Vom Schicksal zur Luna des Lykaners bestimmt

Vom Schicksal zur Luna des Lykaners bestimmt

last update최신 업데이트 : 2026-10-20
작가:  Genesis최근 업데이트
언어: Deutsch
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Chloe gab sich nie auf. Sie glaubte daran, dass ihr Gefährte ihr Hoffnung schenken würde, bis sie ihn dabei erwischte, wie er sie mit Vanessa betrog. In diesem Moment brach ihre ganze Welt zusammen. Als ihr Vater sie schließlich dazu zwang, den Gefährten mit Vanessa zu tauschen, prägte der Rogue, den Chloe zuvor gerettet hatte, sie ohne ihre Zustimmung als seine Gefährtin. Chloe dachte, sie müsste den Rest ihres Lebens mit diesem Rogue verbringen. Doch dann erfuhr sie, dass ihr neuer Gefährte der Lykanerkönig des geheimnisvollsten Rudels überhaupt war: des Silberrudels! Von diesem Moment an änderte sich alles – und Chloes Leben schien erneut völlig aus dem Ruder zu laufen …

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1화

Kapitel 1

Als ich meinen Vater, den Alpha, auf der Bühne stehen sah, seufzte ich tief. Mein Schicksal war wirklich grausam.

Heute sollte er seinen Nachfolger für das Rudel bekannt geben. Als seine älteste Tochter hätte eigentlich ich seinen Titel als Alpha erben müssen. Doch die Wahl fiel nicht auf mich, sondern auf meine Halbschwester Vanessa Baker.

„Von heute an wird meine Tochter Vanessa Baker das Red Moon Rudel als Alpha anführen!“, verkündete mein Vater und hob Vanessas Hand in die Höhe.

Überall brachen Jubelrufe und Wolfsgeheul aus. Die Blicke aller Gäste richteten sich auf Vanessa, die ein glänzendes, goldenes Seidenkleid trug.

Niemand bemerkte mich, wie ich regungslos in einer Ecke saß. Für alle anderen war es ein wundervoller Abend.

Nur für mich nicht …

Für mich war dieser Tag etwas ganz Besonderes. Nicht nur hatte ich gerade erlebt, wie mein eigener Vater mich aufgab, es war auch mein neunzehnter Geburtstag.

Doch Schwache verdienten keine Aufmerksamkeit. Das hatte ich von meinem Vater gelernt.

Ich war eine Frühgeburt gewesen, und meine Mutter war bei meiner Geburt gestorben.

Ich glaubte, das sei der Grund für meine Schwäche. Mit vierzehn hatte ich die Anwesenheit meiner Wölfin zum ersten Mal gespürt und versucht, eine Verbindung zu ihr aufzubauen. Doch sie hatte mir nie geantwortet.

Bei Vanessa war es ganz anders gewesen.

Nur zwei Tage, nachdem mein eigener Versuch gescheitert war, hatte sich Vanessa in eine kräftige weiße Wölfin verwandelt. Sie verkörperte geradezu Adel und Stärke.

Von da an vergötterte mein Vater sie. Mir gegenüber wurde er dagegen immer kälter. Nicht einmal ein Lächeln hatte er noch für mich übrig.

Obwohl ich längst gewusst hatte, dass es so kommen würde, stockte mir der Atem, als er die Entscheidung verkündete. Er hatte mich tatsächlich aufgegeben. Meine Gefühle waren ihm völlig egal. Er hatte sogar vergessen, dass ich Geburtstag hatte.

Nun ja … Er hatte sich noch nie daran erinnert.

Ich war aufgewachsen, ohne dass jemals jemand meinen Geburtstag mit mir gefeiert hatte.

Der Schmerz darüber war nicht mehr ganz so unerträglich. Ich hatte mich längst daran gewöhnt, dass mein Vater Vanessa bevorzugte.

Als ich tief durchatmete, drangen die geflüsterten Gespräche der Menschen um mich herum an meine Ohren.

„Wow … Alpha Vanessa ist wunderschön. Viel schöner als ihre ältere Schwester Chloe!“

„Allerdings! Außerdem ist Alpha Vanessa viel stärker als Chloe. Zum Glück ist Chloe nicht Alpha geworden. Sonst wäre unser Rudel noch zugrunde gegangen. Ich habe gehört, sie ist schon neunzehn und hat sich immer noch nicht verwandelt. So eine Versagerin!“

Bei diesen Worten senkte ich den Kopf und zog mich noch weiter in eine dunkle Ecke zurück.

Jetzt konnte mich niemand mehr entdecken. Ich trug ein schlichtes schwarzes Kleid und hielt mich im Schatten verborgen, während Vanessa mit einer funkelnden Kristallkrone auf dem Kopf mitten auf der Bühne stand. Sie sah bezaubernd aus und strahlte wie ein Juwel.

Ich kippte einen Schluck Rotwein hinunter.

Aus dem Augenwinkel bemerkte ich, wie Lisa Morris, meine Stiefmutter und die derzeitige Luna des Rudels, mich höhnisch angrinste. Ihr Blick sagte mir deutlich, dass sie mich für eine lächerliche Versagerin hielt.

Sollte sie doch lachen.

Als Lisa bemerkte, dass ich sie ansah, formte sie lautlos ein Wort mit den Lippen. Ich konnte es mühelos lesen.

Versagerin.

Ihre Sticheleien waren mir egal, solange sie sich dadurch besser fühlte. Vielleicht würde sie mich dann wenigstens in Ruhe lassen. Schließlich hatten sie und Vanessa mir bereits alles genommen.

Na ja … fast alles.

Ich hatte immer noch meinen Gefährten.

Mein Blick wanderte zu dem Mann, der in einiger Entfernung dafür sorgte, dass auf der Feier alles reibungslos ablief. Er war groß und unglaublich gutaussehend.

Als er zu mir herübersah, begann mein Herz schneller zu schlagen. Die Zuneigung in seinen Augen ließ mich glauben, dass doch noch alles gut werden könnte.

Er war mein Gefährte, Alan Meyer, der stärkste Sentinel unseres Rudels.

Ich hatte ihn kennengelernt, als ich achtzehn gewesen war, und wir liebten uns wirklich.

Solange er an meiner Seite war, konnte mein Leben nicht völlig trostlos sein.

Mein Magen knurrte, und ich fragte mich, ob ich irgendwo ein Stück Kuchen finden würde, um meinen Geburtstag zu feiern. Selbst wenn ich ihn ganz allein verbringen musste.

Vielleicht würde Alan daran denken, meinen Geburtstag zu feiern, sobald das Bankett vorbei war. Er war womöglich der Einzige, der sich überhaupt daran erinnerte.

Zu meinem Glück entdeckte ich auf einem der Tische meinen Lieblingskuchen: Blaubeerkuchen.

Blaubeeren waren hier ohnehin eine Seltenheit, weil Vanessa ihren Geschmack nicht ausstehen konnte.

Ich ging mit leiser Vorfreude auf den Kuchen zu. Doch ein Mädchen mit grünen Haaren kam mir zuvor. Sie streckte den Arm aus und stieß mich mit dem Ellbogen gegen das Handgelenk.

Ich zuckte zusammen und runzelte die Stirn.

Schmerz durchzuckte meine Hand. Der Verband um mein frisch verbundenes Handgelenk hatte sich gelöst, und Blut sickerte aus der Wunde.

Das Mädchen warf mir einen verächtlichen Blick zu.

„Im Ernst? Ich habe dich doch gar nicht so fest gestoßen!“, sagte sie. „Du bist wirklich eine schwache Wölfin.“

Damit ging sie davon und nahm den Blaubeerkuchen mit.

Ich biss die Zähne zusammen, um den Schmerz zu ertragen, und tastete vorsichtig mit einem Finger nach der Wunde, um festzustellen, wie schlimm sie war.

Meine Haut fühlte sich feucht an. Zum Glück trug ich ein schwarzes Kleid, sodass die Gäste kaum erkennen konnten, dass Blut aus meinem Handgelenk lief. Sie würden das Geheimnis des Alphas, den sie alle so sehr verehrten, nicht entdecken.

Dieses Geheimnis war der Grund, warum ich überhaupt noch am Leben war.

Ich, Chloe Baker, war nichts weiter als Vanessas persönliche Blutspenderin!

Mein Blut war einzigartig und konnte ihre Herzerkrankung behandeln.

Das war das Einzige, was ich ihnen wert war. Das wusste ich nur zu gut …

Ich schluckte meinen Unmut hinunter, zwang mich zu einem kläglichen Lächeln und griff nach einem anderen Stück Kuchen.

Eine andere Sorte war besser als gar keine. Ich hatte mir angewöhnt, mich mit solchen Kleinigkeiten zu trösten.

Gerade wollte ich den ersten Bissen nehmen, als plötzlich Unruhe ausbrach.

„Unmöglich!“

Vanessas schrilles Kreischen ließ mich herumfahren. Ihre Stimme überschlug sich, als sie weitersprach.

„Wie kann mein Gefährte ausgerechnet ein Rogue sein?“

Ich drehte mich um und sah Vanessa vor einem Mann stehen, der ihr gegenüberstand.

Der Mann sagte kein einziges Wort. Während Vanessa vor aller Augen ihre Fassung verlor, bildete sich zwischen seinen Brauen eine leichte Falte. Auch er schien ihre Reaktion nicht nachvollziehen zu können.

Sein kaltes, aber ausgesprochen attraktives Gesicht überraschte mich. Und plötzlich erkannte ich ihn.

Ich kannte ihn!

Es war der Rogue, den ich vor zwei Monaten schwer verletzt an der Grenze gefunden und gerettet hatte.

Ich hatte meinen Vater angefleht, ihn bei uns aufzunehmen, doch danach hatte ich den Mann kaum noch zu Gesicht bekommen.

Wer hätte gedacht, dass er Vanessas Gefährte war?

Als hätte er meinen Blick gespürt, neigte der Mann leicht den Kopf und sah zu mir herüber.

Seine Augen waren wunderschön, in einem warmen Bernsteinton.

In dem Moment, in dem sich unsere Blicke trafen, überkam mich eine seltsame Nervosität.

Doch schon kurz darauf wurde meine Aufmerksamkeit abgelenkt. Vanessa wandte sich mir zu und starrte mich voller Hass an.

Nach diesem Vorfall war das Bankett schnell vorbei.

Ich zog mich auf den Dachboden zurück und schloss die Tür hinter mir. Ich hatte Angst, dass Vanessa plötzlich in mein Zimmer stürmen könnte.

Mir ging es miserabel. Ich legte mich aufs Bett und ließ Vanessas Worte immer wieder in meinem Kopf ablaufen.

Ich fragte mich, wie sie sich diesmal an mir rächen würde. Ich hatte ihre kindischen Streiche und Wutanfälle längst satt. Sie würde mich nicht einfach davonkommen lassen, und niemand wagte es, sich ihr entgegenzustellen.

Vielleicht würde Alan es tun …

Bei diesem Gedanken fragte ich mich, ob er mich nach dem Ende des Banketts besuchen würde.

Der Tag neigte sich bereits dem Ende zu, und ich wartete immer noch darauf, dass er mir als Einziger zum Geburtstag gratulieren würde.

Meine Gedanken überschlugen sich, bis ich allmählich in den Schlaf sank …

Plötzlich riss mich eine Reihe lauter Schläge gegen die Tür aus einem Albtraum.

Das musste Alan sein!

Er war gekommen, um meinen Geburtstag mit mir zu feiern!

Ich setzte mich ruckartig auf und eilte zur Tür, um sie zu öffnen.

Doch nein … Es war nur das Dienstmädchen.

Als sie mich aufforderte aufzustehen, überkam mich ein überwältigendes Gefühl der Enttäuschung.

„Steh schnell auf! Der Alpha verlangt, dass du in sein Arbeitszimmer kommst.“

Wenn mein Vater etwas von mir verlangte, wagte ich es nie, ihn warten zu lassen. Also zog ich mich hastig um und lief zum Arbeitszimmer.

Nachdem ich ein paar Mal tief durchgeatmet hatte, stieß ich die Tür auf.

Vanessa und Lisa waren ebenfalls dort.

Sie saßen auf dem Sofa und sahen mich selbstgefällig an. Vanessa hob sogar überheblich eine Augenbraue.

Aus Erfahrung wusste ich, dass mir Ärger bevorstand.

Nervös schluckte ich und richtete meinen Blick auf meinen Vater.

„Du wolltest mich sprechen?“, fragte ich vorsichtig.

Mein Vater strahlte in seinem tadellos sitzenden Anzug die überwältigende Autorität eines Alphas aus. Sein graues Haar war nach hinten gekämmt und verlieh ihm ein würdevolles Aussehen.

Als er mich prüfend ansah, begannen meine Knie leicht zu zittern. Meine Hände wurden schweißnass.

„Ich verlange, dass du eine Sache für mich erledigst“, sagte er mit tiefer Stimme.

Das Rascheln seiner Kleidung ließ mich noch stärker erzittern.

„Was denn?“, fragte ich nach kurzem Zögern und umklammerte unbewusst den Saum meines Kleides.

„Du hast deiner Schwester schon so lange Blut gespendet, dass eure Gerüche sich inzwischen ziemlich ähnlich sind“, erklärte er ohne Umschweife. „Wie du weißt, wird Vanessa die nächste Alpha unseres Rudels sein. Ihr Gefährte kann unmöglich ein Rogue sein. Deshalb …“

Verständnislos sah ich zu meinem Vater auf. Mein Herz begann schneller zu schlagen, während ich mich fragte, worauf er hinauswollte.

„Tausche deinen Gefährten mit Vanessa!“, befahl er schließlich.

Mir sackte das Herz in die Hose.

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