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Von sechs Alphas abgelehnt
Von sechs Alphas abgelehnt
Author: Angelie

Kapitel 1: Die sechste Ablehnung

Author: Angelie
last update Petsa ng paglalathala: 2026-05-27 04:33:21

Hallo meine lieben Leser! Wenn euch diese Geschichte gefallen hat, schaut doch mal in mein neues Buch [Lunas Rätsel: Vergessen vom ganzen Rudel] rein … Ich glaube, es wird euch auch gefallen. Vielen Dank für eure Unterstützung! ❤️

‎___

Wenn dich ein Partner zum sechsten Mal zurückweist, weinst du nicht.

Es ist dir einfach egal.

Ich stand mit erhobenem Kopf mitten in der Halle des Silver Run Packs. Der Raum war überfüllt. Fackeln an den Wänden. Überall Wölfe. Sie waren nicht hier, um zu feiern. Sie waren hier, um zuzusehen, wie ich weggeworfen wurde.

Alpha Kael Voss stand vor mir. Schwarze Haare. Graue Augen. Breite Schultern. Jedes Mädchen im Rudel begehrte ihn. Jetzt sah er mich an, als wäre ich nichts.

„Holiday Vance“, sagte er. Seine Stimme hallte durch den ganzen Saal. „Ich lehne dich als meine Schicksalsgefährtin ab.“

Ich spürte, wie die Verbindung riss. Dieser unsichtbare Faden, den die Mondgöttin zwischen zwei Menschen spannt. Er zog sich fest und dann war er still. Mein Wolf heulte in mir. Ich stieß sie zu Boden und sperrte sie ein.

Die Leute schnappten nach Luft. Jemand hielt sich den Mund zu. Mein Vater starrte auf den Boden.

Ich habe nicht auf den Boden geschaut.

„Warum?“, fragte ich. Meine Stimme klang ruhig. Das tat mir gut.

Kaels Kiefer verkrampfte sich. Er dachte wohl nicht, dass ich fragen würde. Die meisten Wölfe rennen weinend davon. Das hatte ich schon fünfmal getan. Ich hatte genug vom Weglaufen.

„Du bist unfruchtbar“, sagte er.

Unfruchtbar. Ein Wort, das bedeutet, dass man keine Welpen bekommen kann. Ein Wort, das einen wertlos macht.

Die Leute fingen an zu tuscheln. Unfruchtbar. Sie ist unfruchtbar. Sechs Partner. Sechs Zurückweisungen. Die Mondgöttin muss sie hassen.

Ich lächelte. Diesmal ein echtes Lächeln.

„Das ist ja witzig“, sagte ich. „Wusstest du, dass ich unfruchtbar bin, als du mich letzten Mond zum Tanzen aufgefordert hast? Deine Hände waren überall an mir. Es fühlte sich an, als ob du nach etwas anderem suchtest.“

Jemand im Hintergrund lachte. Dann hustete er.

Kaels Augen leuchteten golden auf. Ein Knurren entfuhr seiner Brust. Seine Macht lastete schwer auf dem Raum. Wölfe senkten die Köpfe. Selbst mein Vater wich zurück.

Ich blieb, wo ich war.

„Du glaubst wohl, du kannst mich verspotten?“, sagte Kael mit leiser Stimme.

„Ich glaube, es ist mir mittlerweile egal.“ Ich legte den Kopf schief. „Es ist ein schönes Gefühl. Du solltest es mal probieren.“

Er packte mein Handgelenk. Sein Griff war fest. Die Verbindung schrie ein letztes Mal auf und verstummte dann. Ich riss mich nicht los.

„Du musst bis Sonnenuntergang gehen“, sagte er. „Du bist hier nicht willkommen. Ich will dich nicht. Selbst wenn die Mondgöttin jetzt herabkäme, würde ich immer noch Nein sagen.“

„Okay.“ Ich befreite mein Handgelenk. „Aber bevor ich gehe, möchte ich dir noch etwas sagen.“

Ich trat näher heran. Direkt an sein Ohr. Alle hielten den Atem an.

„Du hast mich nicht zurückgewiesen, weil ich unfruchtbar bin“, flüsterte ich. „Du hast mich zurückgewiesen, weil ich dir Angst mache. Und das sollte ich auch.“

Ich trat zurück und sah ihm ins Gesicht. Etwas bewegte sich in seinen Augen. Vielleicht wusste er, dass ich Recht hatte.

Ich wandte mich der Menge zu.

„Vielen Dank euch allen“, sagte ich und breitete die Arme aus. „Es waren aufregende sechs Monate. Ich wurde nun sechsmal abgewiesen. Jedes Mal mit einer anderen Begründung. Zu schwach. Instabiler Wolf. Falsches Blut. Keine Verbindung. Liebt jemand anderen. Und jetzt unfruchtbar. Die Mondgöttin muss sehr verwirrt sein.“

Niemand sprach.

„Ich hätte da eine Frage“, sagte ich. „Gibt es hier noch einen anderen Alpha? Jemanden, der mich ablehnen will? Nummer sieben kann ich jetzt gleich erledigen. Vor dem Abendessen.“

Immer noch sprach niemand.

„Na gut.“ Ich ging auf die Türen zu. Die Menge wich mir aus. Ich sah das Gesicht meiner Stiefmutter. Sie sah blass aus. Meine Stiefschwester Ivy stand neben ihr. Ivy formte etwas mit den Lippen. Es war mir egal.

Kaels Stimme kam von hinten. „Wohin willst du gehen? Kein Rudel will dich jetzt noch. Du hast nichts.“

Ich blieb an der Tür stehen. Die kalte Luft schlug mir ins Gesicht. Hinter der Tür erstreckten sich Bäume, Berge und der Himmel.

Ich blickte zurück zu ihm.

„Mir bleibt noch eine Sache“, sagte ich.

"Was?"

„Ich kann immer noch mit der Mondgöttin sprechen.“ Ich trat hinaus. „Und ich werde sie fragen, warum sie immer wieder Fehler macht.“

Ich ging in die Dunkelheit hinaus. Die Türen schlossen sich hinter mir.

Sechs Abfuhren. Sechs Alphatiere. Sechs Rudel, die mich nicht wollten.

Ich war allein.

Und zum ersten Mal war ich frei.

Ich blickte zum Berg hinauf. Dort oben stand der Schrein. Der Ort, an dem Wölfe um Hilfe bitten.

Ich fing an zu laufen.

Etwas in mir begann zu erwachen. Ich wusste nicht, was es war. Aber mein Blut fühlte sich wie eine Warnung an.

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