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Kapitel 123 – Der Musterpatient

Penulis: Quinn Montclair
last update Tanggal publikasi: 2026-10-14 13:12:36

Eli

Ronan hat meinen kleinen Betrug durchschaut. Nicht, weil ich schlecht darin wäre, sondern weil niemand meine Atemzüge so genau kennt wie er. Trotzdem bewacht er mich weiter, als könnte die Wunde aus reiner Bosheit zurückkehren. Das Problem ist nur: Seine Fürsorge hat inzwischen eine Grenze bekommen, die mich tatsächlich leiden lässt.

Unser gewöhnliches Leben besteht aus einem stetigen Kreislauf des Chaos. Wir streiten, bis ich gegen irgendeine Wand gedrückt werde. Wir haben Sex, bis Krallen
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    EliBeim ersten Mal könnte Hazels Blick zu Jace ein Zufall sein. Beim zweiten wird es verdächtig. Spätestens beim dritten ist es eindeutig eine Gewohnheit, die sie nicht mehr loswird.Jace trägt seine übliche Uniform. Dunkelblaues Hemd, Jeans, Messer an den Hüften und diese stille Gereiztheit im Gesicht, die bei ihm wie eine Drohung wirkt.Mit zwei Fingern korrigiert er Sorrels Deckung, elegant wie eine Guillotine. Hazels verräterischer Blick verweilt einen halben Herzschlag zu lange darauf, wie sich unter dem Stoff seine Schulter bewegt.„Na so was“, murmle ich und grinse wie eine Katze, die in einen ganzen Bottich Sahne gefallen ist. „Wenn du noch angestrengter starrst, Hazel, bohrst du ein Loch durch ihn. Vielleicht sparen die anderen Rudel dann ein bisschen Geld für Pfeilspitzen.“Sie zuckt nicht zusammen. Hazel reagiert nicht wie Beute. Sie bedenkt mich nur mit einem Blick, an dem man sich rasieren könnte. „Halt den Mund.“„Da habe ich wohl einen Nerv getroffen“, stelle ich begei

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    EliIch lümmele in dem Sessel neben Ronans herum wie eine Katze in der Sonne. Die Beine über eine Armlehne geworfen, den Schal verwegen locker um den Hals, sodass der Verband zwar verborgen bleibt, aber trotzdem unübersehbar ist. In der Hand halte ich seinen Teebecher, als hätte er schon immer mir gehört.Ronan bleibt für zwei Herzschläge in der Tür stehen. Erst mustert er den Raum, dann mich, dann noch einmal den Raum, als würde er berechnen, wie viel Blut nötig wäre, um den Fußboden neu zu beizen. Sein Kiefer spannt sich auf die Art an, die mir gefällt. Die Sehne zuckt. Mein ganz persönliches Metronom.„Guten Morgen“, sage ich zuckersüß und trinke von seinem Tee. Stark und dunkel, mit einem Hauch Honig. Eine Frechheit für meine Geschmacksnerven und damit unverkennbar Ronan.Er geht um den Sessel herum. Eine Hand legt sich auf die hohe Rückenlehne dicht neben meinem Kopf, seine Finger streifen meine Haarspitzen. Für alle anderen ist er vollkommen beherrscht. Durch das Band spüre ich

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    EliDas leichte Sparring mit Ronan dauert zehn Minuten, dann weigere ich mich weiterzumachen.„Ein Kleinkind würdest du härter schlagen!“Ronan funkelt mich an. „Ich würde überhaupt kein Kleinkind schlagen.“Wir streiten länger als eine Stunde, bis er schließlich knurrt, dass es vermutlich das Beste wäre, wenn ich eine Weile Jaces Problem werde.Ihm nicht zu sagen, dass ich von Anfang an genau das vorgeschlagen habe, ist eine anstrengende Übung in Selbstbeherrschung.Als ich mit Ronan durch das Tor trete, geraten die Gespräche ins Stocken. Nicht mehr wie früher, als Misstrauen und Gerüchte dahintersteckten. Diesmal ist es Ehrfurcht, wachsam und glänzend. Mir juckt davon die Haut.Köpfe senken sich. Nicht vor Ronan. Vor mir. Zwei Deltas berühren mit den Fingerknöcheln erst ihre Stirn und dann den Boden. Dieser uralte Instinkt ist im Ratssaal erwacht, als Ronans Stimme wie Donner durch sie hindurchgerollt ist.Ich halte das Kinn oben und gehe unbeirrt weiter. In Verehrung kann man genau

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    EliRonan hat meinen kleinen Betrug durchschaut. Nicht, weil ich schlecht darin wäre, sondern weil niemand meine Atemzüge so genau kennt wie er. Trotzdem bewacht er mich weiter, als könnte die Wunde aus reiner Bosheit zurückkehren. Das Problem ist nur: Seine Fürsorge hat inzwischen eine Grenze bekommen, die mich tatsächlich leiden lässt.Unser gewöhnliches Leben besteht aus einem stetigen Kreislauf des Chaos. Wir streiten, bis ich gegen irgendeine Wand gedrückt werde. Wir haben Sex, bis Krallenspuren das Kopfteil zeichnen. Manchmal stolpern wir nachts gemeinsam in die Kälte, nur um das Feuer unter unserer Haut abzukühlen.Jetzt ist es im Blockhaus zu still, als hätte er ein allgemeines Fickverbot verhängt.Jeden Abend ziehe ich mich aus, krieche unter die Decke und warte darauf, dass sein Gewicht mich in die Matratze drückt. Jeden Abend legt er sich warm und riesig neben mich und tut absolut gar nichts.Heute ist es nicht anders. Mit angespanntem Gesicht sitzt er auf der Bettkante und

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    EliSeit zwei Tagen hat niemand mehr versucht, meine Kehle als Zielscheibe zu benutzen.Vor zwei Tagen hat Ronan mich blutüberströmt und mit wildem Blick nach Hause getragen. Seitdem kann ich kaum pinkeln gehen, ohne dass er in der Tür steht, als müsste er die Kronjuwelen bewachen.Die Wunde ist ordentlich verbunden und zieht nur noch, wenn ich mich zu schnell drehe. Mir geht es gut. Sogar erstaunlich gut. Dass mein überfürsorglicher Gefährte ständig in meiner Nähe ist, beschleunigt die Heilung erheblich.Ronan muss das nicht wissen.Er kocht gerade Eintopf, als ich seufze. Laut. So, als wäre allein das aufrechte Sitzen eine Tragödie, von der ich mich womöglich nie erholen werde.Er reagiert sofort. Sein Kopf fährt herum, die Augen verengen sich. „Was ist?“Mit zarter Miene verziehe ich das Gesicht und lege zwei Finger auf den Verband. „Nur … ein kurzes Stechen.“Der Löffel scheppert zurück in den Topf. Drei lange Schritte, dann ist er bei mir und legt die Hand an meine Wange, als kön

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    RonanIch berufe den Rat für die Abenddämmerung ein, weil ich es satthabe, dass Gerüchte die Gespräche führen.Eli sitzt zu meiner Rechten, weder versteckt noch gebeugt. Hinter uns steht Jace wie ein Schatten, der sich jeden Moment für Gewalt entscheiden könnte. Mara lehnt mit verschränkten Armen an einem Pfeiler und mustert die Versammelten. Hazel hat sich in der Nähe der Tür niedergelassen. Ihr Bogen ist nicht gespannt, liegt aber griffbereit.Die Ältesten versuchen es noch einmal mit denselben Worten: Silvercrest. Bündnis. Leere Kassen. Abstimmung. Preis. Ich lasse sie kaum ausreden. „Über meinen Gefährten wird nicht abgestimmt“, sage ich. „Über die Folgen könnt ihr beraten. Über Eli nicht. Und mit dem Wort Preis sind wir fertig.“Ich öffne den Mund, um weiterzusprechen, und im falschen Winkel blitzt Licht auf.Ein schmaler Streifen Metall am Rand meines Blickfelds. Kein warnender Geruch, weil der Werfer die Klinge eingeölt hat.Der Dolch trifft Eli seitlich in den Hals.Knapp unte

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