LOGINMyra stand außerhalb des HauptKreises, verwirrt. „Was zur Hölle geht hier vor?“, murmelte sie.Bria feuerte sie von der Seite an und gab ihr einen aufmunternden Daumen hoch. Diener bewegten sich durch die Menge mit Tabletts voller schwarzer Seidenblindfolds und verteilten sie an alle unverpaarten She-Wolves und Lycan-Damen. Ein Diener bot Myra eine Blindfold an. Sie nahm sie entgegen, die Stirn vor Verwirrung gerunzelt.Der Moderator betrat die erhöhte Plattform, seine Stimme trug durch die stille Halle. „Der Auswahlprozess ist einfach. Der normale Paarungsprozess dreht sich um die Idee, dass wahre Gefährten einander spüren können, besonders heute Nacht, auf dem Höhepunkt des Vollmonds. Alle unverpaarten She-Wolves und Lycans werden den subtilen Duft der Hitze ausströmen. Auch wenn er nicht überwältigend sein wird, wird diejenige, die Seine Majestät heute Nacht anzieht, zu seiner Königin gewählt. Um Fairness zu gewährleisten, wird auch Seine Majestät blindfolded sein.“Myras Herz mach
Matteo verspürte eine tiefe Genugtuung, nachdem er Aiden in seine Schranken gewiesen hatte. Dieser Dreckskerl war der Grund, warum Myra fast ihr Leben verloren hatte. Allein sein Anblick ließ Matteos Blut vor kaum unterdrückter Wut kochen. Er nippte langsam an seinem Wein und ließ den reichen Geschmack sein brodelndes Temperament beruhigen.Kurz darauf näherte sich Minister Gale mit Nina am Arm, lächelte schwach, doch man sah deutlich, wie falsch es war.„Eure Majestät“, sagte Minister Gale geschmeidig, „meine Glückwünsche. Es scheint, als würden wir endlich eine Königin auf dem Thron haben.“Matteo nickte knapp. „Ich hoffe, Ihr werdet freundlich zu ihr sein, wenn es so weit ist.“„Natürlich“, erwiderte Minister Gale, obwohl sein Ton angespannt war. Matteo fuhr fort: „Sollte jemand dumm genug sein, sich gegen Eure Entscheidung aufzulehnen, hätte ich nichts dagegen… mich persönlich um ihn zu kümmern.“Matteos Blick wanderte zu Nina, die sich fest auf die Lippe biss und unter dem Tisch
Lyka stand langsam auf und klopfte mit zitternden Händen den Schmutz von ihrem ruinierten silbernen Kleid. Victoria, die gerade gehen wollte, machte keinerlei Anstalten, ihr zu helfen, was Lykas finstere Miene nur noch vertiefte.„Ich kenne dich nicht, und plötzlich willst du mir helfen? Das ist noch verdächtiger“, sagte Lyka kalt. „Woher soll ich wissen, dass du nicht eine Doppelagentin bist? Diese Schlampe scheint hier schon mit jedem befreundet zu sein.“Victoria grinste spöttisch und schwenkte den Wein in ihrem Glas. „Geh und zieh dich um. Wenn du noch ein paar Minuten so aussiehst, wirst du meine Absichten schon verstehen. Aber im Moment bist du dreckig und ziemlich unangenehm anzusehen.“ Sie nahm einen zarten Schluck und stolzierte davon, ohne ein weiteres Wort.Lyka ballte die Fäuste so fest, dass sich ihre Nägel in die Handflächen gruben. Noch nie in ihrem Leben war sie so gedemütigt worden – und das alles wegen dieser Schlampe.Kurz darauf betrat eine Dienerin den Garten mit
Myra, die Bria leise im Schatten des Gartens getröstet hatte, erschrak, als sie ihren Namen hörte. Sowohl sie als auch Bria hoben den Kopf und blickten der sich nähernden Gestalt entgegen. Die Stimme der Frau kam ihnen bekannt vor, doch durch die Maske und das schwache Mondlicht konnten sie sie nicht sofort zuordnen.„Wer bist du?“, fragte Myra vorsichtig.Lyka machte sich nicht die Mühe zu antworten. Sie stürmte vorwärts und packte die rothaarige Frau am Arm, drehte sie grob herum. In dem Moment, als Lyka das maskierte Gesicht klar erkannte, zitterte ihre Hand leicht. Dann fing sie sich wieder und stieß ein kaltes, spöttisches Lachen aus.„Du bist es wirklich“, zischte Lyka. „Die ganze Zeit dachte ich, du wärst tot oder würdest irgendwo verrotten, und hier bist du – versteckst dich wie ein Parasit in der Villa des Lycan-Königs. Du bist ganz schön zu einer intriganten, hinterhältigen kleinen Schlampe geworden, oder?“Lykas Griff um Myras Handgelenk wurde schmerzhaft fest. Myra wehrte
Myras Herz machte fast einen Sprung aus ihrer Brust, als Bria plötzlich hart auf die Bremse trat. Das Auto ruckte scharf nach vorne. Bevor Myra fragen konnte, was los sei, bemerkte sie die Tränen, die über Brias Gesicht strömten.„Hey, hey, hey… was ist los?“, fragte Myra sanft und umfasste Brias tränennasses Gesicht mit beiden Händen, wischte die Tränen mit den Daumen weg.Bria brach vollkommen zusammen, ihre Schultern bebten. „Ich habe ihn gesehen… ich habe diesen Bastard mit einer anderen Frau gesehen. Mein Herz… es tut so weh.“„Es ist okay. Es ist okay“, beruhigte Myra sie und zog sie in eine feste Umarmung über die Mittelkonsole hinweg. „Weine nicht wegen so einem Dreckskerl. Dein Geburtstag steht bald an. Du wirst deinen Gefährten finden, und alles wird gut werden. Das verspreche ich.“Bria schniefte laut und versuchte, sich zusammenzureißen. „Es tut mir leid… mein Make-up ist jetzt total verschmiert.“ Sie wühlte in ihrer Tasche, zog ein Taschentuch heraus und säuberte schnell
Myra wachte auf, nachdem sie gefühlt stundenlang geschlafen hatte. Sie streckte vorsichtig die Arme, ihr Körper schmerzte an den intimsten Stellen. Es dauerte mehrere Momente, bis ihre Augen endlich flatternd aufgingen. Sie war nicht mehr in Matteos Zimmer. Ein scharfer Stich der Enttäuschung zog sich durch ihre Brust. Sie setzte sich langsam auf, zuckte bei dem wunden Gefühl zwischen ihren Schenkeln zusammen und blickte sich in ihrem eigenen Schlafzimmer um.Ihr Blick fiel auf eine elegante Schachtel, die nahe der Kommode stand, begleitet von einer handgeschriebenen Karte. Neugierig hob sie sie auf. Die kräftige, aggressive Handschrift war unverkennbar Matteos:„Es passt dir perfekt.“Ihr Herz flatterte trotz allem. Was war sein Ziel? Sie hatte versprochen, am Lunar Ball teilzunehmen, und sie würde dieses Versprechen halten, egal wie schmerzhaft es werden mochte. Amelia versuchte, in ihrem Kopf zu sprechen, doch Myra schloss sie vollständig aus und weigerte sich, nach dem Verrat auf







