ANMELDENLena schämte sich und biss ihm frustriert in die Schulter.Tobias stöhnte dumpf und lachte dann leise: „Du beißt so gern?“Bei solchen Dingen konnte man jeden Satz zweideutig verstehen.Lenas Gesicht brannte.Tobias’ Stimme wurde dunkler und vibrierte an ihrem Ohr.„Lass besser nicht los.“Körper verschwammen ineinander, schweres, drängendes Keuchen erfüllte den Raum und ließ sie glühen.Lena klammerte sich an seinen Nacken, biss sich in den Handrücken und stöhnte leise.…Danach saß die frisch geduschte Lena erschöpft auf einem Stuhl und sah zu, wie Tobias das Bett neu bezog. Die Luft war noch erfüllt von einer verführerischen Spannung.Tobias beugte sich vor und glättete das Laken. Keine Spur von Müdigkeit in seinem Gesicht – nur Zufriedenheit. Sein Profil war sanft, ein leichtes Lächeln auf den Lippen.So gesittet – als hätte er eben nicht wie ein Wilder die Kontrolle verloren.Lena dachte es still bei sich.„Mach das Fenster auf und lüfte“, bat sie ihn schmollend, mit
„Leg sie hin, leg sie hin!“Lena packte schnell sein Handgelenk.Tobias verharrte mit Hannah im Arm. Beide starrten sie an und wagten kaum zu atmen.Zum Glück hoben sich Hannahs Lider nur kurz und schlossen sich wieder.Beide atmeten erleichtert aus.„Hannah.“ Lena stieß sie sanft am Arm an.Hannah rührte sich nicht, ihr Atem war gleichmäßig.Tobias trug sie langsam hinaus.Als er mit leeren Händen zurückkam, fragte Lena besorgt: „Ist sie wirklich nicht aufgewacht?“„Nein.“Tobias legte sich aufs Bett. Ihre Blicke trafen sich, und die Luft wurde auf einmal heiß.„Ich hätte nie gedacht, dass ich mich eines Tages mit meiner eigenen Frau anschleichen muss wie bei einer Affäre.“Lena schlug ihn verlegen.Tobias fing ihre Hand, verschränkte seine Finger mit ihren und zog sie näher.So nah vermischte sich ihr Atem.Lena hatte getrunken, und die Röte war noch nicht ganz verschwunden. Ihre helle Haut leuchtete wie eine zarte Pfirsichblüte.„Zwischen Dr. Adler und mir ist nichts
Die Nacht war dunkel wie ungelöste Tinte. Das Auto glitt wie ein Pfeil durch die Straßen.Lena auf dem Beifahrersitz konnte nicht anders – sie lachte laut auf.Tobias warf ihr einen Seitenblick zu, während er fuhr.Hannah lehnte sich neugierig zwischen den Sitzen vor: „Mama, worüber lachst du?“Natürlich über den heutigen Abend.Ursprünglich hatte sie nur gewollt, dass Tobias kam, damit Matthias begriff und aufgab.Aber der Effekt war weit besser als erwartet. Auf der Rückfahrt hatte sie an alles gedacht und konnte sich das Lachen nicht verkneifen.Sie fühlte sich unglaublich erleichtert.Sie sah Hannahs große Augen an: „Hannah, wolltest du dieses Kleid anziehen?“Hannah schüttelte den Kopf und zeigte auf Tobias: „Papa wollte, dass ich es anziehe.“„Oh?“ Lena sah Tobias an, ein spöttisches Lächeln auf den Lippen. „Und warum wollte Papa, dass du das anziehst?“„Papa hat gesagt, es geht um seine Stellung.“„Hust, hust.“Tobias am Steuer konnte ein Husten nicht unterdrücken.
Tobias sagte gelassen: „Gutes Aussehen bringt tatsächlich Brot auf den Tisch. Meine Lena hier ist jedenfalls bereit, mich zu versorgen.“Er schämte sich nicht mal, sich aushalten zu lassen.Matthias schnaubte höhnisch, als plötzlich eine zögernde Stimme erklang: „Pro… Professor Strauß?“Es war Jana, die ihre Toilettensitzung unterbrochen hatte und herbeigerannt kam. Als sie Tobias sah, war sie fassungslos. Sie rieb sich die Augen und schaute noch einmal.Professor?Lenas Kollegen waren von der Anrede überrascht.Hieß es nicht Dozent? Wie kam es zu Professor? Und so jung schon Professor?Matthias hatte eine dunkle Vorahnung.Tobias blickte zu Jana: „Du kennst mich?“„Ja, ja“, sagte Jana aufgeregt. „Professor Strauß, ich habe an der Medizinischen Fakultät des Waldmeer-Vereins studiert. Ich war in Ihrer Vorlesung.“Tobias nickte ihr höflich zu: „Guten Abend.“Als Katrin Janas Anrede hörte, musterte sie Tobias genauer. Plötzlich kam er ihr noch bekannter vor.„Jana, ist er etwa
Der Mann war groß und schlank, mit markanten Gesichtszügen, ausgeprägten Augenbrauen und tiefgründigen Augen. Er hatte eine ruhige, klare Ausstrahlung.Jeder seiner Schritte war ruhig und gelassen. In seinen sanften dunklen Augen spiegelte sich eine Frau.An seiner Hand ging ein kleines Mädchen in einem rosa Tüllkleid, das bei jedem Schritt hüpfte. Ihre Haut war zart wie Porzellan, ihre feinen Züge schienen das Beste von Mama und Papa vereint zu haben – besonders die großen, strahlenden Augen. Jeder, der sie sah, dachte unwillkürlich: So süß, ich will sie knuddeln.Lena wusste, dass Tobias und Hannah kommen würden, aber sie hatte nicht mit so einem Auftritt gerechnet.Einerseits wirkte es nicht übertrieben – Tobias trug legere Kleidung, die ihn fünf, sechs Jahre jünger aussehen ließ. Andererseits war Hannah so herausgeputzt, als ginge sie zu einer Party.Moment – hatte Tobias nicht immer gesagt, dieses Outfit sei ihm zu jung und passe nicht zu seiner seriösen Professoren-Ausstrahl
Lena antwortete nicht auf seine Frage. Ausdruckslos sah sie ihn an: „Dr. Adler, du stehst doch nicht etwa auf mich, oder?“Seit Charlottes Andeutungen vorhin hatte Lena gespürt, dass etwas nicht stimmte. Dazu kam, dass Matthias heute Abend – vielleicht wegen des Alkohols – viel zu offensichtlich war. Sie hatte seinen Blick die ganze Zeit auf sich gespürt und verstand nun, was Charlotte gemeint hatte.Auch sein seltsames Verhalten der letzten Zeit ergab plötzlich Sinn.Als Lena die Frage stellte, wurde Matthias’ Miene merkwürdig. Er wollte nicht zugeben, dass er auf eine verheiratete Frau stand – das fühlte sich an, als wäre er unter ihrer Würde.Doch der Alkohol hatte seine Selbstkontrolle geschwächt. Nach einer Weile antwortete er: „Ja.“Lena war nicht überrascht. Ruhig sagte sie: „Ich bin verheiratet. Das ist mir unangenehm.“Ihre ruhigen Worte trafen Matthias wie ein kalter Schlag. Sein Gesicht verdüsterte sich: „Ist dein Mann wirklich so toll?“„Natürlich.“ Lena zögerte kein







