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Kapitel 7

Penulis: Celeste
Heute war tatsächlich ein besonderer Tag, denn es war der fünfte Todestag ihrer Mutter.

Seit drei Jahren hatte Herr Sommer diesen Tag vergessen. Nur Nadine erinnerte sich noch und begleitete sie jedes Jahr zum Grab.

Noch schlimmer war, dass sie selbst es beinahe vergessen hätte.

Ihre Finger, die das Telefon umklammerten, krümmten sich leicht. Bilder vom Tod ihrer Mutter stiegen in ihr auf. Sie schloss kurz die Augen.

Nadine sprach weiter: „Valentina, lass uns nachmittags zusammen deine Mutter besuchen gehen.“

Valentina: „Gut.“

Am Ende lehnte sie Nadine nicht ab.

Nach dem Telefonat warf sie einen Blick auf die Uhr. Es war erst acht Uhr morgens. Nach kurzem Überlegen stand sie auf und fuhr ins Büro.

Die Lage der Firma war in letzter Zeit nicht rosig, doch Max wusste wohl, dass er gestern zu weit gegangen war. Er teilte einen Teil der Aufträge seiner Familie mit Valentina.

In einer schleimigen Nachricht entschuldigte er sich: „Valentina, sei mir nicht mehr böse. Gestern hat mich dieser Kerl Adrian unter Tränen angefleht, da musste ich ihm helfen.“

„Das hier habe ich meinem Vater aus den Händen gewunden. Wenn ich später die Firma übernehme, bekommst du alle Werbeaufträge.“

Unter diesen Worten befand sich ein elektronischer Vertrag. Er schrieb: „Ich lasse unsere Leute mit dir koordinieren. Du kannst dich darauf verlassen.“

Valentina zog eine Augenbraue hoch und antwortete nicht, aber sie konnte Max nicht wirklich böse sein.

Max kannte sie seit ihrer Kindheit. Seit der Mittelstufe waren sie auf derselben Schule gewesen. Er wusste am besten, wie sehr sie sich damals um Adrian bemüht hatte.

Dass er sie mit Adrian wieder zusammenbringen wollte, war nachvollziehbar.

Nur dass sie, wenn sie liebte, mit ganzem Herzen liebte. Doch wenn die Liebe vorbei war, ließ sie ebenso konsequent los.

Max kannte ihren Charakter am besten, sonst würde er sich heute nicht entschuldigen.

Kleinvieh macht auch Mist.

Doch selbst mit Max’ Auftrag war es für die Firma nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Miete und die Kredite standen kurz vor der Fälligkeit.

Sie lehnte sich zurück und rieb sich unwillkürlich den Nasenrücken.

Nach einigem Nachdenken beschloss sie, den Auftrag von Sebastian doch noch zu verfolgen. Also öffnete sie den Chat mit ihm.

Sie hatte Sebastian schon vor längerer Zeit als Kontakt hinzugefügt, doch abgesehen von jener Nacht hatten sie nie miteinander geschrieben.

Das Chat-Fenster zeigte noch ihre Nachricht von vorvorgestern: „Wo bist du?“

Darunter hatte Sebastian ein Fragezeichen geschickt, dann aber doch seine Adresse geschickt.

Danach nichts mehr.

Jetzt wirkte es irgendwie peinlich. Sie leckte sich über die Lippen, tippte mit den Fingern auf dem Display herum und brauchte lange, bis sie eine Nachricht formuliert hatte.

„Herr Keller, hätten Sie Zeit, noch einmal über das Konzept zu sprechen? Oder ich könnte Sie zum Essen einladen.“

Sie wartete eine Weile, doch Sebastian antwortete nicht. Also wandte sie sich ihrer anderen Arbeit zu.

Doch bis zum Nachmittag, als sie ihre Arbeit erledigt hatte, hatte Sebastian noch immer nicht geantwortet. Valentina starrte nachdenklich auf ihr Display.

Dann stand sie auf, verließ das Büro und fuhr zur Villa der Familie Berg, um Nadine abzuholen.

Als sie ankam, war auch Adrian dort. Seine Augen waren gerötet, als hätte er die ganze Nacht nicht geschlafen.

Kaum war Valentina da, zog Nadine Adrian vor und sagte zu ihm: „Entschuldige dich jetzt bei Valentina.“

Adrian trat vor: „Valentina, es tut mir leid. Zwischen Lena und mir ist wirklich nichts passiert. Ich werde nie wieder Kontakt zu ihr aufnehmen.“

Valentina äußerte sich nicht dazu und lächelte Nadine zu: „Patentante, steigen wir ein.“

Sie ignorierte Adrian völlig.

Nadine lächelte und warf Adrian einen vielsagenden Blick zu. Adrian trat vor, öffnete Nadine die Autotür und ging dann zu Valentina: „Ich fahre. Heute bin ich dein Chauffeur.“

Valentinas Gesicht blieb ausdruckslos. Sie lehnte nicht ab und setzte sich mit Nadine auf die Rückbank.

Das Grab ihrer Mutter lag in den Bergen im Westen der Stadt. Die Bergstraße schlängelte sich kurvenreich empor. Valentina blickte aus dem Fenster auf die Landschaft.

Nadine plauderte beiläufig mit ihr und redete Adrian gut zu. Valentina wollte ihr an diesem Tag nicht die Freude verderben, also antwortete sie oberflächlich.

Oben auf dem Berg angekommen, ging Nadine mit Valentina voran. Adrian folgte den beiden. Es hatte gerade geregnet, der Weg war rutschig.

Als Valentina vor dem Grabstein ihrer Mutter stand und das Foto darauf betrachtete, stockte sie.

Selbst heute noch konnte sie nicht glauben, dass ihre Mutter gestorben war.

Eben noch hatte sie charmant gelächelt, doch plötzlich wurde sie schwer krank und starb. Keine vier Wochen vergingen zwischen den beiden Momenten.

Beim Gedanken an ihre Mutter in ihren letzten Momenten wurden Valentinas Augen rot.

Sie legte Nelken vor dem Grabstein nieder. Die Tränen liefen ihr unkontrolliert über die Wangen.

„Charlotte, ein Augenblick, und schon bist du fünf Jahre fort. Sei beruhigt, Valentina ist brav, und sie ist wunderschön geworden – ganz wie du.“

Valentinas Mutter hieß Charlotte Sommer.

Nadine stellte ihre mitgebrachten Sachen vor Charlottes Grab ab und sagte: „In Zukunft wird mein Adrian sich um deine Valentina kümmern. Sei unbesorgt. Wenn Adrian es wagt, Valentina schlecht zu behandeln, jage ich ihn aus dem Haus.“

Auch Adrian trat hastig vor und versicherte: „Tante Charlotte, seien Sie unbesorgt. Ich werde gut zu Valentina sein.“

Valentina rieb sich die Nase und wandte den Blick ab. Zwischen ihr und Adrian war alles vorbei. Doch sie wollte nicht vor dem Grab ihrer Mutter darüber diskutieren, also widersprach sie nicht.

Nach dem Grabbesuch vibrierte ihr Handy auf dem Weg zurück ins Tal.

Sie öffnete es und sah eine Nachricht von Sebastian.

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