Mag-log inBrindas POV
(Am nächsten Morgen)
„Wir sind da, Ma’am“, informierte mich der Taxifahrer.
„Oh.“
Ich steckte meine Sachen in meine Tasche, holte einen Geldschein heraus und reichte ihn ihm.
Er nahm ihn entgegen, während ich aus dem Wagen stieg.
Mein Körper erstarrte augenblicklich.
Ich stand vor einem gigantischen Eisentor, dem größten, das ich in meinem ganzen Leben gesehen hatte.
Es ragte hoch über mich hinaus. Die dunklen Metallstäbe überragten die Steinmauern, die das Anwesen umgaben.
Und dahinter stand in einiger Entfernung eine gewaltige Villa. Ihre Pracht war bereits vom Tor aus zu erkennen.
Mehrere hoch aufragende Gebäudeteile erhoben sich über den perfekt geschnittenen Bäumen, während riesige Fenster das Licht der Nachmittagssonne reflektierten.
Die hellen Wände glänzten vor dem üppigen Grün, das das Anwesen umgab, während sich breite Balkone entlang der oberen Stockwerke erstreckten.
Es sah nicht einmal wie ein Haus aus.
Es sah aus wie ein Palast.
Ich schluckte schwer und ging langsam auf das Tor zu.
In dem Moment, in dem ich es erreichte, begannen die gewaltigen Tore plötzlich von selbst aufzugehen.
Ich blieb stehen.
Meine Augen weiteten sich, während ich sie anstarrte.
Dann wanderte mein Blick nach oben, und ich bemerkte eine kleine Überwachungskamera, die über dem Tor angebracht war. Ihr Objektiv war direkt auf mich gerichtet.
„Oh.“
Ich stieß einen leisen Seufzer aus.
Natürlich.
Ich schloss meine Hand fester um meine Tasche und trat durch den Eingang.
Die Entfernung zwischen dem Tor und der Villa war überraschend groß. Ein wunderschön gepflasterter Weg erstreckte sich vor mir und schlängelte sich durch eine riesige Fläche perfekt gepflegten grünen Rasens.
Hohe Bäume standen auf beiden Seiten. Ihre Äste bewegten sich sanft im Wind, während sorgfältig angelegte Blumenbeete farbige Akzente in die Landschaft setzten.
Alles war makellos.
Alles schrie nach Reichtum.
Die Worte meiner Schwester gingen mir noch immer durch den Kopf, als plötzlich die Erinnerungen an Sonntagabend wieder über mich hereinbrachen.
Mein Magen verkrampfte sich.
Von allen Menschen auf der Welt … warum musste es ausgerechnet er sein?
Das erste Mal in meinem Leben hatte ich eine derart rücksichtslose Entscheidung getroffen, und irgendwie wurde ich bereits dafür bestraft.
Ich senkte den Blick und ging weiter, während ich mich zwang, einen Fuß vor den anderen zu setzen.
Als ich schließlich die Villa erreichte, kamen zwei Sicherheitsleute in Sicht.
Sie standen auf beiden Seiten des Eingangs, vollständig in Schwarz gekleidet. Ihre steife Haltung und ihre harten Gesichtsausdrücke machten deutlich, dass sie nicht bloß zur Dekoration dort standen.
Beide waren bewaffnet und blickten starr geradeaus, als wäre meine Anwesenheit für sie völlig bedeutungslos.
Zwischen ihnen stand eine Frau mittleren Alters in einer ordentlichen Dienstmädchenuniform.
In dem Moment, in dem sie mich sah, formten ihre Lippen ein freundliches Lächeln.
„Sie müssen Brenda Williams sein.“
Ich nickte.
„Ja, das bin ich.“
„Bitte kommen Sie herein. Folgen Sie mir.“
Sie drehte sich um und ging los, während ich ihr hastig folgte.
In dem Moment, in dem ich die Villa betrat, wäre ich beinahe stehen geblieben.
Meine Augen weiteten sich.
Das Innere war noch atemberaubender als die Außenansicht.
Die Decken waren unglaublich hoch und mit eleganten Kronleuchtern geschmückt, die ein warmes Licht über die riesige Eingangshalle warfen.
Marmorböden erstreckten sich unter meinen Füßen. Sie waren so perfekt poliert, dass sie die Lichter über mir widerspiegelten.
Teuer aussehende Möbel, riesige Gemälde, sorgfältig arrangierte Blumen und kunstvolle Dekorationen füllten jeden Winkel.
Ich hatte noch nie etwas Derartiges gesehen.
Meine Beine bewegten sich weiter und folgten der Frau vor mir, doch meine Augen wanderten überall umher.
Ich konnte einfach nicht anders.
Ich bewunderte alles.
Schließlich führte die Frau mich von der Haupthalle weg und durch einen ruhigeren Flur an der Seite der Villa.
Wir blieben vor einer großen Tür stehen, und sie öffnete sie.
Ich trat ein und erstarrte erneut.
Der Raum war riesig.
Er war beinahe so groß wie eine kleine Halle. Mehrere Etagenbetten standen ordentlich im Raum verteilt.
Jedes Bett war mit sauberen Laken bezogen, und ordentlich gefaltete Decken lagen darauf.
Auf einer Seite des Raumes standen Schließfächer und Kleiderschränke, in denen das Personal seine persönlichen Sachen aufbewahren konnte.
Das waren also die Personalunterkünfte.
Die Frau trat ein und schloss die Tür hinter uns.
„Willkommen in unserem kleinen Reich“, sagte sie beiläufig.
Ich sah mich um, dann deutete sie auf eines der Etagenbetten.
„Das ist Ihr Bett.“
Ich nickte langsam.
„Ihre Sachen können Sie in diesem Bereich des Kleiderschranks aufbewahren.“
Sie deutete auf einen dafür vorgesehenen Platz und fuhr fort:
„Sie sollen heute um fünf Uhr nachmittags Ihren Dienst antreten und die Mitarbeiter der Frühschicht ablösen.“
Mein Kopf schnellte zu ihr herum.
„Was?“
Sie sah mich an.
„Ich fange heute schon an?“
„Haben Sie sich nicht für die Stelle beworben?“, fragte sie kühl.
Ich blinzelte.
„Doch, aber—“
„Soweit ich weiß, werden Stellen nicht vergeben, wenn sich niemand dafür bewirbt.“
Sie sagte es so sachlich, dass ich sofort den Blick senkte.
„Ja, ich habe mich für die Stelle beworben, aber …“
Sie unterbrach mich.
„Dann haben Sie keinen Grund, sich zu beschweren. Wenn Sie Ihre Meinung über die Stelle ändern, können Sie eine Kündigung einreichen.“
Sie wandte sich zur Tür.
„Bis dahin beginnt Ihre Schicht heute.“
Sie ging ein paar Schritte, blieb dann stehen und warf mir einen Blick über die Schulter zu.
„Übrigens, mein Name ist Agnes. Sie können mich Lady Agnes nennen.“
Bevor ich antworten konnte, ging sie hinaus.
Ich blieb einfach stehen.
Völlig fassungslos.
Kein Vorstellungsgespräch.
Sie hatten mich nicht gefragt, ob ich richtig putzen konnte. Sie hatten nicht gefragt, ob ich gut im Haushalt war, ob ich Erfahrung hatte oder ob ich überhaupt in der Lage war, die Aufgaben dieser Stelle zu bewältigen.
Nichts.
Sie hatten mich einfach hierhergebracht und mir ein Bett zugewiesen.
Ich blickte an mir hinunter.
Ich hatte mich nicht einmal darauf vorbereitet.
Alles, was ich mitgebracht hatte, waren mein Handy, eine Haarbürste und die kleine Tasche in meiner Hand.
Und nun wurde von mir erwartet, dass ich um fünf Uhr mit der Arbeit begann?
Mir war nicht einmal gesagt worden, wie viel ich verdienen würde.
Wie viel bekam ich überhaupt dafür?
Wie sah mein Arbeitsplan aus?
Welche Aufgaben hatte ich genau?
Wem sollte ich Bericht erstatten?
Ich hatte keine Antworten.
Ich atmete tief aus und rieb mir die Stirn.
Das Ganze war äußerst seltsam.
Doch bevor ich weiter darüber nachdenken konnte, öffnete sich plötzlich die Tür.
Ich blickte auf.
Agnes stand dort.
Ihr Gesichtsausdruck war diesmal anders.
„Er will Sie in seinem Schlafzimmer sehen. Sofort.“
Meine Augenbrauen zogen sich zusammen.
„Wer?“
Sie starrte mich einen Moment lang an und antwortete dann schlicht:
„Mr. Karl.“
Brindas POV(Am nächsten Morgen)„Wir sind da, Ma’am“, informierte mich der Taxifahrer.„Oh.“Ich steckte meine Sachen in meine Tasche, holte einen Geldschein heraus und reichte ihn ihm.Er nahm ihn entgegen, während ich aus dem Wagen stieg.Mein Körper erstarrte augenblicklich.Ich stand vor einem gigantischen Eisentor, dem größten, das ich in meinem ganzen Leben gesehen hatte.Es ragte hoch über mich hinaus. Die dunklen Metallstäbe überragten die Steinmauern, die das Anwesen umgaben.Und dahinter stand in einiger Entfernung eine gewaltige Villa. Ihre Pracht war bereits vom Tor aus zu erkennen.Mehrere hoch aufragende Gebäudeteile erhoben sich über den perfekt geschnittenen Bäumen, während riesige Fenster das Licht der Nachmittagssonne reflektierten.Die hellen Wände glänzten vor dem üppigen Grün, das das Anwesen umgab, während sich breite Balkone entlang der oberen Stockwerke erstreckten.Es sah nicht einmal wie ein Haus aus.Es sah aus wie ein Palast.Ich schluckte schwer und ging
Brindas POVMein Blick senkte sich auf den Umschlag in meinen Händen. Einen Moment lang verweilte er darauf, während sich meine Finger fester um die Ränder schlossen.Ich starrte ihn ausdruckslos an, bevor ich langsam wieder den Blick zur Empfangsdame hob.Sie hatte ihre Aufmerksamkeit bereits wieder ihrem Computer zugewandt. Ihre Finger glitten über die Tastatur, während sie sich mit dem System beschäftigte.Ein verwirrter Ausdruck lag auf meinem Gesicht, als mir ein leiser Seufzer entwich und ich einen Schritt nach vorne machte.„Sie sollten das lieber erst einmal überprüfen, anstatt hier falsche Hoffnungen zu wecken …“, kicherte sie spöttisch.Ihre Worte ließen bei mir eine Alarmglocke läuten, und meine Füße blieben stehen.Langsam drehte ich den Kopf. Mein Blick fiel auf sie, doch sie sah nicht in meine Richtung.Ich sagte kein Wort und verließ das Gebäude.Die Vorfreude wurde immer stärker, als ich am Straßenrand stand und auf ein Taxi wartete, während meine Hände das Siegel des
Brindas POV„Wo haben Sie zuletzt gearbeitet?“, fragte er, während er eine Akte durchblätterte. Ich war mir nicht einmal sicher, ob es meine war.„Ich habe zuvor als Marketingberaterin in einem Medienunternehmen gearbeitet“, antwortete ich schnell, während meine Nervosität langsam nachließ.„Und das war das Letzte, womit Sie Geld verdient haben?“Die Frage traf mich wie eine Kugel. Ich erstarrte und starrte ihn an.Langsam hob er den Kopf, und seine Augen trafen auf meine.Einen Moment lang schien der gesamte Raum in unangenehmes Schweigen zu versinken. Sein Blick blieb fest auf mir gerichtet, während ich mich bemühte, seinem intensiven Blick standzuhalten.Die Luft fühlte sich plötzlich schwerer an. Alles, was ich hörte, war das Ticken der Wanduhr irgendwo hinter mir und mein unregelmäßiger Atem.„I… ich… ähm …“, stammelte ich, während mir die Worte völlig abhandenkamen.Ich hasste es, wie nervös ich plötzlich wurde.Er nahm einen Stift und unterschrieb die vor ihm liegende Akte. Sei
Brindas POVIch eilte aus dem Badezimmer, während noch Wasser von meinem Körper tropfte, und zog hastig meine Kleidung an.Laut der E-Mail war das Vorstellungsgespräch in zwei Stunden.Es war Montagmorgen, und auf den Straßen herrschte bereits reger Verkehr. Die Busse waren überfüllt, Taxis waren kaum zu bekommen, und ich konnte es mir nicht leisten, zu spät zu kommen.Ich schnappte mir meine Tasche und meine AirPods, da ich die Fahrt nutzen wollte, um die Fragen für das Vorstellungsgespräch noch einmal durchzugehen.Ich stürmte aus dem Haus und eilte zur Bushaltestelle. Mein Herz raste bereits.Während ich auf den Bus wartete, kroch Panik in mir hoch. Mein Blick wanderte ständig zu meinem Handybildschirm.Zum fünften Mal durchsuchte ich meine Tasche, vielleicht in der Hoffnung, irgendwo verstecktes Geld zu finden, das zumindest für ein privates Taxi reichen würde.Doch nichts.Dann sah ich einen Bus kommen.Sofort drängte ich mich durch die Menschenmenge und kämpfte mich nach vorne,
Brindas POVMein Kopf bewegte sich unruhig von einer Seite zur anderen, während mein Bewusstsein sich langsam durch den Nebel des Schlafes kämpfte.Plötzlich rissen meine Augen auf, und ich fuhr hoch. Instinktiv klammerte ich mich mit beiden Händen fest an die Bettdecke und zog sie eng an meine Brust.Dann traf mich die Erkenntnis mit voller Wucht.Die Erinnerungen an die vergangene Nacht kamen alle auf einmal zurück.Ich sah mich im Zimmer um, doch ich war allein.Dann traf mich ein stechender Migräneschmerz. Der Alkohol von letzter Nacht zeigte noch immer seine Wirkung.Mein Blick wanderte langsam auf die andere Seite des Bettes.Die Laken waren zerknittert. Die Falten und die leichte Vertiefung zeigten deutlich, dass dort vor nicht allzu langer Zeit jemand gelegen hatte.„Scheiße“, murmelte ich und sprang auf die Füße, als ein leises Klopfen an der Tür ertönte.Mein Blick fiel auf meine Kleidung, die verstreut auf dem Boden lag.Sofort hob ich sie auf, als es erneut an der Tür klop







