LOGINZwei Kugeln. Zwei Wiedergeburten. Ein Blutbad. „Sag mir noch einmal, warum ich dir vertrauen soll“, wimmerte Iris, während ihre Stimme zitterte, als Renzos Finger einen Weg zwischen ihren Schenkeln bahnten. Er glitt mit seinem Finger, an dem noch immer ihr Ring steckte, in sie hinein. „Weil du das Einzige bist, was zählt, Prinzessin.“ Seine Lippen küssten ihre Knie. „Und das sollte dir genug Angst machen, um mir zu vertrauen.“ × Iris Beaumont war die goldene Illusion einer auf Lügen erbauten Dynastie, aufgezogen, um Macht zu erben, die sie niemals behalten sollte. Mit zwanzig wurde sie von genau der Familie hingerichtet, die sie liebte, nur um sieben Tage zuvor neben ihrem Erzfeind mit der frischen Erinnerung an den Tod aufzuwachen. Nun steckt sie knietief in einer gefährlichen Allianz mit Renzo Vega, dem Erzfeind ihrer Familie und ihrem Ehemann durch eine Vertragsheirat, die auf Überleben, Rache und Notwendigkeit basiert. Doch unvorstellbare Geheimnisse schlängeln sich durch jeden Winkel ihrer Vergangenheit. Ihre wahre Abstammung, der verborgene Krieg ihrer leiblichen Familie und die finsteren Machtkämpfe, die mit ihrer Geburt verbunden sind, drohen alles zu verschlingen, was sie gerade wird. Zwischen Rache und Wahrheit beginnt Liebe zu wachsen. Doch in einer Welt der Blutlinienkriege ist Liebe niemals sicher. Und sie auch nicht.
View MoreLyras PerspektiveIch las die Nachricht noch einmal, in der Hoffnung, dass sich der Wortlaut irgendwie ändern würde, aber das tat er nicht.Meine Finger umklammerten das Handy fester, als ich zu Luca hinüberblickte. Er stand immer noch am Fenster und unterhielt sich leise mit dem Polizisten, der den Umschlag gebracht hatte.Keiner von beiden wusste noch etwas von der Nachricht.Ich wusste nicht, ob ich es ihm sagen sollte. Ein Teil von mir wollte ihm das Handy entgegenwerfen und verlangen, dass er mir alles erklärte, was er über Cassian wusste. Ein anderer Teil von mir hatte die Geheimnisse satt.Ich hatte zu viele Jahre in einer Ehe verbracht, in der mir wichtige Dinge stets vorenthalten wurden. Das konnte ich nicht noch einmal durchmachen.Ich ging auf Luca zu und hielt ihm das Handy hin.Er nahm es und las die Nachricht. Sein Gesichtsausdruck veränderte sich fast augenblicklich.Er sah mich an, dann den Polizisten. Der Polizist bemerkte die Veränderung in seinem Gesicht und trat nä
Lyras PerspektiveDer Schuss hallte durch die Luft. Einen Moment lang konnte ich mich nicht bewegen. Ich hörte nichts außer dem Klingeln in meinen Ohren.Meine Augen hatten Mühe, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen, und der einzige Gedanke, der mir durch den Kopf ging, war Eleanor.„Eleanor!“, schrie ich erneut.Ich hörte sie irgendwo vor mir weinen. „Mama!“Die Erleichterung traf mich so heftig, dass mir fast die Knie nachgaben. „Sie lebt“, murmelte ich.Dann packte Luca meinen Arm und zog mich zu Boden.„Bleib liegen.“Ein weiterer Schuss hallte durch die Luft. Ich schrie auf und hielt mir die Ohren zu. Der Knall hallte über den Hafen, gefolgt vom Aufprall von etwas gegen den Holzsteg.Die Polizei war eingetroffen. Alles geschah auf einmal.Männer riefen aus verschiedenen Richtungen. Taschenlampen gingen an. Jemand brüllte, alle sollten sich hinlegen.Schritte eilten über den Steg, während ein anderer Beamter rief, der Verdächtige versuche zu fliehen.Ich konnte Victor nicht mehr seh
Lyras PerspektiveDas alte Lagerhaus sah genauso aus, wie ich es in Erinnerung hatte, und genau das machte mir am meisten Angst. Das Gebäude stand am Ufer des Flusses.Die meisten Fenster waren mittlerweile zerbrochen, und auf dem verblassten Schild über dem Eingang fehlten mehrere Buchstaben. Als ich jünger war, brachte mich mein Vater immer hierher, wenn er Lieferungen für sein kleines Modeunternehmen überprüfen musste.Damals kam mir der Ort riesig vor. Jetzt wirkte er verlassen.Die Polizeifahrzeuge hielten einige Meter vom Eingang entfernt an. Die Beamten verteilten sich sofort und überprüften die Umgebung, während sich eine andere Gruppe darauf vorbereitete, das Gebäude zu betreten.Ich blieb noch ein paar Sekunden im Auto sitzen und starrte auf das Lagerhaus.Eleanor war hierhergebracht worden. Meine Tochter war hier drinnen gewesen. Bei diesem Gedanken zitterten mir die Hände.Luca bemerkte das. Er streckte die Hand aus und ergriff meine. „Wir werden sie finden.“Ich nickte, d
Lyras PerspektiveIn dieser Nacht habe ich kaum geschlafen. Jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, sah ich die Nachricht wieder vor mir.Sie spielte sich immer wieder in meinem Kopf ab, bis ich nicht mehr einschlafen konnte. Ich schloss für ein paar Minuten die Augen, stand dann aber plötzlich auf, um nach den Türen zu sehen.Ich überprüfte zweimal die Fenster, dann Eleanors Zimmer. Sie schlief friedlich durch all das hindurch, zusammengerollt unter ihrer Decke mit ihrem Stofftier.Der Anblick tat mir in der Brust weh. Sie hatte keine Ahnung, was um sie herum vor sich ging. Sie wusste nicht, dass jemand sie bereits einmal entführt hatte, dass jemand gedroht hatte, es wieder zu tun.Ich wollte sie vor all dem beschützen. Aber mir wurde langsam klar, dass ich das nicht alleine schaffen konnte.Als ich schließlich gegen drei Uhr morgens nach unten ging, fand ich Luca im Wohnzimmer sitzend vor. Sein Laptop lag offen auf dem Couchtisch, und um ihn herum lagen mehrere Blätter Papier verstre
Lyras Perspektive Seine Zunge war eindeutig gespalten und gepierct. Und sie fuhr immer wieder über seine Unterlippe. Das lenkte mich aus irgendeinem unheimlichen Grund unglaublich ab. Was war so geheimnisvoll an der Art von Musik, die er hörte? „Was ist denn plötzlich los mit dir?“ Ich wusste se
Lyras Perspektive Lucas katzenhafte Augen musterten mich mit neuem Interesse. Das träge Grinsen verschwand und wich einem wolfsähnlichen Zusammenpressen seiner Lippen. Er neigte den Kopf, und diese Geste kam mir so schmerzlich vertraut vor, dass es mir in der Brust wehtat. „Cassian. Mein Halbbrud
SCHÜTTELN IRIS „Du hast recht“, sagte er schließlich, legte die Hand an sein Kinn und dachte nach. „Ich denke gerade über etwas nach.“ Er stand auf und begann auf und ab zu gehen. „Theodore hat uns beide umgebracht. In derselben Nacht, nur wenige Stunden nacheinander.“ Er blieb stehen und wandt
NEBEN DEM FEIND AUFWACHENIRISSchmerz.Das war das Erste, was ich spürte. Ein intensiver, pochender Schmerz, der von meinem Schädel ausging, als hätte ihn jemand mit einer Axt gespalten.„Ugh…“Mit einem Stöhnen öffnete ich die Augen. Doch in dem Moment, als das geschah, kam alles auf mich zugestr





