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Kapitel 3

Penulis: Celeste
Adrian stützte Lena hastig. Valentina warf keinen Blick auf die beiden und ging einfach.

Allein diese beiden Menschen noch einmal anzusehen, war ihr zuwider.

Als sie davonging, dröhnte Herr Sommers Stimme hinter ihr: „Valentina, komm zurück! Was soll das mit diesem Mann?!“

Ihr eigener Vater konzentrierte sich immer nur auf ihre Fehler.

Sie hatte ihm erzählt, dass Lena und Adrian sich in den Armen gelegen hatten, doch er war taub wie eine Wand.

Aber daran hatte sie sich längst gewöhnt. Seit die Stiefmutter vor fünf Jahren mit Lena ins Haus gekommen war, hatte sie in dieser Familie keinen Platz mehr.

Wäre sie nicht um die Sachen ihrer Mutter besorgt, die von diesen Leuten ruiniert werden könnten – sie hätte dieses Haus schon lange nicht mehr betreten.

Als sie aufgeräumt in der Firma ankam, kam Sophie auf sie zu: „Valentina, der Kunde ist da. Der CEO persönlich! Sie scheinen diese Zusammenarbeit wirklich ernst zu nehmen.“

„Er möchte explizit mit dir verhandeln. Viel Erfolg! Ob ich nächsten Monat nach Europa reisen kann, hängt von dir ab.“

Valentina betrat den Konferenzraum und sah sofort den Mann auf der anderen Seite.

Bei der Arbeit war sie normalerweise äußerst zielstrebig. Es war das erste Mal, dass sie etwas zögerlich innehielt.

Sie hätte nie gedacht, dass Sebastian kommen würde.

Er stand auf. Sein kaltes, ausdrucksloses Gesicht zeigte keine Regung. Er streckte gelassen die Hand aus: „Frau Sommer, es ist mir eine Ehre.“

Seine Stimme und sein Ton klangen, als wäre er nicht derjenige gewesen, der letzte Nacht mit ihr im Bett gelegen hatte.

Valentina fing sich wieder und streckte ihm professionell die Hand entgegen: „Es ist uns eine Ehre, dass Herr Keller persönlich gekommen ist.“

Nachdem die höflichen Floskeln ausgetauscht waren, setzte sich Valentina Sebastian gegenüber und begann, das Konzept zu präsentieren: „Dieses Mal planen wir, das Thema ›Zurück zur Natur‹ in den Mittelpunkt zu stellen. Das würde die Unterschiede zwischen Ihrem Unternehmen und vergleichbaren Produkten hervorheben…“

Im Arbeitsmodus wirkte Valentinas Gesicht besonders konzentriert.

Sie war ohnehin schön. Ihre Gesichtszüge waren strahlend, besonders der blutrote Schönheitsfleck an ihrem Augenwinkel ließ sie wie eine verführerische Schönheit aussehen.

Sebastians Blick blieb jedoch unverhohlen auf ihrem auf und ab wogenden Ausschnitt haften. In seinem Kopf spielten sich nur die Bilder ab, wie er ihr gestern dieses Kleid ausgezogen hatte.

Die schlanken Finger des Mannes tippten rhythmisch auf die glänzende Tischplatte. Er wirkte lässig und vornehm zugleich.

„Herr Keller?“

Valentinas leiser Ruf holte Sebastian in die Realität zurück. Sie fragte: „Was halten Sie von diesem Konzept?“

Er blickte auf: „Die Idee ist gut, aber das Konzept erreicht noch nicht unsere Erwartungen.“

Sebastian warf einen Blick auf seine Armbanduhr und sah sie dann wieder an: „Ich habe gleich noch ein weiteres Meeting. Arbeiten Sie das Konzept noch einmal aus. Wir vereinbaren einen neuen Termin.“

Mit seinem kühlen Auftreten und den schmalen, attraktiven Augen sah er völlig gefühllos aus.

Dieser Mann! Wirklich – Hose hoch und weg!

Sebastian war tatsächlich so schwierig, wie sein Ruf besagte. Valentina sah auf das Dokument in ihrer Hand und begleitete Sebastian mit den Augen, bis er die Firma verlassen hatte.

Sophie kam näher: „Und? Wie lief es?“

Valentina rieb sich nachdenklich die Nasenspitze: „Wir müssen das Konzept überarbeiten.“

Sophies Gesicht verdüsterte sich sichtbar: „Ach, wenn wir diesen Auftrag nicht bekommen, dann wird unsere kleine Firma…“

Sie sah Valentina an: „Valentina, wie wäre es, wenn du deinen Vater um Hilfe bittest? Er hat sicher Aufträge, die…“

„Nein, sag nichts mehr. Diesen Auftrag werde ich auf jeden Fall bekommen.“

Nach ihrem Abschluss hatte Herr Sommer von ihr verlangt, in der Familienfirma zu arbeiten. Doch gleichzeitig sollte auch Lena dort anfangen. Sie wollte nicht täglich mit Lena zur Arbeit fahren.

Als sie Herrn Sommer bat, für Lena einen anderen Arbeitsplatz zu finden, hatte er sie nur beschimpft. Er nannte sie herzlos und sagte, sie sei keine liebevolle Schwester.

Was für eine Schwester war Lena überhaupt?

Nur die Tochter einer Geliebten.

Aus Trotz hatte sie daraufhin diese Werbeagentur gegründet und vollmundig verkündet, keine Hilfe von Herrn Sommer anzunehmen.

Nach den Ereignissen der letzten Tage würde sie ihn erst recht nicht um Hilfe bitten.

Sie umklammerte die Mappe fester und sah in die Richtung, in die Sebastian gegangen war. Ihr Entschluss stand fest.

Egal wie – diesen Auftrag von Sebastian würde sie bekommen.

Sie drehte sich um und ging zu ihrem Büro: „Sagt allen Bescheid. Wir haben ein Meeting.“

Die Arbeit zog sich bis in den Abend. Durch das bodentiefe Fenster ihres Büros sah sie, wie draußen die Lichter der Stadt angingen. Gerade als sie den Nacken massierte und den Kopf hob, klingelte ihr Handy.

Als sie den Namen Max Weber auf dem Display sah, nahm sie ab: „Hallo, was gibt's?“

Am anderen Ende ertönte eine lässige Männerstimme: „Hey, Valentina! Ein Kumpel von mir will Geschäfte machen. Komm vorbei und trink einen mit uns.“

Als Valentina das hörte, brachte sie die Ablehnung nicht über die Lippen.

Die Firma stand noch am Anfang und brauchte dringend Kunden. Sie sagte zu, legte auf und verließ das Büro.

Der Einfachheit halber hatte sie in ihrem Büroschrank ein paar Kleider hängen. Das, was sie trug, hatte sie seit gestern den ganzen Tag an, also zog sie sich um.

Max war ein Jugendfreund von ihr, ein lockerer Playboy.

Seine Partys fanden meistens in Nachtclubs statt. Also zog sie ein passendes rotes Samtträgerkleid an. Weil es etwas kühl war, warf sie sich noch einen Blazer über und machte sich auf den Weg zu der Adresse, die Max ihr geschickt hatte.

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