تسجيل الدخولZara hätte nie erwartet, ein riesiges steinernes Herrenhaus in Yorkshire, England, zu erben. Doch das vergessene Anwesen birgt weit mehr als nur altes Vermögen und verstaubte Kronleuchter. Als sie ihr neues Zuhause erkundet, entdeckt sie ein Gästezimmer, das unheimlich gut erhalten geblieben ist und eine eisige Kälte ausstrahlt. Dort lebt Elias – arrogant, außergewöhnlich attraktiv und seit über hundert Jahren tot. Durch einen dunklen Familienfluch ist Elias an dieses Zimmer gebunden und kann dessen Schwelle nicht überschreiten. Zunächst ist er nur eine gebieterische Stimme, die aus den Schatten zu ihr spricht. Doch schon bald beginnt er, Nachrichten in der noch feuchten Farbe auf ihren Gemälden zu hinterlassen. Während sie Nacht für Nacht lange Gespräche führen, erkennt Zara, dass sie sich unaufhaltsam in einen Mann verliebt, den sie nicht einmal berühren kann. Doch ihre zerbrechliche Welt beginnt zu zerfallen. Das Herrenhaus verändert sich, und Elias beginnt langsam zu verblassen. Nun muss Zara die verborgenen Geheimnisse des Anwesens aufdecken und den Fluch brechen, bevor der einzige Mann, den sie jemals wirklich geliebt hat, für immer verschwindet.
عرض المزيدDas schwere Eisentor schwang mit einem lauten Knarren auf. Ich saß auf dem Fahrersitz meines Mietwagens und starrte durch den Regen auf das gewaltige steinerne Herrenhaus. Das Wasser strömte aus dem dunklen Himmel über Yorkshire herab und trommelte in einem gleichmäßigen Rhythmus gegen die Windschutzscheibe. Der Anwalt hatte mir heute Morgen diese alten Schlüssel übergeben. Er hatte erklärt, dass ich die alleinige Erbin dieses prächtigen Anwesens sei. Seine ernsten Worte erschienen mir noch immer kaum glaubhaft. Ich war eine mittellose Künstlerin, die kaum ihre Miete bezahlen konnte. Und nun gehörte mir plötzlich ein wunderschönes, stilles Schloss.
Ich stellte den Motor ab, legte mein Handy zur Seite, griff nach meiner dicken Jacke und trat hinaus in den Sturm. Der eisige Regen durchnässte innerhalb weniger Sekunden mein Haar. Unter meinen Stiefeln knirschte der nasse Kies, während ich die lange Auffahrt entlang zum Haupteingang ging. Das riesige Herrenhaus ragte wie ein schlafendes Ungeheuer vor mir auf. Seine hohen Rundbogenfenster waren dunkel, leer und vollkommen still. Dichtes grünes Efeu kroch die grauen Steinmauern hinauf. Der Ort wirkte uralt, als hätte die moderne Welt ihn längst vergessen. Vor der massiven Eichentür blieb ich stehen.
Ich zog den schweren Messingschlüsselbund hervor. Meine Hände zitterten vor Kälte, während ich den ersten Schlüssel ausprobierte. Er passte nicht in das verrostete Eisenschloss. Drei weitere Schlüssel später fand ich schließlich den richtigen. Der vierte drehte sich mit einem lauten, scharfen Klicken. Mit beiden Händen drückte ich die schwere Holztür auf. Die Metallscharniere schrien protestierend auf. Ich trat ein und betätigte den Lichtschalter neben der Tür. Nichts geschah. Der Strom war längst abgeschaltet. Also schaltete ich die Taschenlampe meines Handys ein.
Im hellen Lichtstrahl erschien eine prachtvolle Eingangshalle. Eine breite Holztreppe führte hinauf in die dunklen Schatten des Obergeschosses. Große Möbelstücke waren mit weißen Laken bedeckt und wirkten wie schweigende Geister. Die abgestandene Luft roch nach Staub und altem Papier. Ich ging weiter hinein und ließ die Haustür hinter mir zufallen. Der laute Knall hallte durch die leeren Flure und Räume. Meine Schritte klangen auf dem schwarz-weißen Marmorboden wider. Ein seltsames, bedrückendes Gefühl breitete sich in meiner Brust aus. Das riesige Haus war unheimlich still. Es fühlte sich an, als würde das gesamte Gebäude den Atem anhalten.
Am liebsten hätte ich mich umgedreht und diesen unheimlichen Ort sofort wieder verlassen. Doch eine tiefe Neugier trieb mich weiter. Ich musste den Rest meines neuen Zuhauses sehen. Ich ging am Wohnzimmer und am großen Speisesaal vorbei. Alles schien in einer längst vergangenen Zeit stehen geblieben zu sein. Die Gemälde an den Wänden zeigten Menschen in altmodischer Kleidung. Hinter der Haupttreppe entdeckte ich einen langen, schmalen Flur. Der schwache Lichtstrahl meiner Taschenlampe reichte kaum bis ans Ende. Langsam ging ich den Korridor entlang und lauschte der Stille. Mit jedem Schritt wurde die Luft kälter.
Die eisige Kälte drang durch meine Jacke bis auf die Haut. Fröstelnd rieb ich mir die Arme. Schließlich erreichte ich die letzte Tür auf der linken Seite. Sie unterschied sich deutlich von allen anderen Türen im Haus. Das geschnitzte Holz war dunkler und völlig staubfrei. Der Türgriff bestand aus glänzendem Silber statt aus stumpfem Messing. Ich blieb davor stehen. Plötzlich sank die Temperatur erneut. Es war kälter als in einem industriellen Kühlraum. Mein warmer Atem verwandelte sich in dichte weiße Wolken.
Vorsichtig legte ich meine rechte Hand auf den silbernen Griff. Das eiskalte Metall brannte auf meiner Haut wie glühendes Eisen. Erschrocken zog ich die Hand zurück und schnappte nach Luft. Irgendetwas stimmte mit diesem Teil des Hauses nicht. Mein Verstand sagte mir, ich solle sofort weglaufen. Doch meine Füße schienen am kalten Marmorboden festgewachsen zu sein. Ich musste herausfinden, was sich hinter dieser Tür verbarg. Ich nahm den schweren Schlüsselbund aus meiner Jackentasche und entdeckte einen kleinen silbernen Schlüssel, der perfekt zum Schloss passte. Langsam schob ich ihn hinein.
Der Schlüssel drehte sich lautlos. Ich holte tief Luft und drückte die Tür auf. Die Luft im Zimmer war eisig, doch sie roch nach frischen Kiefernnadeln. Ich richtete den Lichtstrahl meines Handys in die Dunkelheit. Er glitt über ein makelloses Bett mit einem Bezug aus tiefrotem Samt. Weder auf dem Boden noch auf den Wänden lag auch nur eine Spur von Staub. Die edlen Möbel waren nicht mit weißen Tüchern bedeckt. In der rechten Ecke stand eine große Staffelei mit einer leeren weißen Leinwand, als würde sie auf einen Künstler warten. Auf einem kleinen Tisch glänzte ein silbernes Teeservice.
„Schließ die Tür“, sagte plötzlich eine tiefe Männerstimme.
Ich erstarrte und ließ den schweren Schlüsselbund zu Boden fallen. Blitzschnell richtete ich den Lichtstrahl in die dunkle Ecke des Zimmers. Dort saß eine große Gestalt auf einem Stuhl. Sie trug einen eleganten schwarzen Anzug aus einer längst vergangenen Epoche. Seine dunklen Augen ruhten mit einem kalten, durchdringenden Blick auf mir.
„Wer sind Sie?“, flüsterte ich, während meine Hände unkontrolliert zitterten.
Langsam erhob er sich und machte einen Schritt auf mich zu.
Er ging direkt durch den massiven Holztisch hindurch, als bestünde er aus Rauch.
Ich konnte nicht einmal mehr atmen.
Ich starrte auf das warme, dunkelrote Blut, das meine zitternden Hände bedeckte.Verzweifelt versuchte ich zu begreifen, was gerade geschehen war.Ich wischte meine blutigen Handflächen an meiner schmutzigen Jeans ab und tastete mein Gesicht, meinen Hals und meine Arme nach Verletzungen ab.Ich spürte keinen Schmerz.Das Blut gehörte nicht mir.Langsam blickte ich auf den reglosen Mann, der auf dem kalten Boden lag.Elias war nicht länger ein blasser, durchsichtiger Geist, der langsam verblasste.Er war ein echter Mensch.Ich kroch über die staubigen Dielen zu ihm.Das Feuer im Kamin tauchte den Raum in warmes orangefarbenes Licht.Vorsichtig legte ich meine rechte Hand auf seine Brust.Sein dunkler Anzug war feucht und klebrig vom Blut.Unter meiner Hand spürte ich einen kräftigen Herzschlag.Regelmäßig.Lebendig.Er atmete.Er lebte.Erschrocken zog ich meine Hand zurück.Der silberne Schlüssel hatte einen großen Teil des uralten Fluchs zerstört.Elias besaß nun wieder einen echten
Eine riesige, eiskalte Hand packte mich und riss mich in der dunklen Bibliothek herum.Ich schrie laut auf und ließ das schwere rote Buch fallen.Es schlug mit einem dumpfen Geräusch auf den Boden.Als ich aufsah, blickte ich direkt in Elias' blasses Gesicht.Doch er sah nicht mehr aus wie der sanfte Geist, den ich kennengelernt hatte.Seine Augen waren vollkommen schwarz.Kein einziger Lichtschimmer war darin zu erkennen.Dunkle Adern zogen sich über seinen Hals bis hinauf zu seinem Gesicht.Aus seinem Mund strömte dichter weißer Nebel.Seine Finger gruben sich wie eiserne Klauen in meine Schulter.Ich versuchte verzweifelt, mich loszureißen.Vergeblich.„Lass mich sofort los, Elias!“, schrie ich.Er legte den Kopf schief und schenkte mir ein grausames Lächeln.Das uralte Schattenwesen war nicht im oberen Stockwerk zurückgeblieben.Während ich die Treppe hinuntergerannt war, hatte es Besitz von Elias' Geist ergriffen.Nun benutzte es seinen Körper, um mich gefangen zu halten.Langsam
Das Monster riss sein gewaltiges Maul auf und entblößte seine nassen, messerscharfen Zähne. Schwere Glasscherben regneten auf den kalten Holzboden. Ich umklammerte seine warme Hand mit aller Kraft. Die rote Farbe wirkte wie ein magischer Schutzschild zwischen uns.Er stellte sich mutig vor mich.Der schwarze Schatten glitt lautlos über die dunklen Dielen. Seine glühend roten Augen ruhten voller Hass auf meinem Gesicht.Ich wollte zurückweichen, doch der Geist hielt mich fest.Mit seiner freien Hand streckte er sich dem finsteren Wesen entgegen.Ein grellblauer Lichtstrahl schoss aus seiner Hand.Die magische Energie traf das Monster mitten in die Brust.Es stieß einen markerschütternden Schrei aus, wurde zurückgeschleudert und prallte gegen die weiße Wand.Schwarzer Rauch quoll aus seinem Maul und erfüllte den Raum.„Du musst sofort von hier verschwinden!“, rief er.„Ich kann Sie doch nicht allein gegen dieses Ding kämpfen lassen!“Das Monster erhob sich wieder und schüttelte den gewa
Ich starrte auf das alte Foto in meinen zitternden Händen. Die lächelnde Frau darauf hatte dieselben dunklen Augen wie ich. Sie hatte meine lockigen Haare und genau dieselbe Gesichtsform. Sie trug ein langes weißes Kleid aus einer längst vergangenen Epoche.Langsam strich ich mit dem Daumen über das kalte, staubige Glas.Das musste ein verrückter Trick sein.Oder ein grausamer Scherz.Ich war vor fünfundzwanzig Jahren in einem modernen Krankenhaus geboren worden. Damals hatte ich ganz bestimmt nicht in einem riesigen steinernen Herrenhaus gelebt.Mein Kopf schwirrte vor lauter Fragen.Schließlich ließ ich den Bilderrahmen auf den Schreibtisch fallen.Das schwere Holz schlug mit einem dumpfen Geräusch auf.Ich wich vom Schreibtisch und dem Foto zurück. Dabei verfingen sich meine Füße in einem weißen Laken auf dem Boden. Ich stolperte und prallte gegen ein hohes Bücherregal aus dunklem Holz.Eine Wolke aus Staub rieselte auf meine Haare und meine Jacke.Ich hustete laut und wedelte mit