Seraphinas PerspektiveKael und ich hatten im Lauf der Jahre so viele Erinnerungen gesammelt, dass ich irgendwann aufgehört hatte, sie noch zu zählen.An seinen Geburtstagen buk ich ihm immer einen Kuchen. Die Ränder verbrannt, schief, halb zerfallen. Aber genau das wurde irgendwann zu unserem Ding. Zu unserem kleinen Ritual. Und jedes Mal, wirklich jedes Mal, nahm er mein Gesicht in beide Hände, lächelte mich an, als hätte ich ihm den Mond geschenkt, und sagte, es sei der schönste Geburtstag seines Lebens.Dann war da dieser Abend im Regen. Wir rannten lachend durch die leeren Straßen, bis wir völlig durchnässt waren. Er griff nach meiner Hand und ließ sie nicht mehr los, bis wir sein Weingut außerhalb der Stadt erreicht hatten. Im Keller saßen wir schließlich unter einer einzigen Decke, Schulter an Schulter, und unsere Herzen schienen einander näher zu sein als je zuvor.Und dann war da noch dieser eine Moment. Rückblickend war das wohl der Moment, der mir am meisten wehgetan hat.Da
Mehr lesen