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Kapitel 4

Author: Author Marr
last update Petsa ng paglalathala: 2026-07-03 09:07:45

An diesem Abend fuhren wir nach Hause. Mein Körper fühlte sich fast zerbrochen an. Meine Beine schmerzten vom ganztägigen Stehen, meine Schultern taten weh vom ununterbrochenen Tragen von Taschen und Koffern. Mein Kopf fühlte sich schwer an, aber ich stieg als Letzte aus dem Auto und stellte sicher, dass ich alle Sachen mit ins Haus genommen hatte.

Meine Tante öffnete die Tür voller Begeisterung und hüpfte fast. "Oh mein Gott, ich kann es immer noch nicht fassen! Meine Tochter hat wirklich gewonnen!"

Mein Onkel lachte laut, etwas, das ich selten sah. "Ich habe es doch gesagt, Elena ist einfach großartig."

Elena kam als Letzte herein, voller Selbstbewusstsein. Sie zog ihre Schuhe aus und warf ihre kleine Tasche auf das Sofa, als ob dieses Haus ihre Bühne wäre. Ihr Gesicht strahlte, ihr Handy vibrierte ununterbrochen von eingehenden Nachrichten.

"Drei Agenturen haben mich sofort kontaktiert. Ein Vertrag für Hautpflege, einer für Kleidung und noch einer für ein Gesundheitsgetränk."

Meine Tante klopfte sich auf die Brust. "Gott ist wirklich gerecht. All das Leid, das ich ertragen habe, hat sich heute ausgezahlt."

Ich stand in der Nähe der Tür und hielt immer noch die große Tasche. Niemand beachtete mich.

"Dieser Ehrengast hat auch kurz meinen Namen bei den Veranstaltern erwähnt", sagte Elena.

Mein Onkel drehte sich schnell um. "Alexandro?"

Elena nickte mit einem kleinen Lächeln. "Er sagte, ich hätte Potenzial."

Meine Tante schrie fast vor Freude, während ich die Tasche langsam auf den Boden stellte. Meine Hände zitterten vor Erschöpfung. Ich wollte nur in mein Zimmer gehen, mich hinlegen und aus all diesen Geräuschen verschwinden, aber Schritte näherten sich.

"Elena, steh nicht zu lange, du bist erschöpft", sagte meine Tante.

"Ich bin nicht erschöpft, heute war wunderbar."

Ich hatte mich gerade umgedreht, als Elena bereits vor mir stand. Sie musterte mich von Kopf bis Fuß. Ihr Blick war nicht eilig. Als ob sie etwas beurteilte, das nicht hierher gehörte.

"Du siehst sehr müde aus", sagte sie und betonte das letzte Wort.

Ich nickte leise. "Ja."

Sie schnalzte mit der Zunge und verschränkte die Arme. "Ist ja klar. Den ganzen Tag Sachen zu tragen, muss für so einen Körper schwer sein."

Ich senkte den Kopf.

"Wenn ich du wäre, hätte ich an einem Ort wie heute nicht so lange stehen können. Viele wichtige Leute, viele Kameras. Gut, dass du Bescheid weißt und nur in der Ecke stehst."

Ich biss mir auf die Lippe.

"Elena", ermahnte meine Tante halbherzig, aber ihr Ton war nicht wirklich verbietend.

Elena lächelte schwach. "Ich bin nur ehrlich, Mama."

Sie machte einen Schritt näher.

"Kannst du mein Kleid sehen? Es ist in einer kleinen Größe, und alle sagen, mein Körper ist ideal."

Sie sah mir ins Gesicht. "Bei dir hingegen, ganz zu schweigen von einem Bühnenkleid, selbst eine Dienstmädchenuniform sieht eng aus."

Ich hob leicht den Kopf. "Ich will auf mein Zimmer."

Elena lachte leise. "Natürlich. Die Welt der Bühne ist eben nicht für jeden."

Sie drehte sich um und fügte hinzu, ohne sich umzusehen: "Ach ja, danke, dass du meine Sachen getragen hast. Wenigstens das kannst du gut."

Ich stand einige Sekunden regungslos, bevor ich endlich wegging. In meinem engen Zimmer schloss ich langsam die Tür. Mein Körper sackte sofort auf den Bettrand. Ich zog mühsam meine Schuhe aus und lehnte den Kopf an die Wand. Ihr Lachen drang immer noch aus dem Wohnzimmer. Plötzlich wurde meine Zimmertür unerwartet geöffnet.

"Onkel?"

Mein Onkel stand im Türrahmen. Sein Gesicht war ausdruckslos, viel zu ruhig, weit entfernt von dem Mann, der eben noch über den Sieg seiner Tochter gefreut hatte. Reflexartig fuhr meine Hand zu meinem Hals.

"Ich werde diese Kette unter keinen Umständen hergeben."

"Komm ins Wohnzimmer."

Sein Ton ließ keinen Widerspruch zu. Ich stand mit zitternden Beinen auf, umklammerte immer noch die Kette und folgte ihm aus dem Zimmer. Meine Tante saß auf dem Sofa, Elena neben ihr, noch mit Make-up, das nicht vollständig entfernt worden war. Ihr Lächeln war noch nicht verflogen.

Mein Onkel blieb vor uns stehen.

"Es gibt etwas, das ich euch sagen muss", sagte er.

Meine Tante runzelte die Stirn. "Warum so ernst? Ist heute nicht ein glücklicher Tag?"

"Ja, Papa. Wir können morgen reden."

"Nein", antwortete mein Onkel bestimmt. "Jetzt."

Wir setzten uns. Ich am Ende des Sofas, wie immer, und versuchte, mich unsichtbar zu machen.

Mein Onkel atmete tief durch. "Alexandro De Luca wird eine Frau aus diesem Haus heiraten."

Meine Tante schwieg, dann weiteten sich ihre Augen. "Was meinst du damit?"

"Das ist die Bedingung zur Begleichung meiner Schulden", sagte mein Onkel.

"Elena hat den Wettbewerb gewonnen, das Geld ..."

"Reicht nicht, selbst wenn alle ihre Verträge ausgezahlt werden, reicht es immer noch nicht."

Elena lächelte langsam. "Heiraten? Einen Mann wie ihn? Ich hätte nichts dagegen."

Meine Tante fuhr sofort zu ihr herum. "Elena?"

"Warum nicht? Er ist reich, mächtig und gutaussehend." Sie warf einen kurzen Blick in meine Richtung, dann sah sie wieder meinen Onkel an. "Ich kann mit ihm umgehen."

Mein Onkel schüttelte langsam den Kopf.

"Nicht du, Elena."

Elena lachte leise auf. "Papa macht Witze?"

Mein Onkel drehte sich um.

"Derjenige, den Alexandro ausgewählt hat, ist nicht Elena. Er hat Lucia ausgewählt."

Mir war, als würde es in meinen Ohren summen. "Was?"

Meine Tante stand plötzlich auf. "Bist du verrückt? Er scherzt doch, oder?"

Elena drehte sich langsam zu mir um. Ihr Lächeln verschwand, ersetzt durch einen ungläubigen Blick. "Sie?"

Mein Onkel sah mich an. "Er hat ihr Foto gesehen, und er hat sich entschieden."

Ich stand mit zitternden Beinen auf. "Ich stimme nicht zu. Ich will nicht."

"Das ist keine Bitte, das ist eine Vereinbarung", sagte mein Onkel.

"Sie ist nicht einmal würdig", sagte Elena.

Meine Brust fühlte sich eng an. "Warum ich?"

Mein Onkel antwortete nicht sofort.

"Was auch immer es ist, ich will nicht", sagte ich.

Mein Onkel trat näher. "Du wirst ihn heute Abend treffen."

Ich schüttelte heftig den Kopf. "Nein."

Mein Onkel blieb direkt vor mir stehen. "Sein Auto wartet bereits."

"Er hat dich ausgewählt?", fragte Elena.

Elena stand langsam vom Sofa auf, ihre Schritte waren leise, als sie auf mich zukam. Ihre Augen musterten meinen Körper vom Gesicht bis zu den Füßen, als wolle sie sich etwas vergewissern.

"Papa, das ist nicht lustig."

Mein Onkel blieb stumm.

Elena sah mich wieder an.

"Sie?", wiederholte sie. "Dieses dicke Mädchen, das nicht einmal anderen in die Augen sehen kann?"

Ich schluckte. "Ich habe das nicht verlangt."

"Natürlich nicht. Du hast nicht einmal den Mut, irgendetwas zu verlangen", sagte sie höhnisch.

Sie stand jetzt direkt vor mir. Ich konnte ihren teuren Parfumduft riechen, im Gegensatz zu dem Schweiß und der Erschöpfung, die noch an meinem Körper hafteten.

"Weißt du, warum ich es nicht glaube? Weil ein Mann wie Alexandro De Luca jede Frau haben kann, die er will." Sie zeigte auf mein Gesicht. "Und eindeutig nicht so ein Gesicht."

Ich umklammerte meine Kette, meine Finger zitterten.

Sie wandte sich an meinen Onkel. "Glaubt Papa wirklich, dass dieser Mann sie ausgewählt hat? Hat er das Foto überhaupt deutlich gesehen?"

"Ich war dabei, er wusste genau, wen er auswählte", antwortete mein Onkel.

Elena lachte laut, ein Lachen, das keine Freude enthielt.

"Warum?", fragte sie und sah mich nun mit zusammengekniffenen Augen an. "Was hast du, Lucia?"

Sie zeigte auf meinen Körper. "Dein Körper? Nein."

Sie zeigte auf mein Gesicht. "Dein Gesicht? Offensichtlich nicht."

Sie ging langsam um mich herum, wie ein Raubtier, das seine Beute umkreist. "Du hast nicht einmal Selbstvertrauen. Stehen tust du immer mit gesenktem Kopf. Gehen tust du immer, als wolltest du verschwinden."

Ich schloss kurz die Augen.

"Ein Mann wie er heiratet keine Frau wie dich. Selbst wenn, dann nur, um dich zu verspotten", sagte Elena.

Ich öffnete die Augen. "Ich will ihn nicht heiraten."

Elena blieb vor mir stehen. "Oh, natürlich willst du."

"Was?" Ich war schockiert.

Sie lächelte schief. "Du willst doch immer, was man dir sagt, oder? Man sagt dir, du sollst putzen, du putzt. Man sagt dir, du sollst nichts essen, du schweigst. Man sagt dir, du sollst verschwinden, du verschwindest."

Sie trat noch näher. "Und jetzt sollst du einen reichen Mafiaboss heiraten? Du wirst das sicher als Geschenk des Himmels betrachten."

Ich schüttelte heftig den Kopf. "Nein. Ich habe Angst."

"Hör auf, so zu tun, oder hast du es schon längst gewollt?"

Diese Worte ließen meine Tante aufstehen. "Elena!"

"Was?", Elena drehte sich um. "Ich wundere mich nur. Von all den schönen Frauen da draußen, warum hat er sich für dieses dicke Mädchen entschieden, das nichts hat?"

Sie sah mich wieder an, diesmal mit einem spöttischen Lächeln. "Du bist nicht einmal würdig, neben ihm zu stehen."

Ich atmete tief ein und versuchte, nicht zu weinen. "Ich habe nie darum gebeten, so geboren zu werden."

Elena schnalzte mit der Zunge. "Ausreden."

Mein Onkel ergriff endlich das Wort. "Genug."

Elena fuhr scharf herum. "Papa bittet mich, zu schweigen?"

"Das ist entschieden, ob es dir gefällt oder nicht", sagte mein Onkel.

Elena sah mich wieder an.

"Wenn du ihn wirklich heiratest, denk ja nicht, dass du gewonnen hast."

Ich schwieg.

"Du bist nur sein Spielzeug, und wenn er sich langweilt, wirst du weggeworfen wie Müll."

Ich starrte auf den Boden. Endlich fielen die Tränen, eine nach der anderen, auf den Rücken meiner Hand. Elena drehte sich um und ging die Treppe hinauf, aber bevor sie hinaufging, blieb sie stehen und drehte sich um.

"Lucia, merk dir eins", sagte sie.

Ich hob langsam den Kopf.

"Die Welt eines Mannes wie Alexandro De Luca ist keine Welt für eine Frau wie dich."

Sie ging nach oben, ohne auf eine Antwort zu warten. Das Wohnzimmer wurde wieder still. Ich stand zitternd da und umklammerte immer noch die Kette meiner Mutter.

Mein Onkel sah auf die Wanduhr. "Wir haben nicht viel Zeit."

Ich wandte mich ihm zu. "Was meinst du damit?"

Er nahm seine Jacke. "Alexandro wartet nicht gern."

Draußen war das Geräusch eines haltenden Autos zu hören. Die Scheinwerfer strahlten durch das Fenster des Wohnzimmers, hell und blendend.

Mein Onkel öffnete die Tür.

"Sie sind da", sagte er.

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