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Zur Geburt? Die Kommentare schrien: Nein!

Zur Geburt? Die Kommentare schrien: Nein!

By:  FerrariCompleted
Language: Deutsch
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Ich heiße Luna Berger und bin Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe. Ich hatte gerade zusammen mit dem Notaufnahme-Team drei Notoperationen hinter mich gebracht und war eben erst aus dem Krankenhaus getreten, da klingelte mein Handy. Auf dem Display stand der Name meiner besten Freundin: Vivien Falkner. Ich nahm ab. Ihre Stimme überschlug sich: „Luna! Meine Fruchtblase ist geplatzt! Die Schmerzen bringen mich fast um! Komm sofort ins Krankenhaus! Ich will, dass du mein Kind persönlich holst!“ Ich drehte mich instinktiv um und lief zurück. Da erschien plötzlich ein Live-Kommentar vor meinen Augen. [Geh auf keinen Fall in den OP, sonst bringt dich deine beste Freundin um!] [Vivien Falkner hat ihr Kind längst verloren. Sie will dich nicht operieren lassen – sie will dir die Schuld in die Schuhe schieben!] [Ihr Mafia-Ehemann wird dir vor Wut eigenhändig den Hals umdrehen!] [Und nach deinem Tod wird auch deine Familie die grausame Rache der Mafia zu spüren bekommen!] Meine Schritte stockten abrupt. Ein paar Sekunden später beschloss ich, den Kommentaren zu glauben. Es ging um mein Leben und das meiner Eltern. Ich durfte es nicht riskieren.

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Chapter 1

Kapitel 1

Ich war seit fast zehn Jahren als Gynäkologin tätig und wusste genau, wie gefährlich und schmerzhaft eine Geburt für die Mutter sein konnte.

Zumal es sich auch noch um meine beste Freundin handelte – deshalb zögerte ich kaum, als ich ihren Anruf entgegennahm.

„Luna, ich bekomme gleich mein Kind, du bist die beste Gynäkologin im Krankenhaus, komm mir schnell zu Hilfe!“

Ihre Stimme zitterte. Während ich zurückrannte, versuchte ich sie zu beruhigen: „Beruhig dich, ich bin gleich da. Wo bist du?“

„In OP 3! Dr. Weber und die anderen sind schon bereit. Sie warten nur noch darauf, dass du selbst operierst und mir hilfst, das Kind zu holen!“

Ich rannte durch Pfützen in Richtung Krankenhaus, Schlammwasser spritzte unter meinen Füßen auf.

Gerade als ich um einen offenen Wartungsschacht herumgehen wollte, flackerte plötzlich eine Zeile leuchtender, rollender Schrift vor meinen Augen auf.

Hellblau und halbtransparent schwebte sie wie ein Live-Kommentar in einem Videospiel direkt über meinem Sichtfeld und folgte meinem Blick.

[Geh auf keinen Fall in den OP, sonst bringt dich deine beste Freundin um!]

[Vivien hat ihr Kind längst verloren. Sie will dich nicht operieren lassen – sie will dir die Schuld in die Schuhe schieben!]

[Ihr Mafia-Ehemann wird dir vor Wut eigenhändig den Hals umdrehen!]

[Und nach deinem Tod wird auch deine Familie die grausame Rache der Mafia zu spüren bekommen!]

Ich starrte auf die Zeile, mein Herz raste.

Vivien war meine beste Freundin, wir kannten uns seit fünfzehn Jahren.

Warum sollte sie mir schaden wollen?

In diesem Moment hörte ich, wie Passanten nebenan tratschten.

„Vorhin wurde vor dem Krankenhaus eine schwangere Frau mit starken Blutungen eingeliefert, habt ihr das gesehen? Sah richtig schlimm aus, das Kind wird sie wohl nicht behalten können.“

„Die Schwangere ist sogar in einem roten Ferrari in limitierter Auflage gekommen, sieht nach großem Geld aus. Was gehen uns die Angelegenheiten reicher Leute an?“

Zufällig besaß Vivien genau dasselbe rote Ferrari-Modell, von dem es weltweit nur wenige Exemplare gab.

Das Handy vibrierte erneut.

Vivien hatte eine Sprachnachricht geschickt: „Luna, bist du schon da? Die Wehen kommen jetzt alle drei Minuten, ich hab solche Angst … Kommst du bitte schnell? Mein Mann ist auch gleich da, er sagt, er will sich persönlich bei dir bedanken.“

Ihre weinerliche, sanfte Stimme ließ mir einen kalten Schauer über den Rücken laufen.

Ich umklammerte das Handy so fest, dass sich meine Fingernägel in die Handfläche gruben.

Konnte es auf der Welt wirklich einen solchen Zufall geben?

Zumal Vivien der Familie Moretti seit ihrer Schwangerschaft besonders wichtig war und ausschließlich von einem medizinischen Team auf höchstem internationalem Niveau betreut wurde.

Warum brauchte sie ausgerechnet jetzt meine Hilfe bei der Geburt?

Bei diesem Gedanken erschienen mir die Kommentare plötzlich sehr glaubwürdig.

Sobald ich den OP betrat, wäre ich von diesem Moment an ein Lamm auf der Schlachtbank.

Am Ende würde man mir die Schuld an der Fehlgeburt geben.

Ich wagte nicht, weiterzudenken – je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr lief es mir eiskalt den Rücken hinunter.

Drei Meter entfernt befand sich ein alter Wartungsschacht mit einem Durchmesser von einem Meter zwanzig.

Die Absperrung ringsherum hing schief im Wind, und die Beleuchtung war ausgefallen – nachts war er kaum zu erkennen.

Ich atmete tief durch.

Blitzschnell traf ich eine Entscheidung.

Wenn die Kommentare sagten, dass sie mich reinlegen würde, dann würde ich eben alles auf eine Karte setzen!

Solange ich nicht im OP auftauchen konnte, konnte sie mir auch nichts anhängen.

Ich starrte auf den Schacht und tat so, als würde ich über einen Stein am Wegesrand stolpern –

mein ganzer Körper kippte nach vorn, meine Hände griffen wild in die Luft, das Gleichgewicht war im Bruchteil einer Sekunde verloren.

„Aaah–“

Mein Rücken schlug hart auf den betonierten Rand am Grund des Schachts, mein rechter Unterschenkel prallte gegen eine hervorstehende Bewehrungsstange.

Ein stechender Schmerz explodierte in meinem Bein. Mein ganzer Körper zuckte. Kalter Schweiß vermischte sich mit Schlamm auf meinem Gesicht.

Das Handy flog mir aus der Hand und landete im Schlammwasser daneben.

Der Bildschirm leuchtete noch, während eine Sprachnachricht von Vivien nach der anderen aufploppte.

Ich rührte mich nicht.

Als wäre ich tot.

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