Mein Mann verliebte sich zweimal in mich

Mein Mann verliebte sich zweimal in mich

last updateÚltima atualização : 2026-10-26
Por:  Simply_BEm andamento
Idioma: Deutsch
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„Gefällt es dir, mich so zu behandeln? Mich zu ignorieren, als würde ich gar nicht existieren? Hast du überhaupt eine Ahnung, wie demütigend es ist, hier wie eine Närrin auf dich zu warten?“ Nach drei Jahren einer kalten, lieblosen Ehe fasst Selene Henderson endlich den Mut, ihren distanzierten Milliardärs-Ehemann Sebastian Kingsley zu verlassen. Sie ist bereit, die Scheidung einzureichen … bis ein tragischer Unfall alles verändert. Als Sebastian aufwacht und sich nicht mehr an die Frau erinnert, die er einst von sich gestoßen hat, findet sich Selene in einer Ehe gefangen, aus der sie verzweifelt fliehen wollte – diesmal jedoch mit einem Mann, der sie plötzlich ansieht, als wäre sie seine ganze Welt. Doch kann eine Liebe, die auf zerbrochenen Erinnerungen aufbaut, der Wahrheit über ihre schmerzhafte Vergangenheit standhalten? Oder werden die Geheimnisse, die Selene verbirgt, sie erneut ins Verderben stürzen?

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Capítulo 1

Um 3 Uhr morgens fiel meinem Mann endlich wieder ein, wo er wohnte

Um 3 Uhr morgens fiel meinem Mann wieder ein, wo er wohnte, und mir fiel wieder ein, warum ich aufgehört hatte zu hoffen.

SELENE 

Piep… Piep… Piep…

  Meine Hände erstarrten am Kühlschrankgriff.

  Einen Moment lang stand ich einfach nur da, mein Herz setzte bei dem schrillen Ton aus, der ertönte, als der Türcode falsch eingegeben wurde. Im Wohnzimmer war es schummrig, Schatten zogen träge über die Wände, während ich zu der Wanduhr hinüberblickte.

   3:00 Uhr morgens.

   Piep… Piep… Piep…

 Das Geräusch ertönte erneut, diesmal noch hektischer. Ich hörte gedämpfte Flüche von der anderen Seite der Tür, Metallklirren, als jemand aggressiv am Tastenfeld herumfummelte.

  Ich schloss den Kühlschrank langsam und trat davon zurück, meine Finger krallten sich in den Saum meines Nachthemds. Meine Brust zog sich zusammen, nicht vor Angst, sondern vor einer dumpfen, vertrauten Resignation.

   Endlich klickte das Schloss.

   Die Tür quietschte, als sie sich öffnete.

   Ich trat einen Schritt zurück und knipste schnell das Licht an.

  Sebastian stand in der Tür, schwankte leicht und stützte sich mit einer Hand am Türrahmen ab, während er leise vor sich hin murmelte. Er zupfte an seiner Krawatte herum und versuchte verzweifelt, sie zu lockern.

   Er war betrunken.

  Und ich war nicht schockiert. Nicht einmal ein bisschen.

   Sebastian Kingsley erinnerte sich nur dann an dieses Haus, wenn er betrunken war. Nüchtern existierte es für ihn nicht.

  Man könnte sich fragen, warum ich angesichts des seltsamen Geräusches, als mitten in der Nacht jemand meinen Türcode falsch eingab, nicht in Panik geriet. Die Wahrheit war einfach: Er war der Einzige, der jemals zu ungewöhnlichen Zeiten hierherkam.

   Wir waren seit drei Jahren verheiratet, doch manchmal vergaß ich sogar, dass ich eine Ehefrau war. Sebastian hasste meine Anwesenheit und lebte kaum in diesem Haus. Wir waren kein liebevolles, einander zugetanes Paar. Es gab keine nächtlichen Gespräche, keine gemeinsamen Gewohnheiten, keine Wärme zwischen uns.

   Hätten unsere Familien diese Ehe nicht arrangiert, hätte Sebastian mich nicht zweimal angesehen.

   Und nun stand er hier, stolperte in das Haus, das er nicht als sein eigenes anerkennen wollte, trug den Ring, der uns beide verband, und lebte dennoch ein Leben, in dem ich keinen Platz hatte.

Er verdrehte die Augen, sobald er mich erblickte, wie ich unsicher in seine Richtung taumelte.

  „Warum ist es in diesem Haus immer so hell?“, lallte er, wobei jedes Wort träge über seine Lippen kam. Er fuhr sich mit der Hand durch sein zerzaustes Haar, wobei sich seine Finger in den Strähnen verfingen. „Kann ein Mann nicht mal hereinkommen, ohne dass ein Scheinwerfer auf ihn gerichtet ist?“

   „Ich … ich kann es ausschalten, wenn es dir nicht gefällt“, brachte ich stammelnd hervor, meine Stimme kaum mehr als ein Flüstern. Meine Hände schwebten über dem Schalter, unsicher, ob ich dem Befehl tatsächlich nachkommen sollte.

  Sebastian warf mir einen Blick zu, die Augen halb geschlossen, dann schob er sich mit einer lässigen Hand an mir vorbei. Ich stolperte leicht, und mein Herz zog sich zusammen, als mein Fuß an der Kante des Teppichs hängen blieb, aber ich protestierte nicht. Er war nicht aggressiv. Er war einfach zu betrunken, um die Welle des Ungleichgewichts zu bemerken, die er hinter sich her zog.

  „Ah …“, seufzte er und ließ sich mit einem theatralischen Plumps auf die Couch fallen. Eine Hand fiel ihm auf die Stirn, die andere hing schlaff über der Armlehne. Seine Augen waren geschlossen, und plötzlich fühlte sich der Raum durch seine Anwesenheit schwer an.

   Ich stand wie angewurzelt da, die Hände vor mir fest verschränkt, bis meine Knöchel weiß wurden, bevor ich mich schließlich in Richtung meines Zimmers wandte. 

   Jeder Schritt fühlte sich schwerer an als der vorherige.

  Mit einem leisen Seufzer öffnete ich den Schrank und holte eine ordentlich gefaltete Decke heraus. Einen Moment lang stand ich einfach nur da, den warmen Stoff an meinen Handflächen spürend, und hielt inne.

  Es war lächerlich, nicht wahr? Dass ich mich nach all dem immer noch um ihn sorgte. Nach den kalten Blicken, den abweisenden Worten. Der Art, wie er von Anfang an deutlich gemacht hatte, dass ich ihm niemals etwas bedeuten sollte.

    Ich erinnerte mich noch genau an seine Stimme, die in der Nacht unserer Hochzeit jede Hoffnung zunichte machte, die ich noch gehabt hatte.

  „Ich habe dich geheiratet, weil es so vereinbart war. Verwechsle das nicht mit Zuneigung. Halte Abstand, sonst tust du dir nur weh.“

  Und doch … da stand ich nun, zögernd, und verweilte bei einer kleinen Geste der Freundlichkeit, von der ich wusste, dass er sie nicht verdiente.

  Ich seufzte leise und kehrte ins Wohnzimmer zurück. Er lag auf der Couch, achtlos ausgestreckt.

  Vorsichtig näherte ich mich, ging tief in die Hocke, um ihm die Schuhe auszuziehen. Er regte sich im Schlaf und trat leicht nach mir, doch ich blieb regungslos und legte die Schuhe ordentlich auf den Boden. Mit behutsamen Fingern legte ich ihm die Decke über und steckte sie so sanft wie möglich um seine Schultern.

  Meine Hände verweilten auf dem Stoff, während ich mich wieder hinkniete und sein Gesicht musterte.

   Der Schlaf milderte seine Züge, doch selbst so war Sebastian Kingsley umwerfend gutaussehend.

   Er war die Art von Mann, die Aufmerksamkeit auf sich zog, ohne sich anzustrengen. Der jüngste Milliardär des Landes. Der alleinige Erbe der Kingsley Group. Ein Mann, der alles hatte.

   Alles außer mir.

   Ich hatte ihn mit unzähligen Frauen beobachtet, hatte gesehen, wie er ihnen auch nach unserer Hochzeit noch hinterherlief.

   Er stieß ein leises, schläfriges Stöhnen aus. Seine Hand fuhr sich durch die Haare, und mein Blick wanderte unweigerlich zu unserem Ehering, der an seinem Finger glitzerte. Welchen Sinn hatte er wohl, fragte ich mich, wenn er das Band, für das er stand, nie anerkannte?

   Ich wandte meinen Blick vom Ring ab und spürte einen scharfen Stich des Bedauerns in meiner Brust. Warum hatte ich mir überhaupt die Mühe gemacht, ihn mit einer Decke zuzudecken? Meine Hände fühlten sich albern an, schwer von all der Hoffnung, an der ich mich seit drei Jahren festgeklammert hatte.

  Ich machte einen zögernden Schritt zurück, bereit, mich zurückzuziehen, als seine Hand sich fest um meine schloss.

  Erschrocken schnappte ich nach Luft und blickte zu ihm hinunter. Seine Augen waren noch immer geschlossen. Mein Instinkt schrie mich an, mich zurückzuziehen, doch bevor ich mich bewegen konnte, zog er mich zu sich heran. Ich stolperte und fiel neben ihn auf die Couch.

  Ein weiterer Keuchlaut entfuhr mir, als er sich bewegte und sich so drehte, dass unsere Gesichter kaum einen Zoll voneinander entfernt waren. Sein warmer Atem streifte meine Wange, seine Lippen waren so nah, dass ich ihre schwache Wärme spüren konnte. Meine Wangen glühten in einem leuchtenden, hilflosen Rot. Drei Jahre Ehe, und ich war ihm noch nie so nahe gekommen. 

Ich hätte mich zurückziehen sollen. 

Ich hätte aufstehen sollen.

Ich hätte …

  Doch meine Gedanken verstummten, als er die Augen aufschlug.

   „Ich … ich …“, stammelte ich, während Panik in meiner Brust aufstieg. Er könnte denken, ich hätte versucht, ihn auszunutzen. Meine Lippen öffneten sich, bereit zu protestieren. „Ich habe nicht –“

  Die Worte verschwanden, als er eine Hand hob und mir eine lose Haarsträhne aus dem Gesicht strich. In seinem Blick lag kein Zorn, keine Anschuldigung. Nur … Konzentration. Nur Aufmerksamkeit.

     „Du bist hübsch.“

   Mein Herz setzte heftig aus, als hätte es vergessen, wie man schlägt. Hatte Sebastian mich gerade … hübsch genannt?

  Bevor ich es verarbeiten konnte, streiften seine Lippen sanft und flüchtig meine in einem Kuss. Mein ganzer Körper erstarrte. Ich war mehr als fassungslos.

  „Ich weiß nicht, was ich ohne dich tun würde … Irene.“

  Meine Brust sank zusammen.

  Irene. 

  Nicht Selene.

  Nicht ich.

  Meine Lippen zitterten, als mir die Wahrheit bewusst wurde.

   Richtig. Natürlich. Es gab nie eine Chance, dass diese Zärtlichkeit mir galt.

  Ich löste mich vorsichtig von ihm und stand vom Sofa auf, als könnte jedes Geräusch das bisschen Würde zerstören, das mir noch geblieben war.

  Nach drei Jahren hätte ich es besser wissen müssen, als zu hoffen. 

 Denn egal, was ich tat … 

würde ich für ihn immer unsichtbar bleiben.

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