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Kapitel 2

Autor: Alyssa J
Nach einer Woche Genesung kehrte ich zur Hauptfestung des Rudels zurück.

In dem Moment, als ich den Hof betrat, krachte mir ein Eimer mit eiskaltem Brunnenwasser über den Kopf.

Serena stand dort mit dem leeren Eimer in der Hand und tat überrascht. „Sorry, ich habe mit Weihwasser den Hof gereinigt. Ich hab nicht gesehen, dass du zurückkommst.“

Meine Haut, noch wund von den Blood-Flame-Verbrennungen, brannte wie Feuer. Im kalten Wind schwankte mein Körper.

Ich zwang die Augen auf – und sah etwas, das mir das Herz stehen ließ: Die Nachtkerzen, die ich jahrelang gepflegt hatte, waren vollständig verschwunden.

Diese Blumen waren die letzte Erinnerung, die mir von meinen menschlichen Eltern geblieben war. Kane hatte sie damals eigenhändig für mich gepflanzt.

An ihrer Stelle wuchs nun ein Beet mit Serenas Lieblingsblumen: blutrote Dornenblüten.

„Meine Nachtkerzen!“ Meine Stimme zitterte.

Kane und Liam kamen beim Lärm angerannt.

Als Kane mich völlig durchnässt sah, wollte er instinktiv seine Jacke ausziehen.

Doch Serena packte zuerst seinen Ärmel, die Augen sofort voller Tränen. „Das ist alles meine Schuld. Kane hat mir gesagt, dass Ella rote Blumen mag. Ich wollte sie doch nur glücklich machen...“

Kanes Bewegung erstarrte. Er zog die Hand zurück.

Seine Stimme wurde eiskalt, als er mich anfuhr: „Serena hat einen ganzen Garten Blutdornen gepflanzt, nur um sich zu entschuldigen und dich glücklich zu machen. Mach aus nichts so ein Drama.“

Liam stellte sich schnell hinter mich und schirmte mich mit seinem Körper gegen den Wind ab.

Aber seine Worte schnitten tief: „Steck Serena nicht mit deiner Schwäche an.“

Ich ging in die Große Halle – und entdeckte, dass all meine Sachen in eine Ecke des Korridors geworfen worden waren.

Kane legte den Arm um Serena und verkündete in seinem befehlenden Ton: „Ella, kenn deinen Platz.“

„Du bist nur ein Mensch unter dem Schutz unseres Rudels.“

„Ab heute ziehst du ins Dienstbotenquartier.“

Er nahm mir die Aufgabe ab, die Dokumente und Archive des Rudels zu verwalten, und steckte mich stattdessen in die Küche.

Serena zeigte auf eine kleine Holzpuppe, die mein Vater geschnitzt hatte und die zwischen den verstreuten Dingen lag. Schmollend sah sie Liam an. „Was ist das für ein Holz? Das zieht mir die Energie ab. Mir wird richtig unwohl.“

Liams Gesicht verdunkelte sich sofort.

Er starrte die Holzpuppe an – etwas, das er einst zusammen mit Kane hatte schützen wollen. Eine meiner kostbarsten Erinnerungen.

Unter Serenas drängendem Blick griff er nach der Puppe und zerdrückte sie in seiner Faust.

Doch seine weißen Knöchel und der Blick, den er meinen Augen auswich, verrieten seinen inneren Kampf.

„Wenn du Serena noch einmal unwohl werden lässt, breche ich nicht nur dein Spielzeug“, knurrte er mich mit tiefer Stimme an.

Ich sah auf die Holzsplitter am Boden. Mit ihnen riss auch der letzte Faden, der mein Herz noch an dieses Rudel gebunden hatte.

Ganz ruhig sagte ich: „Gut. Ich ziehe aus.“

„Und spar dir die Kücheneinteilung. In einer Woche bin ich endgültig weg.“

Kane und Liam erstarrten.

Kane fing sich zuerst und stieß ein kaltes Lachen aus. „Weg? Wohin sollte ein Mensch wie du denn gehen?“

„Hör auf mit deinen Trotzanfällen. Das ist das letzte Mal, dass ich so ein Verhalten dulde.“

Ich widersprach nicht. Stattdessen begann ich, die wenigen Reste meiner Sachen zusammenzusuchen.

Liam trat vor, seine Stimme klang angespannt. „Wohin willst du überhaupt? Du hast kein Geld, keine Kontakte in der Menschenwelt.“

„Du wärst innerhalb einer Woche tot.“

Ich packte weiter, ohne aufzusehen. „Das ist nicht mehr eure Sorge.“
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