Mag-log in~ Elaria POV ~
„Da lauscht jemand.“
Rhys deutete zur Tür und zeigte auf den Boden.
Ein dunkler Schatten ragte unter der Tür hervor und erstreckte sich ein paar Zentimeter über die Fliesen.
Ich klatschte in die Hände. Das Geräusch durchbrach die Stille.
Rhys hob eine Braue. „Was machst du da?“, flüsterte er.
„Spiel einfach mit“, sagte ich kaum hörbar.
Ein selbstgefälliges Grinsen breitete sich auf seinen Lippen aus.
„Schatz, jetzt nicht. Alle warten bestimmt schon auf uns“, sagte ich leise, aber laut genug, dass die Person vor der Tür es hören konnte.
Rhys blieb stehen, die Hände noch immer in den Taschen. „Okay.“
Er zog eine Hand aus der Tasche, presste die Handfläche auf seine Lippen und ließ sie mit einem scharfen Geräusch wieder los, als würde er einen Kuss andeuten.
„Keine Sorge. Sobald wir wieder in deiner Villa sind, kannst du mit mir machen, was du willst“, sagte ich süßlich.
Rhys schüttelte den Kopf und musterte mich. „Das hättest du wohl gern“, murmelte er.
„Ganz sicher nicht“, zischte ich.
„Wenn du meinst.“
Er ging an mir vorbei zur Tür.
„Was machst du? Der …“ Mein Flüstern versiegte in meiner Kehle.
Ich senkte den Blick zum Boden. Der Schatten war verschwunden.
Ein zufriedenes Grinsen breitete sich auf meinem Gesicht aus.
„Das geschieht ihr recht.“ Ich warf mein Haar zurück und ging zu Rhys.
Ich schlang die Finger um seinen Arm. Er sah mit fragendem Blick darauf hinunter.
„Na, genießt du jetzt deine Rache?“
Ich griff nach der Türklinke und öffnete die Tür.
„Lass dir nichts darauf einbilden. Du hast damit angefangen, also müssen wir bis zum Ende der Feier mitspielen“, sagte ich, ohne ihn wirklich anzusehen.
Zurück im Festsaal feierten alle ausgelassen.
Wir setzten uns wieder an den Tisch, an dem wir zuvor gesessen hatten.
Ich sah zur Bühne. Eileen und Aiden saßen zusammen auf einem roten Sofa. Eileens Make-up war inzwischen aufgefrischt.
Beide starrten mich wütend an.
Meine Lippen verzogen sich zu einem breiten Lächeln, das meine Grübchen zeigte.
Ich warf Eileen einen Luftkuss zu. „Glückwunsch, Schwesterherz“, formte ich lautlos mit den Lippen.
Ihr dabei zuzusehen, wie sie beinahe explodierte, ließ mein Herz vor Freude hüpfen.
Der Abend war ein voller Erfolg.
Zum ersten Mal, seit ich Aiden kannte, stand er hilflos da wie ein kleiner Junge, der darauf wartete, dass seine Mutter ihn von der Schule abholte.
Die Paparazzi waren überall um Rhys und mich herum und machten so viele Fotos wie möglich.
Wir gingen zu meinen Eltern.
„Danke, dass Sie mich heute Abend eingeladen haben“, sagte Rhys mit einer leichten Verbeugung.
Meine Mutter lächelte, als hätte seine Verbeugung etwas in ihr verändert.
„Wir gehen jetzt“, sagte ich und wandte mich an Eileen und Aiden. „Noch einmal herzlichen Glückwunsch“, sagte ich süßlich.
Sie antworteten nicht. Ihre Gesichter blieben versteinert, als hätten Rhys und ich ihnen die ganze Lebensfreude geraubt.
„Gute Heimfahrt“, sagte mein Vater bestimmt. Sein Gesichtsausdruck war derselbe wie der seiner Tochter und ihres Verlobten.
Draußen vor dem Anwesen
Der Nachtwind stach nicht mehr. Er legte sich sanft auf meine Haut.
Ich holte tief Luft und zuckte mit den Schultern, während mein Haar im Wind tanzte.
Als wir Rhys’ Auto erreichten, klappte mir der Kiefer herunter.
Ein Bugatti Tourbillon?
Einer der Sicherheitsleute stand daneben wie ein Soldat, der ein Tor bewachte.
Mit einem breiten Lächeln überreichte er Rhys die Schlüssel.
„Vielen Dank, Sir.“ Seine Stimme überschlug sich vor Aufregung.
Mit einem einzigen Klick klappten die Türen nach oben und bildeten Flügel über dem Dach des Wagens.
Rhys stieg ein.
Ich blieb wie angewurzelt stehen und starrte voller Bewunderung auf die Schönheit des Autos.
„Was ist so faszinierend? Ich dachte, du hasst Sportwagen.“ Seine Stimme drang aus dem Wagen und riss mich aus meiner Bewunderung.
„Ja, ich hasse sie.“ Ich beugte mich vor. „Aber dieser hier ist verdammt heiß.“
Rhys lachte laut.
„Steig ein“, sagte er.
„Das hatte ich sowieso vor.“ Ich schnaubte und stieg ein.
Die Türen senkten sich und schlossen sich mit einem Klick neben uns.
Der Motor erwachte donnernd zum Leben.
Ich bestaunte das Innere des Wagens.
„Wow“, murmelte ich.
„Das ist echt heiß“, sagte ich leise und ließ den Blick über das Armaturenbrett gleiten.
Rhys schüttelte den Kopf und trat aufs Gas.
Wir rasten in Windeseile durch die Straßen.
Ich sank in den Sitz und spürte das glatte Leder auf meiner Haut.
„Bring mich bitte zu meiner Wohnung“, murmelte ich und sah aus dem Fenster. „Bella-Hillton-Straße, Hausnummer 30.“
„Nein“, antwortete er kühl.
Ich drehte den Kopf zu ihm. „Mach keine Spielchen mit mir. Bring mich nach Hause.“
Er sah mich nicht einmal an. „Wenn das ein Spiel wäre, hätte ich längst gewonnen“, schnaubte er.
Ich schlug mit der Hand auf die Armlehne. „Halt den Wagen an, Rhys“, befahl ich.
Er warf mir einen Seitenblick zu. „Ja, Ma’am.“
Damit trat er hart auf die Bremse. Die Reifen quietschten laut auf dem Asphalt, bevor der Wagen zum Stehen kam.
Die Tür sprang auf.
Ohne nachzudenken, stieg ich schnell aus.
Ich strich den Saum meines Kleides glatt und hob den Blick.
Scheiße!
Wir waren nicht mitten auf der Straße. Wir waren …
„Willkommen in meiner Villa“, sagte Rhys selbstgefällig und breitete den Arm aus, als würde er sie mir präsentieren.
Meine Finger krallten sich in mein Kleid, mein Magen zog sich zusammen und ein Schauer lief mir über den Rücken.
Bevor ich meiner Wut weiter nachgehen konnte, kam Rhys herüber und hob mich einfach hoch in seine Arme.
Ich schlug ihm mit der Faust gegen die Brust. „Setz mich ab!“, protestierte ich.
„Schlag ruhig fester zu.“ Er grinste und ging auf das Anwesen zu.
★★★
Rhys führte mich in eines der Gästezimmer und ließ ein paar Hausangestellte kommen, die sich um mich kümmern sollten.
„Du kannst vorerst diese Sachen tragen. Morgen lasse ich meinen Assistenten eine persönliche Einkaufsberaterin herschicken“, sagte er und stellte eine Einkaufstüte auf den Couchtisch.
„Tsk!“ Ich zischte. „Nicht nötig. Morgen früh bin ich weg.“
Er lehnte sich gegen den Türrahmen. „Und du glaubst, ich lasse dich?“
Meine Nase kräuselte sich. „Mich lassen? Mann, du besitzt mich nicht“, gab ich zurück.
Sein Blick wanderte über mich. „Habe ich das jemals behauptet?“
„Gut.“ Ich ließ mich aufs Bett fallen.
„Gute Nacht“, sagte Rhys und ging hinaus. Die Tür fiel hinter ihm ins Schloss.
Ich zog mein Kleid aus, schlüpfte in den Hello-Kitty-Schlafanzug aus der Einkaufstüte und legte mich ins Bett.
Ich schaltete das Licht aus und schloss die Augen. Ein zufriedenes Grinsen umspielte meine Lippen.
Heute hat wirklich Spaß gemacht.
Ich kicherte, als mir Eileens und Aidens Gesichter in den Sinn kamen.
„So stiehlt man also jemandem den angeblichen ‚Rampenlicht-Auftritt‘.“
Ich drückte ein Kissen fest an meine Brust und ließ mich von seiner Wärme einhüllen.
Sekunden später war ich eingeschlafen.
★★★
Ein plötzliches Rufen und das Klirren von zerbrechendem Glas rissen mich aus dem Schlaf.
„Mom, hör endlich auf.“ Rhys’ Stimme hallte durch den Raum.
Mom?
Ich quälte mich aus dem Bett und kam schwankend auf die Beine. Draußen schlenderte ich in den Flur.
Ich folgte den Stimmen bis zur Treppe und versteckte mich in einer Ecke, um zu lauschen.
„Ich habe ein Date mit der Tochter von Mr. Shaw für dich arrangiert, und du wagst es, sie sitzen zu lassen?“ Eine Frauenstimme donnerte durch den Festsaal.
Das musste seine Mutter sein.
Ich hörte Rhys ausatmen.
„Und was soll das sein, was ich da in den Nachrichten sehe?“, fuhr sie ihn an.
„Ich finde es nicht in Ordnung, dass du einfach in mein Haus platzt und herumschreist“, gab Rhys zurück. „Erstens habe ich dich nie gebeten, dieses Date zu arrangieren. Nie. Du hast den Mist ganz allein beschlossen.“
„Und was hast du in den Nachrichten gesehen?“
„Du hast eine Freundin und hast es nicht für nötig gehalten, es mir zu sagen?“ Seine Mutter donnerte los. „Du warst bei der Verlobung ihrer Schwester mit Aiden Perkson und wurdest als ihr Freund vorgestellt.“
Oh mein Gott.
Das war schon überall in den Nachrichten?
Meine Hand flog an meine Lippen.
Ein leises Poltern verriet, dass sich jemand auf ein Sofa fallen ließ.
„Solltest du dich nicht freuen?“, fragte Rhys.
„Warum sollte ich?“ Seine Mutter fragte kühl. „Sie gehört nicht einmal unserer Gesellschaftsschicht an, und du erwartest, dass ich mich freue?“
Wow.
Ich presste die Lippen fest zusammen.
„Genau das ist mein Problem mit dir“, sagte Rhys. Seine Stimme hallte durch den Raum. „Dir geht es nur um den gesellschaftlichen Status. Darum, was die Leute aus unserer Schicht denken.“
„Ja, genau darum geht es mir. Unser Ruf steht an erster Stelle!“, gab seine Mutter zurück.
„Also beschädigt es unseren Ruf, wenn sie meine Freundin ist?“
„Ja!“
„Mom, such dir bitte einen Streitpunkt aus und bring es hinter dich“, sagte Rhys unverblümt.
„Wag es ja nicht, in diesem Ton mit mir zu sprechen“, tadelte ihn seine Mutter.
„Vor ein paar Stunden hast du mir ein lächerliches Ultimatum gestellt: Ich soll mich vor deiner Pensionierung niederlassen, sonst verliere ich das Imperium an diesen Nichtsnutz Desmond.“ Rhys senkte die Stimme. „Und jetzt habe ich endlich eine Frau an meiner Seite, und du sagst mir, sie sei unter unserem Niveau?“
„Von all den Frauen in L.A. musstest du dich ausgerechnet in sie verlieben – in irgendein Durchschnittsmädchen?“
„Ja!“, antwortete Rhys knapp. „Eine Frau ist eine Frau, ganz egal, woher sie kommt.“
„Rhys, ich kann sie nicht als meine Schwiegertochter akzeptieren“, sagte seine Mutter leise, als wäre sie von dem Gespräch bereits erschöpft.
Schritte ertönten.
„Mom“, sagte Rhys mit einem Seufzer. „Anstatt sie aus der Ferne zu verurteilen, warum lernst du sie nicht erst einmal kennen? Ich bin sicher, du wirst sie mögen.“
Was?
Was machte Rhys da?
Wir waren doch gar nicht wirklich zusammen. War er verrückt?
Eine kurze Stille breitete sich im Raum aus.
„Und wenn ich sie kennenlerne und sie trotzdem nicht mag?“
„Lern sie erst einmal kennen. An deinem Geburtstag stelle ich sie dir richtig vor.“
~ Elaria POV ~Sonnenlicht fiel durch die Vorhänge und tauchte meine Haut in goldene Strahlen. Es weckte mich auf.Ich setzte mich auf und streckte die Arme aus.Ein leises Gähnen entwich mir.In diesem Moment knarrte die Tür und Rhys kam herein. In den Händen hielt er ein Keramiktablett.Meine Brauen zogen sich zusammen, als sich unsere Blicke trafen.„Guten Morgen, Schlafmütze“, rief er begeistert.Mit dem Fuß zog er die Tür sanft zu und kam auf mich zu. Seine Augen glänzten.„Was soll an diesem Morgen gut sein?“, fragte ich gedehnt und beobachtete ihn dabei, wie er das Tablett auf den Beistelltisch stellte.„Ich habe ein Angebot für dich.“Bei seinen Worten verengte ich die Augen. Sein Streit mit seiner Mutter vom Vorabend ging mir durch den Kopf.„Wag es ja nicht!“, fuhr ich ihn an und sprang aus dem Bett.Er richtete sich auf und steckte die Hände in die Taschen. „Immer mit der Ruhe, Kleine.“„Du glaubst wohl, ich weiß nicht, was du vorhast, hm?“ Ich ging auf das Badezimmer zu.„
~ Elaria POV ~„Da lauscht jemand.“Rhys deutete zur Tür und zeigte auf den Boden.Ein dunkler Schatten ragte unter der Tür hervor und erstreckte sich ein paar Zentimeter über die Fliesen.Ich klatschte in die Hände. Das Geräusch durchbrach die Stille.Rhys hob eine Braue. „Was machst du da?“, flüsterte er.„Spiel einfach mit“, sagte ich kaum hörbar.Ein selbstgefälliges Grinsen breitete sich auf seinen Lippen aus.„Schatz, jetzt nicht. Alle warten bestimmt schon auf uns“, sagte ich leise, aber laut genug, dass die Person vor der Tür es hören konnte.Rhys blieb stehen, die Hände noch immer in den Taschen. „Okay.“Er zog eine Hand aus der Tasche, presste die Handfläche auf seine Lippen und ließ sie mit einem scharfen Geräusch wieder los, als würde er einen Kuss andeuten.„Keine Sorge. Sobald wir wieder in deiner Villa sind, kannst du mit mir machen, was du willst“, sagte ich süßlich.Rhys schüttelte den Kopf und musterte mich. „Das hättest du wohl gern“, murmelte er.„Ganz sicher nicht
~ Elaria POV ~„Wer sagt das?“Eine unverkennbar vertraute Stimme erklang vom Eingang.Ich drehte mich um.Rhys?Er stand da, beide Hände in den Seitentaschen seiner aschgrauen, maßgeschneiderten Hose. Einige Knöpfe seines hellblauen Hemdes waren offen und gaben einen ordentlichen Teil seiner Brust frei.Sein Blick war auf mich gerichtet.Plötzlich blitzten überall Kameras auf.Klicks hallten durch den Saal. Die Paparazzi, die in einer Ecke gestanden hatten, bewegten sich nun auf Rhys zu.„Rhys Cassian.“„Oh mein Gott! Er ist es wirklich.“Die Gäste brachen in bewundernde Rufe aus.Ein leises Schnauben entwich mir. „Er hört einfach nie zu.“Er kam auf mich zu, während das Licht des Kronleuchters über sein Gesicht schimmerte. „Schatz“, sagte er.Hä?Bevor ich reagieren konnte, legte er sanft einen Arm um meine Taille und zog mich in eine Umarmung.„Was machst du da?“, fragte ich zwischen zusammengebissenen Zähnen.Er drückte mir einen kurzen Kuss auf die Stirn. „Spiel einfach mit“, mur
Draußen fühlte sich die Abendbrise anders an – scharf und durchdringend. Ich holte gezwungen Luft und winkte ein Taxi zu meiner Wohnung heran.„Bella-Hillton-Straße, Hausnummer 30.“Nachdem ich bezahlt hatte, stieg ich unter die Dusche und nahm das wohltuendste Bad meines Lebens.Ich wickelte den Verband von meiner Schläfe. Darunter lag ein braunes Pflaster, auf dessen Oberfläche ein dünner Blutfleck zu sehen war.Ich holte den Erste-Hilfe-Kasten, wechselte das Pflaster, trug etwas Make-up auf, um meine Augenringe zu kaschieren, und legte meinen teuersten Lipgloss auf.Als ich meinen Kleiderschrank öffnete, fiel mein Blick auf das smaragdgrüne Paillettenkleid, das ich vor Monaten gekauft hatte, um mit Aiden zu einer Gala zu gehen.Ich hatte es voller Hoffnung gekauft, dass er unsere Beziehung endlich öffentlich machen würde, doch er hatte mich zurückgewiesen.„Elaria, du weißt, dass ich viele Fans und Einfluss habe. Wenn wir zusammen auf der Gala auftauchen, würde das viele Fragen auf
KAPITEL 1~ Elarias Sicht ~Das schrille Piepen in meinen Ohren verblasste langsam und wurde durch einen leisen, stetigen Ton ersetzt.Meine Augen flatterten auf. Trübe Leuchtstoffröhren hingen über mir und warfen ein blasses, gelbliches Licht auf meine Haut.Das leise Piepen wurde deutlicher. Es kam von neben mir. Ich drehte meinen Kopf ein wenig; ein pochender Schmerz pulsierte an meinen Schläfen und zwang mich, die Augen wieder zu schließen.Erinnerungen an jene Nacht überfluteten meinen Verstand. Aiden. Eileen. Und dann der Unfall…Meine Augen rissen auf.„Wo…“ Meine Stimme erstarb im Hals.„Sie ist wach, Sir“, ertönte eine fremde weibliche Stimme von der anderen Seite des Raumes.Das scharfe Geräusch von Schritten stürmte in das Zimmer.Bevor ich begreifen konnte, was geschah, ragte eine große, breitformatige, männliche Gestalt über mir auf.Ich blinzelte hart, um meine Sicht zu schärfen.„Elaria…“„Rhys?“ Meine Stimme klang rau, kaum wiederzuerkennen.Seine smaragdgrünen Augen f







