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Die letzte Mission neigt sich ihrem Ende zu.
Bald schon wird dieses Leben unter einer verhassten Maske vorbei sein – diese Existenz, in der ich dem Tod heroisch ausweiche und unerbittlich gegen die Zeit jage.
Kein Blutvergießen mehr.
Keine Hände, die unablässig von Schandtat und Blut befleckt sind.
Kein Rennen mehr, bis die Lungen schier zu zerspringen drohen.
Ich klammere mich an diesen letzten, winzigen Funken Hoffnung und stoße die Tür auf.
Ein schwerer Geruch schlägt mir entgegen, schwanger mit der Luft einer Welt, die so ganz anders ist als jene Hölle, die ich bisher ertragen musste.
Ob ich triumphiere und ein völlig neues Leben koste oder versage und als ewige Lügnerin sterbe – so oder so, heute endet alles.
Die letzte Mission, nach der ich mich in jeder schlaflosen Nacht gesehnt habe.
Sie beginnt genau jetzt.
= = =
Vor einem Jahr, in der letzten Nacht des Februars.
Eine dunkle Silhouette glitt wie ein Phantom durch den pechschwarzen, dichten Wald.
Mit ihrem zierlichen Körperbau und der geringen Größe hätte man diese Gestalt kaum für einen erwachsenen Mann gehalten, doch ihre Bewegungen waren so tödlich und flink wie die eines Raubtiers, das die Wildnis selbst gezähmt hatte.
Es ist fast vorbei. Warum verdammt noch mal bin ich dann so unruhig?
Ohnehin schon atemlos, fühlte sich Hyeon-sin wie eingeschnürt von dem Binder, der grausam eng um ihre Brust gespannt war.
In Momenten wie diesen empfand sie ihren eigenen weiblichen Körper als reine Last.
Da sie ständig als Mann auftreten musste, machten die Brüste, die sich durch die Kompressionsbandagen hindurch immer wieder bemerkbar machen wollten, das Ankleiden zu einem absoluten Albtraum.
Während Hyeon-sin alles daran setzte, die Kunst zu meistern, einen Gegner lautlos zu Fall zu bringen, vernachlässigte sie nie die brutale Abhärtung, die erforderlich war, um in dieser Welt zu überleben.
Um Missionen als weibliche Agentin auszuführen, schlüpfte sie unter Ausnutzung ihrer Reize oft in verschiedene Verkleidungen; doch ihr jüngster Einsatz als Krankenschwester war die reinste Hölle gewesen.
Am Ende zog sie dies vor – Komplikationen mit roher, physischer Gewalt zu durchbrechen.
Die unverkennbare Präsenz mehrerer Verfolger hallte aus Dutzenden von Metern hinter ihr wider. Das Bergterrain war tückisch, und zweifellos litten auch sie unter der Steigung.
Dennoch waren die Tage, die Hyeon-sin mit der Auskundschaftung dieses Territoriums verbracht hatte, nicht vergebens gewesen.
Durch die Dunkelheit zu rennen bedeutete das ständige Risiko auszurrutschen, doch ein Körper, der seit der Kindheit schonungsloser Härte ausgesetzt war, bewies in Krisen wie dieser immer seinen unschätzbaren Wert.
Endlich!
Während sie sprintete, drückte sie wiederholt den Smartkey des Motorrads.
Ein leises Piep-Piep durchdrang die Ferne – ein willkommenes Geräusch.
Das Motorrad, das sie vor Tagen mit einer schwarzen Plane und abgebrochenen Ästen am Straßenrand verborgen hatte, war nahtlos mit der Natur verschmolzen.
Eine Welle der Erleichterung und lähmenden Erschöpfung traf sie auf einen Schlag.
Ihr Atem stockte im Hals, ihre Fingerspitzen kribbelten wild und ihre Kehle brannte von einem rohen Stechen, doch mit routinierten griffenen erweckte sie den Motor zum Leben.
Ihr Körper schrie in qualvollem Protest.
Durch die schwere Maske zu atmen fühlte sich an wie schleppende Folter, doch angetrieben von einem plötzlichen Schub an Hoffnung, riss sie den Gashahn auf.
Ein scharfes, berauschendes Brüllen schnitt durch die Stille der Nacht, als das Motorrad die Steigung hinaufjagte.
Die Rufe ihrer Verfolger verblassten in der Ferne.
In dem Moment, als sie vom unbefestigten Pfad auf den Asphalt wechselte – die kürzeste Route nach draußen –, stieß sie endlich einen tiefen Atemzug der Erleichterung aus.
Die Geschwindigkeit des Motorrads schoss in die Höhe, sein donnerndes Brüllen wurde durch die Totenstille der Nacht noch verstärkt.
Adrenalin flutete durch Hyeon-sins Adern, passend zum gewaltsamen Tempo von Geschwindigkeit und Klang.
Ich bin gut in der Zeit.
Dem Himmel sei Dank für diese kleinen Geschenke.
= = =
Erst als sie den gewaltigen Wolkenkratzer an den vorgegebenen Koordinaten erreichte und den Aufzugsknopf drückte, atmete Hyeon-sin wirklich auf.
Würde jetzt jemand auf den Monitor der CCTV-Kamera des Aufzugs schauen, sähe er einen höchst verdächtigen Jungen in Kampfausrüstung, mit kurzen Haaren und einer schwarzen Maske.
Ha.
Im Spiegel lächelte Hyeon-sin – eine Agentin der KSD (Korean Secret Organization), die um der Gerechtigkeit willen im Schatten lebte – ihr eigenes Spiegelbild an.
Obwohl sie eine erwachsene Frau in ihren Zwanzigern war, verboten es die Umstände, ihre wahre Identität zu offenbaren.
Infolgedessen hielt sie ihr Haar kurz geschoren und kleidete sich stets wie ein männlicher Student.
Ihr Spiegelbild trug die unleugbare Erschöpfung vom Kriechen durch die Wildnis, doch ihr Gesichtsausdruck blieb hell; der Gedanke, die Mission gleich abzuschließen, ließ sie sich schwerelos fühlen.
[Mission: Übergabe des USB-Sticks mit Beweisen über medizinische Korruption an den Klienten. Auszahlung: 20 Millionen Won.]
Als sie sich die Details ins Gedächtnis rief, ertappte sie sich dabei, wie sie das Treffen herbeisehnte, das nur noch wenige Augenblicke entfernt war.
Sobald sie die auf dem USB-Stick in ihrer Tasche gespeicherten Daten übergeben hätte, wäre ihre Pflicht erfolgreich erfüllt.
Der bloße Gedanke, heute Nacht in irgendeinem komfortablen Motelzimmer einen ruhigen Drink zu kippen und die Beine auszustrecken, zauberte ein befreites Lächeln auf ihre Lippen.
Reiche Leute schienen hohe Orte wirklich zu lieben.
Durch die gläsernen Aufzugswände entfaltete sich die nächtliche Silhouette Seouls wie eine gemalte Leinwand, die dem Ende des Februars einen poetischen Abschiedskuss bot.
Als der Aufzug nach einem langen Aufstieg endlich mit einem sanften Ruck stoppte, schritt sie direkt auf das mit dem Klienten vereinbarte Büro zu.
Sogar der Flur war mit schwerem Teppich ausgelegt.
Wie man es von einem Büro erwartete, das von einem wohlhabenden Klienten besetzt war, blutete das Gebäude Luxus aus jeder Ecke.
Klopf, klopf.
Sie klopfte leicht an die Tür. Eine Sekunde, zwei Sekunden totenstille Dehnung.
Und dann, genau in diesem Moment—
"Time's over."
Eine kalte, junge Männerstimme drang aus dem Inneren des Büros und ließ Hyeon-sins gesamten Körper augenblicklich erstarren.
Hat der Klient gewechselt?
Langsam stieß sie die Tür auf, und ein dunkles Büro offenbarte sich vor ihren Augen.
Der riesige Raum war bar jeglichen künstlichen Lichts, nur erhellt vom Mondlicht, das durch die Fenster filterte, und dem fernen Neonleuchten des Stadtgitters.
Sie straffte den Rücken, machte selbstbewusste Schritte auf den Schreibtisch zu und hielt ihre Augen auf den Mann vor ihr gerichtet, um ihn einzuschätzen.
Der Mann in den Sechzigern, der dort hätte sein sollen, war verschwunden.
Stattdessen stand ein junger Mann, scheinbar in seinen späten Zwanzigern, bereit, sie zu empfangen.
Als er aufstand, warf er einen kolossalen Schatten durch den Raum.
Er verströmte eine erstickende Spannung und bewegte sich wie ein Spitzenprädator an der Spitze der Dschungelpyramide, der sich langsam an seine Beute heranpirscht.
Gekleidet in einen eleganten, maßgeschneiderten Anzug, verströmte der junge Mann mit jedem Schritt, den er durch die Dunkelheit tat, eine überwältigende, erdrückende Dominanz.
Hinter ihm rahmten die gewaltigen, bodentiefen Fenster die Lichter der Nacht ein und warfen ein schwaches, ätherisches Leuchten um ihn herum, als würde die Stadt selbst ihren Segen anbieten.
Selbst in der düsteren Silhouette konnte Hyeon-sin seine markanten, scharf definierten Züge erkennen – die dichten Brauen, den hohen Nasenrücken, die makellose Struktur eines unverschämt gut aussehenden Mannes.
Waren die Dinge schiefgelaufen, oder war sie von Anfang an direkt in eine Falle getappt?
Ein hohler Seufzer entglitt Hyeon-sins Lippen.
Die mörderische Aura des Mannes war so absolut, dass sie ihren Atem gefrieren lassen konnte, was ihr einen viszeralen Schauer direkt den Rücken hinunterjagte.
Die erdrückende Erkenntnis, dass eine ganze Woche voller Blut und Schweiß völlig umsonst gewesen sein könnte, ließ sie am liebsten auf die Knie sinken.
"Tsch. Erbärmlich langsam."
Bei seinen spöttischen Worten überprüfte Hyeon-sin sofort ihre Uhr. Sie war keineswegs zu spät zu der vereinbarten Zeit.
"Wer sind Sie?"
Sie musste verdammt noch mal wissen, wer dieser Kerl war.
Als er näher trat, schrie jeder Überlebensinstinkt, den sie besaß, dass dieser Mann die pure Gefahr bedeutet.
Morgengrauen. Erst nachdem er Hyeon-sins schlafendes Gesicht aufmerksam betrachtet hatte, konnte Gye-yeong leise ins Wohnzimmer treten.Der Tag, bevor Hyeon-sin Choe Ju-hyeon traf—als sie den Morgen begrüßte und wegen ihrer letzten Mission quälte—blitzte lebhaft vor Gye-yeongs innerem Auge auf.Er ging genau zu der Stelle, an der sie diese einsame, blutgetränkte Entscheidung getroffen hatte, und setzte sich ebenfalls auf den Boden."Das war also die Aussicht, die du dir angesehen hast."Draußen vor dem Fenster lag die Innenstadt von Seoul in einer seltsamen Ruhe, die blau-grau und von Helligkeit getönt war.Sein Herz wurde schwer bei dem Gedanken, dass Hyeon-sin, die sich quälte, während sie bereit war, ihr Leben einzusetzen und wegzuwerfen, ihre einmalige Wahl im Leben genau an dieser Stelle getroffen haben musste.Gye-yeong holte tief Luft und rief Elfe an.― Representative Kenz. Sie rufen wahrlich schnell an."Sagen Sie einfach, was Sache ist. Wo ist das nächste Ziel?"― Ich mag es
Endlich Mitte März.In dem Moment, als Hyeon-sin und Gye-yeong die Schwelle der Haustür überschritten, führten sie wie auf Verabredung ihre Lippen zusammen und tauschten ein seliges Lächeln aus."Es fühlt sich an, als wären schon wieder mehrere Monate vergangen. Jedes Mal, wenn ich zu Ihnen nach Hause komme, Herr Gye-yeong, fühlt es sich immer wieder neu an." "Jetzt kann auch ich endlich meine Beine ausstrecken und in Frieden schlafen."Bei diesem leisen Geständnis zog sich Hyeon-sins Brust schmerzhaft zusammen.Da sie nicht einmal ansatzweise ermessen konnte, wie oft das Herz dieses Mannes wegen ihr in die Tiefe gestürzt war, empfand sie schlichtweg Reue."Es tut mir leid, Herr Gye-yeong."Als Hyeon-sin sich vorsichtig entschuldigte, stahl Gye-yeong noch einmal mit einem sanften Kuss ihre Lippen und sah sie mit liebevollen Augen an."Hyeon-sin. Dieses Mal war es trotzdem anders. Weil ich fest daran geglaubt habe, dass du ganz sicher zurückkehren wirst."Gye-yeong zog ein leuchtend g
Nachdem sie Hyeon-sin zuerst verabschiedet hatte, setzte Ju Hyo-jin die Teezeit mit Elfe fort.Da Hermann sie heute Abend ebenfalls Ju Hyo-jin überlassen hatte und ausgegangen war, um Angelegenheiten mit den Numbers zu regeln, war ihre gemeinsame Zeit unter vier Augen ausgesprochen süß."Du meine Güte, bist du nicht etwas zu viel des Guten? Gott ist wirklich ungerecht." "Meine Liebe, was für Worte versuchst du da mit deinem hübschen Mund schon wieder herauszubringen?" "Kann ein kranker Mensch überhaupt so sexy sein? Wenn man nur dein Gesicht betrachtet, sprühst du so vor Energie, als würdest du mich gleich auf deinen Armen tragen und direkt in ein Hotel gehen. Nun, iss schnell und komm wieder auf die Beine." "Ich sage es noch einmal: Wenn ich all dieses Dessert esse, habe ich das Gefühl, dass ich eine Krankheit bekomme, die ich vorher nicht einmal hatte." "Man erholt sich nur, wenn man gut isst!"Elfe blickte sie an und lächelte so hell wie Sonnenschein."Du meine Güte, bist du et
In der Tat war auch dies etwas, wofür es sich zu leben lohnte. Elfe wischte ihre sanft fließenden Tränen ab.Sie wollte eigentlich lächeln, doch wie zum Trotz wollten die Tränen einfach nicht versiegen.Dass Ga Gye-yeong ausgerechnet Elfe so sehr vertraute, dass er ihnen Zeit alleine gewährte und dies sogar als Geschenk bezeichnete..."......Elfe Senior, Sie sind sicher mies drauf." "Stimmt. Wie könnte ich auch guter Dinge sein? Eine Dame zum Weinen zu bringen, entspricht nun wirklich nicht meinem Stil."Und das sagte er, während ein absolut umwerfendes Lächeln seine Lippen umspielte.Sie wollte mit einem krossen Spruch antworten, brachte es aber nicht über das Herz, die Stimmung ins Lächerliche zu ziehen. Denn tief in ihrer Seele wusste sie, dass dieser Mann, den sie mit einer Mischung aus Liebe und Hass verband, längst wie Familie für sie geworden war."Komm her."Elfe ließ sein Lächeln schwinden und sah Hyeon-sin mit ruhigem, klarem Blick an.Hyeon-sin setzte sich an den Bettrand
Von Dringlichkeit getrieben, zog Kim Min-cheol plötzlich mehrere Buchhaltungsbücher heraus und begann zu erklären.Der Ort, auf den sein Blick traf, war weder Ga Gye-yeong, Han Gyu-ryeon noch Kim Gang-mu. Er war direkt auf Hyeon-sin gerichtet—die heutige Hauptprotagonistin und diejenige, die die volle Autorität innehatte, ihm einen schweren Schlag versetzen zu können."Nun, was ich will, ist, dass die Welt richtig steht."Die Beweise, die zeigten, dass Kim Min-cheol seine Rolle als Kopf von Hanbidan erfüllte, enthielten nicht nur böse Taten. Die Errungenschaften und großen Fälle, die in der Vergangenheit in Hanbidan etabliert wurden, sowie gerechte Ergebnisse, die ziemlich gut eingerichtet wurden, waren ebenfalls aufgelistet.Von einem sehr alten, von Hand geschriebenen Notizbuch bis zu einer kürzlich organisierten und gedruckten Excel-Datei—als Hyeon-sin sie selbst prüfte, waren es Hanbidans Missionslisten, die vor Jahrzehnten begonnen und abgeschlossen wurden.Die anfänglichen Missi
Schon beim Anblick von Kim Min-cheols schamlosem Gesicht schmerzten Hyeon-sin die Zähne, aber sie bemühte sich sehr, ruhig die Fassung zu wahren.Ga Gye-yeong rief sofort Chefin Ma an und legte verschiedene vorbereitete Beweisstücke kalt auf den Tisch."Sie sind aber reichlich ungeduldig!" "Ich bin eine Person ohne viel Geduld, aber sie scheint sehr gewachsen zu sein. Es ist bedauerlich, dass Sie selbst nach einer gegebenen Woche keine Antwort finden konnten."Buchstäblich jeder hier Versammelte kannte die Realität von Hanbidan, während sie gleichzeitig Menschen waren, die versuchten, seine verrotteten Wurzeln niederzureißen.Vor dem Gespräch zeigte Gye-yeong Dokumente und Beweise, die Choe Ju-hyeons und Kim Min-cheols Verbrechen bewiesen, und spielte sogar die entscheidende Audioaufnahmedatei ab."Das...! Illegale Beweise haben keine Gültigkeit! Das Gesetz ist nicht so einfach!" "Direktor! Wie konnten Sie versuchen, Blut an Gang-mus Hände zu bekommen? Unabhängig von der Legalität







