MasukDas erste graue Licht der falschen Dämmerung schlich durch die Läden, als Elara sich endlich regte. Thornes Arm lag noch schwer über ihrer Taille, sein Atem langsam und gleichmäßig an ihrem Nacken. Sie blieb reglos liegen, katalogisierte jede Empfindung: den Schmerz zwischen ihren Schenkeln, die schwachen Blutergüsse an ihren Hüften, wo seine Finger sich eingegraben hatten, die raue Stelle an ihrer Schulter, wo seine Zähne gedrückt hatten, ohne die Haut zu brechen. Sie fühlte sich gebrandmarkt auf eine Weise, wie es kein heiliges Sichelmal je hätte erreichen können.
Vorsichtig glitt sie unter seiner Umarmung hervor. Er wachte nicht auf. Oder tat nur so. Sie kleidete sich schweigend an, das zerrissene Hemd hing unbeholfen von ihren Schultern, bis sie es an der Taille verknotete. Ihre Schürze blieb auf den Dielen liegen wie ein Beweisstück, das sie nicht anzufassen wagte. Sie ließ sie dort.
Draußen biss die Luft scharf und rein. Reif überzog die Kiefernnadeln. Der Wald hielt den Atem an, während sie hastig den Hirschpfad zurücklief, jedes Rascheln der Blätter klang wie Verfolgung. Als sie das Dienstbotentor erreichte, hatte der Himmel sich zu der Farbe alten Stahls aufgehellt. Sie schlüpfte hinein, das Herz hämmernd, und ging direkt in die Küchen.
Die Köchin war bereits da und bellte Befehle an die Spülmädchen. Elara griff nach einem Besen und begann, die Steinplatten zu fegen, als wäre sie nie fort gewesen. Niemand fragte nach. Niemand bemerkte das Zittern ihrer Hände oder den schwachen Duft von Kiefer und Sex, der trotz der Kälte an ihrer Haut haftete.
Sie arbeitete den Vormittag über wie in Trance. Jeder Topfklang, jeder Schrei vom Hof ließ sie zusammenzucken. Sie erwartete jeden Moment, dass Thorne auftauchte, sie zurück in die Schatten zerrte, mehr von dem verlangte, was sie in der Hütte genommen hatten. Doch er kam nicht. Die große Halle blieb ruhig. Die Krieger trainierten im Hof. Das Leben ging weiter, als hätte die Nacht nie stattgefunden.
Gegen Mittag waren ihre Nerven zum Zerreißen gespannt. Sie trug einen Krug Wasser in die oberen Gänge und kam an Selenes Gemächern vorbei. Die Tür stand einen Spalt offen. Drinnen murmelte man.
Elara blieb gerade draußen stehen, den Krug auf die Hüfte gestützt.
„…geträumt, der Mond blute“, sagte Selene mit kleiner Stimme. „Rot wie frische Beute. Ich bin weinend aufgewacht und konnte nicht aufhören.“
Darius antwortete, barsch, aber nicht unfreundlich. „Träume bedeuten nichts, Tochter. Der Blutmond ist Macht, kein Omen. Du wirst an Thornes Seite stehen, gezeichnet und strahlend. Das Rudel wird seine Zukunft gesichert sehen.“
„Aber Vater, was, wenn die Göttin die Verbindung nicht segnet? Was, wenn keine Welpen kommen?“
„Dann sorgt der Mond für einen anderen Weg“, sagte Darius. Eine Pause. „Thorne hat von … Notfallplänen gesprochen.“
Elaras Griff um den Kruggriff wurde so fest, dass ihre Knöchel weiß hervortraten.
„Notfallpläne?“, wiederholte Selene.
„Starke Blutlinien müssen weiterbestehen. Wenn dein Schoß sich als unfruchtbar erweist, gibt es andere mit Blackthorn-Blut, die die Linie im Verborgenen fortführen können. Das Rudel muss es nie erfahren.“
Die Stille dehnte sich dünn und furchtbar aus.
„Du meinst Elara“, flüsterte Selene.
Darius machte ein abweisendes Geräusch. „Sie ist ungezeichnet. Nützlich für solche Zwecke. Thorne hat bereits Interesse bekundet. Es wäre schnell. Sauber. Sie würde entlohnt.“
Elara presste den Rücken gegen die Wand, atmete flach. Der Krug zitterte. Wasser schwappte gegen den Rand.
Selenes Stimme brach wie dünnes Eis. „Du würdest meine Schwester wie eine Zuchtstute benutzen? Während ich lächelnd neben dem Mann stehe, der sie im Schatten nimmt?“
„Es ist Zweckmäßigkeit, Selene. Keine Grausamkeit.“
„Es ist Verrat.“
„Genug.“ Darius’ Ton verhärtete sich. „Du wirst deine Pflicht tun. Thorne wird seine tun. Elara wird ihre tun. Das Rudel überdauert. Das ist alles, was zählt.“
Schritte näherten sich der Tür. Elara zuckte zurück, eilte den Gang hinunter, bevor man sie sehen konnte. Sie hielt erst im Waschhof inne, wo Dampf von kochenden Kesseln aufstieg und der Geruch von Lauge alles andere überdeckte.
Sie sank auf einen umgedrehten Eimer, den Kopf in die Hände gestützt. Das Gespräch spielte sich in gnadenlosen Einzelheiten ab. Ihr eigener Vater sprach von ihr wie von Vieh. Selenes Entsetzen. Die beiläufige Grausamkeit von allem.
Und Thorne.
Er hatte es gewusst. Er musste gewusst haben, dass Darius zustimmen würde. Die Hütte, die Nacht, der Anspruch … es war kein Impuls gewesen. Es war Strategie. Er hatte ihren Körper genommen, um ihre Loyalität zu prüfen, um sie enger zu binden, bevor die eigentliche Falle zuschnappte.
Sie wollte schreien. Wollte fliehen. Wollte in die große Halle stürmen und ihm ein Küchenmesser ins Herz stoßen, während das Rudel zusah.
Stattdessen stand sie auf, wischte sich das Gesicht ab und kehrte zur Arbeit zurück. Denn Flucht würde Selene verdammen. Schreien würde sie beide verdammen.
Der Nachmittag schleppte sich dahin. Sie schrubbte Leinentücher, bis ihre Hände bluteten. Sie trug Feuerholz, bis ihre Schultern brannten. Jede Aufgabe hielt sie in Bewegung, hielt sie davon ab, zu tief über die Hitze nachzudenken, die noch zwischen ihren Beinen glühte, oder darüber, wie Thornes Knurren geklungen hatte, als er in ihr gekommen war.
Bei Einbruch der Dämmerung begann das Anwesen, sich auf das Blutmondfest vorzubereiten. Fackeln wurden entlang der Wände entzündet. Tische bogen sich unter Platten mit gebratenem Hirsch und gewürztem Brot. Musik drang aus der großen Halle: tiefe Trommeln, der klagende Ruf von Knochenflöten. Das Rudel versammelte sich, Stimmen erhoben sich in Erwartung.
Elara wurde geschickt, um Kelche mit Glühwein zu füllen. Sie bewegte sich wie Rauch durch die Menge, Kopf gesenkt, Tablett ruhig. Zuerst sah sie Selene. Ihre Schwester stand neben dem hohen Tisch in einem Kleid aus karmesinroter Seide, das sichelförmige Mal auf ihrer Schulter entblößt und glänzend im Fackellicht. Sie sah aus wie eine Göttin aus Mondlicht und Blut gemeißelt. Doch ihre Augen waren gequält.
Dann erschien Thorne.
Er trug schwarzes Leder mit silberner Kante, einen schweren Umhang zurückgeworfen, um die Breite seiner Schultern zu zeigen. Die Narbe in seinem Gesicht schien heute Nacht tiefer, als ob der kommende Mond jede Kante von ihm schärfte. Er bewegte sich mit raubtierhafter Anmut durch die Menge, nickte Kriegern zu, murmelte Ältesten etwas zu, jede Geste berechnet, um Respekt zu fordern.
Als sein Blick Elara fand, hielt er fest.
Sie spürte es wie einen körperlichen Schlag. Hitze raste über ihre Haut. Ihr Puls donnerte in den Ohren. Er lächelte nicht. Er winkte nicht. Er schaute sie einfach an, ohne zu blinzeln, als wäre die gesamte Halle zu nichts verblasst.
Sie wandte sich zuerst ab, die Wangen brennend, und trug das Tablett zur anderen Seite des Raums. Doch sie spürte seinen Blick noch immer wie ein Brandmal auf ihrem Rücken.
Das Fest zog sich hin. Trinksprüche wurden ausgebracht. Lieder gesungen. Selene lächelte, wenn es erwartet wurde, lachte, wenn es erwartet wurde. Elara beobachtete aus den Schatten, der Magen in Aufruhr.
Dann veränderte sich der Rhythmus der Trommeln. Langsam. Tief. Das Signal, dass der Blutmond über dem Horizont aufgestiegen war.
Darius erhob sich. „Die Stunde naht. Erbe Thorne, Lady Selene, tretet vor.“
Die Menge teilte sich. Thorne reichte Selene die Hand. Sie nahm sie, das Kinn hoch erhoben, obwohl Elara das leichte Zittern ihrer Finger sah.
Sie gingen in die Mitte der Halle, wo ein Kreis aus weißem Salz auf den Steinplatten ausgelegt war. Fackeln umringten den Kreis, Flammen loderten hoch. Ein Ältester trat vor, einen silbernen Kelch mit dunkler Flüssigkeit in den Händen.
„Der Blutmond steigt auf“, intonierte der Älteste. „Die Verbindung beginnt. Trinkt und seid gebunden.“
Thorne nahm den Kelch zuerst. Er trank tief, die Kehle arbeitete. Dann reichte er ihn an Selene weiter. Sie zögerte nur einen Moment, bevor sie ihn an die Lippen setzte.
Elaras Herz hämmerte gegen ihre Rippen. Sie wusste, was als Nächstes kam. Das öffentliche Gelübde. Der erste Biss. Die zeremonielle Markierung, die Selene in den Augen des Rudels zur Luna machen würde.
Doch etwas stimmte nicht.
Selene schwankte. Der Kelch glitt aus ihren Fingern und zerschellte auf dem Stein. Dunkler Wein breitete sich wie Blut aus. Sie griff sich an die Kehle, die Augen weit vor plötzlichem Entsetzen.
„Selene!“, rief Elara, bevor sie sich zurückhalten konnte.
Die Halle explodierte. Krieger drängten vor. Darius brüllte nach Stille.
Thorne fing Selene auf, als ihre Knie nachgaben. Er ließ sie sanft zu Boden gleiten, eine Hand stützte ihren Kopf. Sein Gesicht war ausdruckslos.
„Gift“, schrie jemand.
Panik breitete sich aus. Älteste bellten Befehle. Wachen versiegelten die Türen.
Elara drängte sich durch die Menge, ohne auf Rang oder Konsequenzen zu achten. Sie fiel neben ihrer Schwester auf die Knie. Selenes Lippen waren blau angelaufen. Ihr Atem kam in flachen Stößen.
„Bleib bei mir“, flüsterte Elara, die Hände zitternd, während sie feuchtes Haar von Selenes Stirn strich. „Bitte.“
Thornes Blick traf ihren über Selenes Körper hinweg. Zum ersten Mal sah sie etwas Rohes in diesen sturm grauen Augen. Keine Berechnung. Kein Besitzanspruch.
Angst.
„Holt den Heiler“, knurrte er dem nächsten Krieger zu. „Jetzt.“
Der Mann rannte los.
Elara schaute zu Thorne auf. „Du hast das getan.“
Es war keine Frage.
Sein Kiefer spannte sich an. „Ich war es nicht.“
„Dann wer?“
Er antwortete nicht. Seine Hand ruhte auf Selenes Schulter, der Daumen strich über die heilige Sichel, als wollte er sie zwingen, sie zu schützen.
Selenes Augen flatterten auf. Sie fokussierte zuerst Elara. „Es tut mir leid“, krächzte sie. „Ich hätte härter kämpfen sollen … für dich.“
Tränen brannten in Elaras Sicht. „Sprich nicht. Spare deine Kraft.“
Selenes Finger fanden Elaras Hand und drückten schwach. „Er … will dich. Nicht mich. Nie mich. Beschütze dich selbst, kleine Schwester. Lass nicht zu, dass er …“
Ihre Worte lösten sich in einem feuchten Husten auf. Blut sprenkelte ihre Lippen.
Elara spürte, wie etwas in ihr weit aufriss. Zorn. Trauer. Entsetzen. Sie verschmolzen zu etwas Kaltem und Tödlichem.
Sie schaute Thorne erneut an. „Wenn sie stirbt“, sagte sie leise genug, dass nur er es hörte, „werde ich dich selbst töten. Langsam. Und ich werde dafür sorgen, dass das Rudel zusieht.“
Zum ersten Mal hatte der Erbe des Eisenfangs keine Antwort.
Der Heiler brach durch die Menge, die Tasche klappernd. Er fiel neben Selene auf die Knie, die Hände bewegten sich schnell: Puls prüfen, Lider heben, Beschwörungen murmeln.
Elara blieb auf den Knien, hielt die Hand ihrer Schwester, starrte den Mann an, der in der vergangenen Nacht ihren Körper beansprucht hatte und nun neben der Frau kniete, die er heute Nacht hätte paaren sollen.
Der Blutmond hing voll und karmesinrot über dem Anwesen.
Und irgendwo in den Schatten von Blackthorn hatte jemand gerade versucht, die zukünftige Luna zu ermorden.
Elara verstärkte ihren Griff um Selenes Finger.
Was auch immer als Nächstes kam, sie würde nicht länger unsichtbar sein.
Sie würde Rache sein.
Der fünfte graue Morgen legte sich über Blackthorn Manor und fand die Dynastie in einem Zustand der kaum noch Leben von Tod trennte. Elara und Thorne knieten im Zentrum des Kreises und hielten den bewussten Strom der Liebe mit einem Willen aufrecht der bereits die letzten Reste ihrer Seelen verbrauchte. Das silberrote Licht war nur noch ein dünner zitternder Schimmer und der kalte Faden umschlang es eng und fest und entzog ihm mit jedem Puls weitere Kraft. Die schwarzen Narben auf ihren Malen hatten sich über Arme und Schultern ausgebreitet und zogen dunkle Linien bis an den Rand des Herzens. Jeder Atemzug war ein Kampf und jeder Herzschlag ein Preis der nicht mehr zu zahlen war und dennoch gezahlt wurde.Lira kniete direkt bei ihnen und legte beide Hände auf die Male. Ihre Stimme war kaum mehr als ein Hauch. Der Faden zieht zu und das Licht erlischt. Wenn wir jetzt nicht alles geben was noch vorhanden ist wird der Strom reißen und die Tür öffnet sich endgültig. Es gibt keine weitere
Der vierte graue Morgen brach über Blackthorn Manor herein und fand die Dynastie in einem Zustand der kaum noch von Zusammenbruch zu unterscheiden war. Elara und Thorne knieten im Zentrum des Kreises und hielten den bewussten Strom der Liebe mit einem Willen aufrecht der bereits die Grenzen der Seele überschritten hatte. Das silberrote Licht war nur noch ein dünner zitternder Faden und um diesen Faden legte sich der kalte Faden der durch den geweiteten Riss gesickert war und langsam dicker wurde. Die schwarzen Narben auf ihren Malen hatten sich weiter ausgebreitet und zogen dunkle Linien über Haut und Bindung gleichermaßen. Jeder Puls kostete jetzt mehr als der Körper und die Seele zusammen geben konnten.Lira kniete direkt bei ihnen und legte beide Hände auf die Male. Ihre Stimme zitterte vor Erschöpfung und Furcht. Der Riss hat sich geweitet und der kalte Faden wächst. Er umschlingt das Licht und entzieht ihm Kraft mit jedem Atemzug. Wenn wir ihn nicht sofort zurückdrängen wird er d
Der dritte graue Morgen legte sich über Blackthorn Manor wie eine nasse Last die keine Hoffnung trug. Elara und Thorne saßen noch immer im Zentrum des Kreises und hielten den bewussten Strom der Liebe mit einem Willen aufrecht der bereits über die Grenzen des Möglichen hinausging. Das silberrote Licht war nur noch ein dünner Faden der mühsam zwischen ihnen pulsierte und der hauchdünne Riss vibrierte unter dem ständigen Druck der fremden Note. Die schwarzen Narben auf ihren Malen waren dunkler geworden und schienen die Erschöpfung selbst in sich aufzusaugen. Jeder Atemzug kostete Kraft und jeder Puls fraß tiefer in die Reserven die kaum noch vorhanden waren.Lira kniete bei ihnen und legte die Hände auf die Male. Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. Der Strom hält noch doch er hält nur noch durch reinen Willen. Die bewegliche Verteilung hat uns zwei Nächte gerettet aber die Träger sind an einem Punkt angelangt an dem weitere Belastung den Zusammenbruch bedeutet. Wenn die Note je
Der dritte graue Morgen legte sich über Blackthorn Manor wie eine nasse Last die keine Hoffnung trug. Elara und Thorne saßen noch immer im Zentrum des Kreises und hielten den bewussten Strom der Liebe mit einem Willen aufrecht der bereits über die Grenzen des Möglichen hinausging. Das silberrote Licht war nur noch ein dünner Faden der mühsam zwischen ihnen pulsierte und der hauchdünne Riss vibrierte unter dem ständigen Druck der fremden Note. Die schwarzen Narben auf ihren Malen waren dunkler geworden und schienen die Erschöpfung selbst in sich aufzusaugen. Jeder Atemzug kostete Kraft und jeder Puls fraß tiefer in die Reserven die kaum noch vorhanden waren.Lira kniete bei ihnen und legte die Hände auf die Male. Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. Der Strom hält noch doch er hält nur noch durch reinen Willen. Die bewegliche Verteilung hat uns zwei Nächte gerettet aber die Träger sind an einem Punkt angelangt an dem weitere Belastung den Zusammenbruch bedeutet. Wenn die Note je
Der graue Morgen legte sich schwer über Blackthorn Manor und ließ die Erschöpfung der Dynastie in jedem Gesicht und jeder Haltung sichtbar werden. Elara und Thorne saßen noch immer im Zentrum des Kreises und hielten den bewussten Strom der Liebe aufrecht obwohl ihre Kräfte fast vollständig verbraucht waren. Das silberrote Licht flackerte schwach aber stetig und der hauchdünne Riss blieb eng genug um die fremde Note zurückzuhalten. Die schwarzen Narben auf ihren Malen lagen still doch unter der Oberfläche arbeitete die Müdigkeit weiter und nagte an den Reserven die kaum noch vorhanden waren.Lira prüfte die Male mit zitternden Fingern und sprach mit heiserer Stimme. Der Strom hat die Nacht überlebt und die Verengung hält doch die Träger sind tiefer erschöpft als je zuvor. Jeder Puls kostet jetzt mehr als er zurückgibt und die Seele selbst verlangt nach einer Pause die wir nicht gewähren können. Wenn die fremde Note jetzt einen neuen Weg findet wird der Kreis kaum noch reagieren können.
Der frühe Morgen lag über Blackthorn Manor wie eine dünne Decke die keine Wärme gab. Elara und Thorne hielten den bewussten Strom der Liebe mit letzter Kraft aufrecht und das silberrote Licht flackerte so schwach dass es zeitweise nur noch als Gefühl im Bund spürbar war. Die schwarzen Narben auf ihren Malen lagen still doch die ständige Arbeit hatte sichtbare Spuren hinterlassen. Ihre Gesichter waren aschfahl und die Hände zitterten auch im Ruhezustand und jeder Puls kostete mehr als der vorherige. Lira kniete eng bei ihnen und legte beide Hände auf die Male. Der Strom ist brüchig geworden. Die Verengung hält noch und der Riss ist eng doch die Träger sind am Ende ihrer Reserven. Wenn wir die Last nicht sofort anders verteilen wird der nächste Stoß den Strom reißen und dann öffnet sich die Tür von selbst. Sira arbeitete bereits an einer neuen Anordnung der Siegel. Die alten Kreise sind erschöpft und die neuen müssen die Last auf den gesamten Kreis legen statt auf zwei allein. Es wird







