesamte Band steht da und starrt Abigail und mich unverwandt an. Dann wandern ihre Blicke einer nach dem anderen zu mir. Von einer Sekunde auf die andere schießt eine Welle der Erregung durch meinen Körper.
Eine enorme Hitzewelle überrollt mich, als ich mich vollends umdrehe – da stehen sie. Die komplette Band beobachtet mich. Nacheinander lassen sie ihre Blicke hungrig und amüsiert über meinen Körper gleiten, und irgendetwas in mir klickt um.
Ich habe monatelang ihre Fotos im Internet angestarrt und mir ausgemalt, wie es wohl wäre, ihnen einmal so nah zu sein. Doch nichts hätte mich auf dieses Verlangen vorbereitet, das mein Körper jetzt spürt, da sie leibhaftig vor mir stehen.
Manchmal kommt mir das hier so ähnlich vor wie in der Scheinwelt, aber ich weiß, der große Unterschied ist, dass ich nicht alles allein mache. Die Jungs sind bei mir, wenn jemand in Schwierigkeiten ist, und Finn und Rose helfen bei den Recherchen.Sie sind jetzt verlobt, was ich schon kommen sah. Die Art, wie er sie ansieht und jedes Mal errötet, wenn sie ihn ansieht, hat mich schon gewarnt, wohin das führen würde, und ich bin froh, dass sie geblieben ist.Wenn ich in ihrer Nähe bin, überkommt mich ein warmes Gefühl. Diese Vertrautheit mit ihr. Als hätten wir beide schon so viel zusammen durchgemacht, obwohl ich es eigentlich gar nicht war. Na ja, nicht die Person, die jetzt hier ist.Manchmal träume ich von Adelaide. Wir unterhalten uns, und sie zeigt mir magische Dinge. Es ist wie eine Art Schutzdecke. Ich hatte das Gefühl, ein Teil von mir fehlte, als das Licht mich verließ, aber ich wusste, es war nicht weit weg. Ich war bereit, dass es zurückkommt.Wir haben so viele böse Wesen b
Ich nicke. „Nur für ein paar Minuten, aber keine Sorge, ich habe dich zurückgebracht.“ Ich hake mich bei ihr ein.„Na gut.“ Sie schüttelt den Kopf. „Dieser Ort ist wie aus einem Horrorfilm. Können wir jetzt nach Hause? Ich habe genug Aufregung für heute. Ich will unbedingt mein neues Zimmer sehen.“ Sie hält inne. „Kein Wortspiel beabsichtigt, natürlich.“„Natürlich.“ Damit bringe ich uns zurück zum Hotel, aber sobald wir von dort weg sind, verschwindet der Cassius-Schloss-ähnliche Ort.„Ich habe es auch satt, ständig fotografiert zu werden. Ich glaube, ich werde von nun an einfach zu Fuß gehen …“ Sie schaut zur Wand. „Veronica, warum kleben deine Eltern und die Jungs an der Wand?“Ich beiße mir auf die Lippe. Ach ja. Das hatte ich vergessen. Ich löse sie und sie umringen mich und stellen mir gleichzeitig tausend Fragen. Emz pfeift und bringt sie damit zum Schweigen.„Fragt denn niemand, ob es mir gut geht? Ich wurde verprügelt und wäre fast gestorben.“ Sie stemmt die Hände in die Hüft
Ambers Körper windet sich, doch es nützt nichts. Sie sieht mir in die Augen, während ich sie anstarre. „Ich werde dafür sorgen, dass du nie wieder zurückkehrst“, höhne ich. „Ich hoffe, du genießt die Ewigkeit der Leere.“ Dann verwandelt sie sich in eine Staubwolke, und der Wind verweht die letzten Überreste.„Nein!“, ruft Cassius.Ich blicke zu Emz, mein Herz rast. Ihr Körper erhebt sich vom Boden, Licht weicht von mir und erfüllt sie. Ein Strahl umgibt sie, bis sie hustet und die Augen öffnet. Sie blickt an sich herunter und dann wieder zu mir.„Veronica“, sagt sie mit heiserer Stimme. Sie bleibt, wo sie ist, in einer geschützten Blase.Ich spüre, wie eine dunkle Wolke mich umgibt, mich erschüttert und versucht, meine Haut zu durchdringen. Ich fühle Nadeln, die in mich hineinschießen. Ich schüttle meine Hände aus, die Wolke verweht, und dann steht Cassius’ Schattengestalt vor mir.„Du glaubst, du kannst mich besiegen?“, brüllt er. „Du bist nichts als ein Kind.“Ich lächle. „Ich dacht
Ich lege meine Hand auf ihr Gesicht und streiche dann über ihren Körper. Ein Leuchten geht von mir aus, bis sie vollständig geheilt ist. Sie zieht mich wieder in eine Umarmung, doch wir drehen uns um, als wir Applaus hören.Cassius steht da, Amber an seiner Seite. Sie hat ihren Arm um seine Schulter gelegt und grinst mich an. „Sieh mal, wer wieder ganz die Alte ist.“ Er macht einen Schritt vor. Ich stelle Emz hinter mich, um sie zu schützen. „Du weißt doch, wie das endet, wenn du so weitermachst wie vorher.“Er macht noch einen Schritt vor und lässt Amber stehen. Ich bemerke, dass sie nicht glücklich darüber aussieht. Ich richte mich auf und funkle ihn an.„Oh, Adelaide. Es hätte so anders ausgehen können.“„Wer ist Adelaide?“, fragt Emz hinter mir, aber ich bringe sie zum Schweigen. Cassius lacht leise. „Adelaide war die Liebe meines Lebens, mein Ein und Alles, aber sie hat den Tod gewählt, um ihre Freunde und ein paar unbedeutende Leute zu retten. Hast du gesehen, wie sich diese Wel