ANMELDENKatie
Moment mal, wer ist Aalir? Der Name kam mir bekannt vor, aber ich konnte mich einfach an nichts erinnern. Ich sah zu, wie mein Vater den Mann, der gerade gesprochen hatte, voller Angst ansah. „Ja, ja, bitte, du kannst sie mitnehmen, tu mir nur nichts.“ „Bitte folgen Sie mir, Miss Katie“, sagte der Mann im schwarzen Smoking und starrte mich seltsam an. Was zum Teufel ist hier los? Ich bin total verwirrt. Erst hat Caleb mich betrogen, und jetzt bin ich wieder zu Hause, nur um festzustellen, dass ich an einen Mann verkauft wurde, von dem ich nichts weiß. Na toll. Einfach toll. Was für ein wunderschönes Geburtstagsgeschenk von meinem sogenannten Vater. Alles schien vor meinen Augen einfach zusammenzubrechen. Was habe ich denn getan, um das zu verdienen? Bin ich so ein Pechvogel? Ich sah meinen Vater erneut an und schüttelte enttäuscht den Kopf, da ich von ihm nichts Gutes erwartete. „Smoking Typ, bitte sag deinem Chef, dass ich nirgendwo hingehe und ich ihm sein Geld bald zurückzahlen werde. Vielen Dank.“ Dann wandte ich mich an meinen Vater: „Wie viel schuldest du diesem Aalir, Williams?“ „Aalir?“, hörte ich den Mann im Smoking vor sich hin murmeln, während er mich wieder seltsam anstarrte. Mein Vater senkte den Kopf und konnte mir nicht in die Augen sehen. Es ist nicht das erste Mal, dass ich ihm aus der Patsche helfe – warum sieht er dann so verängstigt aus, dass er nicht sprechen kann? „Papa, wie viel schuldest du ihm? Ich werde mich nicht wiederholen.“ Endlich blickte er auf. „Über eine Million.“ Das war eine Menge für mich – über eine verdammte Million? Ich taumelte ein Stück zurück. Während sich das ganze Drama abspielte, hatte meine Mutter kein Wort gesagt, sie saß einfach nur schweigend da, den Blick gesenkt. Kein schockierter Gesichtsausdruck, kein enttäuschter. Nichts. Bedeutete das, dass sie Bescheid wusste und nichts gesagt hatte? „Wofür hast du das Geld ausgegeben?“, fragte ich müde. Ich war wirklich erschöpft und frustriert. „Drogen und so, ein Mann muss seine Gelüste doch befriedigen, weißt du.“ Meint er das jetzt ernst? Über eine Million Dollar, um Gelüste zu stillen? „Seit wann nimmst du schon Kredite bei diesem Aalir?“ „Fast ein Jahr.“ Ich glaube, mein Vater versteht meine Frage nicht. „Nein, nein, ich habe nicht gefragt, wie lange du ihn schon kennst. Meine Frage war, wie lange du dir schon Geld von ihm leihst.“ „Und ich habe nicht gestottert, Katie, ich habe gesagt: fast ein Jahr. Du fängst langsam ernsthaft an, mich zu nerven. Zahlst du die Schulden zurück oder steigst du ins Auto und verschwindest endlich von hier? Ich will wirklich keinen Ärger mit Herrn Aalir. Bitte lass ihn nicht warten, er ist überhaupt kein netter Mensch.“ Ich war verwirrt. Nein, ich war fassungslos. Hat dieser gottverlassene Fehlgriff von einem Vater das gerade zu mir gesagt? Mir war es ehrlich gesagt so peinlich, dass das alles vor den Augen eines Fremden ablief. Ich schaute zu dem Mann im Smoking hinüber, er schien tief in das Geschehen zwischen meinem Vater und mir vertieft zu sein. Ich glaube, meinem Vater waren ein paar Schrauben im Kopf locker geworden. Ganz einfach und kurz gesagt. Erstens: Woher soll ich denn über eine Million Dollar nehmen? Zweitens: Was soll diese Einstellung überhaupt? Für jemanden, der gerade betrogen worden war und höchstwahrscheinlich kurz davor stand, an einen Fremden verkauft zu werden, ging ich mit der Situation besser um, als ich erwartet hatte. Das erinnert mich daran, dass der Typ im Smoking nie weggegangen ist, um eine Nachricht zu überbringen oder einen Anruf zu tätigen. Ich wandte mich wieder dem muskulösen Mann zu. Ich erinnere mich, dass ich ihm gesagt hatte, er solle seinem Chef eine Nachricht überbringen. Was macht er denn noch immer am Eingang unseres Hauses? „Warum hast du die Nachricht nicht an deinen Chef weitergegeben, Typ im Smoking?“ „Welche Nachricht?“ Ich dachte schon, ich könnte nicht noch frustrierter sein, bis er diesen Satz aus seinem Mund spuckte. „Ich habe dir doch klar und deutlich gesagt, du sollst deinem Chef ausrichten, dass ich nirgendwo hingehe und ihm sein Geld bald zurückgeben werde“, knirschte ich mit den Zähnen. „Und sieht es denn so aus, als hättest du das schon geregelt?“ Nun, das ist ein berechtigter Einwand. Ich konnte unmöglich über eine Million Dollar über Nacht zurückzahlen. So wie Papa zittert oder sich aufregt, wenn er Aalirs Namen hört, bedeutet das, dass er Ärger bedeutet. Und das war ein großes Problem. Ich drehte mich langsam zu meinem Vater um. „Danke, dass du nicht nur meinen 18. Geburtstag, sondern auch meine Zukunft ruiniert hast.“ Ich sah den alten Mann mit purem Hass und Abscheu an. „Sind Sie bereit zu gehen, Miss Katie?“, fragte der stämmig aussehende Typ, und ich warf ihm einen Blick zu, der ganz klar sagte: „Habe ich denn eine Wahl?“ Ich konnte nicht einmal meine Koffer packen oder ein paar wichtige Dinge einpacken, die ich brauchte. Ich sah meine Mutter an. Sie warf mir einen entschuldigenden Blick zu und senkte dann langsam wieder den Blick, unfähig, mir in die Augen zu sehen. Wie erbärmlich. Dann sah ich Dad wieder an, und er starrte mich einfach nur an und verdrehte nach ein paar Sekunden die Augen. Noch erbärmlicher. Ich wollte dem Mann im Anzug gerade nach draußen folgen, schaute aber nach unten und stellte fest, dass ich immer noch den passenden Pyjama trug. Den, den Caleb für uns beide besorgt hatte – dann lächelte ich traurig. „Kann ich mich wenigstens in etwas Passenderes umziehen, Typ im Smoking?“ Er kratzte sich leise am Hinterkopf und murmelte etwas davon, dass sein Chef ziemlich ungeduldig werde. Ich seufzte nur und folgte ihm zu dem Auto, das dort geparkt war. Es war ein schwarzer Rolls-Royce. „Warum sind die Scheiben des Rolls-Royce getönt? Hat dein Chef vor, mit mir zu schlafen?“ Er machte ein schockiertes Gesicht. „Warum glaubst du denn, dass der Chef so etwas am ersten Tag tun würde, an dem du ihn triffst?“ „Keine Ahnung, wahrscheinlich, weil ich ein unwiderstehlich sexy Arsch bin.“ Okay, dieser Typ hatte definitiv genug von mir. Das merkte ich. Ich wollte gerade noch eine Bemerkung machen, die den Typen im Smoking wahrscheinlich traumatisieren würde, doch dann öffnete er die Autotür. „Das hat ja lange gedauert“, begrüßte mich eine tiefe Stimme. Ich hielt den Mund.KATIES PERSPEKTIVE„Antworte mir, du verdammter Idiot!“Ronans Stimme donnerte durch den Keller.Der Mann, der an den Stuhl gefesselt war, zuckte zusammen, sein ganzer Körper zitterte. Er starrte Ronan aus weit aufgerissenen, panischen Augen an, aber er brachte kein einziges Wort heraus.Nicht eins.Ich stand ein paar Schritte entfernt und beobachtete die Szene mit vor der Brust verschränkten Armen.Ehrlich gesagt konnte ich mich nicht entscheiden, ob dieser Mann unglaublich mutig oder unglaublich dumm war.Wahrscheinlich dumm.Ronan richtete sich langsam auf und drehte den Kopf zu mir.„Ich würde dir raten, jetzt wegzusehen, Katie. Wir bringen ihn gleich zum Reden.“Ich zog eine Augenbraue hoch.„Ihr bringt ihn zum Reden?“Er warf mir einen Blick zu, der mir zu verstehen gab, dass ich besser keine Fragen stellen sollte, auf deren Antwort ich lieber verzichten würde.„Wir werden ihn foltern.“„Ach so.“Ich warf einen Blick auf den Mann, der aussah, als würde er jeden Moment ohnmächtig
KATIES SICHTFür einen Moment vergaß ich, wie man atmet.Valentina stand regungslos vor mir, eine Hand auf den Bauch gepresst, die Augen weit aufgerissen vor Unglauben.Dann begannen ihre Lippen zu zittern.„Nein. Nein, nein, nein, nein.“ Ihre Stimme brach, als Tränen in ihre Augen schossen. „Mein Baby. Mein Baby!“Oh mein Gott.Mein Blick huschte zwischen ihrem Gesicht und der Hand hin und her, die sie gegen den Bauch presste.Warum war sie rausgekommen?Warum zur Hölle war Valentina rausgekommen?!Sie hätte versteckt bleiben sollen. Sie hätte mich das regeln lassen sollen. Sie hätte sich nicht zwischen mich und diese Männer stellen dürfen!Warum hatte sie das getan?Alles war so schnell passiert. Einen Moment lang hatte ich noch mit zwei Männern gerungen, und im nächsten stand Valentina vor mir und weinte um ihr Baby.Ich konnte mich nicht bewegen.Ich konnte nicht einmal klar denken.Alles, was ich hörte, waren ihre panischen Schluchzer und das ohrenbetäubende Chaos um uns herum.„
katieDer Club hatte sich in einen absoluten Albtraum verwandelt.Tische waren umgekippt, Stühle lagen quer über den Boden verstreut, und überall waren Getränke verschüttet worden. Die Männer, die ins Gebäude gestürmt waren, zogen von einer Ecke zur nächsten, durchsuchten die Bar und schauten unter die Tische, als rechneten sie damit, dass ich wie durch Zauberhand unter der liegen gelassenen Handtasche irgendeines Fremden auftauchen würde.Einer von ihnen trat einen Stuhl beiseite.„WO IST SIE?"Niemand antwortete.Ein Mann, der neben dem DJ-Pult kauerte, begann sie anzuflehen, die Hände ergeben erhoben.„Bitte! Wir wissen doch gar nicht, wen ihr sucht!"Der Eindringling packte die Kante des Pults und stieß es zur Seite.„DANN HABT IHR JA NICHTS DAGEGEN, WENN WIR NACHSEHEN!"Ich drückte mich noch tiefer hinter das Pult, wo Valentina und ich uns versteckt hielten. Mein Herz hämmerte so heftig, dass ich kaum noch etwas anderes hörte.Das durfte nicht passieren.Das durfte einfach nicht
Hallo zusammen, ich habe seit Tagen nichts mehr aktualisiert, weil ich so krank war, aber mir geht es jetzt wieder besser. Ich möchte mich ganz herzlich bei allen bedanken, die mich auf dieser Reise unterstützt und mein Buch gelesen haben. Ganz viel Liebe an euch! ♥️Kapitel 46KatieIch konnte meine Augen nicht von ihm abwenden.Da war etwas an dem Mann, der auf der anderen Seite des Raums stand, das mir die Nackenhaare aufstellte. Er war komplett in Schwarz gekleidet, seine Haltung unheimlich still, während er mich durch die Menge beobachtete.Wer zur Hölle war das?Und warum kam es mir vor, als hätte ich ihn schon einmal gesehen?Ich kniff die Augen zusammen, um sein Gesicht besser zu erkennen, aber die flackernden Lichter machten es unmöglich, irgendetwas klar zu sehen.Oh Gott. Wer bist du?Je länger ich starrte, desto vertrauter wirkte er.Ich konnte nur nicht darauf kommen, warum.„Katie?“Ich reagierte nicht.„Katie!“Ich blinzelte, als Valentina mir auf die Schulter tippte.
Katie„Oh mein Gott."Ich blinzelte.Ronan stand noch ein paar Stufen unter uns und starrte mich an, als hätte er gerade etwas Außergewöhnliches gesehen.Ich blickte an meinem Kleid hinunter und dann wieder zu ihm.„Was ist los?"Langsam schüttelte er den Kopf, den Blick wieder auf mein Gesicht gerichtet.„Du siehst in dem Kleid verdammt heiß aus."Mein Gehirn setzte aus.Komplett.Mir schoss die Hitze in die Wangen, und ich sah sofort weg, als wäre das Treppengeländer plötzlich das Spannendste der Welt.Oh mein Gott.Hatte er das gerade wirklich gesagt?Ronan. Derselbe Ronan, der kaum ein anständiges Kompliment hinbekam, ohne dass es wie eine Beleidigung klang. Derselbe Mann, für den Lächeln offenbar eine Straftat war.Und jetzt stand er da und sagte ganz beiläufig, ich sähe heiß aus.Am liebsten wäre ich im Boden versunken.Neben mir gab Valentina einen Laut von sich.„Ooooh!"Ich schloss die Augen.Nein.Auf keinen Fall.„Valentina", warnte ich.Sie ignorierte mich.Ihr Blick wande
KatieEinen Moment lang sagte niemand etwas.Ronan stand in der Tür und sah aus, als würde er gleich jemandem das Leben ruinieren, während Cherry den kleinen Behälter umklammerte, als hinge ihr Leben davon ab.Ehrlich gesagt, unter den Umständen tat es das wahrscheinlich auch.Ich verschränkte die Arme und lächelte.„Also, wo war ich stehen geblieben?“Cherrys Augen wurden groß.„Katie.“Ich ignorierte sie.„Richtig. Ich habe Ronan gerade erklärt, wie sein Lieblings-Unruhestifter das Abendessen in ein Wissenschaftsexperiment verwandelt hat.“„Kate, tu das nicht.“Ich hielt inne.Langsam drehte ich mich zu ihr um.Kate?Oh, das wurde interessant.Für jemanden, der mich sonst mit jedem unangenehmen Namen ansprach, den er finden konnte, schien Cherry plötzlich sehr daran interessiert zu sein, auf meiner guten Seite zu stehen.Ich presste die Lippen zusammen und kämpfte dagegen an, nicht laut zu lachen.„Was hast du gesagt, Cherry? Ich hab’s nicht ganz verstanden.“Sie schluckte und warf







