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KAPITEL 3

Author: Izzy
last update Petsa ng paglalathala: 2026-09-17 21:37:54

~ Elaria POV ~

„Wer sagt das?“

Eine unverkennbar vertraute Stimme erklang vom Eingang.

Ich drehte mich um.

Rhys?

Er stand da, beide Hände in den Seitentaschen seiner aschgrauen, maßgeschneiderten Hose. Einige Knöpfe seines hellblauen Hemdes waren offen und gaben einen ordentlichen Teil seiner Brust frei.

Sein Blick war auf mich gerichtet.

Plötzlich blitzten überall Kameras auf.

Klicks hallten durch den Saal. Die Paparazzi, die in einer Ecke gestanden hatten, bewegten sich nun auf Rhys zu.

„Rhys Cassian.“

„Oh mein Gott! Er ist es wirklich.“

Die Gäste brachen in bewundernde Rufe aus.

Ein leises Schnauben entwich mir. „Er hört einfach nie zu.“

Er kam auf mich zu, während das Licht des Kronleuchters über sein Gesicht schimmerte. „Schatz“, sagte er.

Hä?

Bevor ich reagieren konnte, legte er sanft einen Arm um meine Taille und zog mich in eine Umarmung.

„Was machst du da?“, fragte ich zwischen zusammengebissenen Zähnen.

Er drückte mir einen kurzen Kuss auf die Stirn. „Spiel einfach mit“, murmelte er.

Jeder Instinkt in mir schrie danach, ihn wegzustoßen, aber ich tat es nicht.

Ein Schauer lief mir über den Rücken. Meine Finger wurden kalt, während mein Körper erstarrte.

Alle Augen waren auf uns gerichtet.

Er ließ meine Taille los. „Schatz, willst du mich deiner Familie nicht vorstellen?“

Was?

Ich starrte ihn ausdruckslos an. Meine Kehle war plötzlich wie ausgetrocknet.

Er beugte sich zu mir, seine Augen auf meine gerichtet. Er war so nah, dass ich seinen Atem auf meiner Haut spüren konnte.

„Wisch dir den Gesichtsausdruck aus dem Gesicht und leg los“, murmelte er und streifte mit den Lippen meine Wange.

Ich schluckte schwer und wandte mich meinen Eltern zu. Meine Lippen öffneten sich, doch kein Wort kam heraus.

Dann erhaschte ich einen Blick auf Eileens Gesicht.

Sie starrte Rhys mit offenem Mund an, als hätte sie einen Geist gesehen.

Ich räusperte mich und setzte ein sanftes Lächeln auf.

„Mom, Dad und alle anderen, das ist Rhys Cassian, mein Freund.“

Meine Mutter erstarrte.

Mein Vater starrte mich an. Die Wut in seinem Blick war nun durch Schock ersetzt worden.

Tante Mara, Tante Havilah, Onkel Michael, Onkel John und ihre Teenager-Töchter Mika und Ophelia standen wie versteinert da. Ihre Augen waren weit aufgerissen.

Ich wandte mich Rhys zu.

„Schatz.“ Das Wort klang so falsch, aber ich sprach weiter. „Das sind meine Eltern, Mr. und Mrs. Jackson Montclair.“

Rhys trat vor und streckte die Hand aus.

„Schön, Sie endlich kennenzulernen, Sir und Ma’am“, sagte er mit viel zu ruhiger Stimme.

Der Schock auf dem Gesicht meiner Mutter ließ nach. Ihre Wangen röteten sich.

„Schön, dich kennenzulernen, mein Lieber.“ Ihre Stimme zitterte.

Mein Vater nickte und schüttelte Rhys die Hand.

Die Kameras blitzten ununterbrochen weiter.

Ich ließ den Blick über alle schweifen, die auf der Bühne standen. Alle waren schockiert – bis auf Aiden und seine Mutter. Ihre Brauen waren zusammengezogen, ihre Gesichter finster.

In diesem Moment wandte Rhys sich mir zu. „Schatz, und die anderen?“

„Ach ja.“ Ich räusperte mich erneut und versuchte, mich zu beruhigen.

Ich ging zu Eileen. „Schwester, das ist mein Freund, Rhys.“

Dann wandte ich mich an Rhys. „Das ist meine Zwillingsschwester Eileen.“

Rhys lächelte. „Sie sieht viel älter aus, als ich sie in Erinnerung habe. Bist du sicher, dass sie Eileen ist?“

Ich presste die Lippen zusammen und kämpfte gegen das Lachen an, das mir in der Kehle hochstieg.

Eileens Gesicht lief rot an. Bevor sie etwas sagen konnte, ging ich zu Aiden.

„Das ist Eileens Verlobter, Aiden.“

Aidens Augen waren gerötet.

Ein finsteres Grinsen zog an Rhys’ Mundwinkel. „Oh, ich kenne ihn nur zu gut“, höhnte er.

Aiden trat vor und hob den Blick zu Rhys. „Du kennst mich also nur zu gut und bist trotzdem auf meiner Verlobungsfeier aufgetaucht?“, fauchte er.

Ouuu.

Zum ersten Mal sah ich, wie Aiden ausrastete – richtig ausrastete. Er wirkte, als wäre er nur Sekunden davon entfernt, in Flammen aufzugehen.

Rhys lachte leise und legte den Kopf schief. „Wir sind nicht nur Rivalen, sondern bald auch Schwäger“, sagte er beiläufig.

Rivalen?

Ich dachte, sie hätten schon vor langer Zeit getrennte Wege eingeschlagen.

Ich griff nach seinem Arm und klammerte mich fest daran.

In diesem Moment trat mein Vater bis an den Bühnenrand.

„Verehrte Gäste, lasst es euch schmecken und feiert. Mein kostbarster Schatz hat gerade Ja zu einer gemeinsamen Zukunft gesagt.“

Die Gäste applaudierten. Kellnerinnen und Kellner bewegten sich mit Tabletts durch die Menge.

Meine Mutter nahm Aidens Hand und griff nach Rhys’ Hand. „Bitte, genießt die Feier“, sagte sie sanft.

Rhys nickte knapp. Gemeinsam verließen wir die Bühne und setzten uns an den freien Esstisch am Rand.

Die Kameras hörten nicht auf zu blitzen. Es fühlte sich an, als wollten die Paparazzi jede Bewegung von Rhys und mir festhalten.

Er weigerte sich, meine Hand loszulassen. Unter dem Tisch versuchte ich, sie ihm zu entziehen.

„Egal, wie sehr du es versuchst, ich lasse dich nicht noch einmal gehen“, sagte er. Seine smaragdgrünen Augen waren auf meine gerichtet.

Ich trat ihm auf den Fuß und lächelte dabei. „Erst tauchst du einfach auf …“

Krach!

Das laute Klirren von Glas erfüllte die Luft.

Bevor ich überhaupt begriff, was passiert war, ergoss sich Flüssigkeit über mich und durchnässte mein Haar und mein Kleid.

Eine Reihe erschrockener Rufe folgte.

„Es tut mir so leid, Ma’am.“

Ich hob den Kopf. Mein Blick traf den einer zierlichen jungen Frau. An ihrer Uniform war eindeutig zu erkennen, dass sie eine der Kellnerinnen war.

Rhys erhob sich. Er legte eine Hand auf meine Schulter und führte mich auf den Flur.

Ich sah auf mein Kleid hinunter.

„Was war das für ein Getränk?“, schmollte ich. Die Flüssigkeit tropfte langsam aus meinem Haar.

Als wir mein Zimmer erreichten, öffnete ich die Tür und ging mit Rhys hinein.

Er schloss die Tür hinter sich.

Ohne nachzudenken, eilte ich ins Bad und machte mich frisch. Ein paar Minuten später kam ich im Bademantel wieder heraus.

Rhys lag auf meinem Bett, die Augen geschlossen.

Blödmann.

Ich ging zu ihm und rammte ihm die Faust in den Bauch.

Seine Augen flogen auf, aber er zuckte nicht einmal.

„Warum hast du das getan?“, schrie ich.

Er setzte sich auf. Unsere Blicke trafen sich.

„Hast du ihre Gesichter nicht gesehen?“, sagte er gelassen.

Ich zog die Brauen zusammen und presste die Nasenflügel zusammen.

„Das beantwortet meine Frage nicht!“, knirschte ich.

„Ich habe das getan, damit du dein Gesicht wahren kannst.“ Er zuckte mit den Schultern und legte sich wieder hin. Dann schloss er die Augen.

„Was? Damit ich mein Gesicht wahren kann?“ Meine Stimme war von Wut durchzogen.

„Ich hatte alles unter Kontrolle, und jetzt musstest du es ruinieren“, zischte ich.

Er öffnete das rechte Auge. „Gern geschehen.“

Ich rammte ihm erneut die Faust in den Bauch.

Diesmal verzog er schmerzhaft das Gesicht.

„Du hast so viel Kraft und konntest Eileen trotzdem nicht zurückschlagen?“ Er schnaubte.

Ich richtete mich auf und ließ die Schultern sinken. „Wie kommt es, dass du und Aiden Rivalen seid? Ich dachte, ihr hättet euch schon vor deinem Umzug auf unterschiedliche Sportarten konzentriert.“

Er schloss das Auge wieder. „Tja, offenbar interessiert er sich für alles, womit ich mich beschäftige.“

Ich schnalzte mit der Zunge. „Du bist also auch Motorsportler?“

Er nickte. „Und zwar ein verdammt guter“, sagte er selbstgefällig.

Arrogant.

Na ja, überraschte mich nicht.

Schon in der Highschool hatte er Motorsport geliebt, aber damals spielte er stattdessen Basketball, weil es den Motorsport dort nicht gab.

Ich nahm meine Handtasche vom Nachttisch und holte mein Handy heraus.

Sofort suchte ich nach ihm.

Rhys Cassian, der erste monegassische Motorsportler, der die Mac-Quin-Trophäe gewonnen hatte.

Zahlreiche Fotos von ihm überschwemmten die Medien. Auf jedem war dasselbe charmante Lächeln zu sehen.

Meine Augen weiteten sich. Ich sah von meinem Handy zu ihm und wieder zurück.

„Wie kommt es, dass ich dich im Fernsehen nicht so oft gesehen habe wie Aiden?“

Er öffnete die Augen und sah mich an.

Er seufzte leise. „Weil du keine internationalen Sportsendungen schaust.“

Was zum Teufel?

Ich senkte mein Handy und umklammerte es fester. Meine Brauen zogen sich zusammen.

„Wie bitte?“, zischte ich.

Er stand auf.

„Bitte wird nicht gewährt.“ Er zuckte mit den Schultern und streckte die Arme. Es knackte laut.

„Mr. International.“ Ich verschränkte die Arme vor der Brust. „Warum bist du wieder in L.A.?“

Er ließ die Hände sinken und steckte sie in die Taschen.

„Meine Mutter hat mich darum gebeten, und ich bin ihrem Wunsch nachgekommen.“

Ein leises Lachen entwich mir. „Mamasöhnchen.“

Sein Gesichtsausdruck verhärtete sich. Er machte einen Schritt auf mich zu. „Das solltest du vielleicht zurücknehmen.“

Ich musterte ihn und ließ den Blick über seinen kräftigen Körper wandern. Der Duft seines Parfüms hing in der Luft.

Ich wandte mich meiner Kommode zu, nahm den rosa Hocker daneben und trug ihn zu ihm. Dann stellte ich ihn vor ihm ab.

Er sah mich wortlos an.

Ich stellte mich darauf und erwiderte seinen Blick.

Selbst mit dem Hocker überragte er mich noch um einige Zentimeter.

Ugh!

„Vielleicht solltest du auch zurücknehmen, was du vorhin im Festsaal gesagt hast“, gab ich zurück.

Ein kleines Lächeln umspielte seine Lippen. „Na gut. Dann sage ich ihnen einfach: ‚Elaria hat mich dazu gebracht, all das zu sagen, damit sie gut dasteht. Außerdem sind wir nur beste Freunde.‘“

Ich verengte die Augen. „Hör auf mit dem Quatsch. Wir sind keine besten Freunde. Diese Freundschaft ist vor Jahren zu Ende gegangen.“

Kaum hatte ich den Satz beendet, wich alle Farbe aus seinem Gesicht.

Ich schnalzte mit der Zunge und stieg vom Hocker.

Sobald ich mich aufrichtete, knickte mein Knöchel um.

Meine Hände schossen in die Luft, während mir ein raues Stöhnen entfuhr. Ich kippte zur Seite und versuchte verzweifelt, das Gleichgewicht wiederzufinden, doch mein Körper neigte sich weiter.

Ich war nur wenige Zentimeter davon entfernt, auf dem Boden aufzuschlagen, als mich plötzlich eine große Hand um die Taille packte.

Rhys.

Unsere Körper prallten gegeneinander, und ich erstarrte.

Das gleichmäßige Pochen seines Herzens drang an meine Ohren. Sein Gesicht war so nah, dass sich unsere Nasen beinahe berührten. Zwischen uns war kaum noch Platz.

Ein Schauer lief mir über den Rücken.

Sein Blick glitt zu meinen Lippen und dann wieder zu meinen Augen. Sein Griff um meine Taille wurde fester und presste mich an seinen harten Körper.

„Lass mich los!“, protestierte ich.

Seine Augen leuchteten auf. „Okay.“

Er ließ mich abrupt los.

Plumps!

Ich landete hart auf meinem Hintern.

„Au!“

Schmerz schoss durch mich, und ich verzog das Gesicht, während ich mir die schmerzende Stelle rieb.

Er trat zurück.

„Warum hast du das getan?“, fuhr ich ihn an und hielt mir den Hintern.

„Du solltest dich anziehen.“ Er drehte sich abrupt um.

Ich sah an mir hinunter …

„Ahhh.“ Ein leiser Schrei entfuhr mir.

Der Bademantel war weit aufgegangen und gab einen Großteil meiner Oberschenkel frei. Der Stoff reichte nur wenige Zentimeter unter meinen Schritt.

Scheiße!

Ich sprang auf und stürzte zu meinem Kleiderschrank.

Rhys stand mit dem Rücken zu mir. Seine Hände steckten noch immer in den Taschen.

Ich wühlte zwischen meinen Kleidern und zog ein pfirsichfarbenes Blumenkleid heraus.

Ich ging ins Bad, zog mich um und föhnte meine Haare.

Als ich wieder herauskam, stand Rhys vor mir und hielt sich den Zeigefinger an die Lippen.

„Was?“, murmelte ich.

Er beugte sich zu meinem Ohr. „Da steht jemand vor der Tür und lauscht.“

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