LOGINAm nächsten Morgen fiel sanftes Sonnenlicht durch die Vorhänge und tauchte das Zimmer in einen warmen, weichen Glanz. Savannah lag noch immer im Bett, ihr Gesicht blass und ihr Körper kraftlos. Sie hatte sich in der vergangenen Nacht in den Schlaf geweint und fühlte sich nun elend und völlig ausgelaugt. Ihr Kopf schmerzte, und ihre Glieder fühlten sich bleischwer an, doch sie spürte keinerlei Drang aufzustehen.Adrian öffnete leise die Schlafzimmertür, ein Tablett in den Händen. Er hatte das Frühstück höchstpersönlich für sie zubereitet — heißen Tee, Toast und ein wenig frisches Obst. Behutsam stellte er das Tablett auf dem Nachttisch ab und setzte sich zu ihr an die Bettkante. Seine Augen waren voller tiefer Sorge.„Guten Morgen, meine Liebe“, sagte er sanft und strich ihr behutsam eine Haarlocke aus dem Gesicht.Savannah schlug langsam die Augen auf und zwang sich zu einem schwachen Lächeln. „Morgen“, flüsterte sie mit brüchiger Stimme.„Du glühst ja förmlich“, stellte Adrian fest,
Die Heimfahrt verlief vollkommen lautlos. Niemand sprach auch nur ein einziges Wort. Savannah saß neben Adrian und hielt den kleinen Liam fest an ihre Brust gedrückt, während ihr Blick die gesamte Fahrt über starr aus dem Fenster gerichtet war. Schwere Stille erfüllte den Innenraum der Limousine. Adrian warf ihr durch den Rückspiegel immer wieder besorgte Blicke zu, doch sie sah nicht ein einziges Mal zu ihm herüber.Liam war auf ihrem Schoß eingeschlafen, seine kleine Hand hielt noch immer sanft den Stoff ihres Kleides umklammert. Adrian fuhr langsam, sein Herz war tonnenschwer. Er wollte unbedingt mit ihr sprechen, sie fragen, was da draußen auf dem Flur wirklich vorgefallen war, aber er sah, wie gebrochen sie aussah. Ihr Gesicht war blass, ihre Augen vom Weinen geschwollen. Es zerriss ihm das Herz, sie so leiden zu sehen.Als sie schließlich am Anwesen ankamen, öffnete der Chauffeur ihnen die Tür. Savannah trug Liam behutsam auf den Armen und ging schnurstracks ins Haus, ohne ein W
Cassandra stand wie erstarrt da, das Weinglas in ihrer Hand zitterte unkontrolliert, während sie die Szene zwischen Nathaniel und Savannah aus der Ferne beobachtete. Ihr Herz hämmerte schmerzhaft gegen ihre Rippen. In ihren Augen brannte eine gefährliche Mischung aus rasender Wut und tiefem Schmerz. Sie hatte genau gesehen, wie Nathaniel Savannah angesehen hatte — derselbe Mann, der ihr einst Liebe versprochen hatte, blickte nun eine andere Frau an, als wäre sie seine gesamte Welt.Für einen Moment fühlte sie sich vollkommen leer. Ihr makellos geschminktes Gesicht verriet nicht im Ansatz, welches Chaos in ihrem Inneren tobte. Kurz zuvor hatte sie noch gelächelt, mit Vanessa gelacht und ihre Rolle perfekt gespielt. Doch Savannah weinen zu sehen und mitzuerleben, wie Adrian sie beschützend in die Arme schloss, traf Cassandra tiefer, als sie es je für möglich gehalten hätte.Um sie herum tuschelten die ersten Gäste. Vanessa beugte sich mit weiten Augen zu ihr herüber. Cassandra wahrte mü
Das Festessen nahm weiterhin einen reibungslosen Verlauf. Die Gäste aßen, lachten und unterhielten sich angeregt, doch Savannah entschuldigte sich leise vom Tisch und machte sich auf den Weg zu den Waschräumen, um sich kurz frisch zu machen. Sie brauchte dringend eine kleine Pause von dem ganzen Trubel und Lärm.Nathaniel saß an seinem Platz und folgte jeder ihrer Bewegungen mit den Augen. Er merkte nicht einmal bewusst, wie er aufstand. Sein Herz raste wie wild, und ehe er sich selbst stoppen konnte, folgte er ihr den langen, ruhigen Flur entlang, der zu den Sanitäranlagen führte.Savannah stand vor dem großen Spiegel und trocknete sich gerade die Hände ab, als sie sein Spiegelbild hinter sich erblickte. Ihr Herz setzte schlagartig aus. Sie drehte sich langsam um, die Augen weit geöffnet vor Schreck.„Nathaniel …“, flüsterte sie fassungslos.Er trat einen Schritt näher, seine Augen glänzten voller Tränen. „Savannah“, sagte er erstickt, seine Stimme brach. „Ich musste einfach mit dir
Der Saal war noch immer erfüllt von Lächeln und sanfter Hintergrundmusik nach Savannahs ergreifender Rede. Die Gäste flüsterten bewundernd über ihre berührenden Worte, als plötzlich eine winzige Stimme das Raunen der Menge durchbrach.„Mama!“Jeder Kopf drehte sich um, und da war Liam, der mit seinen kleinen Schuhen im Eiltempo über den glänzenden Parkettboden auf die Bühne zulief. Sein kleiner Anzug wirkte fast ein wenig zu groß für ihn, und in seinen Händen hielt er sein Spielzeugauto fest umschlossen.Savannah stockte leise der Atem, und sie beugte sich rasch hinab, als er sie erreichte. Liam schlang seine kleinen Arme um ihre Beine und drückte sie fest an sich. Ein herzliches Lachen ging bei diesem Anblick durch den gesamten Saal.Adrian stand stolz schmunzelnd auf. „Das ist mein Junge“, sagte er voller Freude.Auch der Moderator musste lachen. „Oh, wir haben heute Abend wohl noch einen Redner!“, sagte er und reichte Liam spielerisch das Mikrofon.Doch Liam nahm das Mikrofon direk
Das Abendessen verlief harmonisch. Alle lachten und genossen den gelungenen Abend. Plötzlich erhob sich der Gastgeber, trat ans Mikrofon und sagte mit einem gewinnenden Lächeln: „Meine Damen und Herren, hören wir nun ein paar Worte von der bezaubernden Gattin von Mr. Adrian. Mrs. Savannah, bitte kommen Sie nach vorne und sagen Sie uns ein paar Worte über Ihren Ehemann.“Ein herzlicher Applaus setzte ein, und die Blicke wendeten sich voller Erwartung ihrem Tisch zu. Adrian sah Savannah mit einem liebevollen Lächeln an und flüsterte ihr zu: „Geh ruhig nach vorne, meine Liebe.“Savannah erhob sich langsam. Ihr elegantes Kleid schimmerte edel unter dem warmen Licht der Kronleuchter. Mit ruhiger, anmutiger Ausstrahlung schritt sie nach vorne und nahm das Mikrofon in beide Hände. Augenblicklich wurde es still im Saal. Alle warteten gespannt darauf, was sie sagen würde.Sie lächelte sanft in die Runde und begann: „Guten Abend zusammen. Ich bin ehrlich gesagt keine große Rednerin, aber ich we







