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8: In die Arme des Feindes fallen

last update publish date: 2026-07-28 08:44:19

Nur drei Tische weiter saß der Mann, den sie am meisten verabscheute. Er trug eine schicke Sonnenbrille und trank mit einem anderen Mann, den sie nicht kannte. Beide waren elegant gekleidet, und trotz seiner Verkleidung erkannte sie auf den ersten Blick, dass es Jason Lyndon war!

Wie hätte sie das auch übersehen können? Sie hatte Jahre damit verbracht, so viele Informationen wie möglich über diesen Kerl zu sammeln. Sie hatte über ein Dutzend Fotos von ihm hinter die Türen ihres Kleiderschranks geklebt, auf der Suche nach dem kleinsten Hinweis, der seine Verwicklung in den Mord an ihrer Schwester beweisen würde.

Sie richtete einen durchdringenden Blick auf ihn, einen, der wild und intensiv war. Es war ziemlich überraschend, dass sich kein Loch direkt zwischen seinen Augenbrauen gebildet hatte.

Wie konnte er nur lächeln? Wie konnte er so glücklich sein, wo ihre Schwester doch auf so schreckliche Weise gestorben war?

In diesem Moment tippte der andere Mann, der bei ihm gesessen hatte, ihm auf die Schulter und ging. Jetzt konnte sie sein Gesicht deutlich sehen, und für einen Moment blickte er zu ihr herüber und begegnete ihrem Blick.

Evelyn spürte, wie ihr Tränen der Wut und Trauer in den Augen brannten, die sie wegblinzelte.

Ein Erinnerungsblitz schoss heiß und wild durch ihren Kopf und erinnerte sie an ihre Schwester.

Ihre Schwester war der netteste und selbstloseste Mensch auf der Welt gewesen, und sie würde ihr die Gerechtigkeit verschaffen, die sie verdiente.

Alle anderen mochten es vielleicht so leicht vergessen haben, aber sie würde es niemals tun. Sie würde dafür sorgen, dass jedes Mitglied dieser elenden Lydon-Familie die Konsequenzen seiner Verbrechen zu spüren bekam.

Verzweifelt um ihre Fassung bemüht, griff sie nach dem Glas mit dem Getränk, das ihre Freundin zuvor bestellt hatte, und kippte es in einem Zug hinunter.

Fast sofort bereute sie ihre Tat. Das Getränk brannte in ihrer Kehle und stieg ihr dann direkt zu Kopf.

Vor ihren Augen wirbelte alles durcheinander, doch sie schaffte es, aufzustehen. Sie stützte sich mühsam mit den Händen auf dem Tisch ab, um das Gleichgewicht zu halten.

Sie atmete scharf aus und schüttelte den Kopf, was das Gefühl nur noch schlimmer machte. Die Wirkung dieses Getränks war wirklich stark. Es war wahrscheinlich dazu gedacht, Menschen außer Gefecht zu setzen.

Während sie um ihre Fassung rang, wanderte ihr Blick wieder zu Jasons Tisch. Er telefonierte gerade und lachte wie ein Verrückter mit demjenigen, der am anderen Ende der Leitung war.

Das war der Gipfel! Sie hielt es nicht mehr aus! Sie hatte es satt, dieses Grinsen auf seinem Gesicht zu sehen.

Von Wut und dem Alkoholrausch getrieben, schnappte sie sich eine Flasche Scotch vom Tisch und taumelte auf Jasons Tisch zu.

Währenddessen blinzelte Jason an seinem Tisch betrunken auf sein halbleeres Glas. Er war nur noch ein paar Gläser davon entfernt, völlig betrunken zu sein.

Er war gekommen, um zu trinken und seinem Freund seine Probleme zu schütten, doch schon vor seinem zweiten Glas war dieser verschwunden, als wäre es gar nicht seine Idee gewesen, hierherzukommen.

Er seufzte tief. Was für ein nutzloser Kumpel!

Na ja … Er war wegen eines familiären Notfalls gegangen. Dafür würde er ihm eine Chance geben.

Jason trank den Rest aus seinem Glas, bevor er es wieder auffüllte. Heute würde er sich richtig betrinken. Er musste sich keine Sorgen um das Fahren unter Alkoholeinfluss machen. Sein Chauffeur wartete bereits auf ihn. Er brauchte nur noch eine Sache, um seinen Abend perfekt zu machen.

Ja! Ein One-Night-Stand! Keine Verpflichtungen. Keine Bindungen. Nur zwei Menschen, die sich bei einem ungezwungenen Abenteuer gegenseitig genießen.

Er zog sein Handy aus der Tasche und blinzelte betrunken darauf, während er darauf wartete, dass es sein Gesicht erkannte. Er war bereits zu betrunken, um zu merken, dass er noch seine Brille aufhatte.

Frustriert grunzend versuchte er es stattdessen mit dem Passwort. Er tippte den Code immer wieder ein, bis sich das Handy beim fünften Versuch endlich entsperrte.

„Madeleine. Avery. Elsa. Ingrid“, rezitierte er mit verschleifter Sprache, während er durch seine Kontaktliste scrollte.

Er lachte leise und fragte sich, warum er ihre Nummern nach ihrer Affäre immer noch gespeichert hatte. Er nahm sich vor, die überflüssigen später zu löschen.

„Lia. Erica. Ja! Juanita. Meine hübsche, hübsche Juanita. Genau die, die ich brauchte.“

Er wählte die Nummer und sie nahm sofort ab, als hätte sie auf den Anruf gewartet.

„Hey, Juanita?“, murmelte er. „Hast du heute Abend Zeit? Ja? Okay, komm rüber ins Dionysus, ich warte schon … Oh? Du bist schon in der Nähe …“ Er lachte schrill. „Gut. Dann beeil dich.“

Als Nächstes rief er seinen Chauffeur an und wies ihn an, sich darauf vorzubereiten, ihn abzuholen, und ihm gleich ein Zimmer in einem Hotel in der Nähe zu buchen.

Er wollte gerade eine weitere Flasche für Juanita holen, als eine Flasche Scotch auf seinen Tisch knallte. Er blickte auf und sah eine dunkelhaarige Frau, die vor seinem Tisch hertaumelte und Mühe hatte, das Gleichgewicht zu halten.

Seine Augen waren vom Alkohol zu benebelt, um ihr Gesicht deutlich zu erkennen, aber er konnte vermuten, dass es Juanita war.

Ein Lächeln huschte über seine Lippen. „Juanita?! Du bist schneller hier, als ich dachte. Und wie es aussieht, hast du zu viel getrunken, was bedeutet, dass wir keine Getränke mehr brauchen. Hier. Lass uns zu meinem Auto gehen.“

Gerade als er aufstehen wollte, brach sie zusammen und fiel ihm direkt in die Arme.

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