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Zurück zu dir rasen
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Author: Izzy

KAPITEL 1

Author: Izzy
last update Petsa ng paglalathala: 2026-09-17 21:36:12

KAPITEL 1

~ Elarias Sicht ~

Das schrille Piepen in meinen Ohren verblasste langsam und wurde durch einen leisen, stetigen Ton ersetzt.

Meine Augen flatterten auf. Trübe Leuchtstoffröhren hingen über mir und warfen ein blasses, gelbliches Licht auf meine Haut.

Das leise Piepen wurde deutlicher. Es kam von neben mir. Ich drehte meinen Kopf ein wenig; ein pochender Schmerz pulsierte an meinen Schläfen und zwang mich, die Augen wieder zu schließen.

Erinnerungen an jene Nacht überfluteten meinen Verstand. Aiden. Eileen. Und dann der Unfall…

Meine Augen rissen auf.

„Wo…“ Meine Stimme erstarb im Hals.

„Sie ist wach, Sir“, ertönte eine fremde weibliche Stimme von der anderen Seite des Raumes.

Das scharfe Geräusch von Schritten stürmte in das Zimmer.

Bevor ich begreifen konnte, was geschah, ragte eine große, breitformatige, männliche Gestalt über mir auf.

Ich blinzelte hart, um meine Sicht zu schärfen.

„Elaria…“

„Rhys?“ Meine Stimme klang rau, kaum wiederzuerkennen.

Seine smaragdgrünen Augen funkelten schwach, als ob sie Edelsteine bergen würden. Rasch beugte er sich vor, legte seine Arme um meine Schultern und vergrub sein Gesicht in meinem Haar.

„Gott sei Dank du lebst“, murmelte er.

Für einen Moment konnte ich den Mann, der mich hielt, nicht mit dem Typen in Einklang bringen, der mich einst besser gekannt hatte als jeder andere.

Was machte er hier?

Ich zuckte ihn schroff von mir ab und zwang mich, mich aufzurichten.

Ein unterdrücktes Stöhnen rang sich von meinen Lippen.

Anstatt Abstand zu halten, hielt Rhys meine Hände behutsam, als wären sie aus Glas, während eine helle Blonde half, die Kissen hinter mir zurechtzurücken.

Ich zog meine Hände schwach aus seinem Griff und ließ meinen Blick durch den Raum schweifen.

Gute-Besserung-Bilder und gravierte Porträts hingen an den Wänden. Ein Herzfrequenzmonitor stand neben mir, zusammen mit einer weiteren schwer aussehenden Maschine.

Ich wandte meinen Blick wieder Rhys zu und zog die Brauen zusammen.

„Warum bist du hier?“, fragte ich kurz angebunden.

Rhys richtete sich auf. Ein leises Hohnlachen entwich seinen Lippen, als er die Arme vor der Brust verschränkte.

„Wolltest du etwa, dass es jemand anderes ist?“

Ich starrte ihn verständnislos an.

Wovon zum Teufel redete er da?

„Was meinst du damit?“, zischte ich.

Er machte einen Schritt zurück und seufzte schwer.

„Ich war derjenige, der dich angefahren hat“, sagte er mit tiefer Stimme, als würde jedes Wort schwer auf ihm lasten.

Ein leises Lachen entfloh meinen Lippen.

An diesem Punkt würde mir selbst ein Sitcom-Autor sagen, dass mein Leben ein bisschen zu absurd wurde.

Erst letzte Nacht hatte ich meinen Freund erwischt, wie er mich tief im Verrat mit meiner Zwillingsschwester betrog. Und direkt nach diesem kleinen Familientreffen hatte mich mein ehemaliger bester Freund überfahren.

Weil es anscheinend nicht reichte, den eigenen Freund beim Fremdgehen mit der eigenen Hälfte zu erwischen. Das Universum hatte beschlossen, dass ich noch eine verdammte Bonusrunde brauchte.

Wie wunderbar!

Ich faltete die Hände zusammen und begegnete seinem Blick.

„Deshalb bist du also nach LA zurückgekehrt? Um zu beenden, was du angefangen hast?“

Rhys senkte den Kopf. Er verschränkte die Arme aus, rieb sich den Nasenrücken und drückte kurz die Augen zu.

„Ela, es tut mir wirklich leid, was damals zwischen uns vorgefallen ist. Und dass ich dich angefahren habe. Ich habe wirklich nicht damit gerechnet, dir so zu begegnen. Du bist praktisch aus dem Nichts aufgetaucht, mitten auf der Straße“, fügte er hinzu.

Ich musterte ihn, meine Nasenflügel bebten.

Ich hasste es, es mir eingestehen zu müssen, aber er sah noch attraktiver aus, als ich ihn in Erinnerung hatte. Seine perfekt geschwungene Kieferpartie, die dunklen Strähnen, die ihm in die Stirn fielen, und diese smaragdgrünen Augen, in die ich schon tausendmal geblickt hatte.

Und dennoch schafften sie es irgendwie immer noch, mir den Atem zu rauben.

Mein Kiefer spannte sich an und schickte eine Schmerzwelle durch meine Schläfen.

Ich hatte mir geschworen, nie wieder mit ihm zu sprechen – und da stand er, direkt vor mir.

Die Blonde richtete sich auf, ihr Ausdruck voller Wärme.

„Wie fühlen Sie sich jetzt?“, fragte sie süß und durchbrach die Anspannung.

In dem Moment, als sich meine Lippen öffneten, um zu antworten, durchschnitt der Klingelton meines Telefons die Stille.

Sofort schob Rhys seine rechte Hand in die Tasche und zog mein Telefon heraus.

„Warum hast du das?“, krächzte ich.

Seine Nasenflügel bebten.

„Du benutzt immer noch diesen Psychic-Song als Klingelton?“

Ich riss ihm das Telefon aus der Hand.

„Und du hast immer noch ein Problem damit, dich um deinen eigenen Kram zu kümmern?“

Ich warf einen Blick auf den Bildschirm.

Mama.

Sobald die Verbindung stand, dröhnte ihre Stimme aus den Lautsprechern.

„Wo bist du, Elaria?“

Rhys starrte mich einige Sekunden lang an, bevor er zum Hocker am Fußende des Bettes hinüberging und sich darauf setzte. Mit einer einzigen Handbewegung schickte er die Blonde leise nach draußen.

„Heute ist die Verlobungsfeier deiner Zwillingsschwester, und du beschließt, nicht frühzeitig für die Vorbereitungen nach Hause zu kommen?“, schnauzte meine Mutter, während ihre Stimme durch die Lautsprecher schallte.

Ein scharfer Atemzug entwich meinen Lippen.

Meine Finger krallten sich in das Bettlaken.

„Ich hatte einen Unfall.“ Meine Stimme brach vor Emotionen.

„Tsk!“, machte sie mit der Zunge. „Hör schon auf damit. Jeder weiß, dass du dich nicht mit Eileen verstehst, also gibt es keinen Grund zu lügen.“

Lügen?

Mein Griff um das Telefon verfestigte sich.

„Lügen, Mama?“, schnaubte ich. „Wie wäre es, wenn du deine liebe Tochter mal nach dem Mann fragst, mit dem sie sich verlobt?“

Ein scharfes Geräusch ertönte am anderen Ende der Leitung, als hätte meine Mutter ihre Hand auf eine harte Oberfläche geschlagen.

„Komm nach Hause“, zischte sie. „Du musst anwesend sein. Sonst sieht es nicht gut aus, wenn alle da sind, sowohl die engste Familie als auch die Verwandtschaft, nur du nicht.“

Mein Herz hämmerte gegen meine Rippen, das Rauschen des Blutes dröhnte in meinen Ohren.

„Deine liebe Tochter hat mir meinen Freund gestohlen, und du erwartest von mir, dass ich komme?“

In dem Moment, als diese Worte meine Lippen verließen, stiegen mir Tränen in die Augen, die überzulaufen drohten.

„Elaria!“, schrie meine Mutter. „Ich weiß, dass du auf jede erdenkliche Weise schrecklich sein kannst, aber deine Zwillingsschwester fälschlicherweise zu beschuldigen und zu behaupten, ihr Freund wäre deiner gewesen, ist ein ganz neues Niveau“, sagte sie durch die Zähne.

„Ich lüge nicht“, murmelte ich kaum hörbar und kämpfte gegen die Tränen an.

„Hör einfach auf damit“, schnauzte sie. „Aiden Perkson würde sich niemals in eine Frau wie dich verlieben, geschweige denn mit dir ausgehen, also hör auf zu träumen. Wenn du heute nicht nach Hause kommst, brauchst du gar nicht mehr zurückzukehren. Das ist der wichtigste Tag im Leben deiner Schwester.“ Sie senkte die Stimme, blieb aber bestimmt. „Ruiniere ihn nicht.“

Die Verbindung wurde getrennt.

Ich legte den Kopf in den Nacken und blinzelte rasch, um die Tränen zurückzuhalten.

Jene Nacht spielte sich in meinem Kopf wieder ab.

Mein Kiefer spannte sich an, eine Ader pulsierte an meiner Schläfe.

Trotz all meiner Bemühungen, sie zurückzuhalten, liefen Tränen über meine Wangen, und meine Ohren brannten heiß.

Ein stechender Schmerz schoss durch meinen Kopf und raubte mir den Atem.

Meine Hände fuhren an meinen Kopf und hielten ihn fest umschlungen, als könnte das den Schmerz vertreiben. Dann spürte ich es: einen dicken Stoff, der um meine Schläfen gewickelt war.

Ich biss mir hart auf die Unterlippe und kämpfte darum, durch den Herzschmerz hindurch zu atmen.

Gestern Nacht…

Ich war an Aidens Villa angekommen.

Ich stand am Eingang, hielt den Kuchen in der einen Hand, während ich mich mühte, mit der anderen Hand den Sicherheits-Code einzugeben, während ich eine Schachtel mit Dekoration hielt.

Es waren nur noch wenige Stunden bis zu seinem Geburtstag, und ich wollte etwas Dekoration anbringen.

Gerade als ich die letzte Ziffer eingeben wollte, knarrte die Tür auf.

Hä?

Aiden war gegangen, ohne abzuschließen?

Er war für ein Rennen verreist – schade, dass ich ihn nicht begleiten konnte, weil er gesagt hatte, es sei besser, unsere Beziehung von den Medien fernzuhalten.

Sein Flug sollte in zwei Stunden landen.

Ohne mir groß Gedanken zu machen, ging ich hinein und stellte die Schachteln auf den Couchtisch.

Genau in diesem Moment durchschnitt ein unterdrückter Schrei den Raum. Unverkennbar weiblich.

Ich drehte mich in Richtung des Geräusches.

Es kam aus dem Gästezimmer.

„Gefällt dir das?“, keuchte eine männliche Stimme voller Lust.

Aiden.

Ich machte einen Schritt nach vorn, meine Augen weiteten sich.

Blut schoss mir in die Ohren. Mein Herz zog sich mit jedem Schritt zusammen.

Unmöglich. Das konnte nicht Aiden sein.

Er sollte erst in zwei Stunden landen. Das hatte er mir vorhin gesagt, als ich angerufen hatte.

Der Schrei wurde lauter.

„Ah… Ja.“

Das Geräusch von Haut auf Haut hallte durch den Flur.

Nein. Nein.

Ich beschleunigte meine Schritte.

Die Tür war einen Spalt breit offen, und genau dort drinnen war…

Aiden, splitterfasernackt, sein Glied vollkommen versenkt in…

Meiner Zwillingsschwester, Eileen!

„Ja. Baby. Ahh. Genau so.“ Sie stöhnte laut und spreizte schamlos ihre Beine noch weiter. Ihre Augen rollten nach hinten, völlig unbewusst meiner Anwesenheit. Das Bettgestell knarrte unter ihnen im Rhythmus ihres Verrats.

Und Aiden? Er hielt sich an ihren Hüften fest, als wären sie das Wichtigste auf dieser Welt.

Mein Hals wurde trocken. Mein Atem wurde unregelmäßig. Tränen füllten meine Augen, die Last ihres Verrats brannte in mir.

„Aiden!“, herrschte ich sie an, da ich genug hatte.

„Scheiße!“, fluchte Aiden und zog sich von Eileen zurück.

„Wie konntest du nur?“, meine Stimme klang rau. „Wie konntest du mich so hintergehen?“

Ich kämpfte so hard darum, meine Tränen zurückzuhalten, aber sie hatten ihren eigenen Plan.

Ein diebisches Grinsen breitete sich auf Eileens Lippen aus. Ihre Augen glänzten vor Genugtuung.

Aiden griff nach seinem Bademantel am Ende der Matratze und warf ihn sich über.

„Warum bist du hier? Habe ich dich nicht gewarnt, nicht unangekündigt zu kommen?“, zischte er. Die Lust, die eben noch seine Augen erfüllt hatte, war verschwunden und machte Abscheu Platz, als wäre ich diejenige, die im Unrecht war.

Eileen zog das Laken über ihre nackte Haut, ihre Augen auf mich gerichtet.

„Das ist es also? Deshalb hast du mir gesagt, ich soll nicht unangekündigt kommen?“, stieß ich hervor. Tränen liefen unaufhaltsam über meine Wangen.

Aiden machte einen Schritt nach vorn, sein Gesichtsausdruck verdunkelte sich.

„Und du hast nicht gehört“, bellte er.

„Aiden…“, brachte ich hervor, während sich meine Finger um den Stoff meines Kleides krallten.

Aiden machte noch einen Schritt näher.

„Und jetzt wag es nicht, mir diesen Blick zuzuwerfen.“ Er zog eine Braue hoch und begegnete meinem Blick.

Die Augen, die mich einst angesehen hatten, als bedeutete ich ihm die ganze Welt, starrten mich nun voller Wut und etwas an, das Abscheu nahekam.

„Du bist nicht einmal reuevoll“, murmelte ich, während Tränen meine Sicht verschleierten.

Ein lautes Lachen entwich seinen Lippen.

Er überbrückte die Distanz zwischen uns und nahm meine Wangen in seine Hände. Seine Hände rochen nach Lust.

Ich schlug sie beiseite und wischte mir die Tränen ab.

„Tsk!“, er schnalzte mit der Zunge und ließ seinen Blick über mich wandern, als wäre ich eine Fremde. „Warum sollte ich reuevoll sein, wenn ich nicht im Unrecht bin?“

Mein Kiefer spannte sich so tief an, dass ein stechender Schmerz durch meine Schläfe schoss.

„Du bist nicht im Unrecht? Aiden…“

„Ja!“, rief er aus. „Ich bin nicht im Unrecht, wenn ich mich mit der Liebe meines Lebens, Eileen, vergnüge.“

Was?

Mir rutschte das Herz in die Hose.

Eileen kicherte, stand auf und wickelte das Laken um ihre Brust.

„Aww. Aiden, meine Liebe“, quiekte sie, während sie zu ihm hinüberging.

Auf Zehenspitzen reichte sie an seine Wange und gab ihm einen Kuss.

Ich stand fassungslos da. Mein Blut erstarrte.

„Eileen ist meine Zwillingsschwester, um Himmels willen“, krächzte ich. „Sie ist meine Zwillingsschwester…“

Meine Stimme brach.

Das konnte nicht passieren.

Es konnte einfach nicht sein.

„Genug Tränen, Elaria. Aiden hat sich für mich entschieden, nicht für dich. Ehrlich gesagt, wer würde das nicht?“, spottete sie und musterte mich von oben bis unten.

Aiden lachte.

„Echt jetzt. Wer würde das nicht?“

„Warum tust du das?“, schrie ich. „Ich weiß, dass diese Hexe Eileen deinen Verstand vergiftet haben muss…“

Er ließ mich nicht ausreden.

„Nein, hat sie nicht. Da du uns sowieso erwischt hast, kann ich auch gleich reinen Wein einschenken.“

Eileen schlang ihre Arme um seine und drückte ihre Brust gegen ihn.

„Ich habe dich nie geliebt, Elaria, und ich werde es auch nie tun“, sagte er mit fester Stimme.

Seine Worte hallten in meinen Ohren nach, gefolgt von dem zersplitternden Geräusch meines Herzens.

„Nein, du hast mir erst heute Morgen gesagt, dass du mich liebst“, brachte ich hervor.

Meine Knie gaben unter mir nach. Ich fiel mit einem dumpfen Aufschlag auf den Boden.

„Ja, das habe ich gesagt. Aber nur, damit du auflegst“, sagte er ohne jede Reue.

„Elaria, es ist noch beleidigender, dass du denkst – oder jemals gedacht hast –, dass mein Schatz Aiden, ein Motorsportler seines Kalibers, sich in ein übergewichtiges Mädchen wie dich verlieben würde“, stichelte Eileen mit offener Verachtung.

„Sei nicht egoistisch, Elaria. Du weißt, dass ich alles bin, was du niemals sein kannst, und alles, was ein Mann wie Aiden will. Ich habe ihm alles gegeben, was du nicht bieten konntest. Meine Zeit. Mein Herz. Und natürlich guten Sex. Warum also die Tränen?“

Ich senkte schmerzerfüllt den Kopf. Meine Knöchel traten weiß hervor.

„Ach komm schon, Baby“, murmelte Aiden. „Selbst wenn sie mit mir geschlafen hätte, würde ich immer noch dich wollen.“

Meine Augen brannten.

Das Geräusch von Küssen erfüllte die Luft, gefolgt von einem leisen Geräusch.

„Mach die Tür hinter dir zu, wenn du gehst“, hauchte Eileen.

Das Geräusch ihrer aufeinandertreffenden Lippen intensivierte sich.

Ich sprang auf und rannte aus dem Haus, Aidens Worte hallten in meinen Ohren.

Ohne nachzudenken, lief ich barfuß auf die Straße, meine Hände immer noch zur Faust geballt.

Nach all dem. Nach allem, was wir geteilt hatten.

Drei Jahre voller Lügen. Drei Jahre, in denen ich ihn mehr geliebt hatte als mich selbst. Drei Jahre voller Aufopferung.

PIEP!

Das kreischende Geräusch einer Hupe dröhnte durch meine Ohren. Weißes Licht durchdrang meine Sicht. So hell, dass ich die Augen zusammendrückte.

Bevor ich begreifen konnte, was geschah, prallte hartes Metall auf mich und schleuderte mich in die Luft.

Ich knallte auf den Asphalt. Eine dunkle Flüssigkeit vernebelte meine Sicht.

Das schrille Piepen in meinen Ohren wurde intensiver.

Gegenwart…

Meine Hände verkrampften sich im Laken, ein leises Wimmern entkam meinen Lippen.

Ich hasste es, diese Zwillingsschwester zu sein, aber wenn sie unbedingt wollten, dass ich komme, dann würde ich das tun.

„Gehst du also hin?“, Rhys' Stimme unterbrach meine Gedanken, tief und bestimmt.

Ich öffnete langsam die Augen.

„Ja, das werde ich.“

Ohne zu zögern, zog ich den Zugang aus meinem Handrücken, nahm den Klipp ab und schlug die Bettdecke zurück.

Die kalte Fliese drang durch meine Haut, als ich rückwärts taumelte.

Rhys stand auf und trat vor mich.

„Ich komme mit dir“, sagte er, eher wie ein Befehl.

Ich hob den Kopf und begegnete seinem Blick. Er ragte über mir auf und blickte auf mich herab wie ein König auf seinen Untertanen.

„Du brauchst es nicht zu verbergen“, brachte ich heraus.

Ein leichtes Schmunzeln zeigte sich an seinen Lippen.

„Was verbergen?“, er beugte sich vor, seine Stimme nervtötend ruhig.

Ich sah weg, meine Fingernägel gruben sich in meine Handfläche.

„Nur zu, triumphierte ruhig. Das ist die einzige Chance, die du bekommst“, feindete ich ihn an.

„Natürlich werde ich das“, schnaubte er. „Als dein bester Freund habe ich dich wiederholt vor diesem Idiot gewarnt. Ich habe dir immer und immer wieder gesagt, dass er nicht gut für dich ist, aber du wolltest nicht hören. Du musstest unbedingt dieses Sprichwort beweisen: Liebe macht wirklich blind.“

Ich biss mir auf die Unterlippe, meine Brauen zogen sich zusammen.

„Du trägst diesen Titel nicht mehr“, sagte ich und begegnete seinem Blick.

Für einen Bruchteil einer Sekunde entglitt ihm sein Gesichtsausdruck.

Er zuckte mit den Schultern, eine gewisse Wärme flackerte in seinen Augen auf.

„Und jetzt willst du so blass da hingehen?“

Der Spott in seiner Stimme wurde weicher und machte einer Spur von Besorgnis Platz.

„Wie ich gehe und warum ich gehe, geht dich nichts an“, sagte ich kurz angebunden und ging an ihm vorbei.

„Es geht mich etwas an, Elaria.“ Seine Stimme hallte von den Wänden wider. „Dein Wohlbefinden geht mich etwas an, zumindest bis der Arztbericht besagt, dass du dich vollständig erholt hast.“

Ich ignorierte seine Worte.

Ein paar Schritte von der Tür entfernt…

„Hsst du mich immer noch?“

Ich hielt mitten im Schritt inne und stieß ein bitteres Lachen aus.

„Soll das eine Frage sein?“, fragte ich, meine Stimme scharf vor Gereiztheit.

Ich wartete nicht auf seine Antwort. Ich öffnete die Tür und ging hinaus, mein Telefon in der Hand.

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