Mag-log in~ Elaria POV ~
Sonnenlicht fiel durch die Vorhänge und tauchte meine Haut in goldene Strahlen. Es weckte mich auf.
Ich setzte mich auf und streckte die Arme aus.
Ein leises Gähnen entwich mir.
In diesem Moment knarrte die Tür und Rhys kam herein. In den Händen hielt er ein Keramiktablett.
Meine Brauen zogen sich zusammen, als sich unsere Blicke trafen.
„Guten Morgen, Schlafmütze“, rief er begeistert.
Mit dem Fuß zog er die Tür sanft zu und kam auf mich zu. Seine Augen glänzten.
„Was soll an diesem Morgen gut sein?“, fragte ich gedehnt und beobachtete ihn dabei, wie er das Tablett auf den Beistelltisch stellte.
„Ich habe ein Angebot für dich.“
Bei seinen Worten verengte ich die Augen. Sein Streit mit seiner Mutter vom Vorabend ging mir durch den Kopf.
„Wag es ja nicht!“, fuhr ich ihn an und sprang aus dem Bett.
Er richtete sich auf und steckte die Hände in die Taschen. „Immer mit der Ruhe, Kleine.“
„Du glaubst wohl, ich weiß nicht, was du vorhast, hm?“ Ich ging auf das Badezimmer zu.
„Warte“, rief er mir nach.
Ich blieb nicht stehen. Ich ging hinein und schlug die Tür zu.
Ohne Zeit zu verlieren, stellte ich die Dusche an und wusch mich. Dann zog ich das Kleid vom Vorabend an und eilte hinaus.
Rhys saß auf dem Sofa, ein Bein über das andere geschlagen, und scrollte auf seinem Handy.
Ich ging zum Nachttisch und nahm meine Handtasche.
Als ich mich gerade zum Gehen wandte, stellte Rhys sich vor mich und versperrte mir den Weg.
„Hör mich an“, sagte er mit tiefer, fester Stimme.
Ich hob den Kopf und erwiderte seinen Blick. „Nein.“
Er schnaubte. „Unsere kleine Lüge ist überall in den Nachrichten“, begann er trotz meines Widerstands.
„Unsere? Deine! Benutz das richtige Wort“, zischte ich.
Er senkte den Kopf noch ein wenig. „Du hast dich kein bisschen verändert.“
Ich verdrehte die Augen und sah weg. „Du dich auch nicht. Du bist immer noch ein intrigantes Arschloch.“
Er zuckte mit den Schultern. Ein kleines Lächeln umspielte seine Lippen.
„Hier ist mein Angebot“, begann er.
Ich trat desinteressiert einen Schritt zurück.
„Sei meine Fake-Freundin, und ich helfe dir dabei, Aiden und Eileen den Staub von deinen Schuhen lecken zu lassen.“
Ich starrte ihn mit zusammengekniffenen Augen an.
„Lass mich das richtig verstehen“, murmelte ich. „Du willst, dass ich so tue, als wäre ich mit dir zusammen, damit du die Lüge decken kannst, die du deiner Mutter erzählt hast?“
Sein Gesichtsausdruck verhärtete sich. Fragend hob er eine Braue. „Du hast unser Gespräch belauscht?“
„Duh, ihr wart ja so laut“, antwortete ich unverblümt.
Er kniff sich in den Nasenrücken und seufzte leise, bevor er die Hand wieder sinken ließ.
„Dann hast du sicher auch gehört, welche Bedingung sie an mein Erbe geknüpft hat“, sagte er.
„Ja, und auch, was für ein gewöhnliches Mädchen ich bin.“ Ich schnaubte.
Er schloss kurz die Augen.
„Es tut mir leid, dass du das gehört hast. Meine Mutter kann manchmal …“
„Spar’s dir. Ich werde nicht so tun, als wäre ich mit dir zusammen“, unterbrach ich ihn scharf und machte einen Schritt zur Seite.
Kaum hatte ich einen Schritt nach vorn gemacht, packte Rhys mein Handgelenk.
„Das würde uns beiden nützen“, sagte er mit seiner nervtötend ruhigen Stimme.
Ich hasste diese Ruhe in seiner Stimme.
Ich drehte mich nicht um. „Nein, würde es nicht“, knirschte ich mit den Zähnen. „Es nützt nur dir.“
Bevor ich reagieren konnte, zog er mich an sich. Eine Hand glitt hinter meinen Kopf und hielt meine Wange an seine Brust gedrückt.
Der scharfe Duft seines Parfüms stieg mir in die Nase.
Ich rammte ihm die Faust gegen die Brust und wand mich, um mich zu befreien. Er packte mein Handgelenk, zog meinen Arm hinter meinen Rücken und hielt mich noch fester.
„Aiden und Eileen haben sich über dich lustig gemacht. Jetzt hast du endlich die Chance, es ihnen heimzuzahlen, und du lehnst ab?“, sagte er kaum hörbar.
„Von allen Männern musste es ausgerechnet du sein.“ Meine Worte gingen an seiner Brust unter.
Ich hörte nicht auf, mich zu wehren, und wand die Schultern.
„Denk nicht einmal daran, mich zu beißen“, warnte er mich.
Seine Stimme vibrierte in seiner Brust.
„Also, was sagst du dazu …?“
Schließlich ließ er mich los.
Ich stolperte zurück und ballte die Hände zu Fäusten, bis sich meine Nägel in die Handflächen bohrten. Ich schnaubte und pustete mir die Haarsträhnen aus dem Gesicht.
„Was sagst du zu meinem Angebot?“
„Nein! Rhys Cassian. Ich werde nicht so tun, als wäre ich mit dir zusammen“, rief ich.
Er legte den Kopf schief. „Als hättest du überhaupt eine Wahl“, sagte er selbstgefällig.
Ich zeigte mit dem Finger auf sein Gesicht. „Doch, habe ich.“
Er sah erst auf meinen ausgestreckten Finger und dann wieder mich an. „Nein, hast du nicht“, höhnte er. „Deine Familie glaubt bereits, dass wir zusammen sind. Das ganze Land glaubt es.“
Ich trat näher. Meine Augen funkelten vor Wut. „Und das ist alles deine Schuld.“
Er verdrehte scharf die Augen. „Als hättest du den Nervenkitzel nicht genossen“, sagte er.
Ich stampfte mit dem Fuß auf und ließ die Hand sinken.
„Du!“, knirschte ich.
„Ja oder nein?“ Er grinste.
Er holte sein Handy aus der Tasche, entsperrte es mit Face ID und hielt es mir hin.
SCHLAGZEILEN: Rhys Cassian stellt sich auf der Verlobungsfeier von Eileen und Aiden am Vorabend als Freund von Eileens Zwillingsschwester vor.
Unter der Schlagzeile waren Fotos von Rhys und mir vom Vorabend zu sehen.
„Ja oder nein?“, fragte er erneut.
Ich starrte noch einen Moment auf die Schlagzeile, nahm ihm dann das Handy ab und las die Kommentare.
„Die beiden Montclair-Schwestern sind mit den besten Motorsportlern des Landes verlobt.“
Dieser Kommentar fiel mir besonders auf.
Der war wirklich gut.
Ich sah wieder Rhys an und dann zurück zum Kommentar.
„Sie haben immer gesagt, ich wollte alles haben, was Eileen hatte, und sei eifersüchtig auf sie.“ Ein Grinsen breitete sich auf meinen Lippen aus. „Jetzt werden wir ja sehen, wer eifersüchtig ist.“
Rhys’ Gesicht hellte sich auf.
„Ja, lass uns so tun, als wären wir zusammen“, sagte ich entschlossen.
Rhys lächelte wie ein Kleinkind, dem man gerade Süßigkeiten gegeben hatte. „Na, jetzt reden wir.“
Ich gab ihm sein Handy zurück und warf mein Haar zurück.
In diesem Moment kam mir ein Gedanke.
„Deine Mutter hat gesagt, du sollst dich niederlassen, bevor sie in Rente geht. Wie soll dir das also helfen?“
Rhys zuckte mit den Schultern.
„Dann tun wir eben so, als würden wir heiraten, wenn es sein muss.“
Was?
Meine Lippen öffneten sich.
„Ganz sicher nicht!“, gab ich zurück.
Er ging zu dem Beistelltisch, auf dem er das Tablett abgestellt hatte.
„Du solltest das essen, bevor es kalt wird.“
~ Elaria POV ~Sonnenlicht fiel durch die Vorhänge und tauchte meine Haut in goldene Strahlen. Es weckte mich auf.Ich setzte mich auf und streckte die Arme aus.Ein leises Gähnen entwich mir.In diesem Moment knarrte die Tür und Rhys kam herein. In den Händen hielt er ein Keramiktablett.Meine Brauen zogen sich zusammen, als sich unsere Blicke trafen.„Guten Morgen, Schlafmütze“, rief er begeistert.Mit dem Fuß zog er die Tür sanft zu und kam auf mich zu. Seine Augen glänzten.„Was soll an diesem Morgen gut sein?“, fragte ich gedehnt und beobachtete ihn dabei, wie er das Tablett auf den Beistelltisch stellte.„Ich habe ein Angebot für dich.“Bei seinen Worten verengte ich die Augen. Sein Streit mit seiner Mutter vom Vorabend ging mir durch den Kopf.„Wag es ja nicht!“, fuhr ich ihn an und sprang aus dem Bett.Er richtete sich auf und steckte die Hände in die Taschen. „Immer mit der Ruhe, Kleine.“„Du glaubst wohl, ich weiß nicht, was du vorhast, hm?“ Ich ging auf das Badezimmer zu.„
~ Elaria POV ~„Da lauscht jemand.“Rhys deutete zur Tür und zeigte auf den Boden.Ein dunkler Schatten ragte unter der Tür hervor und erstreckte sich ein paar Zentimeter über die Fliesen.Ich klatschte in die Hände. Das Geräusch durchbrach die Stille.Rhys hob eine Braue. „Was machst du da?“, flüsterte er.„Spiel einfach mit“, sagte ich kaum hörbar.Ein selbstgefälliges Grinsen breitete sich auf seinen Lippen aus.„Schatz, jetzt nicht. Alle warten bestimmt schon auf uns“, sagte ich leise, aber laut genug, dass die Person vor der Tür es hören konnte.Rhys blieb stehen, die Hände noch immer in den Taschen. „Okay.“Er zog eine Hand aus der Tasche, presste die Handfläche auf seine Lippen und ließ sie mit einem scharfen Geräusch wieder los, als würde er einen Kuss andeuten.„Keine Sorge. Sobald wir wieder in deiner Villa sind, kannst du mit mir machen, was du willst“, sagte ich süßlich.Rhys schüttelte den Kopf und musterte mich. „Das hättest du wohl gern“, murmelte er.„Ganz sicher nicht
~ Elaria POV ~„Wer sagt das?“Eine unverkennbar vertraute Stimme erklang vom Eingang.Ich drehte mich um.Rhys?Er stand da, beide Hände in den Seitentaschen seiner aschgrauen, maßgeschneiderten Hose. Einige Knöpfe seines hellblauen Hemdes waren offen und gaben einen ordentlichen Teil seiner Brust frei.Sein Blick war auf mich gerichtet.Plötzlich blitzten überall Kameras auf.Klicks hallten durch den Saal. Die Paparazzi, die in einer Ecke gestanden hatten, bewegten sich nun auf Rhys zu.„Rhys Cassian.“„Oh mein Gott! Er ist es wirklich.“Die Gäste brachen in bewundernde Rufe aus.Ein leises Schnauben entwich mir. „Er hört einfach nie zu.“Er kam auf mich zu, während das Licht des Kronleuchters über sein Gesicht schimmerte. „Schatz“, sagte er.Hä?Bevor ich reagieren konnte, legte er sanft einen Arm um meine Taille und zog mich in eine Umarmung.„Was machst du da?“, fragte ich zwischen zusammengebissenen Zähnen.Er drückte mir einen kurzen Kuss auf die Stirn. „Spiel einfach mit“, mur
Draußen fühlte sich die Abendbrise anders an – scharf und durchdringend. Ich holte gezwungen Luft und winkte ein Taxi zu meiner Wohnung heran.„Bella-Hillton-Straße, Hausnummer 30.“Nachdem ich bezahlt hatte, stieg ich unter die Dusche und nahm das wohltuendste Bad meines Lebens.Ich wickelte den Verband von meiner Schläfe. Darunter lag ein braunes Pflaster, auf dessen Oberfläche ein dünner Blutfleck zu sehen war.Ich holte den Erste-Hilfe-Kasten, wechselte das Pflaster, trug etwas Make-up auf, um meine Augenringe zu kaschieren, und legte meinen teuersten Lipgloss auf.Als ich meinen Kleiderschrank öffnete, fiel mein Blick auf das smaragdgrüne Paillettenkleid, das ich vor Monaten gekauft hatte, um mit Aiden zu einer Gala zu gehen.Ich hatte es voller Hoffnung gekauft, dass er unsere Beziehung endlich öffentlich machen würde, doch er hatte mich zurückgewiesen.„Elaria, du weißt, dass ich viele Fans und Einfluss habe. Wenn wir zusammen auf der Gala auftauchen, würde das viele Fragen auf
KAPITEL 1~ Elarias Sicht ~Das schrille Piepen in meinen Ohren verblasste langsam und wurde durch einen leisen, stetigen Ton ersetzt.Meine Augen flatterten auf. Trübe Leuchtstoffröhren hingen über mir und warfen ein blasses, gelbliches Licht auf meine Haut.Das leise Piepen wurde deutlicher. Es kam von neben mir. Ich drehte meinen Kopf ein wenig; ein pochender Schmerz pulsierte an meinen Schläfen und zwang mich, die Augen wieder zu schließen.Erinnerungen an jene Nacht überfluteten meinen Verstand. Aiden. Eileen. Und dann der Unfall…Meine Augen rissen auf.„Wo…“ Meine Stimme erstarb im Hals.„Sie ist wach, Sir“, ertönte eine fremde weibliche Stimme von der anderen Seite des Raumes.Das scharfe Geräusch von Schritten stürmte in das Zimmer.Bevor ich begreifen konnte, was geschah, ragte eine große, breitformatige, männliche Gestalt über mir auf.Ich blinzelte hart, um meine Sicht zu schärfen.„Elaria…“„Rhys?“ Meine Stimme klang rau, kaum wiederzuerkennen.Seine smaragdgrünen Augen f







