Startseite / Sci-Fi / Wenn die Finsternis klickt / Kapitel 29: Der Tanz auf dem eisernen Rumpf

Teilen

Kapitel 29: Der Tanz auf dem eisernen Rumpf

last update Veröffentlichungsdatum: 05.06.2026 04:47:22

Die Kälte da draußen war kein schmerzendes Gefühl mehr – sie war eine totale Betäubung, die Jax innerhalb von Sekunden die Sinne raubte. Der Wind peitschte mit weit über einhundert Kilometern pro Stunde über das flache, gepanzerte Dach des Goliath-1. Eispartikel schossen wie winzige Projektile gegen sein Visier und machten es unmöglich, die Augen offen zu halten. Jede Sekunde drohte der Orkan, ihn von den glatten Titanplatten des dreißig Meter langen Kolosses zu reißen.

Jax aktivierte die Magne
Lies dieses Buch weiterhin kostenlos
Code scannen, um die App herunterzuladen
Gesperrtes Kapitel

Aktuellstes Kapitel

  • Wenn die Finsternis klickt   Kapitel 10: Der letzte Impuls

    Die drei verbliebenen Auslöscher-Kolosse schlossen den Kreis. Das Summen ihrer Laser-Phalanxen hatte eine Frequenz erreicht, die das nackte Metall des Goliath-1 zum Vibrieren brachte. Die Luft im Cockpit war so heiß, dass das Atmen in den Lungen brannte. Über ihnen, wie zwei schwebende Henker aus schwarzem Glas, öffneten die schweren Kreuzer ihre orbitalen Bohrschotte. Das weiße Licht an ihren Unterseiten sammelte sich für den vernichtenden Schlag.„Die Aufladung liegt bei fünfundneunzig Prozent!“, schrie Aris gegen den ohrenbetäubenden Lärm an. Ihre Hände zitterten, während sie die smaragdgrünen Datenströme hielt, die sich nun wie glühende Fäden um ihre Unterarme gewickelt hatten. „Jax, wenn wir es tun, gibt es kein Zurück. Die Matrix wird verbrennen!“Jax sah sie an. Durch den dichten Nebel aus Ozon und kochendem Schlamm wirkte ihr Gesicht erschöpft, aber von einer unerschütterlichen Schönheit. „Wir haben die Hölle unter der Erde gelassen, Aris“, sagte er leise, und seine Stimme war

  • Wenn die Finsternis klickt   Kapitel 9: Der Aufprall der Titanen

    Der erste Auslöscher-Koloss ragt vor ihnen auf wie ein weißer, seelenloser Monolith. Seine vier spinnenartigen Beine, jedes so dick wie der Rumpf eines Sucher-Panzers, gruben sich tief in den dampfenden Schlamm des Tals. Die rotierende Laser-Phalanx an seinem flachen Kopf hatte den heranstürmenden Goliath-1 erfasst. Das Licht, das aus ihren Optiken schnitt, war kein sanftes Purpur mehr – es war ein blendendes, infrarotes Glühen, das die Luft vor Hitze flimmern ließ.„Der Laser lädt!“, schrie Aris, deren Finger tief in den organischen Schaltflächen vergraben waren. „Jax, wenn er uns direkt trifft, brennt er die vordere Cockpit-Panzerung in drei Sekunden weg!“„Nicht, wenn ich ihn zuerst treffe!“, brüllte Jax zurück.Er lenkte den Goliath nicht mehr nur mit den Händen. Er spürte den enormen Widerstand der Ketten, das Reißen der verholzten Fasern, die sich wie künstliche Muskeln um das Fahrwerk gespannt hatten. Der Panzer schoss einen steilen Schlammhügel hinauf, nutzte die Kuppe als Ram

  • Wenn die Finsternis klickt   Kapitel 8: Der eiserne Schwarm

    Die herabstürzenden Abfangjäger der Architekten sahen aus wie eine Wolke aus schwarzem Glas, die das letzte bisschen echten Sonnenscheins über Neu-Europa verschlang. Ihr Antriebsgeräusch war kein tiefes Dröhnen, sondern ein hocheffizientes, schneidendes Surren, das die Luft vibrieren ließ.„Jax! Sie kommen im Sturzflug auf uns zu!“, schrie Leos Stimme gellend durch das Interkom des Turms. „Die Gatling kriegt die Frequenz nicht rein! Sie fliegen zu schnell für die manuelle Zielerfassung!“„Aris, kopple die Systeme!“, befahl Jax. Er rammte den Fahrhebel zur Seite.Der Goliath-1 warf sich mit einer brutalen, von Muskelreflexen gesteuerten Wendung nach links. Bruchteile von Sekunden später peitschten die ersten Plasmastrahlen der Jäger exakt an der Stelle in den Schlamm, an der sie eben noch gestanden hatten. Das kochende Geothermie-Wasser spritzte meterhoch auf und verdampfte zischend an der organisch verstärkten Panzerung des Kolosses.Aris hatte die Hände bereits tief in den pulsierend

  • Wenn die Finsternis klickt   Kapitel 7: Der Fokus der Welt

    Die Unterseite des orbitalen Kreuzers glühte nicht mehr nur – sie brannte in einem stechenden, bösartigen Weiß. Der monolithische Festungsblock schwebte wie ein schallschluckender Keil direkt über der klaffenden Wunde der alten Bahnhofshalle. Ein gewaltiger, mechanischer Ausleger – der orbitale Bohrer – schob sich zischend aus dem Bauch des Schiffes. An seiner Spitze sammelte sich eine Plasmakaskade, die heiß genug war, um die Erdkruste wie Butter zu durchstoßen.„Er initiiert die Sequenz!“, gellte Aris’ Stimme durch das Cockpit. Sie hielt sich mit beiden Händen an der Rindenstruktur der Konsole fest, während der Goliath-1 im Zickzackkurs durch ein Trümmerfeld aus zerschmetterten Spindeldrohnen raste. „Jax, wenn dieser Strahl den Mantel trifft, reißt die tektonische Rückkopplung das Grüne Flüstern in Stücke!“„Nicht, solange ich dieses Steuer halte!“, erwiderte Jax. Seine Muskeln waren bis zum Zerreißen gespannt. Der Panzer gehorchte ihm nicht mehr über mechanische Hebel; er steuerte

  • Wenn die Finsternis klickt   Kapitel 6: Die Mobilmachung der Erde

    Der Abstieg vom brennenden Plateau glich einem Sturz in eine veränderte Realität. Während der Goliath-1 mit seinen modifizierten, halb-organischen Ketten tiefer in das Becken von Neu-Europa vordrang, fraß sich die Schwärze am Himmel immer weiter durch das atmosphärische Blau. Es war keine Finsternis, die zum Schlafen einlud. Es war ein gieriges, unnatürliches Loch im Himmel, an dessen Rändern die verbliebenen Wolken in elektrischem Purpur glühten.Jax hielt die Hände fest um das pulsierende Steuer. Durch die telepathisch-biologische Kopplung, die das Grüne Flüstern im Cockpit hinterlassen hatte, spürte er das Herannahen der feindlichen Schiffe. Es fühlte sich an wie ein dumpfer, stechender Druck auf seinen eigenen Trommelfellen – das Gewicht einer ganzen Armada, die im Orbit die Bremsraketen zündete.„Sie teilen sich auf“, meldete Aris. Sie stand weit nach vorne gebeugt über der zentralen Konsole, wo Livas Buch flach auf den organischen Fraktal-Anzeigen lag. Die smaragdgrüne Sternenka

  • Wenn die Finsternis klickt   Kapitel 5: Das kosmische Echo

    „Jax, mach das Ding aus!“, brüllte Aris, während sie auf das rautenförmige Gerät in der Hand des sterbenden Architekten stürzte.Das rote Pulsieren der Raute beschleunigte sich. Es war kein bloßes Blinken mehr, sondern ein aggressives Flimmern, das ein hochfrequentes, fast unhörbares Pfeifen in der Luft hinterließ. Ein Ton, der sich wie eine Nadel durch Jax’ Schläfen bohrte. Seine Sensor-Brille, die er rein gewohnheitsmäßig noch immer auf der Nase trug, erwachte für eine Sekunde mit wild flackerndem statischen Rauschen zum Leben, ehe sie endgültig durchbrannte.Jax stürmte vorwärts, hob seinen schweren Stiefel und rammte ihn mit voller Wucht auf die dreifingerige Hand des Wesens.KRACH.Der spröde weiße Anzug des Architekten splitterte, und das rautenförmige Gerät wurde im Schlamm des Cockpitbodens zerquetscht. Das rote Licht erlosch mit einem matten Funkenflug.Doch die Erleichterung währte nur einen Wimpernschlag. Das hochfrequente Pfeifen hörte nicht auf. Es kam jetzt nicht mehr vo

Weitere Kapitel
Entdecke und lies gute Romane kostenlos
Kostenloser Zugriff auf zahlreiche Romane in der GoodNovel-App. Lade deine Lieblingsbücher herunter und lies jederzeit und überall.
Bücher in der App kostenlos lesen
CODE SCANNEN, UM IN DER APP ZU LESEN
DMCA.com Protection Status