INICIAR SESIÓNIch heiße Luna Berger und bin Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe. Ich hatte gerade zusammen mit dem Notaufnahme-Team drei Notoperationen hinter mich gebracht und war eben erst aus dem Krankenhaus getreten, da klingelte mein Handy. Auf dem Display stand der Name meiner besten Freundin: Vivien Falkner. Ich nahm ab. Ihre Stimme überschlug sich: „Luna! Meine Fruchtblase ist geplatzt! Die Schmerzen bringen mich fast um! Komm sofort ins Krankenhaus! Ich will, dass du mein Kind persönlich holst!“ Ich drehte mich instinktiv um und lief zurück. Da erschien plötzlich ein Live-Kommentar vor meinen Augen. [Geh auf keinen Fall in den OP, sonst bringt dich deine beste Freundin um!] [Vivien Falkner hat ihr Kind längst verloren. Sie will dich nicht operieren lassen – sie will dir die Schuld in die Schuhe schieben!] [Ihr Mafia-Ehemann wird dir vor Wut eigenhändig den Hals umdrehen!] [Und nach deinem Tod wird auch deine Familie die grausame Rache der Mafia zu spüren bekommen!] Meine Schritte stockten abrupt. Ein paar Sekunden später beschloss ich, den Kommentaren zu glauben. Es ging um mein Leben und das meiner Eltern. Ich durfte es nicht riskieren.
Ver másDie übrigen Leute im Flur zerstreuten sich langsam. Dr. Weber, Dr. Hartmann und alle, die Vivien bei ihrer Falschaussage geholfen hatten, waren verschwunden – doch entkommen würden sie nicht. Die gesamte Gynäkologie wusste, dass sie in die Sache verwickelt waren, zumal die Polizei eben noch vor Ort gewesen war.Am nächsten Tag veröffentlichte das Krankenhaus eine Mitteilung über die Disziplinarmaßnahmen: Dr. Weber wurde entlassen, drei Krankenschwestern wurden entlassen, der Anästhesist wurde suspendiert. Alle elf Personen, die an der Falschaussage beteiligt waren, kamen auf eine dauerhafte Sperrliste. Auch die Polizei leitete gegen sie ein Verfahren ein.Ich blieb fünf Tage im Krankenhaus.Am sechsten Tag, morgens, wurde ich entlassen. Auf Krücken gestützt, Schritt für Schritt, arbeitete ich mich zum Krankenhaustor vor.Zu Hause angekommen, öffnete ich die Tür.In der Küche brummte die Dunstabzugshaube. Der Duft des Essens zog durch das ganze Wohnzimmer.Meine Mutter steckte den Kopf
Nachdem das Telefonat beendet war, wurde es im Flur wieder still.Doch unter dieser Stille brach bereits etwas in sich zusammen – das Gebäude aus Lügen, das Vivien errichtet hatte.Zwanzig Minuten später klingelte das Handy.Vincenzo nahm ab und hörte etwa zehn Sekunden lang zu.Dann legte er auf und blickte auf Vivien hinab, die zitternd im Bett lag.„Four Seasons Hotel im Süden der Stadt. Zwischen sechs und acht Uhr morgens. Die Überwachungskamera hat aufgenommen, wie du zusammen mit einem Mann aus demselben Zimmer gekommen bist.“Er machte eine Pause.„Ich habe bereits Leute losgeschickt, um den Mann zu holen.“Vivien wirkte, als hätte man ihr sämtliche Knochen aus dem Körper gezogen. Sie rutschte vom Bett, sank auf die Knie und klammerte sich an Vincenzos Beine.„Schatz … ich habe einen Fehler gemacht … es tut mir wirklich leid …“„Ich wollte das nicht … er hat mich dazu gezwungen … er sagte, wenn ich nicht mit ihm … dann würde er dir alles über unsere Vergangenheit erzählen … ich
Helenas Aussage hatte alle schockiert.Vivien richtete sich beinahe im Krankenbett auf.Vincenzo warf ihr einen Seitenblick zu: „Vivien, stimmt das, was sie sagt?“Doch Vivien begann am ganzen Körper zu zittern: „Nein, Schatz, sie lügt. Es muss Luna gewesen sein! Sie hat mein Kind umgebracht, und jetzt will sie auch noch mich tot sehen!“„Eben hast du selbst noch gesagt, Zeugenaussagen ließen sich nicht fälschen.“Er lächelte, ein Lächeln, das einem kalte Schauer über den Rücken jagte. „Spielt die Aufnahme ab.“Helena zog hastig und mit zitternden Händen ihr Handy hervor. Kurz darauf war eine klare Frauenstimme aus dem Lautsprecher zu hören: „… Keine Sorge, mein Kind ist sowieso schon verloren, du machst mir nur einen Gefallen und spielst mit. Keine Angst, das mache ich nicht umsonst – wie wäre es mit einer halben Million …“Viviens Tränen strömten in Sturzbächen.„Schatz …“, brachte sie schließlich zwei Worte heraus. „Lass mich dir erklären …“Ich nutzte die Gelegenheit und wandte mic
Eine Krankenschwester trat als Nächste vor: „Dr. Berger … es tut mir leid … ich kann Sie nicht mehr decken … Sie haben wirklich zu voreilig gehandelt … wie sollen wir das für Sie vertuschen …“Eine weitere Schwester trat vor, dann noch eine, eine nach der anderen, als wäre es einstudiert.„Dr. Berger war die Operateurin.“„Wir verwechseln sie nicht.“„Wie sie in den Schacht gefallen ist, wissen wir nicht, aber im OP war sie es.“„Dafür stehe ich mit meinem guten Namen ein.“Bei den Worten „mit meinem guten Namen“ musste ich kurz auflachen.Die Wut der Menge flammte neu auf, diesmal heftiger als zuvor. Jemand schrie sogar: „Verbrennt sie!“Der Polizist wurde immer weiter zurückgedrängt. Er versuchte, die Ordnung aufrechtzuerhalten, aber seine Stimme ging in der Menge unter.„Moment!“ Ich starrte auf den Bildschirm des Laptops. „Spielen Sie es noch einmal ab. In Zeitlupe.“Die Schwester mit dem Laptop sah mich zwei Sekunden lang an, offensichtlich wenig geneigt mitzumachen, aber auch Vin





