MasukDie Luft im großen Saal hing schwer von dem Geruch nach verschüttetem Wein, Angstschweiß und dem metallischen Hauch von Blut. Elara kniete noch immer neben Selene, deren Hand in ihrer eigenen lag wie ein zerbrechliches Blatt im Sturm. Die Finger ihrer Schwester fühlten sich kalt an, viel zu kalt für die Hitze des Blutmondes, der durch die hohen Fenster hereinleuchtete und alles in ein unheilvolles Rot tauchte. Der Heiler arbeitete fieberhaft, seine Hände flogen über den Körper der jungen Frau, während er leise Beschwörungen murmelte, die nach alten Kräutern und Mondmagie klangen.
Elara spürte Thornes Blick auf sich wie eine Berührung, die sie zugleich verbrannte und gefangen hielt. Er kniete auf der anderen Seite, sein mächtiger Körper angespannt, als wollte er jeden Moment aufspringen und jemanden zerreißen. In seinen sturmgrauen Augen lag nicht mehr nur die kalte Berechnung des Erben, sondern etwas Rohes, etwas Ursprüngliches, das sie in der Nacht zuvor schon einmal gespürt hatte, als seine Zähne sich in ihre Schulter gedrückt hatten, ohne die Haut zu durchbrechen. Furcht. Und darunter etwas Tieferes, das sie nicht benennen wollte.
„Du hast das getan“, wiederholte sie leise, ihre Stimme scharf wie eine Klinge aus Obsidian. Diesmal sprach sie lauter, sodass einige der umstehenden Krieger und Ältesten es hören konnten. „Du hast den Kelch vergiftet, um den Weg freizumachen für deine Pläne. Für mich. Für deine geheime Zuchtstute.“
Thorne hob den Kopf. Sein Kiefer spannte sich an, die Narbe auf seiner Wange schien im roten Licht tiefer zu werden. „Ich schwöre bei der Mondgöttin und meinem Blut, dass ich es nicht war. Ich brauche Selene für die Allianz. Ihr Tod würde alles zerstören, was ich aufgebaut habe.“
Seine Worte klangen aufrichtig, doch Elara traute ihnen nicht. Sie hatte das Gespräch zwischen ihrem Vater und Selene belauscht. Sie wusste von den Kontingenzen. Thorne hatte in der Jagdhütte nicht aus purer Leidenschaft gehandelt. Es war Berechnung gewesen. Und doch... die Art, wie er Selene gehalten hatte, wie sein Daumen sanft über das heilige Halbmondmal gestrichen war, widersprach dem Bild des rücksichtslosen Monsters, das sie sich von ihm gemacht hatte.
Der Heiler blickte auf. Schweiß perlte auf seiner Stirn. „Es ist ein langsam wirkendes Gift, wahrscheinlich aus Nachtschatten und Wolfsbane gemischt. Sie braucht das Gegenmittel aus dem Heiligtum im Wald. Sofort. Sonst überlebt sie die Nacht nicht.“
Darius Blackthorn drängte sich durch die Menge. Sein Gesicht war eine Maske aus Wut und Sorge. „Wer hat es gewagt, meine Tochter zu vergiften? In meinem eigenen Haus, unter dem Blutmund?“ Seine Stimme donnerte durch den Saal und brachte die Trommeln zum Schweigen. Die Musik war längst verstummt. Nur das Knistern der Fackeln und das ferne Heulen eines Wolfes draußen in den Wäldern waren zu hören.
Elara stand langsam auf. Ihre Knie zitterten, doch sie hielt sich aufrecht. Die Blicke der gesamten Meute ruhten nun auf ihr, der unsichtbaren Bastardin, die plötzlich im Zentrum des Chaos stand. „Ich habe gehört, wie Vater von Kontingenzen sprach. Davon, dass ich als Ersatz dienen soll, falls Selenes Schoß versagt. Thorne hat Interesse bekundet. Und jetzt liegt sie hier, vergiftet, genau in dem Moment, in dem die Zeremonie beginnen sollte.“
Ein Raunen ging durch die Versammlung. Einige Krieger griffen nach ihren Waffen. Älteste flüsterten untereinander. Selene stöhnte leise und drückte Elaras Hand noch einmal, bevor ihre Augen sich wieder schlossen.
Thorne erhob sich ebenfalls. Er überragte sie alle, eine Gestalt aus schwarzem Leder und roher Kraft. „Genug der Anschuldigungen. Wenn jemand hier Verrat begangen hat, dann finden wir ihn. Aber zuerst muss Selene gerettet werden. Ich selbst werde ins Heiligtum gehen und das Gegenmittel holen.“
Elara lachte bitter auf. „Damit du es unterwegs ‚verlieren‘ kannst? Nein. Ich gehe.“
Ihre Worte hingen in der Luft wie eine Herausforderung. Thorne trat einen Schritt näher. Der Duft nach ihm, nach Pinien, Moschus und dem wilden Geruch der Nacht in der Jagdhütte, umfing sie erneut. Ihr Körper reagierte verräterisch. Die Stelle zwischen ihren Schenkeln pochte noch immer von der Erinnerung an seine Stöße, an das tiefe Knurren, mit dem er sich in ihr ergossen hatte. Sie hasste sich dafür.
„Du bist keine Kriegerin“, sagte er leise, nur für ihre Ohren bestimmt. „Der Wald ist gefährlich in dieser Nacht. Der Blutmund weckt die Bestien.“
„Und doch hast du mich letzte Nacht genommen, als wäre ich nichts weiter als eine willige Hündin“, zischte sie zurück. „Ich bin stärker, als du denkst, Thorne Blackwood. Und ich werde nicht zulassen, dass meine Schwester stirbt, nur damit du deine Blutlinie sichern kannst.“
Bevor er antworten konnte, trat Darius dazwischen. „Genug. Elara, du bleibst hier und kümmerst dich um deine Schwester. Thorne, du begleitest den Heiler ins Heiligtum. Die Wachen werden das Haus abriegeln. Niemand verlässt oder betritt den Saal, bis wir den Verräter gefunden haben.“
Elara wollte protestieren, doch ein Blick von Selene, die für einen Moment die Augen öffnete, hielt sie zurück. „Geh nicht...“, flüsterte ihre Schwester. „Bleib bei mir.“
Die nächsten Stunden vergingen in einem Nebel aus Angst und unterdrückter Wut. Elara saß am Lager, das man für Selene in einer Ecke des Saales bereitet hatte. Sie tupfte ihrer Schwester die Stirn mit kühlen Tüchern ab und hielt ihre Hand, während der Rest der Meute in angespanntem Schweigen wartete. Einige warfen ihr misstrauische Blicke zu. Andere flüsterten, dass die unmarkierte Bastardin vielleicht selbst die Hand im Spiel gehabt hatte, um sich den Erben zu sichern.
Die Zeit dehnte sich. Der Blutmund stieg höher und tauchte den Wald draußen in blutiges Licht. Durch die Fenster konnte Elara sehen, wie die Bäume sich wiegten, als ob sie lebendig wären. Ihr eigenes Blut sang im Rhythmus des Mondes. Etwas in ihr, das in der letzten Nacht erwacht war, regte sich stärker. Die wahre Verbindung. Der Bund der Gefährten. Sie spürte Thorne, auch wenn er weit entfernt war. Ein fernes Ziehen in ihrer Brust, ein Echo seiner Präsenz.
Endlich kehrten Thorne und der Heiler zurück. Sie stürmten in den Saal, das Gegenmittel in einer kleinen Phiole aus Kristall. Der Heiler mischte es rasch mit Wein und flößte es Selene ein. Minuten vergingen, in denen niemand atmete. Dann hustete Selene, ihre Wangen bekamen wieder etwas Farbe, und sie schlug die Augen auf.
„Elara...“, murmelte sie schwach.
Erleichterung durchflutete Elara wie eine warme Welle. Sie umarmte ihre Schwester vorsichtig, Tränen liefen über ihre Wangen. Doch die Freude hielt nicht lange. Denn nun begann die Jagd nach dem Verräter.
Thorne übernahm das Kommando. Seine Stimme hallte durch den Saal, kalt und befehlsgewohnt. „Jeder wird befragt. Jeder Kelch, jeder Krug wird untersucht. Die Türen bleiben verschlossen, bis die Wahrheit ans Licht kommt.“
Stunden der Verhöre folgten. Elara wurde ebenfalls befragt, doch ihre Antworten waren kurz und ehrlich. Sie verschwieg nichts von dem belauschten Gespräch, nichts von den Plänen ihres Vaters. Darius wirkte zunehmend unruhig. Thorne beobachtete alles mit scharfen Augen.
In einem ruhigen Moment, als die meisten Wachen abgelenkt waren, zog Thorne Elara in einen Seitengang. Seine Hand schloss sich um ihren Arm, nicht grob, aber fest genug, um sie spüren zu lassen, wer er war.
„Warum beschuldigst du mich immer noch?“, fragte er mit gesenkter Stimme. Sein Atem strich über ihre Wange. „Nach letzter Nacht. Nach dem, was zwischen uns geschehen ist. Du hast es auch gespürt. Den Bund. Die wahre Gefährtenverbindung. Sie lügt nicht.“
Elara riss sich los, doch ihr Körper sehnte sich nach seiner Nähe. „Der Bund ändert nichts an deinen Plänen. Du wolltest mich als heimliche Zuchtstute benutzen. Mich nehmen, schwängern und dann wegwerfen, sobald Selene deine offizielle Gefährtin ist. Das ist keine Verbindung. Das ist Besitz.“
Thornes Augen verdunkelten sich. Er drängte sie gegen die steinerne Wand. Sein Körper presste sich an ihren, hart und heiß. „Du irrst dich, Elara. In der Jagdhütte... es war mehr als Strategie. Dein Duft hat mich wahnsinnig gemacht. Dein Körper hat nach mir gerufen, wie kein anderer je zuvor. Die Göttin hat uns verbunden. Markiert oder nicht, du gehörst mir.“
Seine Lippen streiften ihren Hals. Elara erschauerte. Die Erinnerung an seine Zähne, an seine Hände auf ihren Hüften, an das Gefühl, als er tief in sie eingedrungen war und sie beide den Höhepunkt erreicht hatten, flutete zurück. Hitze sammelte sich in ihrem Unterleib. Sie wollte ihn hassen. Sie wollte ihn wegstoßen. Stattdessen bog sie den Kopf zur Seite und bot ihm mehr von ihrer Haut dar.
„Wenn du unschuldig bist“, flüsterte sie, „dann beweise es. Finde den wahren Verräter. Und lass Selene in Frieden.“
Thorne knurrte tief in seiner Kehle, ein Laut, der direkt in ihre Knochen fuhr. „Ich werde den Verräter finden. Und danach... danach werde ich dich wieder nehmen. Diesmal nicht im Verborgenen. Diesmal wird die ganze Meute wissen, dass du meine wahre Gefährtin bist.“
Bevor sie antworten konnte, ertönte ein Schrei aus dem großen Saal. Sie eilten zurück. Einer der Ältesten lag am Boden, ein Dolch in der Brust. In seiner Hand hielt er ein kleines Fläschchen mit Resten des Giftes.
„Er war es“, keuchte ein Krieger. „Er hat gestanden, bevor er sich selbst richtete. Er wollte die Allianz verhindern, um seine eigene Linie an die Macht zu bringen.“
Chaos brach aus. Darius brüllte Befehle. Thorne überprüfte den Toten persönlich. Elara stand da und spürte, wie die Anspannung langsam von ihr abfiel. Selene war gerettet. Der Verräter tot. Doch nichts war wirklich vorbei.
Später, als der Blutmund seinen Zenit überschritten hatte und die Nacht sich dem Morgen zuneigte, fand Elara sich allein in einem der oberen Gemächer wieder. Selene schlief friedlich unter der Obhut des Heilers. Die Meute zerstreute sich allmählich, doch die Luft knisterte noch immer vor Misstrauen.
Die Tür öffnete sich leise. Thorne trat ein. Er hatte seinen Mantel abgelegt, und sein Hemd stand offen und enthüllte die harten Muskeln seiner Brust, die im schwachen Kerzenlicht schimmerten. Er schloss die Tür hinter sich und verriegelte sie.
„Es ist vorbei“, sagte er. „Für heute.“
Elara wich nicht zurück. Sie stand am Fenster und blickte hinaus in den Wald, wo der rote Schein langsam verblasste. „Für heute. Aber was ist mit morgen? Mit deinen Plänen? Mit mir?“
Thorne kam näher. Diesmal berührte er sie sanft, seine Finger strichen über ihre Wange. „Meine Pläne haben sich geändert. Der Bund hat alles verändert. Ich kann dich nicht mehr als bloße Zuchtstute sehen. Du bist meine Gefährtin. Die wahre Luna, auch ohne Mal.“
Er zog sie an sich. Sein Mund fand ihren in einem Kuss, der zuerst fordernd war, dann tiefer, hungriger. Elara erwiderte ihn, ihre Hände gruben sich in sein Haar. Der Hass mischte sich mit Verlangen, die Wut mit einer Sehnsucht, die sie nicht kontrollieren konnte. Sie stolperten zum Bett. Kleidung fiel zu Boden. Seine Hände erkundeten ihren Körper, fanden die Stellen, die er in der vergangenen Nacht schon markiert hatte.
Diesmal war es anders. Nicht nur roh und animalisch, sondern durchzogen von etwas Neuem. Der Bund pulsierte zwischen ihnen, verstärkte jede Berührung, jedes Stöhnen. Als Thorne in sie eindrang, langsam und tief, schrie Elara auf. Nicht vor Schmerz, sondern vor der Intensität der Verbindung. Ihre Seelen schienen sich zu berühren, ihre Wölfe im Inneren heulten gemeinsam.
Sie bewegten sich im Rhythmus des verblassenden Mondes. Thorne flüsterte Worte an ihrer Haut, Versprechen und Geständnisse. „Du bist mein. Nicht als Geheimnis. Als Königin.“
Elara klammerte sich an ihn, ihre Nägel zogen Spuren über seinen Rücken. Der Höhepunkt kam wie eine Welle aus Feuer und Mondlicht. Sie kamen gemeinsam, ihre Körper verschmolzen in Ekstase.
Danach lagen sie eng umschlungen da. Thorne strich über ihr Haar. „Morgen werde ich vor der Meute sprechen. Ich werde die alte Allianz auflösen und dich an meiner Seite beanspruchen. Mark oder nicht, du bist die Stärkste von uns allen.“
Elara schloss die Augen. Zweifel blieben. Die Vergangenheit lastete schwer. Doch in diesem Moment, in seinen Armen, spürte sie zum ersten Mal seit Jahren, dass sie nicht mehr unsichtbar war. Sie war gesehen. Begehrt. Gefürchtet.
Und irgendwo in den Tiefen des Waldes wartete vielleicht noch mehr Verrat. Doch für diese eine Nacht gehörte sie dem Mann, der sie gebrochen und zugleich geheilt hatte.
Der Morgen graute bereits, als sie endlich einschlief, das Heulen ferner Wölfe als Wiegenlied.
Thorne drückte die Hand fester auf das Zeichen und der Kontakt brannte so heiß dass sein Fleisch zu singen begann. Der Bund trug den Entschluss bevor er ihn aussprach und der Entschluss war weder der Tod noch die Unterwerfung. Er öffnete sich vollständig und zog den letzten Funken von Elara und den Hunger und die Stimme und den schwarzen Kern in einen einzigen Strom und versuchte sie alle in dem Bund selbst einzusperren.Elara spürte den Griff und der Teil von ihr der noch sie selbst war griff zurück mit allem was er noch besaß. Der rote Funke flackerte und legte sich um den schwarzen Kern und der Bund wurde zu einem Käfig aus Liebe und Willen und Blut und der Hunger schrie weil er zum ersten Mal seit dem Bruch des Siegels Widerstand spürte der nicht nur Vernichtung wollte.Die Stimme in Elara zerrte und drohte und versprach und doch hielt der Käfig. Für einen Atemzug lag das Wesen gefangen zwischen dem letzten Rest von Elara und dem Willen von Thorne und der Strom floss in beide Rich
Der Moment hing zwischen ihnen wie ein lebendiges Ding und der Bund trug jeden Herzschlag und jeden Zweifel und jede Liebe die noch existierte. Thorne kniete vor Elara und seine Hand in der ihren war die einzige Verbindung die noch stand und doch fühlte er wie das neue Zeichen auf ihrer Haut sich enger legte und wie der Hunger in ihr wuchs und wie die Stimme die durch sie sprach bereits seinen Willen abtastete.Elara kämpfte. Der Teil von ihr der noch sie selbst war warf alles was er besaß gegen den schwarzen Kern und der rote Funke flackerte und versuchte das Zeichen zurückzudrängen und doch wuchs das Zeichen und legte sich über ihre Kehle und über ihr Herz und über die Stelle wo das Sichelmal nie gewesen war. Ihre Augen wechselten zwischen Grau und Schwarz und der Ausdruck darin war ein Krieg den niemand von außen sehen konnte.Die Stimme in ihr sprach und diesmal war sie leiser und doch unerbittlich. Er wird dich nicht töten. Er liebt dich zu sehr. Und die Liebe ist der Weg den ich
Die graue Stille im Saal hielt nur einen Atemzug lang. Dann begann der Funke in Elaras Blut erneut zu glühen und diesmal war das Glühen nicht mehr rein rot. Es trug einen schwarzen Kern und der schwarze Kern pulsierte im Takt eines Herzens das nicht das ihre war. Elara spürte den Moment in dem der Herr der Schatten endgültig zerfiel und sie spürte gleichzeitig den Moment in dem etwas anderes seinen Platz einnahm. Etwas das älter war und hungriger und das von Anfang an hinter dem Feind gewartet hatte.Thorne öffnete die Augen und der Bund trug den Schock bevor er ihn in Worte fassen konnte. Die Leere die der Herr der Schatten zurückgelassen hatte füllte sich nicht mit seiner eigenen Seele. Sie füllte sich mit dem Echo des ungezeichneten Blutes und das Echo kam nicht von ihm. Es kam von Elara. Der rote Funke der den Feind vernichtet hatte hatte den Feind nicht einfach ausgelöscht. Er hatte ihn freigesetzt und in das einzige Gefäß überführt das ihn je hätte tragen können.Elara. Das unge
Das rote Licht erfüllte den Saal so vollständig dass kein Schatten und kein Frost und kein Rest der früheren Kälte mehr existieren konnte. Elara und Thorne lagen im Zentrum und ihre Körper waren nicht mehr steif vor Kälte sondern glühend vor einer Hitze die von innen heraus fraß. Der rote Funke war zu einer Flamme geworden und die Flamme kannte keinen Unterschied zwischen Feind und Träger und Liebe und Verrat. Sie verbrannte alles was sie berührte und sie wuchs weil das ungezeichnete Blut keine Grenzen und keine Siegel und keine Prophezeiungen anerkannte. Thorne spürte den Feind in sich schreien und der Schrei war der letzte Widerstand eines Wesens das Jahrhunderte lang in den Malen der Blackwood Linie gewartet hatte. Der Herr der Schatten versuchte die gesammelte Macht zurückzuziehen und doch hielt die Flamme jede Verbindung fest und fraß sie von innen heraus. Der Teil von Thorne der noch sein eigener war griff nach Elara und der Bund der unter der Kraft zu zerreißen drohte flammte
Der rote Funke zuckte und die Gestalt aus schwarzem Licht wich einen Schritt zurück und der Riss vibrierte weil etwas Unmögliches geschehen war. Elara lag im Zentrum des Kreises und ihr Körper war so steif vor Frost dass nur noch der Wille sie aufrecht hielt und doch floss aus ihrem ungezeichneten Blut ein Strom der weder silberrot noch weiß war. Er war rein und alt und hungrig und er suchte den Teil von Thorne der noch nicht dem Herrn der Schatten gehörte.Thorne spürte den Griff von innen und von außen zugleich. Der Feind in ihm lachte und versuchte den roten Funken zu zerreißen und der Teil der noch sein eigener war griff danach wie ein Ertrinkender nach Luft. Der Hauptstrom floss erneut und diesmal war er nicht mehr nur Echo. Er trug die Wut und den Schmerz und die Liebe die trotz des Verrats noch existierte und er stieß die Schattenläufer einen weiteren Schritt zurück.Die Gestalt aus schwarzem Licht sprach und die Stimme war die von Thorne und die des Feindes zugleich. Du kannst
Der weiße Punkt flackerte und die Klaue des Herrn der Schatten schloss sich um ihn und der Schmerz der daraus entstand zerriss den letzten Rest des Bundes zwischen Elara und Thorne. Ihre Körper lagen bereits halb gefroren im Zentrum des Kreises und das Blut aus den Malen war schwarz geworden und der Frost kroch in ihre Herzen. Die Schattenläufer standen bereit und die Präsenz füllte jeden Winkel und die Stimme lachte weil der Sieg greifbar nah war.Dann geschah der Bruch.Der weiße Punkt zerbarst von innen heraus und an seiner Stelle erschien kein Licht mehr sondern eine zweite Präsenz. Kalt und alt und vertraut und doch vollkommen fremd. Sie sprach mit der Stimme des Herrn der Schatten und gleichzeitig mit einer Stimme die Elara und Thorne seit dem ersten Tag des Bundes kannten.Ihr habt mich gerufen.Elara spürte den Schock durch den zerrissenen Bund und Thorne spürte dasselbe und der Hauptstrom der nur noch als Echo existiert hatte flackerte auf weil die Erkenntnis zu groß war um s







