LOGINKapitel 6
Briana öffnete die Tür und stieg aus dem Auto. Der schwarze Maybach blieb einige Sekunden an Ort und Stelle stehen und fuhr schließlich in die andere Richtung davon. Maxim saß im Wagen. Er sah im Rückspiegel, wie ihre Gestalt immer kleiner wurde, und war gereizt. Er verstand nicht, warum Briana diesmal so stur war. Sie war immer so gehorsam und sanft gewesen. Er hatte bereits seinen Stolz hinuntergeschluckt und war auf sie zugekommen, und trotzdem wollte sie sich immer noch scheiden lassen. Dennoch wurde ihm klar, dass es jetzt Vorrang hatte, zu Kiley zu fahren. Er würde später Zeit finden, mit Briana zu reden. Briana lief etwa hundert Meter, bevor sie einen Anruf von Hector erhielt. „Briana, wo bist du?" Als sie die Besorgnis in Hectors Stimme hörte, fühlte sich Briana getröstet. „Ich bin auf halber Höhe des Berges auf dem Heimweg." „Wo ist Herr Yoder?" In ihren Augen lag keine Regung. Sie sagte ruhig: „Er ist gegangen." „Mitten in der Nacht lässt er dich, ein Mädchen, einfach auf halber Höhe des Berges zurück? Ich komme! Gib mir fünf Minuten!" Er legte auf, bevor sie die Chance hatte, abzulehnen. Briana steckte ihr Telefon weg und blieb stehen, um auf Hector zu warten. Als Hector ankam, stand Briana am Straßenrand und trat aus Langeweile gegen Steine. Als sie den Motor hörte, hob sie den Blick und sah Hectors Wagen vor sich anhalten. Er stieß die Tür auf und stieg aus. Erleichtert sah er, dass es ihr gut ging, dann ging er rasch auf sie zu und öffnete ihr die Beifahrertür. „Steig ein, Briana." Als sie ihn so aufmerksam sah, musste Briana lächeln und ihn necken: „Kein Wunder, dass so viele Mädchen deine Freundin sein wollen. Du bist so ein Gentleman." Hector lächelte: „Und du? Findest du, dass ich ein perfekter Freund bin?" Als sie seine lockere Miene sah, wusste sie, dass er scherzte, also nickte sie und sagte: „Natürlich. Wenn du jemandes Freund wärst, wärst du der perfekte Mann." In seinen Augen glomm Enttäuschung auf, aber er lächelte und sagte: „Schade, dass die Person, die ich liebe, mich nicht liebt." Briana klopfte ihm auf die Schulter und sagte: „Was für ein Zufall. Bei mir ist es genauso." Hector konnte nicht anders, als zu lächeln und den Kopf zu schütteln. Er sagte: „Du bist wirklich schlecht darin, Menschen zu trösten. Ich fühle mich jetzt noch trauriger." „Genug gescherzt. Lass uns schnell nach Hause fahren. Morgen fange ich an zu arbeiten." Hector zog die Augenbrauen hoch. „Kommst du zurück, um wieder meine Agentin zu sein?" „Ich glaube nicht. Außerdem hast du schon eine Agentin. Selbst wenn ich zurückkäme, könnte ich dich nicht als Künstler haben." Hector lächelte und sagte nichts weiter. Als sie im Herrenhaus ankamen, war der Kaffee kalt, und sie war nicht mehr in der Stimmung, ihn zu trinken. Sie wünschte Hector eine gute Nacht und ging in ihr Zimmer hinauf. Am nächsten Morgen stand Briana auf, machte sich fertig und ging nach unten. Als sie sah, dass Melody im Salon im ersten Stock auf sie wartete, eilte sie die Treppe hinunter. „Frau Joyce, könntest du mir noch einen Tag frei geben?" Melody lachte höhnisch, wie eine Dämonin, die bereit ist, Briana zu verschlingen. Sie warf ihr einen Stapel Papiere direkt in die Arme. „Du hattest schon drei Jahre Urlaub. Und du fragst mich nach noch einem Tag? Erledige diese Papiere auf dem Weg ins Büro. Heute steht uns eine große Schlacht bevor!" Briana betrachtete die Papiere in ihren Armen, etwas sprachlos, und sagte dann: „Versuchst du, mich schon an meinem ersten Arbeitstag zu erschöpfen?" „Du hast keine Ahnung. In den drei Jahren, in denen du weg warst, haben diese alten Halunken MEINE Firma ruiniert. Sie haben ständig ihre Verwandten in die Firma gesetzt, die nur ans Geld dachten und nie arbeiteten. Wenn du nicht zurückkommst, wird die Firma früher oder später zusammenbrechen!" Briana war sprachlos. Auf dem Weg zur Arbeit konnte Melody nicht aufhören zu plaudern. „Übrigens, heute Morgen habe ich Hector, den derzeit angesagtesten Schauspieler, bei dir zu Hause gesehen. Du hast dich gerade erst von Maxim scheiden lassen und dir schon einen Schauspieler geangelt?" Briana wandte den Blick von den Unterlagen ab, sah Melody an und sagte ernst: „Hector und ich sind nur Freunde. Und mit Maxim sind wir noch verheiratet, er ist also noch nicht mein Ex-Mann." Melodys Augen weiteten sich vor Überraschung. „Du gehst also schon mit einem Schauspieler aus, obwohl du noch Maxims Frau bist? Das ist ja pikant!" Briana war sprachlos. „Verstehst du wirklich, was ich sage? Wie hast du bloß deinen Abschluss geschafft?" Melody hob das Kinn. „Natürlich verstehe ich das. Ich war die Beste meines Jahrgangs." „Du warst die Einzige in deinem Jahrgang?" Melody kniff die Augen zusammen. „Briana, halt den Mund." Briana sagte nichts weiter und senkte den Blick auf die Unterlagen. Kurz darauf klingelte plötzlich ihr Telefon. Als sie eine unbekannte Nummer sah, runzelte sie leicht die Stirn. Sobald sie abnahm, ertönte Maxims wütende Stimme: „Briana, entblockiere sofort meine Nummer!" Briana legte auf, ohne zu antworten, schaltete ihr Telefon aus, warf es Melody zu und sagte: „Hol mir eine neue SIM-Karte und kündige diese hier." Als Melody daran dachte, wie Briana sich vorhin über sie lustig gemacht hatte, antwortete sie sarkastisch: „Ich bin nicht deine Sekretärin! Frag deine eigene!" Briana schloss die Mappen, zog die Augenbrauen hoch und sagte: „Na gut. Die Aktien der MY-Gruppe fallen ohnehin. Wir können ebenso gut Insolvenz anmelden." „Nein! Ich hatte unrecht. Ich gehe schon, in Ordnung?" Als sie sah, dass Melody plötzlich so fügsam war, zog Briana die Augenbrauen hoch: „Ich habe nur gescherzt. Nimm es nicht ernst." Diesmal war es Melody, die sprachlos blieb. Als sie bei der MY-Gruppe ankam, berief Briana sofort eine Aktionärsversammlung ein. Eine Stunde später verließen die sonst so arroganten Aktionäre den Sitzungssaal, leichenblass und wütend. Bald blieben nur noch Melody und Briana im Raum. Melody hob bewundernd den Daumen in Brianas Richtung: „Frau Schneider, du bist unglaublich! Ich habe diese alten Halunken noch nie so still gesehen." Briana sah sie ruhig an und sagte ausdruckslos: „Erstelle mir eine Liste der Personen, die von den Aktionären in die MY-Gruppe eingeschleust wurden. Ich will sie sofort. Die Entlassungen beginnen morgen." Melodys Augen weiteten sich: „Schon? Sie sind heute noch wütend ..." „Wenn sie ein Problem haben, sollen sie zu mir kommen." Mit diesen Worten stand Briana auf und ging. Sie verstand nun die Probleme der MY-Gruppe. Wenn sie nicht schnell gelöst wurden, drohte dem Unternehmen innerhalb eines Jahres die Pleite. Zurück im Hauptsitz der MY-Gruppe nach drei Jahren Abwesenheit hatte Briana keine Zeit, in Erinnerungen zu schwelgen, und machte sich sofort wieder an die Arbeit. In weniger als einer Stunde verbreitete sich die Nachricht von der Rückkehr der Gründerin der MY-Gruppe in der gesamten Geschäftswelt von Bridenville. Dabei hatte Briana sich nie öffentlich gezeigt und blieb in den Augen der Geschäftswelt äußerst geheimnisvoll. Viele glaubten, ihre Rückkehr diene dazu, die MY-Gruppe vor dem Bankrott zu retten. Maxim befand sich im Büro des CEO der Yoder-Gruppe. Er versuchte immer noch, Briana zu erreichen, aber ihr Telefon war ausgeschaltet, und seine Geduld schwand. In dem Moment, als Rayan eintrat, hatte er das Gefühl, in einen Kühlraum zu kommen, und verlangsamte instinktiv seine Schritte. „Herr Yoder, unser Übernahmeprojekt für die MY-Gruppe muss möglicherweise aufgegeben werden. Der Gründer ist heute zurückgekehrt." Maxim runzelte leicht die Stirn und antwortete zerstreut: „Halte am Plan fest. Leg sechzehn Millionen Dollar drauf." „Der Gründer hat das Unternehmen von Grund auf aufgebaut und ist dann ohne Vorwarnung verschwunden. Alle glauben, er sei zurückgekehrt, um die MY-Gruppe zu retten." Maxim erwiderte kalt: „Ich habe gesagt, du sollst am Plan festhalten. Wenn es nicht reicht, erhöhe das Budget weiter. Ich will mich nicht wiederholen. Und schick jemanden, der Hectors Herrenhaus überwacht. Sag mir sofort Bescheid, sobald Briana wieder auftaucht." „Jawohl, Herr Yoder." Rayan bemerkte Maxims Gereiztheit, was ihm ungewöhnlich vorkam. Er hatte doch gedacht, dass Maxim Kiley liebte. Warum ließ er sich dann nicht von Briana scheiden? Aber das war nicht sein Problem. Er führte nur Befehle aus. „Übrigens, Herr Yoder, die Elfentränke, die bei der Auktion in Setherville ersteigerte Halskette, ist gerade eingetroffen. Möchten Sie sie Frau Schneider persönlich überreichen?" Die Elfentränke war eine mit Tausenden von Diamanten besetzte Halskette, geschmückt mit einem tropfenförmigen blauen Stein. Als Maxim sie erblickt hatte, hatte er gedacht, dass sie Briana perfekt stehen würde. Er hatte sie daher bei der Auktion ersteigert, um sie ihr zum dritten Hochzeitstag zu schenken, und sie dann wegen ihrer Streitereien beiseitegelegt. Er presste leicht die Lippen zusammen und antwortete kalt: „Gib sie mir. Ich überreiche sie ihr selbst." Rayan legte die Halskette ab und ging hinaus. Maxim nahm eine Akte zur Hand, konnte sich aber nicht konzentrieren. Das Bild von Briana, wie sie am Vortag das Haus verließ, kehrte immer wieder in seinen Kopf zurück. Verärgert klappte er die Akte zu, überwältigt von einem Gefühl des Kontrollverlusts. Er wollte gerade aufstehen, als sein Telefon klingelte.Kapitel 50„Ich habe dir schon mehrmals gesagt, Kiley ist keine Geliebte, und wir haben nie irgendwelche Grenzen überschritten!"Briana lachte höhnisch und sah Maxim kalt an: „Das spielt keine Rolle mehr. Ich werde mich nicht mehr um dich und Kiley kümmern, und ich hoffe, du kümmerst dich auch nicht mehr um meine Kontakte."Maxims Augen waren voller Wut. „Hector hat eindeutig verborgene Absichten dir gegenüber. Ich werde nicht zulassen, dass du weiter mit ihm verkehrst. Fordere meine Grenzen nicht heraus!"„Hat Kiley nicht gegen mich intrigiert?! Ich bin mit Hector viel unschuldiger, verglichen damit, wie du mit Kiley bist!"„Es scheint, du hast wirklich keine Angst davor, Hectors Zukunft zu ruinieren!"Brianas Hand, die an ihrer Seite herabhing, ballte sich unwillkürlich zur Faust. Sie hatte keine Angst vor Maxim, aber sie wollte Hectors Zukunft nicht ihretwegen gefährden.Nach langem Schweigen sah sie Maxim schließlich kalt an und sagte: „Gut, ich stimme dir zu, aber wenn Hector etw
Kapitel 49Die Managerin wusste auch, dass Hector schon immer heimlich in Briana verliebt war, und konnte nicht anders, als zu sagen: „Warum hast du ihr nicht erzählt, dass du die Villa neben ihrer gekauft hast?"Hector schüttelte den Kopf: „Es war noch nicht der richtige Zeitpunkt."Er musste zumindest warten, bis sie ihre Angelegenheiten mit Maxim geregelt hatte, bevor er ihr von seinen Gefühlen erzählte, sonst würde es sie nur belasten.Die Managerin konnte nicht anders, als über ihn zu lachen: „Ich habe noch nie jemanden gesehen, der sich so zurückhalten kann wie du. Wenn du so weitermachst, wirst du noch zur Ninja-Schildkröte."Ursprünglich hatte Hector keine Herkunft, und sie hatte seine heimliche Liebe zu Briana missbilligt.Wer hätte gedacht, dass Hector später plötzlich Mitglied der Familie Baldwin in Haseton werden würde. Mit der Familie Baldwin im Rücken hatte sie nichts mehr dagegen, dass Hector Briana liebte.„In Ordnung, du kannst jetzt nach Hause gehen. Hol mich morgen
Kapitel 48Maxims Augen blitzten vor Wut, als er kalt sagte: „Das Auto, das du vorher gefahren hast, gehörte Hector?!"Kein Wunder, dass Rayan nichts gefunden hatte. Nachdem Maxim Hector begegnet war, hatte er Rayan gebeten, ihn zu überprüfen. Außer den Ereignissen nach Hectors Debüt war jedoch nichts anderes zu finden.Die Ermittler hatten lediglich herausgefunden, dass Hector eine Verbindung zur Familie Baldwin in Haseton hatte. Die Einflussverhältnisse in Haseton waren komplex und verflochten, nicht leichter zu untersuchen als in Bridenville. Dort eine Person zu überprüfen war so schwer, wie den Himmel zu erreichen, und Maxim hatte die Untersuchung nicht weiterverfolgt.Briana sah Hector und zögerte einen Moment, dann sagte sie in gleichgültigem Ton: „Es scheint, dass das nichts mit Herrn Yoder zu tun hat."Sie ging schnell zu Hector und stieg in den Wagen, ohne zurückzublicken, und ließ Maxim mit einem eisigen Gefühl zurück.„Fahr!"Auf der anderen Seite stieg Briana ins Auto und
Kapitel 47Als Kiley sah, dass Maxim gehen wollte, packte sie ihn plötzlich von hinten und sagte erstickt: „Nein, wenn du mir heute keine Antwort gibst, lasse ich dich nicht gehen!"Maxim runzelte die Stirn, ein Anflug von Ärger stieg in ihm auf, und er sagte mit tiefer Stimme: „Kiley, lass mich los!"„Nein!"Kiley schüttelte den Kopf, ihre Stimme war von Schluchzen durchzogen: „Hast du vergessen, was du mir versprochen hast, als wir zu unserem achtzehnten Geburtstag im Resort waren?"Maxims große Gestalt erstarrte einen Moment, gefolgt von einem Aufflackern von Kampf in seinen Augen.Er nahm Kileys Hand weg und drehte sich um, sah sie an und sagte langsam: „Kiley, ich habe es nie vergessen."Deshalb würde er sein Bestes tun, um alles zu erfüllen, was sie wollte, und obwohl er wusste, dass sie Briana verletzt hatte, machte er ihr keinen Vorwurf.„Wenn du es nicht vergessen hast, warum zögerst du dann, dich von Briana scheiden zu lassen?"Maxim sprach nicht, und er wusste nicht, warum.
Kapitel 46Briana warf Maxim einen Blick mit einem halben Lächeln zu und legte das geschmorte Schweinefleisch zurück in seine Schüssel. „Du solltest mehr essen, du arbeitest schließlich jeden Tag, das ist anstrengend."Kiley, die daneben saß, konnte es nicht mehr ertragen. Mit roten Augen sah sie Maxim an und sagte: „Maxim, hast du vergessen, was du mir versprochen hast?"Maxims Gesicht veränderte sich leicht, und er schwieg, ohne etwas zu sagen.Zane spürte die subtile Atmosphäre und schaltete sich schnell ein. „Herr Yoder, lassen Sie mich Ihnen einschenken."Auch Maxim wich nicht zurück, und die beiden tranken einen Schluck Wein. Zane sagte dann ein paar Worte, um das Thema zu wechseln.Danach blieb die Atmosphäre harmonisch. Nachdem Briana fertig gegessen hatte, legte sie sofort ihre Stäbchen hin und stand auf.„Ich bin satt."Sie drehte sich um, um zu gehen, aber ihr Handgelenk wurde von Maxim gepackt, mit einer Kraft, die es ihr unmöglich machte, sich zu befreien.„Maxim, was mac
Kapitel 45Wie dem auch sei, sie hatte es nicht eilig.Zurück im Wohnzimmer saß nur Maxim auf dem Sofa und sah sie mit kaltem Gesichtsausdruck an.Briana konnte nicht anders, als die Stirn zu runzeln, während Zane sich wünschte, er könnte sich an Maxims dicken, kräftigen Oberschenkel klammern. Wie kam es, dass er nirgends zu finden war?„Wo warst du gerade eben?"Als Maxim sprach, sank die Temperatur im ganzen Wohnzimmer um ein paar Grad.Maxim hatte gerade gehört, was Briana im Garten gesagt hatte, und er spürte einen Knoten im Hals. Er hatte geplant zu warten, bis Briana zurückkam, um sich bei ihm zu entschuldigen.Sie war so gerissen, dass sie spurlos verschwunden war, und Maxims Wut wuchs immer weiter!Briana sah gleichgültig zu, als sie näher kam und sich ihm gegenüber setzte. „Ich war bei meiner Großmutter, um mit ihr zu sprechen, und bei der Familie Schneider?"„Ich weiß nicht. Findest du nicht, dass du die Dinge erklären solltest, die du vorhin im Garten gesagt hast?"Briana h







