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Kapitel 4

ผู้เขียน: KarenW
Kaels Perspektive

„Was sollte dieses Glückwunsch bitte heißen?“ Ich runzelte die Stirn und las die Nachricht auf dem Bildschirm noch einmal. „Nicht einmal verletzt klingt sie.“

Eric Williams, mein Freund, der mit einem Weinglas in der Hand auf dem Sofa lungerte, warf mir einen kurzen Blick zu. „Vielleicht ist sie es auch gar nicht. Oder sie hat längst begriffen, dass die Hochzeit nicht echt ist. Würde das überhaupt etwas ändern?“

Er zuckte mit den Schultern.

„Wenn sie verletzt ist, weiß sie, dass es sowieso nichts ändert. Und wenn nicht, dann kannst du dir tatsächlich gratulieren. Dann hast du genau das erreicht, was du willst. Sie wird dir nicht mehr hinterherlaufen. Vielleicht hat sie endlich begriffen, dass aus euch beiden nie etwas geworden wäre.“

Eigentlich hätte ich erleichtert sein sollen.

Vielleicht sogar zufrieden.

War es nicht genau das, was ich gewollt hatte?

Über Jahre hinweg hatte ich meine Rolle gespielt. Ich hatte gelächelt, wenn Seraphina mir Kaffee brachte. Ich hatte es zugelassen, dass sie Geburtstagsüberraschungen für mich plante, mich lachend in den Regen zerrte und sich nach und nach in jeden Winkel meines Lebens schlich.

Und dann war da dieses Jahr.

Vivienne.

Meine heimliche Liebe seit so vielen Jahren.

Endlich hatte sie die Worte ausgesprochen, auf die ich so lange gewartet hatte.

Dass sie heiraten wollte.

Mir war klar gewesen, dass ich das Unvermeidliche nicht länger hinausschieben konnte.

Ich musste Seraphina loslassen.

Womit ich nicht gerechnet hatte, war die Stille, mit der sie ging.

Ein einziges Wort.

Glückwunsch.

Ich starrte darauf, doch meine Gedanken glitten immer wieder ab.

Zu Seraphinas Lachen, wenn ihr mein Geburtstagskuchen mal wieder anbrannte.

Zu jener Nacht, in der wir durch ein Gewitter gerannt waren und am Ende zitternd, durchnässt und auf völlig lächerliche Weise glücklich unter einer einzigen Decke saßen.

Wenn sie nicht so jung gewesen wäre.

Wenn sie nicht Luciens Tochter gewesen wäre.

Nein.

Ich schüttelte den Kopf.

Kael, du liebst Vivienne. Vergiss das nicht.

Seraphina ist nur eine Verwandte.

Jemand, um den ich mich mal gekümmert habe.

Mehr nicht.

Eric erhob sich und strich sein Hemd glatt. „Mein Rat? Bleib ganz entspannt. Wenn sie nur so tut, als wäre sie okay, dann zeigen sich die Risse schon bald. Auf deiner Hochzeit wird sie sich kaum verstellen können. Erst recht nicht, wenn das Ganze ausgerechnet auf ihren Geburtstag fällt.“

Noch bevor ich etwas erwidern konnte, ging die Tür auf.

Lila trat ein.

Seraphinas beste Freundin.

Und der harte Zug um ihren Mund verriet sofort, dass sie ganz sicher nicht hier war, um höflich Hallo zu sagen.

„Kael“, sagte sie kurz und scharf. „Ein Wort.“

Ich stand auf, knöpfte mein Jackett zu und folgte ihr hinaus auf den Flur.

Kaum waren wir allein, fuhr sie zu mir herum.

„Was stimmt eigentlich nicht mit dir?“

Ich blinzelte. „Wie bitte?“

„Du konntest nicht einmal genug Anstand aufbringen, um Seraphina oder wenigstens ihren Geburtstag zu respektieren?“

Noch bevor ich antworten konnte, mischte sich eine dritte Stimme ein.

„Wovon redet ihr?“

Vivienne.

Elegant kam sie auf uns zu, umhüllt von ihrem scharfen Parfüm, und legte wie selbstverständlich den Arm um meinen, ohne eine Sekunde zu zögern.

So war es abgesprochen.

Wir würden wie ein Paar auftreten.

Vor allem vor Leuten aus Seraphinas Umfeld.

Trotzdem zuckte etwas in mir zusammen, als Lilas Blick auf Viviennes Hand fiel, die an meinem Arm lag.

Es fühlte sich an, als hätte man mich auf frischer Tat ertappt.

„Es tut mir leid“, sagte Vivienne mit glatter Stimme und legte den Kopf mit geübter Süße leicht schief. „Was genau meinen Sie damit, dass Seraphinas Geburtstag nicht respektiert wurde?“

Sie lächelte zu mir auf und rückte noch ein Stück näher.

Lila sah uns beide an.

Dann lächelte sie ebenfalls.

„Nichts“, sagte sie tonlos. „Ich wollte euch nur gratulieren.“

Dann drehte sie sich um und ging.

Doch irgendetwas in ihrem Ton, zu ruhig, zu glatt, ließ mir den Magen umschlagen.

Ein ungutes Gefühl setzte sich in meiner Brust fest.

War Lilas Auftauchen heute Abend Seraphinas Idee gewesen?

War das ihre Art, mir zu zeigen, dass sie die Hochzeit eben doch nicht so gleichgültig hinnahm?

„Kael, war das in Ordnung so?“ Viviennes Stimme wurde weicher, kaum dass die Tür hinter Lila ins Schloss gefallen war. Sie löste sich von meinem Arm und sah zu mir auf. „Du hast doch gesagt, ich soll vor ihren Leuten besonders zärtlich wirken. Ich hoffe, ich habe nicht übertrieben.“

Ich lächelte, nahm ihre Hand und drückte sie leicht.

„Du warst perfekt.“

Dann gingen wir gemeinsam zurück auf die Party.

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