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Autor: Yuri-Violet
last update Fecha de publicación: 2026-09-25 05:33:22

In dem stillen Raum durchbrach ein gedämpftes Schluchzen die Ruhe und erfüllte die Luft mit Lyras Herzensschmerz.
Trotz ihrer äußerlichen Stärke in der Öffentlichkeit war sie eine andere Person, wenn die Nacht kam und sie in der Einsamkeit Tränen vergoss.
Einst an den Luxus einer eleganten Schlafkammer gewöhnt, fand sie sich nun auf dem Dachboden wieder, einem Ort, der ihre Gefühle von Einsamkeit und Isolation noch verstärkte.

„Lass uns fliehen“, flüsterte eine Stimme im Hinterkopf Lyras, die zu Stella, ihrer Wölfin, gehörte.
Sie umklammerte ihr Kissen fest, und die Tränen versiegten beim Klang des Vorschlags ihrer Wölfin.
Seit sie sieben Jahre alt war, war Stella eine ständige Präsenz in ihren Gedanken.
Lyra konnte es nicht erklären, aber sie wusste, dass sie ein besonderer Fall war; sie wusste, dass ihre Wölfin immer auf sie aufpasste. Allerdings hatte sie nur einmal gewechselt – einmal während ihres Erwachsenwerdens, als sie ganz allein im Wald war und es geschafft hatte, sich zu verwandeln.
Seitdem hatten sie und Stella die Vereinbarung, sich nicht wieder zu verwandeln, zumindest bis die richtige Zeit gekommen war.
Das Rudel wusste, dass Lyra nicht wolflos war, doch sie glaubten, ihre Wölfin sei zu schwach, als dass sie sich aus eigenem Antrieb verwandeln könnte.

„Und dann?“, fragte Lyra, die Tränen schimmerten auf ihren Wangen, während sie sie fortwischte.
Sie wusste, dass ihre Wölfin nur das Beste für sie wollte, nachdem sie ihre Kämpfe miterlebt hatte, doch sie war noch nicht ganz bereit, ihrem Rat zu folgen.
„Wir haben nirgendwohin zu gehen. Lass uns vorerst alles ertragen.“

„Tsk.“ Stellas missbilligende Antwort war das letzte Geräusch, das Lyra hörte, bevor sie einen tiefen Seufzer ausstieß und aus dem kleinen Dachfenster blickte.
Das Mondlicht hüllte sie in ein weiches, blasses Leuchten, während eine kühle Brise die Blätter draußen rascheln ließ.
Sie schloss die Augen und fand Trost in dem Wissen, dass sie nicht eingesperrt war, doch sie konnte das Gefühl der Hilflosigkeit nicht abschütteln, eine Erinnerung an ihre Kämpfe in der Kindheit.

Am nächsten Morgen, als Lyra die Dachbodentür öffnete, ergoss sich kaltes, schmutziges Wasser über sie.
Ihre Augen weiteten sich vor Schock, als sie die Tropfen von ihrer Kleidung auf den Holzboden darunter tropfen sah.
Die Wölfinnen-Mägde, andere als die vom Vortag, kicherten schelmisch.
Das waren diejenigen, die Anya bedienten.

„Ups, Entschuldigung“, bot die mit den schwarzen Haaren eine spöttische Entschuldigung an.
Lyra stieß einen tiefen Seufzer aus, wischte die Tropfen von ihrer Stirn und stellte sich dann aufrecht den Mägden entgegen, die noch lauter lachten.

„Was ist mit euch los?“, erkundigte sie sich ruhig, ihre Stimme fest.
Dieses kindische Verhalten war zur regelmäßigen Erscheinung geworden, und ehrlich gesagt hatte sie davon genug.
Sie trat einen Schritt vor und beobachtete, wie sie sich langsam zurückzogen.
Sie hatten gehört, wie sie am Vortag mit ihrer Freundin umgegangen war, und wollten ihr nun eine Lehre erteilen.
Ihr verletzter Stolz konnte es nicht ertragen, dass sie eine Waise bedienten, die sich als Fälschung herausgestellt hatte.

„Warum bist du überhaupt noch hier? Geh einfach! Du gehörst nicht hierher!“, fauchte eine der Mägde und warf einen hölzernen Eimer in Lyras Richtung.
Er traf sie an der Stirn, sodass Stella wütend knurrte, doch Lyra hielt ihre Wölfin davon ab, zurückzuschlagen.
Sie wusste, dass es unschön werden konnte, wenn sie Stella freiließ.

„Warum sollte ich gehen? Welche Autorität hat eine Magd wie du?“, erwiderte Lyra, während ein Rinnsal Blut ihre Stirn hinunterlief.
Die Mägde keuchten, ihre Augen weiteten sich vor Schock.

„Wir werden dafür sorgen, dass du unser Rudel verlässt, damit unsere wahre zukünftige Luna sich nicht um deine Existenz sorgen muss!“, spien sie aus, bevor sie davonhuschten und Lyra die von ihnen verursachte Unordnung aufräumen ließen.
Seufzend berührte sie ihre Stirn, zuckte vor dem Schmerz zusammen und blickte auf ihre Hand, die mit nassem, rotem Blut befleckt war.

„Ich werde sie umbringen!“, knurrte Stella erneut.

„Beruhige dich, sie werden es irgendwann bereuen“, beruhigte Lyra ihre Wölfin, während sie die Böden fertig reinigte.
Nachdem sie ihre Wunde versorgt und in eine frische Uniform gewechselt hatte, band sie ihr langes, rotes, welliges Haar zu einem Pferdeschwanz und machte sich auf den Weg zum Haupthaus, um ihre Arbeit zu beginnen.
Heute war sie dem Speisesaal zugeteilt, wo die hochrangigen Rudelmitglieder zum Frühstück zusammenkamen.

Mit einem Wagen voller Speisen schob Lyra den Speisesaal auf und hörte, wie der Alpha und die Luna ein freundliches Gespräch mit Anya führten, sich nach ihrem Wohlbefinden erkundigten und weiter mit Rhys, dem Beta und seinem Kind plauderten.
Lyra konnte nicht umhin, die Lippen zusammenzupressen.
Früher hatte sie dort gesessen, wo jetzt Anya saß, doch nun wurde sie ignoriert.

Nachdem sie das Essen nach Anweisung der Küchenoberin serviert hatte, stellte sie sich mit den anderen Mägden an die Seite.
Anyas Augen trafen dann Lyras, ein schelmisches Grinsen spielte um ihre Lippen.

„Hmm?“, Anyas Ausdruck verwandelte sich in Schock, als sie einen Löffel der Suppe nahm, nur um Augenblicke später die Augen weit aufzureißen.
Ein roter Ausschlag breitete sich über ihre Haut aus, während sie sich hektisch daran kratzte.

„Was ist los?“, Rhys’ Stimme erklang besorgt und spiegelte die Sorge aller am Tisch wider.

„M-meine Suppe enthält Erdnüsse. Ich bin allergisch gegen Erdnüsse, w-warum—“, Anyas Stimme brach, als Tränen in ihren Augen aufstiegen und sie sich den Bauch hielt. In diesem Augenblick spürte Lyra, dass Ärger heraufzog.

„Aber unsere Suppe war erdnussfrei. Ich habe den Koch über deine Allergie informiert“, warf Rose ein, verwirrt.
„Es sei denn, jemand hat an deiner herumgepfuscht.“

[Komm in den Speisesaal,] hallte Alpha Aidens Befehl durch die Gedankenverbindung des Rudelarzes.

Alle Blicke wandten sich dann zu Lyra, die die Suppe serviert hatte.
Verdacht lastete schwer in der Luft, anklagende Blicke richteten sich auf sie.
Sie ballte die Fäuste, wissend, dass ihre Proteste auf taube Ohren stoßen würden, doch sie konnte nicht schweigen.

„Ich habe nichts getan; ich habe nur den Anweisungen der Küchenmagd gefolgt und das Essen serviert.“

„Ich bin enttäuscht von dir, Lyra. Musstest du wirklich so weit gehen? Du hättest Anya aus Bosheit schaden können. Es ist nicht ihre Schuld, dass sie Rhys’ schicksalhafte Gefährtin ist“, Lorenas Worte schnitten tief und ließen Lyra sich auf die Lippe beißen.
Sogar ihre beste Freundin hatte sich gegen sie gewandt und die Schuld fest auf ihre Schultern gelegt.

„Ich schwöre, ich habe nichts hineingetan. Ich weiß nicht einmal von ihrer Allergie—“

„Genug!“, Alpha Aidens Stimme donnerte und jagte Lyra einen Schauer über den Rücken.
„Sei dankbar, dass ich dich noch nicht verbannt habe. Zieh so etwas noch einmal durch, und ich schicke dich zurück dorthin, wo ich dich vor zwölf Jahren gefunden habe.“

Tränen drohten aus Lyras Augen zu treten, als das Trauma über sie hinwegspülte, doch sie blinzelte sie weg, als Rhys Tee über ihren Kopf schüttete.
Sein eisiger Blick hielt keine Emotion, doch sein zusammengekniffener Kiefer sprach Bände, während seine Wut an die Oberfläche brodelte.

„Ist das dein wahres Ich? Eine doppelzüngige Dirne?!“

Rhys’ Anschuldigung hing in der Luft, doch Lyra blieb stumm und widerstand dem Drang, zurückzuschlagen.
Sie wusste, dass eine Verteidigung zwecklos wäre – sie hatten sie bereits zur Bösewichtin gestempelt.

„Du hast gesagt, du würdest dich nicht einmischen, und jetzt bist du hier“, knurrte er durch zusammengebissene Zähne.
„Unser Rudel hat dich aufgenommen und gut behandelt, und so dankst du uns? Indem du meiner Gefährtin, dem wahren Schlüssel zur Prophezeiung, schadest?“

„Du magst dank der Führung meiner Mutter das Potenzial haben, eine großartige Luna zu sein, aber lass mich eines klarstellen…“ Rhys’ Hand umfasste Lyras Wangen und zwang sie, seinen grauen, vor Wut brennenden Augen zu begegnen.
„Anya war dir weit überlegen. Sie war die Tochter eines Beta aus dem Silber-Rudel, einer der Adligen im Norden. Ihre Wölfin war stark, im Gegensatz zu deiner, die sich nicht einmal nach Belieben verwandeln kann.“

Lyra spürte, wie Stella danach lechzte, auszubrechen, doch sie hielt sie meisterhaft in Schach und bewahrte dabei ein Pokerface.
Es war ein heikler Balanceakt, doch sie hatte ihn bereits gemeistert.
Selbst der Alpha würde es nicht merken.
Außerdem gab es im Incarnadine-Rudel eine strenge Regel, dass Mitglieder ihre Wolfsform nicht im Rudelhaus annehmen durften, es sei denn, es bestand eine potenzielle Bedrohung.
Diese Regel war eingeführt worden, um die menschlichen Diener zu schützen, die unter den Rudelmitgliedern lebten, und zu verhindern, dass sie erschreckt oder verängstigt wurden.
Jeder, der diese Regel brach, sah sich der Verbannung aus dem Rudel gegenüber.

Mit einem dramatischen Knall schwang die Tür auf, und ein paar Krieger marschierten herein, ihre Augen auf Lyra gerichtet.
Ihr lief ein Schauer den Rücken hinunter, als sie sie an den Armen packten.
Ihr Gesicht erbleichte, aus Angst, Alpha Aiden würde tun, was er zuvor gesagt hatte.
Doch stattdessen befahl er ihnen kühl, sie in den Kerker zu werfen, wo sie eine Woche harter Behandlung und knapper Wasserrationen erduldete.

Die endlose Qual hörte dort nicht auf. Die vergangenen drei Monate waren ein Albtraum gewesen, mit täglichen Misshandlungen durch die Rudelmitglieder, besonders Rhys’ emotionale Angriffe und Anyas unermüdliche Intrigen, um ihr Leben noch elender zu machen, als es bereits war.
Doch Lyra schaffte es, alles zu ertragen, genau wie in der Vergangenheit.

Nach langer Vorbereitung und Vorfreude brachen sie endlich zum Kapital auf, wo das Bankett des Alpha-Königs stattfand.
Obwohl sie ein Auto besaßen, kuschelten sich der Alpha und die Luna zusammen mit Rhys und Anya in der Kutsche, während Lyra neben dem Kutscher saß.
Das war ihr erstes Mal, dass sie zum Palast fuhr, also war es kein Wunder, dass sie ein Flattern der Nervosität spürte. Schließlich wusste sie alles über den tyrannischen Alpha-König.

Es gab unzählige Gerüchte um ihn, vom Alleinschlachtung eines ganzen Rudels bis hin zu einem abscheulichen Aussehen, das jemandem mit einem Fluch gebührte.
Während ihrer Unterrichtsstunden, um eine perfekte Luna zu werden, hatte sie erfahren, dass der Fluch an denjenigen aus der königlichen Familie weitergegeben wurde, der den Thron erbte.
Generationenlang waren die Alpha-Könige unfähig gewesen, ihre Gefährten zu spüren oder zu finden. Daher war ein Ereignis namens Luna-Auswahl geschaffen worden, an dem alle hochrangigen, ungebundenen Wölfinnen teilnehmen mussten.
In dieser Generation jedoch traf jede, die vom derzeitigen Alpha-König ausgewählt wurde, ein unglückliches Schicksal – sie starb, bevor die Paarungszeremonie überhaupt stattfinden konnte. Das lag daran, dass sie den Tod dem Dasein als seine Gefährtin vorzogen – und dieses Jahr würde der dritte Versuch des Königs sein, eine Gefährtin und Luna auszuwählen.

Mit einem Ruck kam die Kutsche zum Stehen.
Lyras Augen weiteten sich vor Ehrfurcht, als sie den grandiosen, eleganten Palast vor sich aufnahm. Die Vorfreude stieg, als sie begriff, dass sie bald diesem berüchtigten Herrscher von Verdentia gegenüberstehen würde.

Plötzlich durchschnitt die dröhnende Stimme des Kutschers ihren Trancezustand.
„Wir sind angekommen.“

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Último capítulo

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Wie dem auch sei – alles, was sie jetzt wollte, war, sich unter die Decke zu verkriechen und dort tagelang zu bleiben.
Sie seufzte und schloss die Augen, nur um sie wieder zu öffnen, als es an der Tür klopfte.„Ich bin’s, David.“ Der Beta sagte: „Kian hat mich angewiesen, dir eine Führung durch den Palast zu geben, damit du dich mit deiner neuen Umgebung vertraut machen kannst.“Mit einem Lächeln im Gesicht trat Lyra aus dem Zimmer und fasste sich.
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