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Katie
Das plötzliche Knallen auf der anderen Seite des Zimmers weckte mich. „Ich hätte nicht bei ihm übernachten sollen“, murmelte ich vor mich hin, noch halb im Schlaf. „Caleb, wach verdammt noch mal auf. Was soll dieser ganze Lärm?“ Ich streckte die Hand aus, um denjenigen anzutippen, der neben mir schlief, doch ich berührte nichts als kalte Laken. Jetzt war ich hellwach. „Caleb, wo bist du?“ Ich sah mich im Zimmer um, konnte ihn aber nicht finden. Er hatte mir gerade zum Geburtstag gratuliert, und wir hatten vor ein paar Stunden noch Kuchen gegessen. Ich erinnerte mich, dass ich gesagt hatte, ich sei müde, also hatten wir beide beschlossen, ins Bett zu gehen. Aber wo konnte er nur sein? Ich verließ das Schlafzimmer und ging direkt in die Küche. „Plant er vielleicht eine weitere Überraschung für mich und will nicht, dass ich davon erfahre?“, dachte ich und lächelte albern vor mich hin. Mein hübscher Freund Caleb war immer so aufmerksam und fürsorglich. Ich wollte gerade die Küche betreten, als ich plötzlich seltsame Geräusche aus dem Wohnzimmer hörte. Es klang, als würden sich zwei Menschen küssen, aber ich weigerte mich zu glauben, was ich da hörte. Caleb konnte mich doch unmöglich betrügen, zumindest nicht an meinem Geburtstag. Nein. Das konnte nicht sein. Das würde er mir doch niemals antun, oder? Ich drückte die Wohnzimmertür einen Spalt breit auf und sah eine Frau auf Caleb liegen. Beide waren nackt, und ihr Stöhnen erfüllte den Raum. Nein. Nicht mein Caleb. Er war meine einzige Flucht aus der Realität, der einzige Mensch, zu dem ich fliehen konnte, wenn es zu Hause mal richtig schlimm wurde. Tränen traten mir in die Augen, als ich sie beobachtete. Er schien es offenbar auch zu genießen. Ich sah, wie die Frau die Augen verdrehte, während er ihre Taille umklammerte. Ich konnte den Schmerz nicht mehr ertragen, also tat ich das Einzige, was mir einfiel. Ich schnappte mir seine Autoschlüssel, nachdem ich eine Notiz hinterlassen hatte, auf der stand: „Ich hoffe, du bist glücklich mit deiner neuen Affäre. Erwarte nicht, dass du dein Auto zurückbekommst. Fick dich.“ Ich stieg hastig in den BMW und fuhr los, mit gebrochenem Herzen, aber ich weigerte mich zu weinen. Ich bin ein starkes Mädchen. Ich betrat das Haus meiner Eltern und versuchte, den Schmerz in meinem Gesicht zu verbergen, doch mein Magen krampfte sich vor Unbehagen zusammen. Meine Mutter saß am Eingang und sah am Boden zerstört aus, und mein Vater lief auf und ab und rieb sich heftig die Glatze. Das tat er nur, wenn er in großen Schwierigkeiten steckte. Warum sahen alle so besorgt aus, so früh am Morgen? Ich schaute noch einmal auf die Uhr, um sicherzugehen, dass ich richtig gelesen hatte. Es war gerade einmal 6:30 Uhr morgens. „Mama, was ist los?“ Meine Mutter zuckte erschrocken zusammen. Sie hatte mich nicht hereinkommen sehen, was sonst gar nicht ihre Art war. Sie sah mich an, brach in Tränen aus, stand auf und umarmte mich fest. „Alles Gute zum Geburtstag, Katie. Ich werde dich vermissen. Bitte genieße dein neues Zuhause“, flüsterte sie. „Papa, was ist mit Mama los? Was ist denn los? Ich mache mir Sorgen.“ Mein Vater hielt für einen Moment inne, starrte mich an und ging dann weiter auf und ab. „Es bleibt keine Zeit mehr. Er wird jeden Moment hier sein, Katie“, sagte mein Vater mit aufgeregter Stimme. „Wer kommt denn? Was ist los?“ Meine Mama brach erneut in Tränen aus. „Okay, Katie, Schatz, dein Vater hat etwas wirklich Schlimmes getan“, sagte sie zwischen Schluchzern. „Lass mich raten. Er schuldet wieder jemandem Geld?“ Sie nickte. „Wie viel ist es diesmal?“ Ich seufzte. Ich nahm an, dass ich mich wieder total abrackern musste, um Papas Schulden abzubezahlen. „Der Betrag war zu hoch, um ihn zurückzuzahlen, also hat er dich stattdessen als Zahlung angeboten.“ Hat er mich als was benutzt? Mein leiblicher Vater hat mich als Zahlung benutzt? Ich stand wie vor den Kopf gestoßen da. Ich konnte weder sprechen noch mich beoch auch nur blinzeln. Ich starrte meinen Vater einfach nur mit purem Hass an. Jahrelang ertrug ich die Schläge, wann immer er high und nach Gras riechend nach Hause kam. Ich ertrug die Beleidigungen, die Beschimpfungen und die Gewalt. Jeden Tag wurde seine Sucht schlimmer. Mama und ich brachten ihn in eine Entzugsklinik, aber nichts änderte sich. Ich habe mir in einer Bar in der Innenstadt den Arsch aufgerissen, während meine Mutter für eine kleine Firma arbeitete, die sie wie Dreck behandelte. Wir taten alles, was wir konnten, um die Familie zusammenzuhalten, die Schande meines Vaters zu vertuschen und die Tatsache zu verbergen, dass sein respektables öffentliches Image eine Lüge war. Seine Firma war wegen seiner Sucht massiv verschuldet. Aber seine Tochter an einen anderen Mann zu verkaufen, war der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Ich habe mich so sehr bemüht, ihn zu lieben, das Gute in ihm zu sehen und mir einzureden, dass ich ihn nicht hasste. Aber das war eine Lüge. Eine verdammt große Lüge. Ich bin ihm egal und werde es ihm immer egal sein. „Ich hasse dich, und ich verspreche dir, dass ich dich bloßstellen werde. Du weißt genau, was ich meine, Adam Williams.“ Eines wusste ich ganz sicher: Mein Vater hasste es, wenn sein perfektes öffentliches Image auch nur im Geringsten Risse bekam. Ich würde es genießen, es Stück für Stück zu zerstören. „Jetzt hör mir mal zu, Katie. Wage es ja nicht, irgendetwas Dummes zu versuchen. Es ist nicht meine Schuld, dass ich süchtig bin. Gib lieber deiner Mutter die Schuld. Sie ist der Grund, warum ich in jener Nacht mit einer anderen Frau geschlafen habe – der Frau, die mich mit dem Scheiß bekannt gemacht hat, nach dem ich jetzt süchtig bin. Sie konnte mich nicht befriedigen, also habe ich mich woanders umgesehen.“ Wie konnte mein Vater nur so erbärmlich sein? Ein leises Klopfen an der Tür riss mich aus meinen Gedanken. Ich öffnete die Tür und sah einen Mann in einem schwarzen Smoking, der auf mich herabblickte. Ich zitterte leicht. „Herr Williams, Herr Aalir wartet.“ Ich schaute noch einmal auf die Uhrzeit auf meinem Handy. 7:00 Uhr morgens.KATIES PERSPEKTIVE„Antworte mir, du verdammter Idiot!“Ronans Stimme donnerte durch den Keller.Der Mann, der an den Stuhl gefesselt war, zuckte zusammen, sein ganzer Körper zitterte. Er starrte Ronan aus weit aufgerissenen, panischen Augen an, aber er brachte kein einziges Wort heraus.Nicht eins.Ich stand ein paar Schritte entfernt und beobachtete die Szene mit vor der Brust verschränkten Armen.Ehrlich gesagt konnte ich mich nicht entscheiden, ob dieser Mann unglaublich mutig oder unglaublich dumm war.Wahrscheinlich dumm.Ronan richtete sich langsam auf und drehte den Kopf zu mir.„Ich würde dir raten, jetzt wegzusehen, Katie. Wir bringen ihn gleich zum Reden.“Ich zog eine Augenbraue hoch.„Ihr bringt ihn zum Reden?“Er warf mir einen Blick zu, der mir zu verstehen gab, dass ich besser keine Fragen stellen sollte, auf deren Antwort ich lieber verzichten würde.„Wir werden ihn foltern.“„Ach so.“Ich warf einen Blick auf den Mann, der aussah, als würde er jeden Moment ohnmächtig
KATIES SICHTFür einen Moment vergaß ich, wie man atmet.Valentina stand regungslos vor mir, eine Hand auf den Bauch gepresst, die Augen weit aufgerissen vor Unglauben.Dann begannen ihre Lippen zu zittern.„Nein. Nein, nein, nein, nein.“ Ihre Stimme brach, als Tränen in ihre Augen schossen. „Mein Baby. Mein Baby!“Oh mein Gott.Mein Blick huschte zwischen ihrem Gesicht und der Hand hin und her, die sie gegen den Bauch presste.Warum war sie rausgekommen?Warum zur Hölle war Valentina rausgekommen?!Sie hätte versteckt bleiben sollen. Sie hätte mich das regeln lassen sollen. Sie hätte sich nicht zwischen mich und diese Männer stellen dürfen!Warum hatte sie das getan?Alles war so schnell passiert. Einen Moment lang hatte ich noch mit zwei Männern gerungen, und im nächsten stand Valentina vor mir und weinte um ihr Baby.Ich konnte mich nicht bewegen.Ich konnte nicht einmal klar denken.Alles, was ich hörte, waren ihre panischen Schluchzer und das ohrenbetäubende Chaos um uns herum.„
katieDer Club hatte sich in einen absoluten Albtraum verwandelt.Tische waren umgekippt, Stühle lagen quer über den Boden verstreut, und überall waren Getränke verschüttet worden. Die Männer, die ins Gebäude gestürmt waren, zogen von einer Ecke zur nächsten, durchsuchten die Bar und schauten unter die Tische, als rechneten sie damit, dass ich wie durch Zauberhand unter der liegen gelassenen Handtasche irgendeines Fremden auftauchen würde.Einer von ihnen trat einen Stuhl beiseite.„WO IST SIE?"Niemand antwortete.Ein Mann, der neben dem DJ-Pult kauerte, begann sie anzuflehen, die Hände ergeben erhoben.„Bitte! Wir wissen doch gar nicht, wen ihr sucht!"Der Eindringling packte die Kante des Pults und stieß es zur Seite.„DANN HABT IHR JA NICHTS DAGEGEN, WENN WIR NACHSEHEN!"Ich drückte mich noch tiefer hinter das Pult, wo Valentina und ich uns versteckt hielten. Mein Herz hämmerte so heftig, dass ich kaum noch etwas anderes hörte.Das durfte nicht passieren.Das durfte einfach nicht
Hallo zusammen, ich habe seit Tagen nichts mehr aktualisiert, weil ich so krank war, aber mir geht es jetzt wieder besser. Ich möchte mich ganz herzlich bei allen bedanken, die mich auf dieser Reise unterstützt und mein Buch gelesen haben. Ganz viel Liebe an euch! ♥️Kapitel 46KatieIch konnte meine Augen nicht von ihm abwenden.Da war etwas an dem Mann, der auf der anderen Seite des Raums stand, das mir die Nackenhaare aufstellte. Er war komplett in Schwarz gekleidet, seine Haltung unheimlich still, während er mich durch die Menge beobachtete.Wer zur Hölle war das?Und warum kam es mir vor, als hätte ich ihn schon einmal gesehen?Ich kniff die Augen zusammen, um sein Gesicht besser zu erkennen, aber die flackernden Lichter machten es unmöglich, irgendetwas klar zu sehen.Oh Gott. Wer bist du?Je länger ich starrte, desto vertrauter wirkte er.Ich konnte nur nicht darauf kommen, warum.„Katie?“Ich reagierte nicht.„Katie!“Ich blinzelte, als Valentina mir auf die Schulter tippte.
Katie„Oh mein Gott."Ich blinzelte.Ronan stand noch ein paar Stufen unter uns und starrte mich an, als hätte er gerade etwas Außergewöhnliches gesehen.Ich blickte an meinem Kleid hinunter und dann wieder zu ihm.„Was ist los?"Langsam schüttelte er den Kopf, den Blick wieder auf mein Gesicht gerichtet.„Du siehst in dem Kleid verdammt heiß aus."Mein Gehirn setzte aus.Komplett.Mir schoss die Hitze in die Wangen, und ich sah sofort weg, als wäre das Treppengeländer plötzlich das Spannendste der Welt.Oh mein Gott.Hatte er das gerade wirklich gesagt?Ronan. Derselbe Ronan, der kaum ein anständiges Kompliment hinbekam, ohne dass es wie eine Beleidigung klang. Derselbe Mann, für den Lächeln offenbar eine Straftat war.Und jetzt stand er da und sagte ganz beiläufig, ich sähe heiß aus.Am liebsten wäre ich im Boden versunken.Neben mir gab Valentina einen Laut von sich.„Ooooh!"Ich schloss die Augen.Nein.Auf keinen Fall.„Valentina", warnte ich.Sie ignorierte mich.Ihr Blick wande
KatieEinen Moment lang sagte niemand etwas.Ronan stand in der Tür und sah aus, als würde er gleich jemandem das Leben ruinieren, während Cherry den kleinen Behälter umklammerte, als hinge ihr Leben davon ab.Ehrlich gesagt, unter den Umständen tat es das wahrscheinlich auch.Ich verschränkte die Arme und lächelte.„Also, wo war ich stehen geblieben?“Cherrys Augen wurden groß.„Katie.“Ich ignorierte sie.„Richtig. Ich habe Ronan gerade erklärt, wie sein Lieblings-Unruhestifter das Abendessen in ein Wissenschaftsexperiment verwandelt hat.“„Kate, tu das nicht.“Ich hielt inne.Langsam drehte ich mich zu ihr um.Kate?Oh, das wurde interessant.Für jemanden, der mich sonst mit jedem unangenehmen Namen ansprach, den er finden konnte, schien Cherry plötzlich sehr daran interessiert zu sein, auf meiner guten Seite zu stehen.Ich presste die Lippen zusammen und kämpfte dagegen an, nicht laut zu lachen.„Was hast du gesagt, Cherry? Ich hab’s nicht ganz verstanden.“Sie schluckte und warf







