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Kapitel 3

Author: Author Marr
last update Petsa ng paglalathala: 2026-07-03 09:05:56

Lucia.

Am nächsten Morgen stand ich früher als gewöhnlich auf, wie eine Routine, die sich in meinen Körper eingebrannt hatte. Ich ging direkt in die Küche. Suppe aufwärmen, Eier braten, Brot auf Tellern anrichten. Alles geschah automatisch, als ob mein Körper sich bewegte, ohne dass es eines Befehls bedurfte. In der Nacht hatte ich kaum geschlafen, aber Müdigkeit war in diesem Haus nie eine Entschuldigung.

Das Seltsame war, dass es an diesem Morgen kein Geschrei gab.

Als ich das Frühstück auf dem Esstisch angerichtet hatte, saß mein Onkel bereits ordentlich da, trug sein bestes Hemd. Auch meine Tante wirkte mehr geschminkt als sonst. Ihr Haar war ordentlich gekämmt, ihr Gesicht voller Make-up. Elena saß neben ihr, schön wie immer, in einem schlichten, aber eindeutig teuren Kleid.

Ich wollte gerade wie üblich in die Küche zurückgehen, als mein Onkel sagte: "Setz dich."

Ich zögerte.

"Was ist los?", fragte ich unsicher.

"Frühstück zusammen", sagte er knapp.

Mein Herz schlug unruhig. Das war noch nie passiert. Kein einziges Mal, seit ich in diesem Haus lebte. Ich setzte mich langsam an das untere Ende des Tisches, und meine Hand war steif, als ich nach dem Löffel griff. Einige Minuten lang war nur das Klirren von Besteck zu hören, dann begann meine Tante ein Gespräch.

"Elena, du erinnerst dich doch an den Ablauf heute?", sagte sie mit stolzem Lächeln.

"Natürlich, Mama. Der Wettbewerb beginnt mittags. Ich bin bereit."

"Ich bin sicher, alle Augen werden auf dich gerichtet sein. Mit deinem Gesicht und deinem Körper gehörst du wirklich auf die Bühne."

Ich senkte den Blick und konzentrierte mich auf meinen Teller.

"Das Ersatzkleid ist letzte Nacht angekommen, noch schöner als das vorherige", sagte meine Tante.

Elena lächelte zufrieden. "Gott sei Dank. Sonst wäre ich aufgeschmissen gewesen."

Ich sagte nichts. Sie sprachen ausführlich über die Details des Wettbewerbs, die Dekoration, die Jury, die wichtigen Gäste, während ich nur eine Zuhörerin war, die nicht beachtet wurde. Ich kannte meine Aufgabe für später schon: Taschen tragen, Schminkkoffer, Ersatzschuhe, wie immer.

Nach dem Essen stand mein Onkel auf. Er glättete seine Manschetten und sah mich an.

"Heute Abend kommst du mit mir", sagte er.

"Warum?", meine Stimme kam kaum heraus.

"Mach dich einfach bereit."

Meine Hand fuhr reflexartig zu meinem Hals und umklammerte die Kette meiner Mutter. Mein Onkel warf einen kurzen Blick darauf, dann drehte er sich um und verließ das Haus, ohne auf meine Antwort zu warten.

Meine Tante warf mir nur einen flüchtigen Blick zu und sagte gleichmütig: "Mach schnell fertig. Wir wollen nicht zu spät kommen."

Wir fuhren eine Stunde später los. Ich saß auf dem Rücksitz des Autos, Elenas mehrere Taschen auf meinem Schoß. Kurz darauf kamen wir an. Das Gebäude, in dem der Schönheitswettbewerb stattfand, wirkte prächtig. Ein roter Teppich war vor dem Eingang ausgerollt. Kameralichter blinkten überall. Die Frauen kamen in wunderschönen Kleidern, mit schlanken Körpern und perfekten Gesichtern.

Ich stieg aus dem Auto und fühlte mich sofort fehl am Platz.

Ich senkte den Kopf und folgte meiner Tante und Elena. Viele Blicke schauten, aber nicht auf mich. Alle richteten sich auf die schönen Frauen, die wie dafür geboren schienen, an diesem Ort zu stehen. Ich umklammerte die Tasche fester.

Elena wurde sofort von Veranstaltern und anderen Teilnehmerinnen umringt. Sie lachten, lobten sich gegenseitig und verglichen sich. Meine Tante stand neben ihr mit einem Gesicht voller Stolz. Ich stand etwas abseits, nahe der Wand, und versuchte, mich unsichtbar zu machen.

Ich wusste, dass ich nicht so schön war wie sie. Mein Körper war zu groß, mein Gesicht zu schlicht, meine Haut nicht makellos. An diesem Ort war ich wie ein Fleck auf weißem Stoff.

Plötzlich änderte sich die Atmosphäre. Die Gespräche verstummten. Ich hob langsam den Kopf. Die Haupteingangstür öffnete sich, und mehrere Männer in Schwarz traten zuerst ein. Ihre Körper waren kräftig, ihre Schritte gleichmäßig. Ihre Aura ließ den Raum enger wirken.

In ihrer Mitte ging ein Mann ruhig. Er war groß, seine Schultern breit, sein Gesicht streng mit einem scharfen Kiefer. Sein schwarzer Anzug saß perfekt, ohne übertriebenen Schnickschnack. Sein Blick war kalt und beherrscht, als ob der Raum sich ihm unterwarf, ohne dass er befehlen musste.

Ich wusste, wer er war: Alexandro De Luca.

Sein voller Name tauchte oft in den Wirtschaftsnachrichten auf. Er war Immobilien- und Logistikunternehmer international, Besitzer einer Reederei und eines grenzüberschreitenden Vertriebsunternehmens. Aber jeder wusste auch, dass diese Geschäfte nur die Fassade waren.

Im Hintergrund kontrollierte er ein dunkles Netzwerk, illegale Vertriebswege, Schutzgelder und Transaktionen, die nie dokumentiert wurden. Es hieß, er sei der Ehrengast dieser prestigeträchtigen Veranstaltung.

Alexandro trat ein, und wie auf Kommando machten die Leute ihm Platz. Die Juroren standen auf. Die Veranstalter lächelten nervös. Sogar meine Tante richtete ihren Rücken auf und versuchte, angemessen zu wirken. Ich fühlte mich nur noch kleiner. Und dann, mitten in diesem Meer aus schönen Gesichtern und glänzenden Kleidern, traf mich dieser Blick. Alexandros Augen wandten sich kurz in meine Richtung.

Ich wusste nicht, warum er mich ansah. Ich war nur ein dickes Mädchen, das in der Ecke stand und Taschen hielt. Aber sein Blick wandte sich nicht sofort ab. Es gab einen kurzen Moment, der ausreichte, um mir den Atem zu rauben. Ich senkte sofort den Kopf.

Der Wettbewerb begann schließlich. Das Hauptlicht wurde gedimmt, die Scheinwerfer der Bühne leuchteten hell. Die Eröffnungsmusik hallte durch den gesamten Saal, begleitet von tosendem Applaus des Publikums. Ich saß in der Reihe der normalen Plätze, direkt neben meiner Tante, mit den großen Taschen gestapelt zu meinen Füßen. Ersatzschuhe, Schminkkoffer, Trinkflasche, alles bei mir. Meine Tante saß aufrecht, ihre Augen waren unverwandt auf die Bühne gerichtet.

"Sitz ordentlich", flüsterte sie, ohne mich anzusehen. "Mach uns keine Schande."

Ich nickte leise. In der ersten Reihe stachen die VVIP-Plätze hervor. Die Stühle waren größer, der Abstand weiter, und sie wurden von mehreren kräftigen Männern bewacht. Dort saß er, Alexandro De Luca.

Er lehnte sich entspannt zurück, ein Bein übergeschlagen, seine Hand auf der Armlehne. Zwei Leibwächter standen hinter ihm, einer links, einer rechts. Alexandros Gesicht blieb ausdruckslos.

"Sieh ihn dir an!", murmelte meine Tante leise, fast wie zu sich selbst.

Ich warf einen kurzen Blick in seine Richtung und senkte dann schnell wieder den Kopf.

"Gutaussehend, aber unheimlich. Die Aura solcher Menschen bringt nie etwas Gutes", sagte meine Tante.

Sie schnalzte leise mit der Zunge. "Und zum Pech hat mein nutzloser Mann Schulden bei ihm."

Meine Tante atmete tief ein. "Wenn Elena heute gewinnt, kann das Preisgeld direkt zur Tilgung der Schulden verwendet werden, zumindest teilweise."

Auf der Bühne wurden die Teilnehmerinnen nacheinander vorgestellt. Wunderschöne Kleider glitzerten im Licht. Ihre Schritte waren anmutig, ihre Lächeln einstudiert, das Publikum jubelte, die Kameras blitzten ununterbrochen.

Elena erschien in der Mitte der Reihenfolge. Der Jubel stieg sofort an. Meine Tante klatschte reflexartig auf meine Hand, zu fest. "Das ist meine Tochter", flüsterte sie stolz.

Elena ging selbstbewusst. Ihr Körper war schlank, ihr Kinn erhoben, ihr Lächeln perfekt. Sie winkte dem Publikum zu, und viele antworteten mit noch stärkerem Applaus. Ich starrte auf die Bühne mit gemischten Gefühlen. Ein Teil in mir wusste, dass Elena wirklich dorthin gehörte. Sie war schön, sie strahlte, und die Welt war immer freundlich zu ihr, während ich nur eine Zuschauerin war.

Ich warf einen unwillkürlichen Blick zu den VVIP-Plätzen. Alexandro starrte auf die Bühne, aber nicht mit dem verzauberten Ausdruck wie die anderen Zuschauer. Ich senkte wieder den Kopf.

Runde um Runde verging: Frage-Antwort, Talentshow, Sonderauftritte. Meine Tante wurde immer unruhiger. Ihre Beine zuckten, ihre Finger umklammerten die kleine Tasche auf ihrem Schoß.

"Warum braucht die Jury so lange?", murmelte sie.

Ich antwortete nicht. Als eine kurze Pause angekündigt wurde, standen die Zuschauer auf und unterhielten sich. Meine Tante beugte sich zu mir.

"Hast du Alexandro eben gesehen?", flüsterte sie.

Ich nickte leise.

"So ein Mensch ...", meine Tante schluckte. "Es ist besser, ihn schnell zu bezahlen, als auf seinen Zorn zu warten."

Mir fiel der Blick meines Onkels ein, der Blick eines Mannes, der keine Wahl mehr hatte.

"Ich will nicht wissen, wie es geht. Hauptsache, die Schulden sind getilgt", sagte sie.

Auf der Bühne erschien Elena zur letzten Runde. Diesmal war ihr Kleid auffälliger. Das Licht strahlte jede ihrer Bewegungen an. Sie beantwortete die Fragen der Jury fließend, selbstbewusst, sodass sogar einige Zuschauer klatschten, bevor sie zu Ende gesprochen hatte.

Ich warf wieder einen Blick zu den VVIP-Plätzen. Alexandro lehnte sich nun etwas nach vorne, die Ellenbogen auf den Knien, die Finger ineinander verschlungen. Seine Augen ließen die Bühne nicht los, als ob sie auf Elena gerichtet wären. Und dann, aus irgendeinem Grund, drehte er seinen Kopf in Richtung meines Platzes.

Ich erschrak. Dieser Blick war kurz, aber er reichte, um mich in Panik zu versetzen. Ich senkte sofort den Kopf und tat so, als würde ich die Taschen zu meinen Füßen ordnen.

Plötzlich brauste tosender Applaus durch den Raum. Die Bekanntgabe stand unmittelbar bevor.

Meine Tante packte unwillkürlich meine Hand. "Bitte lass Elena gewinnen."

Ich hielt ebenfalls den Atem an, denn ich wusste: Wenn Elena gewann, würden die Schulden mit Geld bezahlt. Aber wenn sie nicht gewann ...

Mir fielen die Worte meines Onkels von letzter Nacht ein.

Du kommst mit mir.

"Will Onkel Carlo diese Kette an Alexandro übergeben?", murmelte ich in Gedanken.

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