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Kapitel 122 – Zärtliche Belagerung

last update publish date: 2026-10-13 13:28:49

Eli

Seit zwei Tagen hat niemand mehr versucht, meine Kehle als Zielscheibe zu benutzen.

Vor zwei Tagen hat Ronan mich blutüberströmt und mit wildem Blick nach Hause getragen. Seitdem kann ich kaum pinkeln gehen, ohne dass er in der Tür steht, als müsste er die Kronjuwelen bewachen.

Die Wunde ist ordentlich verbunden und zieht nur noch, wenn ich mich zu schnell drehe. Mir geht es gut. Sogar erstaunlich gut. Dass mein überfürsorglicher Gefährte ständig in meiner Nähe ist, beschleunigt die Heilung
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    Eli„Eli“, sagt Mara kühl. „Du wolltest Brynna bei der Bestandsaufnahme helfen, damit wir genau wissen, was davon falsch summt.“„Wollte ich?“ Ich blinzle. „Mein herzliches Beileid an mich.“„Meins hält sich in Grenzen“, erwidert sie, ohne zu lächeln. Daran erkennt man, dass es keine Wahl gibt.„Gestattet mir“, sagt Kieran voller Eifer und greift nach einem Kasten, der ihm nicht gehört.Jace ist da, bevor seine Finger das Holz berühren. Er zieht keine Klinge. Das ist nicht nötig. Er legt lediglich eine Hand auf den Deckel und sieht Kieran so höflich und leer an wie ein abgebranntes Feld im Winter.„Der gehört Brynna.“Kieran zieht sich mit vollendeter Eleganz zurück. „Natürlich.“ Dann deutet er mit einem Blick auf Hazels Bogen. „Und die Bogenschützin? Lässt Blackthorn seine reizendste Schützin an den besten Zielen üben?“Es könnte eine ernst gemeinte Frage sein. Schmeckt aber verdächtig nach Anmache.Hazel blinzelt nicht. „Ich trainiere an allem, was sich falsch bewegt“, sagt sie. „Un

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    HazelSchon als ich den Hof betrete, weiß ich, dass sich alle nach mir umdrehen werden.Nicht, weil ich Elis Schatten bin. Nicht, weil Ronan mich duldet. Und auch nicht wegen des Bogens auf meinem Rücken, der sich anfühlt wie ein zweites Rückgrat. Nein. Heute bin ich nicht hier, um Welpen zu trainieren oder schlampige Haltungen zu korrigieren.Ich bin hier, um den Rang einzufordern, den ich mir längst verdient habe.Der Frost knirscht laut unter meinen Stiefeln, während ich in die Mitte des Hofes gehe. Das Stimmengewirr stockt und verstummt. Ältere Wölfe richten sich auf, einige kneifen die Augen zusammen. Zwei der Ältesten auf den Bänken wechseln Blicke, die mühelos Haut aufschlitzen könnten.Ich stelle mich breitbeinig auf den festgetretenen Boden und sage es ohne Umschweife. „Ich will in den Kriegerstand aufgenommen werden.“Mara antwortet als Erste. Sie hat die Arme verschränkt, ihr Blick verrät nichts. „Was genau verlangst du?“„Die formale Aufnahme. Mit Prüfung – und mit dem Ran

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